Pony weg

Was Gescheites fällt mir nicht ein, deswegen ein kurzer Einblick in meine eMail- und Internetkompetenz:

Geht ein Cowboy zum Friseur – kommt er wieder raus: Pony weg

Und dann das hier, aus dem webLog “belauscht.de”. Ich glaub, da muß ich auch mal was hinschicken.

ApoApp

Eine praktische iPhone-App nannte mir gestern der Apotheker meines Vertrauens. Ich war hingegangen und wollte eine bestimmte Sorte Pflaster haben. Hatten sie nicht vorrätig, aber der Apotheker meines Vertrauens hatte einen guten Tip parat.

Mit der Apotheken-App (gibt’s für Apple und Android) kann man zu Hause ein Rezept oder eine Medikamentenpackung fotografieren und an die auszuwählende Apotheke1) schicken. Die schicken einem dann eine eMail zurück und sagen einem, wann das Zeug abgeholt werden kann: damit spart man sich einen Gang.


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Fußnoten:
  1. Apotheken in der Nähe findet er, indem man die lokale Suche aktiviert, dann weiß er, wo er ist und zeigt einem die Apotheken in einem Umkreis von ein paar Kilometern an. [ ]

Rotblöd

Ich konnte es wieder einmal nicht lassen:

Liebe Freunde von der Ich bin doch nicht blöd – Rotfront!

Ganz sicher nicht.

Eines ist ja mal ganz klar. Ich werde wegen dieser wieder einmal voll daneben liegenden media markt Werbung “Weihnachten wird unterm Baum entschieden” bis zum Weihnachtsfest keinen einzigen Saturn- oder media Markt betreten, dort keinen Cent ausgeben und auch möglichst viele Freunde und Bekannte davon abzuhalten versuchen. Auf meinem Wunschzettel stehen durchaus elektronische Teile, aber immer mit dem Zusatz: unter keinen Umständen von Saturn oder media Markt.

Ich bin doch nicht total vertrottelt.

Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Reuter

Disclaimer: Die eMail-Adresse des Absenders darf von media Markt und allen zugehörigen Unternehmungen nicht zu Werbe- oder Kommerzzwecken verwendet werden. Jeglicher Mißbrauch der eMail-Adresse des Absenders wird zur Anzeige gebracht.

Verdreht

Wenn mich ja was nervt, dann sind das politische Beiträge, die ganz bewußt thematisch unpassende Sachverhalte ausklammern und mit zugespitzten Statements die Claqueure zur Raserei bringen. So jetzt wieder Renate Künast von den GRÜNEN, die es gestern in der Bundestagsdebatte über die Frauenquote wieder einmal wunderschön vorexerziert hat, wie sowas geht:

Warum stellen die Unternehmen in Führungspositionen immer noch überproportional Männer ein, wo doch die Frauen einen viel höheren Prozentsatz an Uniabschlüssen haben und dazu bessere Noten?

Ach so. Soll das heißen: Wenn 10 neue Vorstände von Maschinenbauunternehmen gebraucht werden, dann muss man die mit Frauen besetzen, weil die in Sozialwissenschaften, Jura und Englisch bessere Noten haben? Und wie erklärt sie dann, dass es immer noch die Männer sind, die die Ochsentour von unten nach oben auf sich nehmen und trotzdem nach 20, 30 Jahren in die Unternehmensspitze aufsteigen, während das gesamte Bildungssystem durchgängig von Klasse 1 bis 12 auf bessere Noten für Mädchen ausgerichtet worden ist?

Dann holzt sie weiter:

Die Zukunft heißt: Nach Qualifikation einstellen, und nicht einfach immer nur Männer finden.

So so. Im Gegensatz zur beifallkonformen Weltsicht von Frau Künast könnte es sein, dass die Industrie eben genau das macht: nach Qualifikation einstellen. Eine Frauenquote wird genau das ändern: dann wird eben nicht mehr nach Qualifikation eingestellt. Das will sie per Gesetz einführen, dass die Industrie nicht mehr nach Qualifikation einstellt, sondern nach dem Willen der Regierung.

Die Folgen sieht man jetzt schon im Schulsystem: da werden Frauen grob fahrlässig in Leitungsfunktionen gepusht. Man hat dann in gar nicht so wenigen Fällen eine unqualifizierte Fachleiterin / Direktorin vor der Nase sitzen, die 15 bis 20 Jahre lang den Betrieb behindert, weil sie’s nicht kann, nicht will und auch generell überfordert ist1). Das gibt es natürlich bei Männern auch, aber die Unfallquote ist geringer, weil sie wenigstens nicht per Gesetz auf die Stelle gehievt werden.

Einfach Klasse, wie Frau Künast Probleme löst. Sie sollte an Albert Einsteins Grab einen Dynamo installieren, so wie sie den zum Rotieren bringt …


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Fußnoten:
  1. Sie ist auf die Stelle gekommen, weil sie eine Frau ist, und sie kann bis zur Pension nicht wieder abgelöst werden, weil sie eine Frau ist. Nirgendwo taucht hier das Kriterium der Qualifikation auf. [ ]

Zweiter Topf

Heute, nachdem der Zahnarzt mich geschunden hat, besser gesagt, seine Assistentin1), war ich aus gegebenem Anlass noch auf dem Nürnberger Johannis-Friedhof. Und siehe da: die nächste Stufe wird wohl eine Einladung zum Probeliegen sein. Wer also in Gesellschaft von Veit Stoß, Ludwig Feuerbach und Veit Hirsvogel auf die letzte (oder im Falle der Wartenden: erste) Posaune warten möchte, hat jetzt gute Gelegenheit, dies in ruhiger und distinguierter Nachbarschaft verrichten zu können. Zudem unterliegt man in dieser Zeit dem Städtischen Denkmalschutzamt, das ja bekanntlich für die Ewigkeit plant, sorgt und schützt.

Eine weitere bemerkenswerte Meldung – die ein kleines bißchen zum Thema passt, wie ich finde – hielten die Nachrichten auf der Heimfahrt für mich bereit:

Deutschland ist im zweiten Topf.

Kann ich nichts mit anfangen, aber das haben sie genau so gesagt. Dieser Wortwahl nach kann es sich nur um eine Nachricht aus den Ressorts Politik oder Sport handeln. Ist nicht immer dasselbe, aber auf jeden Fall gleich wichtig.


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Fußnoten:
  1. Frauen, die Männer quälen wollen, werden Zahnarzthelferin. Ich hoffe, sie verzeiht mir diesen Ausspruch: sie hat’s gut gemacht. Es ist nur … [ ]

ZdKInnen

Heute eine eMail an den Präsidenten des selbsternannten “Zentralkomitees der deutschen Katholiken”:

Sehr geehrter Herr Dr. Glück,

der webPage1)

http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/ZdK-verabschiedet-Entschliessung-fuer-ein-partnerschaftliches-Zusammenwirken-von-Frauen-und-Maennern-in-der-Kirche-684Z/

entnehme ich, dass das Zentralkomitee der deutschen Katholiken eine Entschließung verabschiedet hat, in dessen vorletzem Absatz die Diakoninnenweihe für Frauen gefordert wird.
Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich damit NICHT einverstanden bin. Unter anderem, weil eine Gleichberechtigung von Mann und Frau nie Sinn und Zweck des katholischen Bekenntnisses gewesen ist, sondern die katholische Kirche immer mit besonderem Augenmerk darauf hingewiesen hat, dass Mann und Frau gleichwertig sind.

Nach meinem Selbstverständnis als katholischer Christ ist es wichtiger und zukunftsweisender, auf diese Gleichwertigkeit hinzuweisen, ohne die Verschiedenheit einzuebnen – auch wenn es sehr viel schwerer zu verstehen und zu vermitteln ist, was damit gemeint ist. Es tut mir aufrichtig leid, dass das Zentralkomitee der deutschen Katholiken aufgehört hat, an diesem Punkt und unter Ihrer Leitung weiter um die Klarheit der Verkündigung zu ringen und statt dessen einer etwas platten Gleichberechtigung das Feld überlassen hat, die sich politisch besser verkaufen läßt. Damit hat meiner Meinung nach das ZdK den Boden des über die Zeiten hinaus wirkenden Wesens der katholischen Kirche verlassen und sich statt dessen einem ängstlichen Tanz um das goldene Kalb des Zeitgeistes angeschlossen.

Ich persönlich fühle mich deswegen vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken in keiner Weise vertreten und erkläre hiermit, dass dieses Zentralkomitee nicht für mich spricht. Gleichzeitig beantrage ich eine Umbenennung des “Zentralkomitee der deutschen Katholiken” in “Zentralkomitee einiger deutscher Katholikinnen und Katholiken”, damit schon im Namen des Vereins die Partikularströmung deutlich und ehrlich herausgestellt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Reuter


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Fußnoten:
  1. Inhalt als PDF-Datei [ ]

Schuhvernachlässigt

Am Mittwoch mußte ich um halb 6 in der Frühe aufstehen und nach München fahren – und für so was Unwichtiges wie Schuhe anziehen macht man nicht extra Licht.

Das Ergebnis war, dass ich dann in München aus dem Auto ausstieg und ungläubig auf meine Füße starrte: zwei verschiedene! Na ja, mal schnell nach Hause und den Fehler korrigieren konnte ich nicht: da mußte ich wohl durch, einen ganzen Arbeitstag lang.

Ich glaube sowieso, es hat keiner gemerkt. Und für alle Fälle hätte ich dann eine Entzündung am Fuß gehabt, klar.

Tabernakel

Die Tage hatte ich ein langes Telefonat mit meinem Vetter Johannes aus Berlin, Architekt seines Zeichens, hat gerade die katholische Pfarrkirche St. Jodokus in Bielefeld renoviert. Das Projekt kenne ich nur von den Bildern, die auf seiner webSite veröffentlicht sind: daher kann ich die Proportionen und genauen Tiefenwirkungen nur abschätzen – aber ich werde bei nächster Gelegenheit mal hinfahren und mir das ansehen.

Was ich besonders schön an der Realisierung finde: der Tabernakel mit dem Allerheiligsten findet nicht, wie es sonst aus von Vorsicht geleiteten Erwägungen heraus üblich ist, im umschlossenen Kirchenenraum Platz. Sondern er wurde bewußt aus der Kirche heraus in die Welt geschoben, indem man einen Durchbruch nach außen gemacht hat und eine von außen sehr deutlich wahrnehmbare “schützende Hülle” drum gebaut hat.

Für mich hat das eine geradezu befreiende Symbolik. Dazu fällt mir sofort die Bibelstelle aus 2 Moses 3,5 ein1):

“Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.”

Das ist durchaus ein Grund, warum der Tabernakel eben nicht am Altar positioniert sein soll: da soll keiner – nichtmal die Priester in Ausübung ihres Amtes – acht- und gedankenlos dran vorbeilaufen und ihn einfach so für das Tagwerk vereinnahmen. Gott – und damit auch seine Repräsentation im Tabernakel – ist nicht von dieser Welt, und er braucht selbst in der Kirche, die von ihm erzählt und ihn verkündigt, einen besonderen Platz2).

Überzeugend deutlich wird an der architektonischen Lösung auch die Tatsache, dass sich die Kirche – zumindest die katholische – nicht nur dem Hier und Jetzt verpflichtet sieht, sondern auch das “et in saecula saeculorum” in den Blick nimmt: aus dem alten, gotischen Kirchenraum wächst etwas Neues heraus, das das Heilige in sich trägt, aber ohne das Alte, Überlieferte sinnlos wäre. So stellt die Architektur hier eine Wahrheit der katholischen Lehre überzeugend dar: Christus wirkt durch die Zeit hindurch, und in jeder Zeit ist er lebendig und schafft Neues.

Jetzt scheint es da aber ein Problem zu geben: diese “Ausuferung” des Allerheiligsten nach außen in die Welt fordert die Bielefelder Sprayer-Szene zum Taggen auf. Der schützende Raum mit seiner ungeschützten Außenwand wird wohl häufig zum Ziel dessen, was man gemeinhin als “Schmiererei” bezeichnen würde.

Irgendwie finde ich das gar nicht so schlecht: Da steckt eine Menge Zeichenhaftes drin, das einen gestandenen Katholiken durchaus nachdenklich werden lassen kann.

Der Tabernakelraum schiebt sich ja tatsächlich wie etwas Unerhörtes aus dem geschützten Kirchenraum in eine Welt, die sich schon lange nicht mehr darin einig ist, dass das Christentum eine Leitkultur darstellt. Das hat schon etwas sehr Freches und Provokantes; zurückhaltende Vornehmheit vermisst der gutmenschelnde Kritiker hier sicherlich ebenso schmerzlich wie öffentlich. Da geht eine Kirchengemeinde hin und behält es einfach nicht für sich, dieses Allerheiligste, sondern sie lässt es wieder zu, dass es sich ein Loch in die Mauern sprengt und nach außen Bahn bricht! Und siehe da, die Sprayer von Bielefeld wissen ganz genau, wo sie ihre Tags anbringen müssen, damit es auch am meisten weh tut: ich habe mir sagen lassen, dass die ebenso einladenden Kirchenwände bei weitem nicht so begehrt sind wie diese neue Tabernakelwand. Sensibel sind sie schon, diese Schmierfinken!

Ein Allerheiligstes, das sich aus seinem Tempel begibt, um sich verunzieren zu lassen? Haben wir das nicht schon mal als “O Haupt voll Blut und Wunden”3) in Bachs Matthäuspassion gehört? Ist nicht Christus obszön ans Kreuz genagelt worden, noch schnell vor Pessach, damit das schöne Fest nicht besudelt wird? Ist es nicht eine der drei Säulen der Kirche4), genau dahin zu gehen, wo es eben gar nicht mehr so schön ist, wo gelitten und ganz unfein gestorben wird? Sich das anzutun und mit zu leiden?

Gut: man könnte Einiges tun, um der Verunreinigung des Allerheiligsten durch Leute, die es nicht besser wissen, Einhalt zu gebieten:

  • Man könnte ein Gitter drum bauen. Damit keiner an meinen Gott rankommt. Machen wir mit unseren Geldschränken ja auch, und auch mit unseren Gefangenen.
  • Man könnte ein paar Pflanzen setzen, die das Allerheiligste mit gnädiger Langsamkeit dem verstörten Blick der Öffentlichkeit wieder nehmen. Das wäre die vornehme Tour, und das Allerheiligste ist in ein paar Jahren wieder zugewuchert. Diese Lösung wird gerne genommen, und Efeu ist der größte Feind des Taggers.
  • Ein Glashaus kann man auch aufbauen. Das Allerheiligste vor Wind und Wetter schützen – und vor allem vor denen, die provozieren wollen. Mir ist nur unklar, wie man allen Ernstes begründen will, dass Gott sich von irgendeiner Institution vor Provokation schützen lassen möchte: ich glaube, das hat er so nie gesagt.
  • Man kann die Außenfront mit Lotosfarbe bepinseln: der nächste Regen wäscht dann alles ab. Ich erinnere mich allerdings nicht an eine einzige Bibelstelle, in der nachgewiesen ist, dass Jesus irgendwas in der Art gesagt hat: Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Wenn ich morgen aufstehe, bin ich wieder sauber, ihr aber seid immer noch dreckig wie die Ferkel. Im Gegenteil: nachdem ihm die Jünger ihm auf dem Berg Tabor eine klinisch reine Einraumwohnung bauen wollten, hat er gemeint: laßt das sein, Jungs, wir gehen wieder nach unten zu den Menschen. Und redet nicht so viel von dem, was ihr hier gesehen habt.

Ich weiß nicht, was die Pfarrei zu tun gedenkt. Aber dass diese Tabernakel das Potential hat, ein paar Grundgedanken christlicher Ethik sehr anstößig nach außen zu tragen, das scheint mir gewiß. Vielleicht könnte man eine Art Klagemauer draus machen? Oder selber fleißig was drauf sprayen, die Firmlinge zum Beispiel? Es als unpassend farbiges Zeugnis für Gottes unbequeme Gegenwart verstehen? Die Feinde dagegen toben lassen (Ps. 83, Apg. 4,25) und mit Gelassenheit abwarten, was passiert? Vielleicht kommt man mit dem einen oder anderen Feind sogar ins Gespräch – und siehe da, es ist gar keiner?

Wird spannend.


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Fußnoten:
  1. Die Geschichte mit dem Dornbusch, der brannte und doch nicht brannte [ ]
  2. Um es genau zu sagen: er hat da keinen Platz, er entzieht sich. Aber was soll man machen. [ ]
  3. Ganz genau steht es in der 2. Strophe des alten Paul-Gerhard-Lieds: “Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte: Wie bist du so bespeit! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht’t?” [ ]
  4. Diakonie [ ]

Ablage

Am Wochenende war Familienfest: wir haben eine tiefgefrorene Gans in eine andere Daseinsform überführt. Aber neue kommunikative Herausforderungen erfordern auch neue Sitten: damit die Arbeit bei Tisch nicht durch ständige Kommunikation mit Nicht-Anwesenden unterbrochen wurde, mußten alle mobilen Endgeräte (auch solche ohne Telefonfunktion) in einem Körbchen abgelegt werden. Im Mittelalter legte man seine Waffen ab – heute die Teleföner.

Das hat auch sehr gut geklappt und sah zudem noch witzig aus, dieser Haufen Elektronik, der nach Aufmerksamkeit gierte und dennoch mal einen Abend unter seinesgleichen ungewärmt verbringen mußte. Na ja, wir sind halt meistenteils eine Apple-Familie …

Man konnte, als sie da alle so schön beisammen lagen, auch ein schönes Wettspiel veranstalten. Erster Preis: eine Tafel Schokolade, zweiter Preis: eine DVD. Und das ging so:

Einer hatte eine SMS-Flatrate. Darüber hat er eine SMS an alle Telefone im Körbchen geschickt. Welches sich zuerst gemeldet hat, dessen Besitzer bekam die Schoki, der nächste durfte sich über die DVD freuen. Auf diese Weise konnte ich die von mir gesponserte Tafel Schokolade erfolgreich zurückerobern. Simyo sei Dank!

Kirchenmusik

Heute abend war Kirchenmusikerkonferenz hier am Ort, die mit folgenden Gedanken eingeleitet wurde:

Musik ist eine Himmelsgabe…

…weil sie etwas kann, was die Welt reich und die Seele weit macht: Musik kann berühren und aufrichten, klagen, lachen, weinen und loben. Für alle Höhen und Tiefen des Menschen gibt es einen Klang, eine Melodie aus dem universellen Reich der Musik.

So erfüllt die Musik wie kaum ein anderes Tun der Kirche den tröstenden Ruf an alle Mühseligen und Beladenen, denn sie kann Wunden heilen, Stricke des Herzens und Fesseln des Geistes lösen. Sie kann dies auch dort, wo die Sprache des Glaubens und das Wort vom Kreuz auf taube Ohren stoßen. Wie oft kommen Menschen nach Hektik und Alltag, Anstrengung und Angst in Kirchen, hören Klänge und Konzerte und spüren: Die Ohren zum Himmel sind offen und die religiöse Musikalität der Seele ist wieder befreit.

Die Kunst, die die Kirche hervorgebracht hat, ist neben den Heiligen, die in ihr gewachsen sind, die einzige wirkliche Verteidigung, die sie für ihre Geschichte vorzubringen hat.1)

Die Herrlichkeit, die durch sie entstanden ist, verbürgt den Herrn, nicht all die gescheiten Ausflüchte, die die Theologie für das Schreckliche findet, an dem die Geschichte leider auch so reich ist. Wenn die Kirche die Welt verwandeln, verbessern soll, wie kann sie das tun, und dabei zugleich auf die Schönheit verzichten, die mit der Liebe eng zusammengehört und mit ihr die größtmögliche Annäherung an die Auferstehungswelt ist?

Die Kirche muss anspruchsvoll bleiben, sie muss eine Heimstatt des Schönen sein. Nur so bezeugt sie das Abgründige des österlichen Glaubens, dass die Dunkelheit des Todes die Rückseite von blendendem Licht ist.

Peter Hofer


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Fußnoten:
  1. Joseph Ratzinger, zur “Theologie der Kirchenmusik” [ ]

Lampe aus

Schau an, schau an.

Apple hat sich viel dafür schelten lassen müssen, dass es für iPod, iPhone und iPad kein Flash-PlugIn gibt: das ist eine Technik, mit der sich bewegte Bilder, Filme und Animationen anzeigen lassen. Das geht auf den Apple-Mobiles nicht. Diese PlugIns sind sehr rechenintensiv und belasten daher den Prozessor der Geräte überproportional stark, was in der Folge zu kürzenen Batterielaufzeiten führt.

Jetzt verkündet Adobe1), der Hersteller von Flash, dass sie Flash für mobile Endgeräte nicht weiterentwickeln werden. Das ist um so erstaunlicher, als so gut wie alle anderen Hersteller von Smartphones Flash einsetzen: Adobe wird es sich mit denen also ziemlich verscherzen.

Da scheint Apple wieder einmal genau ins Schwarze getroffen zu haben – freilich, wie immer, um Jahre früher als der hinterherwankende Troß aller anderen.


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Fußnoten:
  1. hier der Artikel auf macwelt.de. [ ]

Kampfanzug

Die Tage war ich mit meinem Sohn in Nürnberg unterwegs. Als wir am Bahnhof in die U-Bahn einsteigen wollten, kamen uns 4 Polizisten in voller Kampfmontur entgegen. Wahrscheinlich auf dem Weg zu irgendeinem Einsatz, die armen Schweine.

Mein Sohn reagierte ungehalten: er kriege so’n Hals, wenn er die Polizei in diesen Rüstungen sähe.

Das kann ich verstehen: ich würde ähnlich empfinden, wenn ich nur diesen einen Blickwinkel hätte: wieso kommen am Samstag morgen voll aufgerüstete Polizisten aus der U-Bahn? Sind die nicht nur dazu da, alles noch viel schlimmer zu machen? Können die nicht unerkannt Demonstranten zusammenknüppeln, während friedliche Demo-Teilnehmer sich nicht vermummen dürfen?

Nun: das können die, sicherlich. Und vielleicht ist auch der ein- oder andere linke Hund darunter, dem das Schwingen des Schlagstocks mehr Freude als notwendig macht.

Aber diese Kampfausrüstung ist Teil der Fürsorge des Staates1) für seine Beamten. Und da die Beamten nie vorher wissen können, ob auf einer “friedliche” Demonstration vielleicht von ganz unerwarteter Seite zur Bullenhatz geblasen wird, bleibt ihnen meiner Meinung nach gar nichts anderes übrig, als auch für kleine Einsätze immer in voller Montur zu erscheinen2)

Wer das nicht glauben will, der sollte sich mal diesen 7-Minuten-Beitrag aus der ZDF-Mediathek anschauen und hinterher nochmal sagen, ober er seinen Bruder, seinen Vater, Tochter, Sohn oder was auch immer nochmal gerne ohne Vollausrüstung an die Demofront schicken will. Er kann mir dann gleich in seiner Antwort auch noch mitteilen, ob er ebenso ruhig und besonnen die Waffe nur als Drohung verwendet hätte. Ich wäre mir meiner nicht sicher angesichts solchen Hasses.

Ich glaube nämlich, wir sollen uns doch noch mal genauer fragen, was uns das Demonstrationsrecht wert ist. Und ob wir nicht auch im Falle einer etwas zu harten Polizei-Reaktion uns nicht doch erst mal lieber auf deren Seite stellen. Sonst geht bald gar nichts mehr.


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Fußnoten:
  1. Na ja. Vieles davon müssen die Beamten sogar noch selber bezahlen, wenn sie sich nicht mit minderwertigem Zeug zufrieden geben wollen … [ ]
  2. Nicht immer. Neulich zogen 20 Demonstranten gegen die Pelzindustrie durch Nürnberg. Da ging die Polizei in normaler Uniform vorweg und mit. Die Neonazis wußten offensichtlich nichts von dieser Demo … [ ]

Alte Klamotten

Die Tage lag wieder nebenstehender Zettel im Briefkasten: scheinbar sammelt das rote Kreuz wieder Altkleider, um sie Bedürftigen zu überlassen. Erst wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es sich um eine Sammlung zu Gunsten des Roten Kreuzes handelt. Und was “zu Gunsten” genau heißt – speziell, wie hoch der Gunst-Anteil ist -, weiß man so genau dann auch nicht.

Wenn man diesem Artikel in der ZEIT Glauben schenken darf1), dann sind diese Kleiderspenden von der “inneren Liste der caritativen Akte” zu streichen: sie helfen eher, das Problem zu verstärken, das Sie vorgeben zu bekämpfen. Die etwas besseren Klamotten gehen sowieso nach Osteuropa und werden dort gegen ansehnlichen Gewinn weiterverkauft, der brauchbare Rest geht nach Afrika und wird für Centbeträge unter’s Volk gebracht – bei dieser Masse ebenfalls sehr einträglich, und nur der nicht mehr verwertbare Kleidungsrest wird irgendwie recycelt.

Geld machen damit ausschließlich die Unternehmen, die die Kleidersammlungen betreiben, es handelt sich in gar keinem Falle um irgendwelche NGOs oder sonstige caritativen Unternehmen, die damit die Ärmsten der Armen unterstützen. Weit gefehlt: da diese Sammlung von weggeworfenen Altkleidern speziell in Afrika solche Kleiderberge erzeugt hat, macht sie die Textilindustrie in den dafür bestimmten Ländern völlig platt. Mit allen Konsequenzen: Altleider sind immer billiger als selbst gefertigte. -zigtausende von Arbeitern sind von den Pleite gegangenen Textilunternehmen entlassen worden: erneut hängen diese Schwellenländer am Tropf der reichen Länder, die ihnen Brosamen statt Hilfe zukommen lassen.

Und was hat das Rote Kreuz damit zu tun? Dafür, dass das rote Kreuz vom Roten Kreuz auf den Zettel gedruckt werden darf, kassieren die, und mit diesem Lizenz-Geld finanzieren sie ihre Arbeit. Das ist ja nun auch nicht erst mal schlecht – aber es ist bedenkenswert, ob sie damit eine Arbeit finanzieren, die ohne die Kleiderschwemme vielleicht gar nicht nötig wäre, weil sich die Leute dann besser selber helfen könnten?

Der Artikel der ZEIT empfiehlt, die rausgestellten Kleider so zu zerschneiden, dass sie nicht mehr getragen werden können. Dann werden sie recycelt – vielleicht die sinnvollste Alternative.


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Fußnoten:
  1. Danke an das lawblog für den Link [ ]

Reingeholt

Heute ist Allerheiligen: da darf der Moselschiffer auf die Heizung. Jetzt kommt ja eher das frostige Halbjahr, und ich will nicht, dass es deswegen zu große Sprünge macht. Im Übrigen haben ihm die Vögel dieses Jahr ganz schön auf dem Kopf rumgetanzt und auch einige Hinterlassenschaften unberechtigt abgelegt. Damit ist im Winterquartier hoffentlich nicht zu rechnen.

Allerheiligen hat immer so einen besonderen Reiz: es ist jetzt sehr handgreiflich merkbar, dass es stark auf den Winter zugeht. In manchen Jahren ist es bereits eiskalt, dieses Jahr dehnt sich der Herbst noch etwas aus, und es sind noch sehr viele Blätter auf den Bäumen. Zeit genug, mal wieder etwas längere Artikel zu lesen:

  •  “Mein armes Amerika” von Jana Simon, erschienen auf ZEIT online am 31.10.2011. Man braucht eine halbe Stunde, aber es lohnt sich, an der Entzauberung eines Mythos lesend teilzunehmen – und sich so seine eigenen Gedanken zu machen.
  • “Die erste Beichte” – ein Interview bei kath.net mit der Journalistin Barbara Wenz, die vor einigen Jahren zum katholischen Glauben übergetreten ist und es jetzt genießt, mit ihrer gesamten Intelligenz nicht mehr ganz allein zu sein auf der Welt. Ihre Begründungen, warum ihre Suche nach Spiritualität trotz umfassender Kenntnis anderer Religionen nur im Christentum ein Ziel fand, sind bedenkenswert.

Staatsgeld

Es wird in der zunehmend säkularen Gesellschaft immer wieder behauptet, die Kirchen sollten sich vom Staat unabhängig machen und keine Staatsgelder für Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und ihre sonstigen caritativen Einrichtungen mehr bekommen.

Das hat was für sich: Geld korrumpiert auch ganz schön. Nun habe ich heute zwei zufällige Artikel gesehen bzw. gehört, die einen da ganz schön ins Grübeln kommen lassen können.

Der erste war ein Link vom lawblog1) auf einen Anwalt in Nordeutschland, der sich – zur Not auch unentgeltlich – um Harzt-IV-Empfänger kümmert, deren Anträge falsch bearbeitet worden sind, deren Krankenkassen die Behandlungen nicht mehr zahlen wollen oder denen der Strom abgestellt werden soll2). Die Leute haben von staatlichen Stellen ohne Druck nichts mehr zu erwarten, manchmal haben sie einen jahrelangen Behördenmarathon hinter sich, bevor sie an einen Anwalt geraten, den sie bezahlen können oder der’s umsonst macht.

Der zweite war ein Beitrag im Deutschlandfunk, wo es um einen sogenannten “Mitternachtsbus” in Hamburg ging, der die Treffplätze von Obdachlosen anfährt und ihnen die Sachen, die sie in kalter Jahreszeit (oder auch sonst) brauchen, quasi “an die Platte” fährt. Es erfrieren sonst zu viele.

Das wären Aufgaben, die dem Staat zufielen – also der Institution, nach der immer alle rufen, wenn’s mal nicht mehr rundläuft. Die soll dann “Gerechtigkeit” walten lassen. Das Dumme ist nur: die Leute, für die die Kirchen die sozialen Anlaufstellen bilden, sind an der Gerechtigkeit des Staates längst gescheitert: es gibt sie, obwohl sie es laut Aussagen der Sozialministerin gar nicht geben darf. Und es gibt sie zu zigtausenden, es sind keine Einzelfälle.

Stellen wir uns einmal folgende absurde Situation vor: Ich wende mich ans Sozialamt und sage denen: Hallo, ich bin der Sowieso, ich würde gerne Ihren Klienten helfen. Ich möchte mich um die kümmern, die von Ihnen nicht die Hilfe erfahren, die sie laut Gesetz von Ihnen erfahren müßten. Was würde passieren? Dann gingen die Lichter aus, und die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiten ließen das Visier bis zum Sohnes3) runter. Denn sie sind ja der Meinung, dass sie allen so geholfen haben, wie es ihnen zusteht – obwohl Gerichte in 2/3 aller Streitfälle das Gegenteil feststellen. Kann sich hier jemand vorstellen, dass es mit Hilfe des Sozialamts eine Beratungsstelle für die Opfer des Sozialamts gibt? Ich kann es nicht.

Oder man stelle sich vor: Ich gehe zu irgendeiner staatlichen Stelle und schlage denen vor: Sagt mal Leute, da laufen so viele Obdachlose nachts in der Kälte rum. Könnt ihr mir nicht einen Bus sponsern? Ich such mir ein paar Leute und fahr die jede Nacht ab und schaue nach, ob die was brauchen. Auch diese Vorstellung ist völlig absurd: Es gibt keine Staats-Stelle, die man hier aufsuchen könnte. Und wenn es eine gäbe, dann würden die einem ganz sicher keinen Bus sponsern, damit man den Obdachlosen, die es laut Aussage der Bundes- und Landessozialministerinnen gar nicht geben kann, weil jeder ein verbrieftes Recht auf ein Dach überm Kopf hat, helfen könnte. Der Staat hat doch schon längst alles getan!

Ein Unterschied ist: ein Angestellter beim Staat tut das, wofür er bezahlt wird – und in keiner Stellenbeschreibung steht, dass man denen weiterhelfen soll, denen man schon geholfen hat. Ein anderer Unterschied ist: Solche Stellen würden, wenn überhaupt, nur “von oben” eingerichtet, man kann beim Staat keinen Antrag auf eine Initiative einreichen, weil das dann sofort immer für alle gelten muss, und das läßt sich nicht regeln. Bei der Institution Kirche ist das anders: da gibt es zwar ebenfalls administrative Stellen, die das Geld verteilen – aber sie geben es zu einem nicht geringfügigen Teil auch an Projekte, die überhaupt keine gesetzliche Grundlage haben können. Trotzdem kriegen die Leute was, trotzdem wird ihnen weitergeholfen.

Es muss sich jemand drum kümmern. Nicht schlecht, wenn es die Kirchen tun und einen Bus kaufen. Die Besatzung macht das dann unentgeltlich. Auch das wäre beim Staat völlig unmöglich. Wer danach schreit, den Kirchen das Staatsgeld wegzunehmen, der soll dafür sorgen, dass die caritative Arbeit der Kirchen vom Staat übernommen wird – oder schweigen.


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Fußnoten:
  1. lawblog-Linkliste, “Ein Anwalt hilft den Armen” [ ]
  2. Ob dieser Anwalt Untertützung von kirchlichen Stellen bekommt, weiß ich nicht. Das spielt in meiner Überlegung auch keine Rolle, denn es geht darum, dass immer wieder Menschen durch’s Raster fallen, denen irgendwer helfen muss. [ ]
  3. Der “Sohnes” ist für den Trierer die Stelle am Leib, die beim Bekreuzigen mit den Worten “und des Sohnes” erreicht wird. In der Regel wird damit ein etwas zu tief geratener Ausschnitt bemängelt. [ ]

+ Steve Jobs

Am 5. Oktober 2011 ist Steve Jobs, der Gründer von Apple Computers, gestorben.

Es sterben viele Menschen um mich herum, auch berühmte und sehr bekannte, das ist so, ich nehme es zur Kenntnis und gehe zur Tagesordnung über. Aber bei Einigen ist es anders, denn sie haben einen irgendwo immer begleitet, man hat sie immer bemerkt, sie sind Bestandteil des eigenen Lebensgefühls gewesen. So einer war für mich Steve Jobs, und insgeheim habe ich immer gehofft, dass er nicht vor der Zeit stirbt, ab der ich alt und klapprig werde und mit Computern nichts mehr anzufangen weiß. Denn ich wollte immer wieder mal lachen und sagen: genau das ist es, die Kiste will ich haben1). Ich hatte mir so für mich gesagt: der ist genauso alt wie Du, und er wird auch mit Dir gleichzeitig älter, und da kommen ihm schon genau die Ideen, die du für deine Arbeit brauchst.

Tja, seine Gesundheit ließ zu wünschen übrig. Er hatte wohl vor 30 Jahren schon die Vision, dass ein Computer so sein muss wie ein iPad, und das Ding hat er sich gebaut. Und damit zigtausenden von Menschen Arbeit gegeben, der Welt eine Vorstellung von der Eleganz der alltäglichen Dinge hinterlassen und viele Denkmale für Industriedesign geschaffen. Er war kein Techniker, kein Designer, kein Maler, Schriftsteller, Filmemacher oder sonst was. Er war einer, der alle diese zusammenführen konnte und ihnen sowohl eine gemeinsame Plattform als auch ein gemeinsames Ziel gab. Einer, der das Beste aus ihnen herauskitzeln konnte.

Ich habe nie Apple-Aktien gehabt, ich wüßte auch nicht, wozu das nötig sein sollte. Aber ich hatte innerlich wie äußerlich schönes Handwerkszeug für meine ganz alltägliche Arbeit. Kann man schon mal Danke für sagen.


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Fußnoten:
  1. Und das war sehr oft so. Bis auf den Apple II, die Lisa (zu teuer), den iPod 1 und Apple-TV habe ich mir immer alles gekauft. [ ]

Millionen kennen mich nicht

Heute kam ein Newsletter aus MeckVopp an, der sich darüber beklagte, dass 1,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern mich nicht kennen würden und dass man das für mich ändern wolle. Für 117€ im Quartal, spottbillig abgezockt, sozusagen.

Ich will aber gar nicht für die Mecklenburg-Vorpommerschen Bürgerinnen und Bürger auffindbar sein. Dass die mich – bei 6% NPD-Wählern und 52% Wahlbeteiligung ist das nicht eben unwahrscheinlich – für einen Ausländer halten und durch die Straßen jagen wollen: das Risiko ist mir einfach zu hoch.

Heiminsassen

Öffentlichkeits-affine Stellen bemühen sich ja gemeinhin um euphemisierende Namensgebung: Kinder werden da schnell zu “Kids”, weil sich das zackiger anhört, alte Leute sind die “Senioren”, weil das so klingt, als hätten sie noch irgendwas zu sagen und Broiler in spe aus elender Hühner-KZ-Haltung heißen dann “Wiesenhof-Hähnchen”. In der Eifel fuhren wir an einem Altenheim vorbei, das sich auf einer Tafel als “Heim für dementiell veränderte Senioren” ausgab1).

Besonders sensibel für den Unterschied zwischen Blendwerk und Wirklichkeit zeigte sich dieser Tage eine hiesige Gruppierung, die für einen Vortrag wirbt. Nach außen sind es die Senioren. Aber wenn keiner mehr hinguckt, dann mutieren sie zu dem, was sie sind und bleiben sollen: Heiminsassen halt.


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Fußnoten:
  1. Das Team, das diese äußerst feinfühlige Bezeichnung erfunden hat, war wohl aus irgendeiner Jeckenanstalt entwichen. [ ]

Peinliches MeckVopp

Hörte heute morgen im Deutschlandfunk, dass ein Zeitungs-Autor1) geschrieben habe, es sei für die FDP peinlich, in Mecklenburg-Vorpommern nur auf 3% gekommen zu sein.

Was mir peinlich ist:

  • MeckVopp lebt von Transferleistungen anderer Bundesländer.
  • Nur die Hälfte der dortigen Transferleistungsempfänger hält es für nötig, den Arsch zur Wahlkabine zu bewegen.
  • Und macht es dadurch den Nazis leicht, mit 6% sogenannter “Wählerstimmen” in deren Parlament einzuziehen, so dass die Tagesschau solche Rattenfänger wie Herrn Pastörs (NPD) öffentlich schwadronieren lassen muss.

Das ist peinlich – und nicht die FDP. Aber das traut er sich nicht zu schreiben, der Herr Journalist: wer der Wahrheit zu nahe kommt, kriegt was auf die Mütze.


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Fußnoten:
  1. Das Schlimme am Radio ist, dass man hinterher nicht mehr weiß, von welcher Zeitung die Rede war. [ ]

Kinderabweisend

Heute morgen war im Deutschlandfunk ein Bericht über die Demonstrationen in Israel, die die Bürger wegen zu hoher Mieten und sonstiger Sozialkosten auf die Straße treibt. Es wurde eine vierköpfige Familie vorgestellt, die mit umgerechnet 4000€ im Monat gerade mal so hinkommt – so wurde das geschildert. Vor allem, dass man sich nichts mehr leisten kann, seit die Kinder da sind, war herauszustellen. Der Schlußsatz1):

“Gerne würde sie (die Mutter) auch mal zur Demo gehen. Aber sie schickt lieber ihren Mann und paßt zu Hause auf die Kinder auf. Denn eine Kinderbetreuung in dieser Zeit ist zu teuer.”

Mir stößt sowas sauer auf. Seit wann muß eine Mutter auf die Kinder aufpassen? Das ist der Job einer Kinderbetreuung, Tagesstätte, Kindergarten, Schule – also von Leuten oder Institutionen, die mit dem Kind überhaupt nichts zu tun haben, sondern es nach der vereinbarten Zeit unverletzt wieder abgeben. Eine Mutter paßt nur dann auf ihre Kinder auf, wenn sie vor allem Interesse an der eigenen Selbstverwirklichung hat, aber kein gesteigertes Interesse an ihren Kindern. Sie macht also was mit ihren Kindern, was nicht einmal mit dem Terminus “Betreuung” hinreichend beschrieben wird: sie verbringt Zeit mit ihnen. Unbezahlte, gerne geleistete und liebevoll gegebene Zeit.

Selbstverständlich könnte ja auch der Vater mal bei den Kindern bleiben, wenn die Mutter Lust auf Demo hätte – das wurde aber nicht erwähnt. Es war so ein typisch deutscher Blick auf Familien mit Kindern:

  • Kinder sind ein Armutsrisiko
  • Kinder behindern die Menschen – vor allem Frauen – in dem, was sie wirklich wollen
  • Mütter haben die Arbeit mit Kindern, während Väter sich nicht drum kümmern

Das ist alles Quatsch – aber auf diesen Nenner wird es in Deutschland immer wieder gebracht. Ob dieser Beitrag in Israel auch mit dieser Tendenz gebracht werden könnte?


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Fußnoten:
  1. sinngemäß [ ]