Nachtschnee ‘10

Vorgestern hatte ich die Schneeschaufel in der Hand und pberlegte, ob ich sie schon mal ins Gartenhäuschen stellen sollte. Gestern habe ich überlegt, dass ich das Auto ruhig draußen stehen lassen könnte: es sah nicht nach Schnee und Eis aus.

Zu früh gefreut.

Aber bevor jetzt wieder die Medien den Rückfall von der Klimakatastrophe in die nächste Eiszeit prophezeien und die Politik einen Frostgipfel in Kuala Lumpur einberufen: Schnee über Nacht gab es am 5. März 2008 auch, wie dieses Foto beweist.

Einfach

Als ich heute abend nach Hause kam, ließ sich der Mac nicht mehr einschalten. Sowas macht mich schwer nervös: da ist zu viel drauf, was man so für die Arbeit braucht.

Zunächst habe ich mal versucht, von einer anderen Platte zu starten – das ging. Dann das “normale” Startlaufwerk repariert – ohne Erfolg. Dann das Parameter-RAM gelöscht, auch ohne Wirkung. Also habe ich den Snow Leoparden aus dem Schrank geholt und wollte schweren Herzens das Startlaufwerk wieder neu installieren. Das ist nun wirklich viel Arbeit: hinterher alle Programme wieder einrichten: das dauert ja Stunden und Tage!

Aber da mit dem Startlaufwerk sowieso nichts mehr war, konnte ich mal ein Experiment wagen: die SnowLeopard-CD bietet auch eine Wiederherstellung von der letzten TimeMachine-Sicherung an. Und die war erst zwei Stunden alt1). Eine dreiviertel Stunde hat er gerödelt – jetzt läuft er wieder, als wäre nichts gewesen, mit dem richtigen Datenbestand, soweit ich das beurteilen kann. Auch die ganzen Passwörter und alles kennt er noch. Nur durch das (unnötige) Löschen des PRAMs sind einige Sachen verloren gegangen, die er sich jetzt wieder zusammen suchen muß2).

ZweiDrei Dinge geben mir zu denken:

  • Dieses automatische Backup, das Apple’s TimeMachine jede Stunde anfertigt, ist einfach Gold wert. Wer das nicht benutzt, dem ist nicht zu helfen. Man muß ja nie was machen – geht ja alles von selber.
  • Ich hatte nach der Wiederherstellung der Platte auf einmal 6GB mehr Platz auf dem Startlaufwerk, einer SSD. Das ist schon ordentlich, weil soviel Platz hat die ja nicht. Vielleicht sollte man einfach von Zeit zu Zeit die letzte Sicherung wieder draufspielen. Wer weiß, wofür der 6GB Platz gebraucht hat.

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Fußnoten:
  1. Der Mac hatte sich um 18 Uhr selbständig abgeschaltet. Macht er immer, wenn keiner mehr mit ihm redet. [ ]
  2. So hat er die Bluetooth-Maus nicht mehr von selber erkannt – schrecklich. Und das Mail-Programm hat die Datenbank neu angelegt [ ]

Sockintosh

Jetzt gibt es eigentlich wirklich keinen Grund mehr, keinen Apple zu kaufen: auch das leidige kalte-Füße-Problem bei Frauen gehört endgültig der Vergangenheit an. Das Video1) beweist es:


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Fußnoten:
  1. gefunden bei Macnews.de, letztendlich bei YouTube [ ]

Newsletter

Unter (vielem) anderen mache ich für verschiedene Firmen Newsletter zum Thema “Messtechnik”. Es ist wirklich hochinteressant zu sehen, wie genau man die Reaktionen nachvollziehen kann: mit Datum und Uhrzeit wird genau registriert, wer auf welchen Link im Newsletter reagiert hat. Sobald ein Newsletter draußen ist, sieht man im “Livelog” in der ganzen Welt die Reaktionen der Empfänger. Es hagelt geradezu im Interaktionsprofil. Soviel zum Thema Datenschutz …

Natürlich kann man sich im Netz verstecken. Aber man muss schon sehr gewieft sein. Ich zum Beispiel klicke in Newslettern auch nicht auf “Abbestellen”: dann weiß der Versender des Newsletters nämlich schon mal, dass es diese Adresse wirklich gibt und dass ein Mensch darauf reagiert hat: solche Adressen kann man dann besonders teuer weiterverkaufen. Man hat nur eine Chance – gleich als “unerwünschte Werbung” oder SPAM klassifizieren. Dann sortiert das eMail-Programm solche Mails beim nächsten Mal schon mal automatisch aus dem Eingangskorb heraus.

Es gibt Leute, die schicken solche Newsletter mit “Ablehnen” zurück: das Mail-Programm generiert dann eine Antwort und tut dabei so, als sei der Empfänger unbekannt. Das interessiert den Newsletter-Generator jedoch herzlich wenig: damit man überhaupt ablehnen kann, muss der Newsletter ja schon mal zugestellt worden sein. Also kann man sich das wirklich sparen: der Newsletter-Automat kriegt das überhaupt nicht mit. Höchstens der Auftraggeber des Newsletters. Wenn der will, entfernt er die Adresse dann aus dem Verteiler.

Wieso sollte er wollen?

Zwangsveranstaltungen

Der dänische Familientherapeut Jasper Juul gibt in der Zeit ein interessantes Interview1), das mit einigen bequemen Vorstellungen aufräumt. Mein Verdacht ist ja, dass die Kinderkrippelei für Kinder unter 3 Jahren eher ein Griff ins Klo als eine wertvolle pädagogische Maßnahme darstellt. Sie dient meines Erachtens viel zu vielen Eltern – und darunter versteht der Deutsche Mütter2) – als Ausrede für mehr Freizeit. Juul belegt meine Einschätzung mit dänischen Forschungsergebnissen:

Dänische Forschungen haben ergeben, dass es bis zum Alter von zwei Jahren tatsächlich bei 15 bis 20 Prozent der Kinder schädlich für das Gehirn ist – der Stress der Trennungsangst greift es an. Ich würde das, wenn ich Vater eines kleinen Kindes wäre, nicht riskieren, es sei denn, ich wüsste sicher, dass mein Kind keine Probleme mit Beziehungen zu Erwachsenen und anderen Kindern hat, dass es sich wohlfühlt und fest auf seinen Beinen steht. Mit meinem Enkel, der ein sehr selbstbewusster Junge ist, haben wir das gemacht. Er war im Alter von eins bis drei bei einer Tagesmutter, und es ist sehr gut gegangen. Aber ich frage mich, woher es kommt, dass sich die skandinavischen Schulen Anfang, Mitte der neunziger Jahre plötzlich darüber beklagten, dass die Kinder keine soziale Kompetenz mehr hätten, sie könnten nicht ruhig sitzen, sich nicht konzentrieren. Was war passiert? Zehn Jahre zuvor hatte man begonnen, Kinder zunehmend in pädagogische Zwangsveranstaltungen zu stecken. Erzieher und Pädagogen argumentieren, solche Einrichtungen seien gut fürs soziale Lernen. Aber dafür gibt es kaum Beweise.

Gut, immerhin bis zwei Jahre – ich halte das immer noch für untertrieben. Wer Kinder hat, der hat Kinder – das ist seine Aufgabe dann, sonst nichts. Die Frage ist, wieso hier in Deutschland trotz der allgegenwärtigen Frauen- und Mütterbeweihräucherung die Familienarbeit immer noch geringer als die Vorstandsarbeit in der deutschen Bank geschätzt wird. Mir ist das ein Rätsel: ich habe jahrelang Haushalt, Kindererziehung und Berufstätigkeit nebeneinander gemacht. Ich hatte nie Grund zur Klage3): das ließ sich machen, und ich war mit der Situation nicht unzufrieden. War viel Arbeit und ich hatte nicht viel Zeit – aber wofür hätte ich denn sonst Zeit haben sollen? Fernseh gucken? In die Wirtschaft gehen? Warum, was sollte ich da? Ich hatte Kinder, das war interessant genug.


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Fußnoten:
  1. Link zum Interview in der ZEIT [ ]
  2. Jasper Juul dazu: Wenn ich mit einer Gruppe in Skandinavien arbeite, dann stellen die Frauen sich so vor: Ich bin Sabine, wir haben drei Kinder. In Deutschland und Österreich sagen sie: Ich habe drei Kinder. Eine Form von Resignation. Ich halte das allerdings nicht für Resignation, sondern für widerrechtliche Aneignung. [ ]
  3. Aber wenn ich zum Beispiel von einem Lehrer in der Schule besondere Rücksichten wollte, war genau diese Klage äußerst hilfreich, das gebe ich zu. Es war dann nicht etwa so, dass der Lehrer nicht genau gesehen hätte, dass die Klage durch die Realität nicht unterfüttert gewesen wäre. Er hatte trotzdem vor meiner vermeintlichen Leistung die Waffen zu strecken – da konnte ich mir sicher sein. [ ]

Gleich zugeschlagen

Meine Frau zu mir, als ich mich mit einem Bier intus hinters Steuer klemmen will:

“Jetzt mach’ kein’ Käs’, Mann!”

Wieder einmal müssen es wir armen Männer ausbaden.

Katholische Kirche wächst weiter

Dem päpstlichen Jahrbuch 2010 (hier zitiert aus L’Osservatore Romano 8/2010, S. 3) ist zu entnehmen, dass die katholische Kirche weltweit kontinuierlich weiter wächst. Sie zählte 2008 1166 Mio Mitglieder (19 Mio mehr als im Jahr 2007), das sind 17,4 % der Weltbevölkerung (zuvor: 17,33%). Die Zahl der Bischöfe stieg auf über 5000, die der Priester auf gut 409 Tsd. Auch die Zahl der Priesterkandidaten stieg weltweit weiter an. Lediglich in Europa sind die Zahlen rückläufig. Mir scheint, es ist nicht immer bewusst, dass dies eine Besonderheit unseres (alten) Kontinentes ist.

Frau muss man sein!

Mein Freund Dieter macht auf einen Spiegel-Artikel zur Geschlechterforschung aufmerksam: der Beitrag kommt kritisch daher und tönt doch wieder nur ins selbe Horn.

Wir leben halt in einer durchfeminisierten Gesellschaft. Eine Folge davon ist, dass bei uns jedesmal das Potential einer neuen Idee nicht ausgenutzt, sondern vorher einer Versicherungsgesellschaft zur Begutachtung vorgelegt wird: “Was passiert, wenn’s nicht klappt?”. Frauen bestimmen1) heute durchgängig, was und wie Jungen zu lernen haben, dass Jungen nicht mehr im Wald spielen dürfen und auch nicht mehr von Männern betreut werden können:

  • Was passiert, wenn mein Junge vom Baum fällt? Normalerweise fällt kein Junge vom Baum, aber aus der Sicht der Mütter ist auch die winzigste Möglichkeit, dass es passiert, ein Grund dafür, alles von vornherein zu verbieten. Wenn vor Dir eine Mutter steht und sagt: “wenn mein Sohn vom Baum fällt, dann zahlst Du Dein Leben lang” – dann hat sie damit so unglaublich Recht, dass niemand mehr mit ihrem Jungen jemals noch etwas zu tun haben möchte – geschweige denn, ihm zu zeigen, wie man auf Bäume klettert oder ein Feuer macht. Und so lernt kein Junge heute mehr einen Wald von innen kennen, weil die Mütter glauben, da könne irgendwas passieren. Daran wird sich nie wieder irgendwas ändern, man kann gegen dieses primitive “Es ist schon mal einer vom Baum gefallen” nicht in einer Art diskutieren, die Mutti versteht.
  • Männer sind Sexualverbrecher. Das sind sie natürlich nur in den seltensten Fällen, aber das reicht aus, dass heute kein Mann mehr alleine mit Jungen – mit Mädchen erst recht nicht – irgend eine Gruppenstunde oder -fahrt machen kann, wo Frauen nicht die Aufsicht haben. Deswegen machen Männer heute überhaupt nichts mehr mit Jungen – viel zu gefährlich. Wir haben einen Justizapparat herangezüchtet, der nur noch mühsam und ganz an der Oberfläche von der Unschuldsvermutung ausgeht. In der Realität jedoch fühlt sich jeder Mann am Pranger und kann nicht laut und empört die Unschuldsvermutung für sich reklamieren. Jede Frau, die laut schreiend hinter einem Mann und einem Kind herläuft (ist mir ja alles schon passiert), kann sich darauf berufen, sie habe nur das Beste für das Kind gewollt, und besser einmal umsonst als einmal nicht. Und ein Mann darf ob dieser unverschämten Verunglimpfung nicht einmal mehr zornig werden.

Ich fürchte, es wird nicht mehr zu ändern sein. Männer können in diesem sozialen Umfeld nicht so leben, wie sie es möchten – und sie werden sich mehr und mehr aus der Erziehung der Jugendlichen zurückziehen: sie dürfen nicht, wie sie es für richtig halten, und sie sind alle Sex-Monster. Da werden Frauen noch viel lernen müssen – und was den Erfolg angeht, bin ich sehr skeptisch.


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Fußnoten:
  1. Sie machen das selbstverständlich nicht selber. Sie haben einfach einen Justizapparat hinter sich – seit Unzeiten hat es keinen Justizminister mehr gegeben – und eine öffentliche Meinung. Denn wer sitzt in den warmen Redaktionsstuben und schreibt, und wer verlegt die Schienen für den ICE und hat keine Zeit zum Schreiben? [ ]

Zölibat

Im Zuge der Aufdeckung sexuell motivierter Straftaten in Bildungsanstalten, die von kirchlichen Institutionen getragen werden, wird wieder einmal die Frage laut, ob es überhaupt notwendig sei, dass Priester zölibatär leben.

Ich nehme diese Debatte als eindeutig aus der Sicht der betroffenen Priester geführt wahr. Das heißt: es wird darüber nachgedacht, ob es den Priestern zumutbar sei, zölibatär zu leben.

Es gibt aber – und das sollte nicht vergessen werden – auch noch einen anderen Gesichtspunkt, aus dem heraus die Debatte geführt werden kann (vielleicht auch muß, ich weiß es nicht genau): die Sicht der Gesellschaft, die sich den Priestern gegenüber sieht.

Heute scheint es vielfach so zu sein, dass es der Gesellschaft ziemlich egal ist, ob die Priester verheiratet sind oder nicht: der Priester soll seinen Job machen, und das so gut wie möglich. Dazu soll er optimal ausgestattet sein: er soll ein gutes und fundiertes Studium absolviert haben, er soll geistig und moralisch auf sicherem Boden wandeln und er soll die fachliche Qualifikation zur Seelsorge mitbringen. Ob er nun verheiratet sei oder nicht, spiele tatsächlich für genau diese Bedürfnisse überhaupt keine Rolle: jeder Arzt, Psychologe und nicht zuletzt die evangelischen Pfarrer bewiesen das ja nun tagtäglich.

Schwer zu fassen – und deswegen wenig diskutiert – ist jedoch die spirituelle Komponente, die einem katholischen Priester kraft der Weihe zuerkannt wird. Für Ärzte, Psychologen und evangelische Pfarrer gibt es genau diesen zusätzlichen Schritt der Initiation nicht: mit der Einsetzung in ihr Amt laut Berufsbefähigungsbescheinigung können sie mit der Arbeit beginnen. Bei Ärzten und Psychologen läuft das eher profan ab: sie bekommen ihr Diplom im Rahmen einer kleinen Feier (immerhin!) und lassen sich dann anstellen oder machen eine eigene Praxis auf. Evangelische Pfarrer werden schon etwas feierlicher installiert: im Rahmen eines Antrittsgottesdienstes etwa.

»Zölibat« weiterlesen …

Eispanzer

Nachdem es ja die letzten Tage doch schon ein wenig nach Frühling aussah, hat sich das Wetter jetzt wieder auf ganz in weiß umgestellt: gestern war hier in Nürnberg schon wieder Blizzard, Schneekatastrophe und Blitzwinter (auf non-media-Deutsch: nichts, es hat geschneit). Ich wundere mich sowieso, wie hier immer alles so maßlos übertrieben wird: neulich ließ jemand ab, dass “ganz Deutschand unter einem 60 Milliarden Tonnen schweren Eispanzer versunken” sei. Da spürt man doch gleich eine unglaubliche Belastung – also so einen Druck auf der Brust – und das Recht zur Forderung von mehr staatlicher Unterstützung! Wahrscheinlich wird Guido Westerwelle das schon wieder hinterfotzig ablehnen1) – aber möglicherweise muß er gerade wegen dieser Herzlosigkeit zurücktreten.

Und dabei befinden wir uns doch mitten in einer Klimakatastrophe undenkbaren Ausmaßes, die Europa in den nächsten Monaten in einen Glutofen ohne Holland2) verwandeln wird. Vielleicht sollten wir doch ab und zu eine sinnfreie Runde mit dem Auto um den Block drehen, damit die arktische Kältewelle (jawohl: es gibt Punkte auf diese Erde, da fällt jedes Thermometer, das auch wirklich eines ist, tatsächlich bis auf minus 60°C! Da muß man sich warm anziehen in Deutschland!) aufgehalten wird und die Klimakatastrophe endlich kommen kann.

Also: die Amseln hauen schon mal ab, das steht fest und ist hiermit jetzt einwandfrei dokumentarisch belegt.


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Fußnoten:
  1. Eispanzer sind keine Hängematten für die deutschen Leistungsträger! [ ]
  2. Die haben dann nämlich soviel Löschwasser, dass sie es verkaufen können. [ ]

Canisius-Statistik

Die ZEIT-online beschäftigt sich im Zusammenhang mit den sich stetig nach oben schiebenden Mißbrauchs-Fallzahlen am Canisius-Kolleg in Berlin mit der damit einhergehenden Hysterie: die Sexualneurosen innerhalb der katholischen Kirche seien extrem hoch und – durch den Zölibat – hausgemacht. Der ZEIT-Artikel1) rechnet nach:

Der Berliner Psychiater Kröber kann in den Zeitungen seiner Stadt jetzt täglich seitenweise lesen, was zwei oder drei Jesuiten vor 30 Jahren im Canisius-Kolleg angerichtet haben – aber kaum einen Artikel darüber, dass es seither offenbar keine Übergriffe mehr gab. Das hält er für Heuchelei: »Jeder weiß, dass sexuelle Belästigung von Kindern an allen Schulen der Republik vorkommt.« Knapp 100 Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen Deutschlands seit 1995 hat der Spiegel zusammengezählt. Der Anteil katholischer Priester und Mitarbeiter (600.000) an der männlichen deutschen Bevölkerung über 21 Jahre (33 Millionen) beträgt knapp zwei Prozent. Verrechnet man die ihnen angelasteten Fälle von Kindesmissbrauch (100) mit den 210.000 deutschlandweit polizeilich gemeldeten Übergriffen seit 1995, beträgt der Anteil der katholischen Täter ganze 0,05 Prozent. Kröbers Schlussfolgerung: »Der durchschnittliche deutsche Mann wird mit 36-mal größerer Wahrscheinlichkeit übergriffig als der katholische Priester.«

So schlimm, wie in der Öffentlichkeit behauptet, scheint es mit den Priestern also noch lange nicht zu sein.


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Fußnoten:
  1. Hier ein Link zum Artikel in der ZEIT. [ ]

Mann ohne Eigenschaften

Die Süddeutsche Zeitung hat auch so ihre Probleme, sich genügend interessante Themen für die Leser aus dem Kreuz zu leiern. Jetzt haben sie herausgefunden, dass die ideale Ehe-Konstellation (also die, die am seltensten in einem Scheidungsverfahren enden) folgendermaßen aussieht: Frau 5 Jahre jünger als der Mann und klüger. Weitergehende Eigenschaften sind für Männer anscheinend nicht nötig1).

Da ist ja dann die Schlußfolgerung des Artikels fast zwingend logisch:

Die Scheidungsrate könnte markant gesenkt werden, wenn sich Männer und Frauen geeignetere Partner suchen würden.

Da bin ich heimlich auch schon drauf gekommen, aber wenn ein Expertenteam sowas von sich gibt, hat es doch ein ganz anderes Gewicht, nicht wahr?


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Fußnoten:
  1. Bild: iPhone-Version, man beachte das gerade aktive Mobilfunknetz. Aber hier ist der Flachbeitrag auch für den webbrowser [ ]

VISA Kartentricks

Britische Forscher der Universität von Cambridge haben nachgewiesen, dass das Geheimzahl-Verfahren mit den EMV-Karten (EuroCard, Mastercard und Visa) geknackt werden kann: man kann mit entsprechender Manipulation auch ohne Geheimzahl eine Abbuchung veranlassen1). Das ist natürlich bei geklauten Kreditkarten von unschätzbarem Wert.

Bisher haben die Banken die Schuld dafür immer weit von sich gewiesen und sie dem Betrogenen angehängt. Die einhellige Begründung war stereotyp, der Bestohlene habe irgendwie seine Geheimzahl auf der Karte notiert oder so irgendwas2). Wie und ob er das tatsächlich gemacht hatte, spielte keine Rolle: die Bank hat ihm das geklaute Geld nicht ersetzen müssen. Es gab sogar Fälle, in denen – wie bei mir – der Kunde den Benachrichtigungsumschlag mit der PIN nie aufgemacht hatte, sondern ungeöffnet im Schrank hat liegen lassen: rein technisch gesehen konnte also niemand diese Nummer kennen, nicht einmal der Karteninhaber. Aber auch das nützte nichts.

Damit ist jetzt Schluß, denke ich. Ab jetzt wird also erst einmal die Bank wieder nachweisen müssen, dass ihr Verfahren sicher ist. Und das ist es nicht, das ist jetzt bewiesen.

Aber nicht zu früh freuen: das gilt nur für die sogenannten POS-Terminals3) – also die in der Tankstelle, im Restaurant und im Geschäft: nur bei denen kann man sich rausreden. Nur die lassen sich aushebeln, weil sie die PIN-Nummer nicht zentral prüfen lassen, sondern über das auf dem Kartenchip implementierte Verfahren – und nur das ist bislang auszuhebeln. Wer sich auf der Bank Geld holt und hinterher behauptet, er sei es nicht gewesen, der hat schlechte Karten: Geldautomaten prüfen die PIN zentral. Und dieses Verfahren ist bislang noch sicher genug.


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Fußnoten:
  1. Technische Details bei heise online [ ]
  2. Wenn der Bank nämlich nachgewiesen wird, dass durch ihr verschulden Geld abhanden gekommen ist, dann muß sie den Schaden ersetzen. Für die Bank folgt aus dieser Tatsache zwangsläufig, dass sie überhaupt kein Schuld haben kann, denn dann würde sie Geld verlieren, und dann wäre sie keine Bank mehr. q.e.d. [ ]
  3. POS = Point of Sale, was man in’s Deutsche leider nicht übersetzen kann. [ ]

Wieder zu Hause …

Nicht, dass einer denkt, ich sei wieder nach Gröbenzell gezogen … aber in gewissem Sinne bin ich seit heute wieder in Oberbayern: DSL und Telefon sind jetzt auch in Oberasbach bei m-net unter Vertrag. Seit August mußte ich ja mit arcor vorlieb nehmen, weil der hiesige Vertrag mit arcor bis zum 12.2.2010 abgeschlossen war. Wir hatten das zwar versucht, im Januar 2009 zu kündigen – ging aber nicht: sie melkten uns bis zum letzten Tag.

Die Umstellung gestaltete sich einfach – wenn man mal von meiner Blödheit absieht, dass ich das Modem zwischen Splitter und Router vergessen hatte. Da tat sich dann gar nichts, bis ich mir endlich vornahm, mal gründlich nachzudenken und die richtige Frage zu stellen: Wo iss’n eigentlich das Modem? War keins da, hatten sie nicht mitgeschickt, weil die meisten Router heutzutage anscheinend gleich mit eingebautem Modem geliefert werden. Aber ich hatte noch ein Original m-net-Modem aus den alten Münchner Zeiten: und als das drin war, lief’s auf Anhieb.

Mit arcor war ich nie zufrieden: die waren immer langsam und unzuverlässig; ständig stieg das Internet aus. Jetzt geht’s endlich wieder flott von der Hand: bei m-net haben wir eine 18.000er Anbindung, die eben beim ersten Test auch mal sage und schreibe 17.400 rüberbrachte. Gut, am Freitag abend …

Und ob die ständigen Ausfallserscheinungen an meiner Hardware oder an arcor lagen: das wird sich jetzt herausstellen.

Ängste im Kindergarten

Ein ehemaliger Kollege von uns, der inzwischen im Ruhestand ist, erzählte uns heute, dass er sich seit einigen Monaten im Kindergarten engagiert. Einmal in der Woche liest er was vor; inzwischen spielt er auch ein bisschen Theater mit den Kindern; und die machen es sehr gern.

Gestern allerdings hätten ihm die Kindergärtnerinnen eine Erklärung zur Unterschrift vorgelegt, dass er den Kindern bisher kein pornographisches Material gezeigt und sie nicht missbraucht habe. Er habe lachend unterschrieben und den Frauen gesagt; sowas mache er ohnehin nur heimlich.

Ist das nicht Wahnsinn? Wie weit sind wir schon gekommen in unserem Land?

Premiere

Ich bin heute zum ersten Mal in meinem Leben im Sonntagsgottesdienst aufgestanden und rausgegangen: ich konnte es nicht mehr aushalten.

Es ist ja heute nicht Fasching, sondern der Sonntag vor Fasching. Trotzdem saß da schon eine Band rum mit lustigen Hütchen. Und einer mit Mischpult, damit er’s auch g’scheit laut machen konnte – der hatte einen Hut mit “Kleiner Feigling” auf.

Dann traten drei Schwarzseherinnen und Schwarzseher auf: Klimakatastrophe, Erdbeben in Haiti, Rente & Geld auf der Bank sind auch nicht mehr sicher. Dazu wurde via Overhead das bekannte “Drehgesicht”1) in Miesmacher-Stellung an die Wand geworfen.

Dann wurde die Show – nach einem ausgefallenen Halleluja2) – durch das Evangelium kurz unterbrochen: irgendwas mit Jesus3). Und dann plärrten – statt Predigt – zwei Clowns (einer männlich, laut, eine weiblich, nicht so laut) herum. Überhaupt sehe er hier – gerade weil er die ganze Nacht gefeiert habe – zu wenig Frohsinn. Das Drehgesicht wurde – hahaha! – umgedreht! Und die Kapelle, ob die noch was anderes drauf habe als dieses trübsinnige Zeuch. Klar, hatten sie: “Die Hän…de … zum Him…mel …. und laßt uns fröhlich sein”. Da mußte dann die ganze Blase auf die Beine, die Hände in den Himmel strecken und zwangsfröhlen4).

Das war der Moment, an dem ich beschloß, dass ich hier zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen werden möchte: Gottesdienst ist Gottesdienst, und Prunksitzung ist Prunksitzung. Alles zu seiner Zeit. Und nicht aus terminlichen Gründen immer so, dass es der vereinigten Liga der intergalaktischen Schwachköpfe5) besser in den Kalender passt.

Die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott sofort, heißt es im Sprichwort. Dass das auch umgekehrt gilt, stellte sich hinterher heraus: im Schnee lag ein 20-Euro-Schein. Den habe ich eingesteckt6). Gott belohnt zwar nicht mit Geld, aber mit der Freude drüber. Das ist ihm gelungen.


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Fußnoten:
  1. es war die 400.000ste Kopie, daher an den Kanten schon sehr ausgefranst. [ ]
  2. Ist ja auch klar: nach so einem Scheiß braucht man den König nicht mehr anzurufen: der hat dann garantiert anderswo zu tun. [ ]
  3. Die Jünger hatten die ganze Nacht nichts gefangen, Jesus hat sie nochmal rausgeschickt und sie kamen wieder mit fast reißenden Netzen. [ ]
  4. = zwangsweise fröhlich grölen. [ ]
  5. Tom Cruise im besoffenen Kopp in “Eine Frage der Ehre” [ ]
  6. Der ist was Besonderes, und es klebt viel Dreck dran. Da wird mir schon noch was für einfallen [ ]

Diensthund und Profiler

Heute morgen, auf der Fahrt zur Arbeit, hörte ich in Deutschland Radio Kultur1) ein Interview2) über die Sicherheit an deutschen Flughäfen – am Beispiel der Münchner Franz-Josef-Base, die gesperrt worden war, weil ein Geschäftsmann nicht selbständig mitgedacht hatte und sich durch Unkenntnis der Vorschriften einfach vom Ort der hochnotpeinlichen Befragung und sicherheitstechnisch bedingten Erniedrigung entfernt hatte.

Der Interviewpartner erzählte also so rum, was man alles so machen müsse, und vor allem sei der Mensch Mittelpunkt des gesamten Sicherheitskonzepts, nicht die Maschinen. Auch für die Bahn sieht er große Probleme auf uns zukommen, denn das ganze Personal, das der Behörde zur Verfügung steht, beansprucht die Bahn zur Fahndung nach und Feststellung von “Beförderungserschleichern”3).

Inwiefern der Mensch denn die Maschinen ersetzen könne, fragte der Reporter. Nun, erstens könne der Diensthund wesentlich mehr und genauere Ergebnisse liefern als Maschinen wie Scanner und Piepser. Zweitens könne der sogenannte Profiler mit sehr hoher Trefferquote schneller Verdächtige aussortieren als Maschinen: letztere müssen nämlich immer mit der Brute-Force-Methode vorgehen, während der Profiler aus Erfahrung und Menschenkenntnis handeln würde und tatsächlich nicht jeden untersuchen müsse.

Wie der Profiler das denn mache? Nun ja, er schaue halt auf die Augenbewegungen, die Körperhaltung, die Hand- und Armbewegungen und ob zum Beispiel Schweiß auf den Perlen steht.

Hat er so gesagt. Jetzt wird nie wieder ein Terrorist mit Freundin anreisen.


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Fußnoten:
  1. Bayern 2 – Welt am Morgen – kann man nicht mehr hören. Die Musikbeiträge werden immer doofer und länger, die Wortbeiträge immer kostensparender [ ]
  2. Mit Rüdiger Reedwisch, dem Vorsitzenden der Bundespolizeigewerkschaft. Link zum Beitrag. [ ]
  3. Ehrlich gesagt: das ist zwar kleinlicher Bahn-Scheiß, aber es ist mir immer noch lieber, als wenn die deutsche Homeland-Security jetzt auf die Bahnfahrer losgelassen wird. Dann rührt sich überhaupt nichts mehr. [ ]

Warum nicht gleich so?

Die Zeitschrift >Finanztest< berichtet in ihrem aktuellen Heft (2/2010, S. 9), dass das Amtsgericht München einer Mutter das Sorgerecht für ihren Sohn entzog, da sie “ständig den Kontakt des Jungen zum Vater verhindert (hat), obwohl dieser ebenfalls sorgeberechtigt war (Az. 551 F 5932/09)”. Nun lebt der Sohn beim Vater und die Mutter kann sich endlich ganz um sich selbst kümmern. Warum nicht gleich so? Es gibt wahrscheinlich viele ähnlich gelagerte Fälle, in denen die Kinder von ihren Müttern zum Faustpfand gemacht werden.

Explodiert?

Jetzt wollte ich eben noch schnell zum Gas-Tanken, damit ich morgen früh gleich starten kann: war ein Schild an der Tankstelle, dass die Gas-Zapfanlage außer Betrieb sei.

Blöd. Ich also rein und gefragt, was da los sei? “Da ist heute morgen einem Kunden beim Tanken der Gastank explodiert. Wir müssen erst gucken, ob das an unserer Anlage gelegen hat.”

Mmmpfff … der Gastank explodiert? Hoffentlich habe ich nicht so ein Montagsteil im Kofferraum …

Gefährliche Arbeitsplätze

Eben hörte ich, dass Siemens im Werk Neustadt/Saale demnächst 800 Arbeitsplätze abbaut: die werden nach Tschechien verlagert. Ein höher gelagerter Siemensch verkündigte dann, wenn ich das mit halbem Ohr richtig verstanden habe, dass auf betriebsbedingte Kündigungen weitgehend verzichtet werden soll.

Wie jetzt. 800 Arbeitsplätze von 2000 werden abgebaut, das sind 40%. Die sollen nicht gekündigt werden? Gehen die von selber? Oder werden freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt? Wie werden 800 Stellen von selber frei? Verstehe ich nicht.

Vielleicht geht es so. Die Bundesregierung plant ja andere Beschäftigungsmodelle für die Taliban, damit es in Afghanistan etwas freundlicher zugeht. Möglicherweise hilft Siemens hier aus & weiter und beschäftigt ein paar Taliban mit der kurzfristigen Freimachung von Stellen im Bereich Antriebstechnik in Neustadt an der Saale. Anders kann ich mir nicht vorstellen, wie man in so kurzer Zeit durch “natürliche Fluktuation” 800 Stellen frei kriegt.