Eine wunderbare Formulierung1) des Bamberger Erzbischofs über die Katholiken in Afrika und Asien:
“Sie sind nicht, wie wir oft, nur verschämt, sondern ‚unverschämt‘ katholisch, auch im öffentlichen Leben.“
Ich hatte dieser Tage eine kurze Diskussion, ob man die Weihnachtsliedervesper nicht doch lieber am 2. Weihnachtstag machen solle: da hätten die Mitwirkenden mehr Zeit.
Das stimmt. Aber geht es darum? Dürfen wir eigentlich immer alles so nach der “Zeit” ausrichten und alles so “entzerren”, wie es uns in den Kram paßt? Also die “Feste feiern, wie sie fallen” nur so rein theoretisch, wenn es sich in der Diskussion gut anbringen läßt – in der Praxis jedoch bestimmen bitteschön wir, wann die Feste stattzufinden haben, damit wir ausreichend Schlaf bekommen?
Natürlich ist es ein ziemlicher Streß, wenn man sich am 1. Weihnachtstag gegen 16 Uhr aus dem Pulk der angereisten Verwandschaft lösen muß, um einen Gottesdienst zu singen oder zu spielen. Aber das ist doch das Besondere an diesem Tag: diese unaufhörliche Freude an der Geburt Christi, die einem auch mal was Besonderes abverlangt. Es ist ja nicht so, dass man an solchen Tagen abends erschöpft in die Falle fällt und sich sagt: Mann, war das wieder ein Scheiß.
Wenn das so wäre, dürfte man überhaupt kein Fest feiern, weil Feste sind immer unheimlich viel Arbeit in Vorbereitung und Ausführung, und wer es veranstaltet, der kommt eben nicht früh in’s Bett. Trotz Riesen-Streß: man muß solche Tage voller Feierlichkeit und Freude nutzen. Die kann man nicht aus praktischen Erwägungen heraus einfach verlegen: sie sind einem geschenkt, nicht aufgezwungen.
Arne Hoffmann, einer meiner Lieblingsautoren in Sachen Geschlechtergerechtigkeit, schreibt mit an einem neuen Blog: Cuncti. Es zeichnet sich vor allem aus durch Fakten, gute Formulierungen und keinerlei Aggression. Das Motto ist völlig zeitgemäß: Qualifikation statt Quote.
Es ist offensichtlich geworden, dass diejenigen Frauen, denen man ein Maximum an Privilegien zugestanden hatte, der Gesellschaft nichts zurückgeben und dass sie auch zu ihrem Fortbestand nichts beitragen. In absehbarer Zeit sollte jeder einsehen, dass von den Feministen weder Nachwuchs noch Wertschöpfung oder bedeutende Innovationen zu erwarten sind. Stattdessen sollte man sich fragen, wie eine überalterte Gesellschaft mit einem immer größer werden Anteil von Frauen, die sich auf das Entgegennehmen von Leistungen spezialisiert haben, weiterhin bei Laune gehalten werden soll.
meint ebendort Bernhard Lassahn in “Die Blase wird platzen” und weiß das auch zu begründen. Mir fiel das ein, als ich dieser Tage an einer blühenden Kirschenplantage vorbeikam: sie hatten da auch ein Bäumchen für die oben beschriebene Personengruppe. Das im Vordergrund.
20 Leseminuten, die sich lohnen: es gibt auch noch andere sehr gute Zusammenhänge, die dort beleuchtet werden.
Da am Samstag die Klimakatastrophe wieder voll zugeschlagen hat und einer der letzten Apriltage und hochsommerliche Temperaturen beschert hat, haben wir in Franken mal nach der Kirschblüte geschaut: rund um Hetzles (Grobe Richtung: Erlangen) schien uns der geeignete Ort.
Am vergangenen Samstag war Demo in Augsburg angesagt: besorgte Christen wollten dem Bischof zeigen, wie er sein Bistum besser führen könnte als er es tut. Es geht, grob gesagt, darum, dass auf Grund des Priestermangels in Zukunft Pfarrgemeinden zusammengelegt werden müssen. Der Bischof möchte nicht, dass das Angebot an Eucharistiefeiern durch ein vermehrtes Angebot an Wortgottesdiensten verwässert wird1), und da die Basis-Kirche alles so lassen will, wie es ist2), gibt’s Zoff in der Diözese.
Eine Teilnehmerin schrieb in einer Rundmail:
… wer sich gestern auf den Weg nach Augsburg gemacht hatte, der konnte sehen, hören und spüren, wie sehr die versammelten Menschen in echter, tiefer Sorge um „ihre Kirche“ sind.
Gut, zugegeben, man kann noch mehr danebenliegen. Denn sie macht da einen ein kleiner, aber verhängnisvollen Fehler: das ist nicht “ihre Kirche”3). Dieses “Wir sind Kirche”-Mißverständnis leitet von der Kirche Jesu Christi, die von ihm generationenübergreifend installiert worden ist, weg zu einer Befindlichkeits- und Beliebigkeitsveranstaltung, die ihren universalen Charakter zu verlieren droht.
Ich will auf keinen Fall in einer Kirche sein, die den vielen Lieschen Müllers und John Does mehr Gewicht einräumt als den Leuten, die die Materie Jahre lang studiert haben und deswegen etwas durchaus Kompetenteres dazu sagen können als tönerne Zitate à la “Wir sind das Volk”. Ich will nicht, dass die etwas schwerer zu verstehende Worte der erfahrenen Seelsorger immer wieder untergehen im lauten Getrommel von Gutmenschen, denen die Stimmung auf der Demo wichtiger ist als das, was sie unbedacht anrichten.
Man ist nicht gezwungen, in der katholischen Kirche Mitglied zu sein. Die katholische Kirche ist eine Institution, die ihren Mitgliedern wesentlich mehr Freiheiten gibt als jede denkbare, andere Gruppierung überhaupt. Sie braucht eine Spitze – und auch Menschen an dieser Spitze, die über den banalen Tellerrand “das ist aber meine Kirche” hinwegblicken können. Ich will nicht, dass die immer wieder gedankenlos niedergebrüllt werden. Und es reicht auch nicht, sich mal irgendwelche Gedanken zu machen, nur um hinterher behaupten zu können, man habe sich welche gemacht: da gehört schon eine Menge mehr Verantwortung mehr dazu als betroffen in die Fernsehkameras zu schauen und mahnende Belanglosigkeiten von sich zu geben.
Es geht nicht um Stimmungen im Hier und Heute. Es geht um verantwortungsvolle Gestaltung, damit auch für die, die nach uns kommen, noch was übrigbleibt.
________ Fußnoten:
Man darf es nicht sagen. Aber diese Wort-Gottes-Feiern sind immer ein wenig kürzer und weniger feierlich, deswegen ist man zunächst ungewollt, später gewohnheitsmäßig auch schneller wieder zu Hause. Wenn man das trotzdem sagt, dann kriegt man um die Ohren gehauen, dass Wort-Gottes-Feiern eben doch unheimlich feierlich sind, eine erstaunliche Tiefe entwickeln können und fast an eine Eucharistiefeier heranreichen. Schöner Nebeneffekt: Wort-Gottes-Feiern werden von Laien geleitet, es gibt dann keine Predigt mehr von einem, der die Materie studiert hat und vielleicht Sachen sagt, die die feiernde Gemeinde nicht ganz so gerne hört. Man ist also wieder etwas mehr unter sich, und der böse Klerus ist ein wenig in die Schranken verwiesen. [ ↩ ]
außer Kondome, Schwule und Frauenpriestertum, das muss man ändern, weil man sich dann ein paar relativ schwierigen Fragen weniger stellen muss. [ ↩ ]
An einem Beispiel wird das sofort klar: man sagt ja gerne auch vom bereits erwachsenen Nachwuchs: “Das sind meine Kinder”. Das ist aber keine Besitzanzeige: man kann sich keinesfalls anmaßen, ihnen Verhaltensmaßregeln nach den eigenen Vorstellungen auf’s Auge zu drücken. Es wird immer wieder versucht. Entweder steht man hinterher ziemlich alleine da, oder man hat Kinder, die einen nicht wirklich ernst nehmen. [ ↩ ]
Der Europa-Abgeordnete Sven Giegold war heute morgen im Deutschlandfunk1) mit folgenden Statements zu hören:
In Deutschland müssen die Löhne höher werden, damit die südlichen Länder der EU die Chance haben, wieder auf die Beine zu kommen.
Die Besteuerung von Arbeit und Lohn muß dringend zurückgefahren werden, dafür müssen die Steuern auf Vermögen, Grundbesitz und Finanztransaktionen massiv erhöht werden.
Das Ehegatten-Splitting in Deutschland muss endlich den EU-Richtlinien angepaßt werden und abgeschafft werden.
Politiker, die eine so klare Sprache sprechen und ihren Standpunkt auch klar und deutlich erklären können, haben Seltenheitswert. Peinlich nur, dass er bei den Grünen ist und deswegen kaum Chancen hat, als Mann auf eine Spitzenposition zu kommen.
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Ein wichtiger Gegenwartskünstler aus Trier (Zentraleuropa, Rom des Nordens) hat einen Alternativvorschlag für die dort gerade stattfindende Heilig Rock Wallfahrt, die 500.000 Pilger aus aller Welt anzieht: er will auch was von dem Kuchen abhaben1). Und da Karl Marx aus Trier stammt, hat er dessen Unterhose aus der Mosel ausgebuddelt, restauriert, die gefundenen verwendungstypischen Rückstände teilweise anders angeordnet und ruft nun zur Reliquienverehrung auf.
Für Kritik, Stellungnahme, Zustimmung und Ablehnung (auch gleichzeitig) hat nun Günther Grass gerade eine völlig neue Form des politischen Manifests propagiert, die ich gerne aufgreifen möchte: das Getichd. Bei mir reimt sich aber mehr als bei Grass, ich bin aber auch nicht so versiert wie der, deswegen ist das bei mir mehr dem Zufall als der Vermeidung geschuldet:
Darf man nicht sagen.
Trittbrettfahrer darf man nicht sagen.
Geschmacklos darf man nicht sagen.
Dumm darf man nicht sagen.
Saturiert und vollversichert darf man nicht sagen.
Intolerant darf man nicht sagen.
Zynisch und selbstherrlich darf man nicht sagen.
Im Grunde alles das. Darf man aber nicht sagen.
Den Hut ziehen darf man.
Den Meister bewundern darf man.
“Kunstwerk” sagen darf man.
Sich verneigen darf man.
Alles wahnsinnig spaßig finden darf man.
Intelligente Auseinandersetzung nennen darf man.
Im Grunde alles das, was dem Verstand zuwiderläuft, darf man.
Aus aktuellem Anlaß eine Anmerkung zu Bild und Urheberrechtsschutz:
Ich habe die Abbildung oben rechts nur zur Illustration und weitergehenden künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Original (Werk und Foto desselben) eingesetzt. Meine Intention ist es, das vom Künstler Schwickerath geschaffene Kunstwerk in den Kontext seiner Nationalität zu stellen und damit auf die wesentlichen Unterschiede zur belgischen Nationalflagge hinzuweisen: damit soll ein brennendes Fanal gegen den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt der Flamen und Wallonen gesetzt werden, das den Völkern von BeNeLux+F+D die Augen öffnen und sie aus ihrer Duldungsstarre hinsichtlich dieses Konflikts herausreißen soll. Dass das Bild auf den Kopf gedreht wurde und so eine spießige Wohnzimmerwand mit Schnapsfach assoziiert, weist darauf hin, dass der in Südostbelgien schwelende Konflikt die Menschenrechte mit Füßen tritt oder treten könnte. Mit dieser künstlerischen Auseinandersetzung protestiere ich gegen Konflikte aller Art.
Die Urheberrechte etc. am Schwickerrath’schen Original und am Foto des Fotografen (Link zu Focus Online) bleiben davon unberührt.
________ Fußnoten:
Stanislaw Jerzy Lec dazu: “Manche klettern nur auf’s Kreuz, weil man sie dann aus größerer Ferne sehen kann”. [ ↩ ]
Ich habe – nebenberuflich – immer wieder dahingehend zu argumentieren, dass man ein schönes, aussagefähiges Kirchenlied nicht durch irgendein “Laudato si”-Gebrüll1) aus dem Kindergarten ersetzen kann. Dieser Tage fand ich einen Gedanken von Albert Schweitzer zu dem Thema:
Kultur fällt uns nicht wie eine reife Frucht in den Schoß. Der Baum muss gewissenhaft gepflegt werden, wenn er Frucht tragen soll.
Die meisten Leute sind halt ein wenig kulturresistent, weil man eine oder mehrere Schichten tief schürfen muss, um dazu was Tragfähiges sagen zu können.
Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.
hat Karl Valentin diesen Konflikt auf den Punkt gebracht, der von vielen nicht richtig verstanden oder als solcher überhaupt wahrgenommen wird. Wenn Du – zum Beispiel als Organist – an 4 aufeinanderfolgenden Takten eines Orgelwerks 18 Stunden lang übst, die dann bei der Aufführung nach 4 Sekunden vorbei sind, du das ganze Stück aber nicht spielen kannst, wenn Du diese 4 Sekunden nicht beherrschst: dann weißt du, was Kunst ist, weil Du es wissen wolltest.
Einer, der es nicht wissen will, der wird es nie lernen.
________ Fußnoten:
Oder auch gegen sinn- und poesiefreie Texte à la “Wie der Strahl der Nebelleuchte durch die Sichtwand bricht” [ ↩ ]
“Presse kritisiert nicht Presse” – das meint der Staatsrechtler Prof. Martin Kriele zur Wulff-Affäre1). Im Wesentlich zielt sein Artikel in der “Zeitschrift für Rechtspolitik” auf die Presse als eine wesentliche Macht im Staate, die wie alle anderen2) Macht-Instanzen der Kontrolle bedürfe.
Im Falle Wulff sei das nicht geschehen: medien-kritische Berichte zum Präsidenten-Be- und Abschuß seien einfach unterblieben. Der Staatsrechtler meint, ein justiziables Fehlverhalten des Ex-Präsidenten gebe es bis heute nicht – aber Unterstellungen und Mutmaßungen hätten einen Druck erzeugt, dem nicht mehr standzuhalten gewesen wäre.
Wulff ist also der zweite Bundespräsident in Folge3), der in einem demokratischen Staat von einer nicht durch Bürgerwillen legitimierten Macht aus dem Amt entfernt worden ist. Der Bürger kann zwar am Wahltag sagen, wen er an der Regierung sehen will. Aber die Medien setzen die gewählten Leute einfach wieder ab, wenn sie dadurch ihre Auflagen erhöhen können.
Den Schaden hat das Volk, der finanzielle Gewinn geht an die Presse4). Es wird langsam Zeit, dass der Souverän wieder etwas mehr Respekt vor den gewählten Politikern einfordert: dann wären die auch handlungsfähiger gegenüber Ölkonzernen, Industriegiganten und der Finanzmafia. Dass diese Forderung nicht so ganz aus der Luft gegriffen ist, zeigt die Tatsache, dass die lautstarken S21-Wutbürger vom etwas klarer denkenden Wahlvolk einfach überstimmt worden sind. Der Mehrheit scheint also doch ziemlich unwohl zu sein bei dem ständigen Gekreische.
Horst Köhler hat anscheinend sofort kapituliert, als er feststellen mußte, dass die Presse die Geschütze in Stellung bringt. Wie man im Verlauf der Wulff-Affäre sieht, hat er das völlig richtig eingeschätzt und sich eine Menge zusätzlichen psychischen Schaden erspart. [ ↩ ]
Und ich meine hier nicht nur die BILD-Zeitung und die anderen Krawall-Anzetteler, sondern vor allem die Leitmedien ZEIT, Süddeutsche und – sowieso – Spiegel. [ ↩ ]
Auch diese sinnreiche Beschilderung einer ansonsten unverdächtigen Tür möchte ich dem Publikum nicht vorenthalten: gefunden im ev. Pfarrheim von St. Johannis in Nürnberg. Es gab keinerlei weitere Hinweise darauf, um was für eine Art von Musik es sich handelt, die dort gemacht wird.
Die Kirchenmusik wird ja im Allgemeinen in der evangelischen Kirche höher gehalten als in der katholischen. Deswegen läßt diese Türverzierung keine Rückschlüsse zu. Ich jedenfalls nahm dort an einem Chor-Wochenende teil und kann deswegen die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie auch noch einen Pfarrsaal hatten, in dem man ebenfalls Musik machen konnte.
Was mich heute beim österlichen Herumstöbern in den endlosen Weiten des WeltNetraums außerordentlich gefreut hat, war folgender Satz von Gideon Böss:
Die Georg Schramms, Hagen Rethers und Urban Pirols des Landes bedienen eine Empörungsnische, die großzügig subventioniert und auf die Weltsicht derer zugeschnitten ist, die sozialer Sicherheit den Vorzug vor persönlichem Risiko geben.
Das gilt nicht nur für die Kabarettisten: auch andere zählen sich da zur Gruppe derer, die sich als “krietüsch” bezeichnen, das Selber-Denken aber gerne anderen überlassen, um nicht anzuecken.
Hier ist der lesenswerte Beitrag, der um das Zitat herumgestrickt ist.
Es gibt ja immer noch Schilder aus grauer Vorzeit, wo Beamte – namentlich der Deutschen Reichs- im Übergang zur Bundesbahn – dafür bezahlt wurden, dass sie sich ausdrucksstarke Texte für Schilder ausdachten, die dem untertänigsten Bürger seinen Platz zuwiesen. Das ist vorbei, wenn auch die Bahn in dieser Hinsicht immer noch etwas nostalgisch daherkommt1).
Hier ist ein schönes Beispiel vom Bahnhof in Ansbach. Ich hab erst mal gar nicht verstanden, um was für eine Art Welle es sich da handeln könnte.
________ Fußnoten:
Auf der Strecke Nürnberg-Ansbach drückt sich das so aus: voller Preis, olle Karre. [ ↩ ]
Wer eine Viertelstunde Zeit hat, der kann hier in einem Interview1) des SPIEGEL (Nr. 41/2011) nachlesen, wie Thomas Gottschalk einem Spiegel-Redakteur2) den Zeitgeist aus den Haaren föhnt.
Er wollte von ihm wissen, warum Gottschalk katholisch sei und wie man so was überhaupt sein kann. Er weiß es, und ich weiß es kein bißchen besser: genau so würde ich es auch erklären. Danke an Christian für den Tip!
In einem Pfarrbrief las ich heute die – schon wie eine erwartbare Selbstverständlichkeit klingende - Klage: “Was uns heute mißfällt, ist die konservative, verschlossene Haltung mancher Bischöfe”. In dasselbe Horn tutete gestern eine Autorin, die im Bayerischen Rundfunk interviewt worden war, mit der Aussage, dass sie selbstverständlich schon lange aus der Kirche ausgetreten war: das soll wohl ihre geistigen Fähigkeiten besonders herausheben. Tat es auch, aber in einer wahrscheinlich von ihr nicht beabsichtigten Richtung.
Was nicht so bekannt gemacht wird in der Medienrepublik ist der schwule Pfarrgemeinderat von Stützenhofen (Weinviertel/AT). Der wahr von einer offensichtlich sehr rührigen Gemeinde in den Pfarrgemeinderat gewählt worden, obwohl er in einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft lebt. Das wollte der Pfarrer nicht1). Deswegen ging die Sache vor den Bischof von Wien, zur Zeit repäsentiert durch Kardinal Schönborn. Der wiederum lud den Mann ein und sprach mit ihm, brachte die Sache vor den Bischofsrat. Dieser dann legitimierte die Wahl einstimmig: der Mann darf seinen gewählten Pfarrgemeinderatssitz annehmen und behalten. Ein Artikel dazu steht zum Beispiel in der österreichischen Zeitung “Der Standard”, andere Berichterstattungen dazu mag man sich ergoogeln.
Das bestärkt meine Sicht, dass sich in der Kirche durchaus was tut – exemplifiziert in dieser Sache.
Sie werden selbstverständlich nach wie vor Probleme mit Homosexuellen haben und sie zu kirchenlichen Ämtern – wie es auf sehr niedriger Stufe auch ein Pfarrgemeinderat ist – nicht einfach so zulassen. Das können sie nicht, denn Gott hat nach ihrer Ansicht die Menschen nicht wie mit dem Fließband produziert und nebeneinander auf den Erdboden gesetzt wie die Roboter: ich schalte euch ein und ihr spult euer Programm ab. Sondern Gott hat die Menschen in einer Art “Beziehung zueinander” geschaffen – und zwar jeden einzelnen von ihnen, und die von der katholischen Kirche wichtigste und repräsentativste Art der Beziehung ist die zwischen Mann und Frau. Nur aus ihr kann und will Gott wieder neues Leben schaffen, andere Methoden und Möglichkeiten braucht er nicht: sowas engt auf lange Sicht nur ein2). Da steht die Kirche natürlich Face-to Face gegenüber einem säkularen Staat, der die Menschen mehr fließbandmäßig beurteilen muß und jedem unbedingt soviel Gleichberechtigung zugestehen muss wie irgend möglich.
________ Fußnoten:
Wie viel davon stimmt, kriegt man nicht heraus. Vielleicht hatte der Pfarrer auch einfach nur Bedenken, weil Homosexualität aus verschiedenen Gründen von der katholischen Kirche nicht an allen Orten und Gelegenheiten der Heterosexualität gleichgestellt ist. [ ↩ ]
Komische Feststellung, nicht? Aber man muss sich vor Augen halten, dass uns Menschen nur eine relativ kurze Lebenszeit vergönnt ist. Wir können nicht entscheiden, welches Leben wir gestatten wollen und welches nicht – wir haben schlicht nicht die Möglichkeit, die Folgen einer solchen Entscheidung im Laufe der Jahrtausende zu überprüfen. [ ↩ ]
Willkürlich herausgegriffen – Über die Sozialdemokratie:
Für die Probleme unserer Welt gibt es die Begriffe der klassischen politischen Philosophie: Unrecht, Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unmoral. Das alles sind vertraute Themen für uns, wir haben nur vergessen, wie man darüber redet. Früher hat die Sozialdemokratie über solche Dinge gesprochen, bis auch sie vom Weg abkam.
Quelle: Tony Judt, “Dem Land geht es schlecht”, Hanser, München 2011, S. 182
Wer noch einen schönen Hymnus für den Karfreitagsgottesdienst sucht, der sollte sich vielleicht mal “Heilig Kreuz, du Baum der Treue” anschauen. Weil ich die Melodie nicht finden konnte, habe ich sie mir vorsingen lassen und aufgeschrieben.
Bei uns wird die Karfreitagsliturgie dieses Jahr von der Frauenschola gestaltet: wenn die das zur Kreuzverehrung singen, wird das bestimmt sehr schön. Den Text findet ihr weiter unten, einen Download der PDF-Datei ebenfalls.
1. Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleich,
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch.
2. Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz muss tragen
eine königliche Last,
gib den Gliedern deines Schöpfers
an dem Stamme linde Rast.
3. Du allein warst wert, zu tragen
aller Sünden Lösegeld,
du, die Planke, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.
Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.
4. Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit. – Amen.
Ab heute ist wieder Sommer(zeit), und das Wetter war so hell, sonnig und klar, dass wir den neuen Brunnen im Garten in Betrieb genommen haben. Anscheinend sind diese Temperaturen für den März nicht ungewöhnlich: vor zwei Jahren war das um diese Zeit genauso.
Eine praktische iPhone-App nannte mir gestern der Apotheker meines Vertrauens. Ich war hingegangen und wollte eine bestimmte Sorte Pflaster haben. Hatten sie nicht vorrätig, aber der Apotheker meines Vertrauens hatte einen guten Tip parat.
Mit der Apotheken-App (gibt’s für Apple und Android) kann man zu Hause ein Rezept oder eine Medikamentenpackung fotografieren und an die auszuwählende Apotheke1) schicken. Die schicken einem dann eine eMail zurück und sagen einem, wann das Zeug abgeholt werden kann: damit spart man sich einen Gang.
________ Fußnoten:
Apotheken in der Nähe findet er, indem man die lokale Suche aktiviert, dann weiß er, wo er ist und zeigt einem die Apotheken in einem Umkreis von ein paar Kilometern an. [ ↩ ]
Liebe Freunde von der Ich bin doch nicht blöd – Rotfront!
Ganz sicher nicht.
Eines ist ja mal ganz klar. Ich werde wegen dieser wieder einmal voll daneben liegenden media markt Werbung “Weihnachten wird unterm Baum entschieden” bis zum Weihnachtsfest keinen einzigen Saturn- oder media Markt betreten, dort keinen Cent ausgeben und auch möglichst viele Freunde und Bekannte davon abzuhalten versuchen. Auf meinem Wunschzettel stehen durchaus elektronische Teile, aber immer mit dem Zusatz: unter keinen Umständen von Saturn oder media Markt.
Ich bin doch nicht total vertrottelt.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Reuter
Disclaimer: Die eMail-Adresse des Absenders darf von media Markt und allen zugehörigen Unternehmungen nicht zu Werbe- oder Kommerzzwecken verwendet werden. Jeglicher Mißbrauch der eMail-Adresse des Absenders wird zur Anzeige gebracht.
Markus Hörbrand: Lieber Tom, ich bin auf Deiner Linie, daß aus wenigen Steinen ein neues solides Fundament entstehen... Thomas: Ich glaube, da liegt ein Denkfehler vor. Es kommt nicht darauf an, dass die Leute sich ihre Kirche so... Markus: Lieber Tom, dann schaue ich auch mal in die Zukunft und sehe, daß der Bischof im Jahre 2025 ziemlich einsam...
Thomas: Von Leuten mit einer eMail-Adresse à la “defend@gmx.ch” will ich keinerlei Belehrungen... Dani: Das ist gar keine “PumpGun”!!! Das ist ein Kleinkalibriges Standardgewehr, was Sportschützen...