“Patchwork ist suboptimal…

und den Preis dafür zahlen die Kinder” behauptet Melanie Mühl gesellschaftlich höchst inkorrekt in der FAZ und bekommt dazu innerhalb kürzester Zeit in mehr als hundert Kommentaren viel Lob und Kritik. Höchst lesenswert aus meiner Sicht.

Ganz allein

Gestern, auf der Fahrt von München nach Nürnberg, hatte ich wieder einmal Gelegenheit, mir die Sendung “1:1 – der Talk” amzuhören: das öffentlich-rechtliche Selbstlobformat des Bayerischen Rundfunks. Ich höre das oft mit so einem leichten Fremd-Schäm-Grausen im Rücken, und nur selten gelingt es mir, das wegzuklicken: es ist zu gruselig, man muss einfach hinhören1). Aber gut, von Zeit zu Zeit sind auch interessante Gespräche dabei – vor allem, wenn die RedakteurInnen es schaffen, mal das Maul zu halten und den Gesprächspartner einfach mal das sagen zu lassen, was er sagen möchte.

Gestern jedenfalls ließen sie eine Wiederholung laufen: Achim Bogdahn interviewte eine nach Deutschland immigrierte Türkin. Ich wußte ihren Beruf zunächst nicht, bis sie Folgendes abließ:

Mein Schwester und isch sind in Türkei aufgewachsen, in eine Lehmhütte bei mein Oma … Wir hatten nischts zum spielen ganze Tag, kein Musik und keine Magazine, gar nischts. Wir waren immer allein mit unsere Phantasie. Das war schrecklich langweilig.

Da tippte ich auf Friseuse – aber ich lag daneben: die korrekte Berufsbezeichnung ist Friseurin. Achim Bogdahn hat sich kein einziges Mal versprochen.


________
Fußnoten:
  1. So wie man ja auch an einer Unfallstelle auf der Autobahn nur mit höchster Konzentration ohne hinzugucken vorbeifahren kann. [ ]

Loriotisch

Loriot macht ja keine leider neuen Filme mehr: unübertroffen sind nach wie vor seine höchst komplexen Produktbeschreibungen (“Wo ist denn der Schlüssel von dem Trulleberg?”) aus Ödipussy oder dem “minipiffi four” aus “pappa ante portas”.

Aber es geht trotzdem weiter: die Firma Heidelberger Druckmaschinen hat eine besonders schöne Vorlage geliefert, die man sich nur von Loriot in die Kamera gesprochen vorstellen muss:

Der Eurobind von Heidelberger Druckmaschinen ist ein Vier-Klammer-Klebebinder – eine Hightech-Maschine mit Rüttler im Einlegebereich, Rückenbearbeitungsstation, Düsenauftragungssystem zur Blockrückenbeleimung, vertikalem Umschlaganleger mit integriertem Doppelrillwerk und einer Liftauslage mit integrierten Greifern.

Die Anzeige findet sich in der MacUp 09/2010, S. 98. Die Heidelberger-Anzeige bleibt in fast lupenreinem Technokraten-Deutsch, nur an Higtech sind sie nicht vorbeigekommen, das muss einfach sein. Im zugehörigen MacUp-Artikel wird aber auch auf einen einen gegenläufigen Trend hingewiesen, auf den Loriot ebenfalls schon weitsichtig hingewiesen hat – wie der Sketch Auf der Rennbahn dokumentiert: “Die finishen? Direkt auf’n Rasen? Ach!”. Der Sketch ist zwar von 1946, aber immer noch richtungweisend:

Für das finale Erscheinungsbild des Druck-Erzeugnisses ist in der Regel der Buchbinder verantwortlich, dessen Berufsbild einen Großteil dieser Arbeiten abdeckt. Um die Berufsbezeichnung zu entstauben und an die heutige, von Anglizismen geprägte Zeit anzupassen, wurde für den Buchbinder der Begriff Printfinisher eingeführt.

Die finishen also heute nicht nur direkt auf den Rasen, sondern sogar mitten in die Bücher. Aber das macht nichts: da kommt ja Cellophan drüber, das ist geruchsdicht, glaube ich.

Maßwirtschaft der Lebensfülle

In einer sehr bemerkenswerten Studie mit dem Titel >Wirtschaft in der Zeitenwende< findet sich neben anderen ein Beitrag von Hans-Peter Studer, in dem dieser erneut die Vision einer Maßwirtschaft der Lebensfülle entfaltet. Nicht mehr die alles andere erstickende Überfülle des Materiellen solle das Ziel der Ökonomie sein, sondern die Wirtschaft solle - angelehnt an die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow - dazu dienen, auch andere Bedürfnisse des Menschen in den Blick zu nehmen. Freilich macht im nachfolgenden Beitrag Hans Christoph Binswanger darauf aufmerksam, dass hierzu mit Hilfe eines anderen Umgangs mit dem Geld bzw. der Geldversorgung der bislang die Wirtschaft beherrschende Zwang zum Zins und damit zum Wachstum ausgebremst werden müsse. Also doch: alles nur Vision. Aber eine schöne und lesenswerte.

Spaß mit Gotteslob

Ich mußte mir mal ein paar Lieder kaufen, vorzugsweise die, die in der Diözese Bamberg unter der Rubrik “Diözesanteil” aufzufinden sind. Das kann man ja heute über buecher.de elektromagnetisch machen, weil die Buchhandlung in Oberasbach durchaus skurrile Öffnungszeiten bekanntgegeben hat: geht nur für Hausfrauen vor dem Mittagessen.

Jetzt kam – genauso elektromagnetisch – die Bestätigung:

1x Gotteslob,Bamberg
am 04.08.2010 der Post übergeben
Best-Nr. 22620919

Und darunter noch

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß auf www.buecher.de

Schaun wir mal, ob die Bespaßung durch Gotteslob via buecher.de besser fluppt.

iPad I

Ich habe mir natürlich auch ein iPad gekauft. Man fragt mich seitdem, was ich denn damit wolle: es könne ja eigentlich gar nichts.

Ja, das stimmt, es kann nichts, was man so gewohnt ist. Ich entdecke aber ständig neue Anwendungsmöglichkeiten. Irgendwie kann man das auch immer alles mit einem Laptop oder dem iPhone machen. Aber man kann auch mit dem Schraubenzieher einen Nagel in die Wand hauen – das Werkzeug ist dafür aber eher suboptimal.

Heute habe ich was Neues ausprobiert: Wenn man Gottesdienste an der Orgel spielt, blättert man sich u.U. einen Wolf. Warum nicht die Noten auf dem iPad via PDF anzeigen? Rechtefreie Noten gibt’s zu Hauf, und das iPad ist groß genug.

Ich hab’s ausprobiert: es funktioniert1). Statt einer Tasche mit dicken Notenbüchern hab ich jetzt nur das iPad und den Orgelschlüssel dabei. Schick.

Aber ich glaube, dass ich im Gottesdienst doch lieber drauf verzichte: sieht einfach angeberisch aus, so ein iPad auf der Orgel. Ich werd’s nur zum Üben benutzen.


________
Fußnoten:
  1. ScreenShot: Mariä Himmelfahrt wirft seine Schatten voraus. Nur der Druckfehler … [ ]

Jungen-Brief

Die geschlechterpolitische Initiative manndat e.V. (siehe auch rechts unter “Freunde”) hat bereits im Mai einen offenen Brief an Ministerin Christina Schröder vom Klapperschlangen-Ministerium1) geschrieben, dessen Inhalt ich für lesens- und bedenkenswert halte.

Zu der Art und Weise, wie die katholische Kirche hier wegkommt, hätte ich noch so einige Anmerkungen: das kommt wahrscheinlich eher daher, weil die Autoren vielleicht mit der Kirche nicht viel am Hut haben und deswegen ihr Wissen nicht auf eigener Erfahrung beruht2).

Aber mit der Kirche ist es wie mit der ganzen Gesellschaft: auch sie hat sich in den letzten Jahrzehnten so gut wie ausschließlich um Frauen gekümmert. Dabei hat auch der Sprachcode (in dem gepredigt wird oder in dem schriftliche Texte verfaßt sind) eine Form der Männerablehnung angenommen, der Männer eher ausschließen als beteiligen kann: Männer haben mit gutem Grund eigentlich gar keine Lust mehr, in den Gemeinden mitzuarbeiten. Man sieht auch, dass es mittlerweile viel mehr Ministrantinnen als Ministranten gibt. Damit konzentriert sich auch die kirchliche Jugendarbeit zunehmend auf Frauen, mit dem Effekt, dass Jungen haareraufend wegrennen oder still verschwinden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: es ist schwer, dagegen anzukommen. Intern und unter sich reden Männer mittlerweile offen über Erfahrungen mit dieser Benachteiligung – und es erschreckt mich immer wieder, was die so erleben.

Nach außen schweigen sie.


________
Fußnoten:
  1. Klapperschlangen-Ministerium nur und ausschließlich deswegen, weil der Name so lang ist wie eine Klapperschlange und ich nicht jedesmal nachschlagen möchte, wenn ich den Namen dieses Ministeriums irgendwo brauche. Ich weiß halt, dass Männer in diesem Ministerium nicht vorkommen, aber ich weiß nie, an welcher Stelle sie weggelassen sind. Weitere Assoziationen sind von mir nicht autorisiert. [ ]
  2. Oder diese Erfahrungen so negativ belastet sind, dass anderen Perspektiven kein Raum mehr gegeben werden kann. [ ]

SEO

Ich habe mal eine Link-Kategorie Geschäftspartner (Rechts, mittlere Spalte) eingerichtet, für die ich arbeite.

Wer sich jetzt fragt, was das mit dem Diesellog zu tun hat: nichts. Darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, die Verlinkungsdichte der webSites zu erhöhen, damit die im Google-Ranking etwas höher rutschen und deswegen den Internet-Benutzern eher auffallen. Das nennt man SEO – search engine optimization. Ist Kaffeesatzleserei, aber leider auch ein Hype im Moment.

Man schreibt heute webSites nicht mehr so, dass die Kunden sie möglichst informativ finden, sondern dass vor allem Google sie findet. So, wie ja auch der redaktionelle Teil einer Zeitung heutzutage eher ein Abfallprodukt der in ihr gezeigten Werbung ist. So können es sich Werbefuzzis heute erlauben, den redaktionellen Teil einer Zeitung wesentlich mitzugestalten – oder die Werbekunden bestimmen unausgesprochen mit über die Themen, über die zum Beispiel nicht berichtet wird.

Mann im Knast III

Seit gestern ist Jörg Kachelmann aus der Haft entlassen1). Er hat 4 Monate im Gefängnis sitzen müssen, weil eine Frau ihn – offensichtlich – falsch oder zumindest mit großen Abstrichen an den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage der Vergewaltigung beschuldigt hat. Dieser Frau wird nicht viel passieren: selbst wenn Jörg Kachelmann sie dereinst belangt, wird man ihr höchstens den Zeigefinger vorhalten, ein bißchen schimpfen und sie auffordern, dass sie das aber nie wieder machen darf. Vielleicht muß sie noch ein paar hundert Euro hinlegen. Aber ins Gefängnis wird sie nicht gehen: Kachelmanns 120 Tage Knast werden ungesühnt bleiben.

Was ist da eigentlich passiert? Die Sache wirft denn doch ein paar Fragen auf:

  • Wieso war Kachelmann 4 Monate im Gefängnis? Wenn er ein normaler Durchschnittsbürger gewesen wäre, dann kann das schon mal vorkommen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, und wenn sich niemand drum kümmert, dann erst recht. Bei Kachelmann lag der Fall aber anders: er steht im Rampenlicht der Medien.
  • Sein Anwalt hat seine Freilassung nicht durchgebracht. Das gehört jedoch zu den einfachsten Übungen: mit so dürftiger Beweiskraft, die zudem schon über Monate bekannt ist, kann man eigentlich niemanden 4 Monate im Knast verschimmeln lassen. Wieso hat der Anwalt das nicht fertig gebracht?
  • Wieso hat erst das Oberlandesgericht eine Freilassung verfügt? Sind da eventuell andere Überlegungen mit im Spiel als nur der Vorwurf der Vergewaltigung? Hat es was damit zu tun, dass Kachelmann Schweizer Staatsbürger ist und die Deutschen und die Schweizer im Moment nicht ganz so gut miteinander können2) als es normal wäre?
  • Kann es sein, dass hier ein frauenzentriertes Komplott vorliegt, ein Beispiel erwünschter Diskriminierung also, nach dem Motto: Einer Frau, die behauptet, vergewaltigt worden zu sein, ist unter allen Umständen zu glauben? Immerhin war das ja mal gelehrte und geübte Praxis auf den Polizeistationen – ist das heute immer noch so?

Eines macht der Fall ganz klar: auch heute noch kann eine Frau einen Mann einfach so – sei es aus Rache, Wut oder Langeweile – ins Gefängnis werfen lassen und die Existenz des Mannes vollkommen vernichten. Für sie besteht dabei keine Gefahr: der Mann wird einfach von einem willfährigen Staat einkassiert und kaltgestellt. Gefangenschaft ist das Schlimmste, was einem freien Bürger passieren kann: ihm werden die bürgelichen Ehrenrechte aberkannt, er darf seine Kinder nicht mehr sehen, er darf nicht mehr die Bücher lesen, die er gerne lesen möchte und er darf nicht mehr irgendwo einen Kaffee trinken gehen. Er hat auf Befehl das Licht auszumachen und auf Befehl wieder aufzustehen3). Er muß sich von anderen Menschen herumkommandieren lassen und mit Menschen seine Tage verbringen, die er sich nicht ausgesucht hat und denen er nicht entgehen kann. Dieses Rechtsmittel darf die Gesellschaft eigentllich nur bei allerschlimmsten Vergehen verhängen, und die müssen nachgewiesen sein – nicht einfach mal so auf eine Vermutung hin.

Ich bin erstaunt, in was für einem System wir hier leben.


________
Fußnoten:
  1. Siehe Mann im Knast II und Mann im Knast [ ]
  2. Steuerhinterziehung, Bankengeheimnis etc.? [ ]
  3. Da wird man mir jetzt mit spitzfindgem Zeug kommen können, dass das in der Untersuchungshaft alles ein wenig anders sei als im Strafvollzug. Das ist mir aber egal. Wenn ich für irgend jemanden einen 50-Kilo-Rucksack tragen muss, dann hält sich mein Dank in Grenzen, wenn er vorher noch eine Haarbürste herausgenommen hat, damit es nicht so schwer wird. [ ]

Meiserei

Seit einigen Tagen fliegen sich hier die drei jungen Meisen ein. Nicht den ganzen Tag: sie haben anscheinend einen bestimmten Stundenplan, ansonsten hängen sie in ihrem Kasten rum. Die Eltern halten sich ein wenig abseits und sitzen in den umliegenden Bäumen und Büschen. Abgestürzt ist noch keine, ungewollte Loopings und Trudeln kommt dennoch vor. Sieht jedenfalls halsbrecherisch aus, was die hier so treiben.

Wahre Langstreckenflieger sind sie ja eh nicht: sie überwintern hier. Da werde ich Herbst wohl wieder ein paar Meisenknödel sponsern.

Pathologisieren

Herbert macht auf ein kleines Spiegel-Interview zum Thema “Jungen brauchen die Konfrontation1) aufmerksam, in dem es im Schlusssatz heißt:

Männliche und weibliche Elemente gehören in die Schule, doch heute werden männliche Eigenschaften oft pathologisiert, die Lust an Provokation, an Grenzüberschreitung und die damit verbundene Hoffnung, Empörung, Widerstand auszulösen.

Dieses Pathologisieren maskuliner Eigenschaften ist nicht nur ein Problem für Jungen – sondern für Männer allgemein. Folgendes Beispiel: ich war gestern abend bei der Kirchenmusikerin, weil ich ihr einen Gottesdienst abnehme – sie hat da keine Zeit. Ich kann eigentlich gar nicht gut Orgel spielen, aber für einen Feriengottesdienst in reduzierter Besetzung wird’s hoffentlich reichen. Irgendwann sagte sie: “Die Männer an der Orgel improvisieren viel besser, die hauen rein. Wir Frauen sind da immer so vorsichtig”.

Der Pfarrer2) habe ihr gesagt, darin zeige sich für ihn nichts als die Arroganz männlichen Verhaltens: “Hier, Leute, ich bin der Beste, was wollt ihr denn?”.

Das stimmt meines Erachtens nicht: Arroganz – eine durchaus im Bevölkerungsdurchschnitt eher negativ gesehene Charaktereigenschaft – ist nicht die Triebfeder gescheiter Improvisation auf der Orgelbank. Es hat mehr mit Mut, Selbstvertrauen und der Fähigkeit, das Instrument einzuschätzen und bedienen zu können zu tun. Ein guter Organist sitzt vor der Orgel und flüstert ihr zu: Ich bin hier der Organist, und Du tust, was ich Dir sage3). Ein schlechter Organist sitzt vor der Orgel und spricht zu sich selbst: Ich spiele lieber leiser, damit man meine Fehler nicht so hört.

Sich vor die Orgel zu setzen und ohne Noten einen Ein- oder Auszug zu spielen ist ein schöpferischer Akt. Der kann gelingen (meistens) oder daneben gehen (selten). Worauf es ankommt ist, sich dieser Schöpferkraft in sich selbst auszusetzen, sich von ihr anstecken zu lassen, sich ihr mit Haut und Haaren auszuliefern und sich zuzutrauen: ich kann das. Dazu braucht es natürlich sehr viel Übung, Fingerfertigkeit, Einsicht in harmonische Zusammenhänge und geistige Beweglichkeit – das alles haben Frauen auch.

Aber es braucht auch Lust an Provokation, Grenzüberschreitung – und das Vertrauen, Hoffnung, Empörung und Widerstand (s.o.) schon aushalten zu können. Das ist überhaupt keine Arroganz, sondern ein wahrlich biblisches Arbeiten mit den eigenen Talenten: Gott hat den Menschen ihre Fähigkeiten nicht gegeben, damit sie sie im Acker vergraben und sie ihm später unverbraucht zurückgeben. Wir sollen was damit machen4).

Aber vielleicht trauen die Frauen ihrer Schöpferkraft nicht so.


________
Fußnoten:
  1. Spiegel Online, 4.5.2010 [ ]
  2. Es ist nicht unbedeutend, dass das der Pfarrer sagt: der hat einen hohen Marktwert in der Meinungsbildung der Pfarrei. Die heutige Pfarrergeneration ist schließlich in den Seminaren auf eine besondere Hervorhebung alles Weiblichen erzogen worden, gleichzeitig ist ihr ein schlechtes Gewissen bezüglich des allgemein Männlichen eingeimpft worden: eigentlich sind die Männer alle irgendwie Tiere – wieso bin ich trotzdem Priester? Diesen Konflikt können sie nicht lösen, weil sie als die schlechteren Menschen trotzdem auf einem Posten sitzen, der ein hohes moralisches Ansehen hat und den irritierender Weise trotzdem nur Männer haben können. Deswegen verhalten sie sich Frauen gegenüber in besonderem Maße zuvorkommend – manchmal bis hin zu absoluter Kritikunfähigkeit. Dieses Defizit an Kritik gegenüber Frauen verpufft aber nicht einfach, sondern er wird verstärkt auf die Männer umgelenkt und trifft damit die Falschen – aber mit doppelter Wucht. [ ]
  3. Ich war unlängst auf dem Abschlusskonzert einer 13. Klasse, auf dem u.a. auch zwei Abiturientinnen zeigen, was sie auf dem Klavier so drauf hatten. Bei der einen stand der Flügel schwarz, groß, schwer und glänzend auf der Bühne, und die Interpretin hat die Noten vorschriftsmäßig alle in der richtigen Reihenfolge abgeliefert. Bei der anderen jedoch hat die Frau dem Flügel gesagt, was Sache ist: kein Mensch hat den Flügel als Instrument überhaupt noch wahrgenommen, die hat die Töne erzeugt, nicht der Flügel. Das war dann wirklich Musik. [ ]
  4. Natürlich ist es ein großes Talent, sauber von den Noten abzuspielen. Aber das Improvisieren-Können eben auch. [ ]

Unfreiwillige Emanzipation

Johanna Kutsche beklagt in der >Zeit< , dass inzwischen 21 % aller Mehrpersonenhaushalte allein von Frauen finanziert würden (1991 noch 15%). So hätten sich die Frauen die Emanzipation aber nun auch wieder nicht vorgestellt; das gehe doch entschieden zu weit.

Haben wir Männer also wieder was falsch gemacht? Was wäre denn den Damen genehm? Hat eigentlich irgendjemand schon mal danach gefragt, wieviele Mehrpersonenhaushalte allein von Männern finanziert werden? Und ob denen das genehm ist?

So ein Blödsinn.

Nie wieder Gravis

Das Ende einer langen Freundschaft: ich habe viele meiner Macs und das gesamte Zubehör bei Gravis gekauft. Erst letzte Woche wieder. Das Teil hat allerdings leider nicht funktioniert, also haben sie mir einen Gutschein über den Wert ausgefüllt.

Dummerweise habe ich in der Hektik einen Fehler an der Kasse gemacht: ich habe mit einer Scheckkarte bezahlt, zu der es kein Konto mehr gab. Die Sparkasse hatte das Konto auftragsgemäß zum 30. Juni gekündigt – ich hatte das allerdings vor 3 Monaten offensichtlich so mit denen vereinbart und dann vergessen. Ich dachte jedenfalls, es läuft noch bis Ende Juli – zumindest, so nahm ich an, wird kein Scheckkartenleser eine Karte zu einem nicht existenten Konto annehmen. Falsch gedacht: Der Kassierautomat hat diese Karte anstandslos angenommen, so dass ich gar nichts bemerkt habe.

Genau 7 Tage später kommt hier ein Schreiben eines modernen Raubritters an: Gravis hat nicht lange gefackelt, sondern die offene Forderung über 44,90€ einfach an die Firma easyCash aus Ratingen weitergeleitet. Die haben sich dann genau 30,77 € Straf-, Mahn- und sonstige Gebühren berechnet – einfach so. Nach einer Woche besitze ich also einen Gravis-Einkaufsgutschein in Höhe von 44,99€, für den ich 75,36 bezahlt habe – zudem noch für ein Teil, das nicht funktioniert.

Ich habe die 75€ sofort bezahlt: da mache ich nicht lange rum. Das ist genauso, als wenn Dich in einer dunklen Ecke einer anhält und Dein Geld haben will: Du gibst es ihm sofort, ohne lange zu diskutieren, sonst besteht echte Gefahr für die Leib und Leben. Davon kann man bei Inkassounternehmen1) wie easyCash aus Ratingen durchaus ausgehen. Die verdienen ihr Geld nicht rechtens, sondern durch Zockerei. Ich werde das auch nicht von den Verbraucherschützern prüfen lassen: der Aufwand ist viel zu hoch. Ich bin überzeugt, dass das Verfahren, das schon nach einer Woche Zuwachsraten von um die 70% garantiert, ungesetzlich ist – aber Mord und Raub sind auch ungesetzlich. Mit denen gebe ich mich nicht ab.

Aber Gravis sieht mich nie wieder. Die haben gut an mir verdient über die Jahre. Ich habe viele Leute hingeschickt und denen gesagt: da könnt ihr kaufen. Und so ca. 15 Macs habe ich dort für andere Leute gekauft. Wenn ein Geschäftspartner mich einfach kaltschnäuzig unter die Räuber werfen lässt, dann ist es vorbei.

— Nachtrag, Gegendarstellung von Gravis:

Die Firma Gravis verlangt rechtsbewehrt folgende Darstellung, die ich hiermit öffentlich mache:

Sehr geehrter Herr Reuter,

vielen Dank für Ihre e-Mail. Wir bedauern, dass Sie mit GRAVIS nicht zufrieden sind.

Wir haben Ihren Artikel mit großer Aufmerksamkeit gelesen und möchten Ihnen hierzu unsere Sicht erläutern.

Zunächst möchten wir hier deutlich klarstellen, dass die Firma easyCash kein Inkassounternehmen ist, wie Sie behaupten, sondern ein Finanzdienstleister, der für viele Geschäfte und Banken in Deutschland die bargeldlosen Transaktionen durchführt. Auch für unser Haus ist easyCash tätig und wickelt den bargeldlosen Zahlungsverkehr ab. Sie haben mit Ihrer Unterschrift bzw. der Eingabe Ihrer PIN easyCash beauftragt, die Abbuchung von Ihrem Konto vorzunehmen. Dies können Sie auch Ihrem EC/GC Beleg entnehmen. (Rückseite). Im weiteren Verlauf wird der Betrag, den Sie mit Ihrer EC-/GC-Karte bezahlt haben, von easyCash an GRAVIS überwiesen. Alle weiteren Schritte, die nach der Transaktion notwendig sind, werden nun von easyCash selbstständig durchgeführt.

Wir würden Sie an dieser Stelle darum bitten, dass Sie Ihre Schilderung auf der u.g. Seite richtig stellen und bitten um eine positive Rückmeldung bis zum 29.07.2010. Sollten Sie nicht gewillt sein, Ihren Artikel zu korrigieren, sind wir leider gezwungen rechtliche Schritte zu prüfen.

Bezüglich Ihrer Bitte, Ihre Daten in unseren System zu löschen, können wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihre personenbezogenen Daten gelöscht haben, soweit dies möglich ist. Da Sie bei uns Waren erworben haben ist es uns nicht möglich, sämtliche Daten von Ihnen zu löschen, da es für diese Kaufverträge entsprechne Rechnungen gibt. Zum Einen müssen wir diese aus Gewährleistungsrechtlichen Fragen aufbewahrt werden, zum Anderen sind wir aus steuerrechtlichen Gründen verpflichtet diese Unterlagen aufzubewahren. Diese Rechnungen können selbstverständlich von uns auch nicht verfälscht werden. Das Löschen eines Kunden geht also rein systemtechnisch nicht, weil dann unkonsistente Daten auftreten würden. Ein Überschreiben der Kundendaten mit ”xxx” hätte zur Folge, dass auch eine nachgedruckte Rechnung dieses Kunden als Kundenadresse nur ein ”xxx” enthalten würde.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Bastian Below
GRAVIS Kundenservice

Die Möglichkeit, sich für diese rüden Methoden zu entschuldigen – das Geschäftsgebaren von easyCash nehmen sie ja, wie dem Brief zu entnehmen ist, billigend in Kauf -, ist ihnen anscheinend überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Für die bin ich eine Rechnungsnummer, kein Kunde, um den man sich Sorgen machen sollte.

Meiner Meinung nach sind das soziale Dummköpfe, die keine Beziehung zu den Leuten suchen, von denen sie leben. Vielleicht werden sie damit reich – mir ist es egal.


________
Fußnoten:
  1. Ich darf dazu nicht Inkassounternehmen sagen. Das Unternehmen führt in meiner laienhaften Sicht den Einzug von Forderungen für die Firma Gravis durch, das nennt man Inkasso. Trotzdem will Gravis nicht, dass ich das Inkasso nenne. Ich distanziere mich also auf Wunsch von Gravis davon, sowas Inkasso zu nennen und auch das Unternehmen, dass im Auftrag von Gravis deren Inkasso vornimmt, nenne ich hier nicht Inkassounternehmen, um die Firma Gravis nicht unnötig zu ärgern. Ob es sich bei EasyCash um ein Unternehmen handelt, dessen Geschäftsmodell rechtens ist, kann ich nicht beurteilen: möglich ist es. [ ]

Vuvutröten

Noch ein kleiner Nachschlag zur lautesten WM aller Zeiten:

Gefunden auf www.ibash.de

Der Gar ist aus

Die Dichter von knappen Filmklappentexten sind nicht immer mit orthographischen Leuchtkugeln gefüttert:

Ähm ja. Da hatte der Geschichtenerzähler wohl mal eine ihm sehr undurchsichtige Redewendung à la “der weiße Neger Wumbaba” gehört und sich dann, als es ans Aufschreiben ging, seinen ganz eigenen Sinnzusammenhang zusammengebastelt.

Wann macht man den Gar denn endgültig aus? Wenn die Kartoffeln weich sind? Wenn es gar wirklich aus ist mit ihm? Oder ist der Gar vielleicht so eine Art LED-Beleuchtung am Hut, die man braucht im Hellen nicht braucht und deswegen aus Umweltgründen ausgemacht werden sollte? Oder benutzt man zum Gar ausmachen vielleicht – der Name “Pitou” könnte darauf hinweisen – im frankophonen Raum eine Garrotte?

Schreibt doch bitte im Kommentar, was Ihr unter einem Gar versteht, den man ausmachen kann.

Deutsch

… ist, wie die deutschen Medien – hier zum Beispiel die Nürnberger Zeitung – diesen wunderschönen Sommer kommentieren:

Deutschland hat am Wochenende mit Temperaturen von bis zu 38,8 Grad den Hitzerekord des Jahres erlebt. Autofahrer schwitzten in Staus, in einem ICE kollabierten mehrere Jugendliche, weil die Klimaanlage ausgefallen war. 27 Passagiere mussten ärztlich versorgt werden. Dennoch: Der deutsche Rekord vom Supersommer 2003 wurde bisher noch nicht geknackt. Damals brachte es das fränkische Roth auf 40,4 Grad.

Kein einziger Hinweis darauf, dass es solche wolkenlosen und warmen Tage an einem Stück hintereinander nur ganz selten gibt: nur das, was eben nicht so toll ist. Und dass es noch schlimmer werden kann.

Ich weiß auch, was alle Deutschen denken: also wirklich, man muß ja schon sagen, dass einige Leute wirklich unter der Hitze leiden. Und die ins Büro müssen: an die muß man auch mal denken. Stimmt – aber wir sind gezwungen, nur noch an die zu denken. Man kann sich in Deutschland gegen diese selbstverständlichen Gedankenketten überhaupt nicht mehr zur Wehr setzen. Wenn einer unserer Politiker über’s Wasser gehen könnte, dann würde in den Zeitungen stehen: “Was? Der kann nichtmals schwimmen?”.

Ich find’s trotzdem schön. Ich weiß, ich rede es mir nur schön: in Wirklichkeit ist es ganz furchtbar schrecklich hier. Wenn man nur an diese verdammte Klimakatastrophe denkt …

Multitasking

Die Tage mußte ich mir wieder von einer ziemlich hoch promovierten Frau erzählen lassen, dass Männer ja nun nicht multitaskingfähig seien1). Keine Ahnung, wie die darauf kam: die Situation gab’s nicht her. Und stimmen tut das auch nicht, aber Du hast keine Chance: über die entsprechenden Statistiken und Zahlen, die derlei Unsinn an Ort und Stelle in das Reich der Fabel schicken, verfügst Du nie – und wenn es wider Erwarten doch einmal so sein sollte, wird’s halt einfach nicht geglaubt.

Bestimmte Teile der weiblichen Bevölkerung mögen diese selbstverliebten Unwahrheiten einfach. Das gehört zu ihrer Identität offensichtlich wie stundenlanges Schminken, was ja auch mit der dadurch selbst erzeugten Realität ebensoviel zu tun hat wie ein Huhn mit Lohengrins Schwan2). Auch die Tatsache, dass Frauen weniger verdienen als Männer, ist ja statistisch längst widerlegt und wird dennoch hartnäckig immer wieder angeführt. Wahrscheinlich nur deswegen, damit der gemeinte Teil der weiblichen Bevölkerung besser fühlt als er ist.

Die ZEIT weist mit dem Artikel “Sind Frauen beim Multitasking besser als Männer?“ wieder einmal darauf hin, dass es keine geschlechtlich bedingten Unterschiede gibt. Es wird nichts nützen, aber trotzdem hier mal zu protokollarischen Zwecken.


________
Fußnoten:
  1. Sie hielt sich dazu aber in hohem Maße für fähig, denn sie machte gerade Salat und redete nebenher mit mir. Dabei schaute sie mich an und ich auf das Messer, mit dem sie Kirschtomaten schnitt. Nein, sie hat sich nicht in den Finger geschnitten. [ ]
  2. Der Vergleich hinkt nicht, sondern er läuft so: Du kannst ein Huhn drei Tage lang schminken: es wird dadurch nicht so groß wie ein Schwan, sondern es bleibt so klein wie ein Huhn. Und man sieht das auch. [ ]

Narren

Muss ich mir merken:

Der Narr sagt, was er weiß,
und der Weise weiß, was er sagt.

Poesia cromatica

Letzte Woche Konzert in Gomaringen (bei Tübingen) und im ehemaligen Zisterzienser-Kloster Bebenhausen: mit dem Südwestdeutschen Kammerchor sangen wir a-capella-Werke von Michelangelo Rossi, Carlo Gesualdo und Morten Lauridsen. Das Gomaringer Konzert fand im Innenhof des Schlosses statt: Freiluft-Singen ist immer eine besondere Herausforderung, weil keine Raumakustik den Chorklang unterstützen kann. Und dann war das Konzert um 18 Uhr, wo die Sonne noch hoch stand und einem die Schweißperlen auf’s Gesicht trieb. Ins Konzert eingestreut gab es Gedicht-Lesungen, die die Aufführung interessant und vielseitig machten: anderthalb Stunden frühbarocker Liebesschmerz wäre sonst doch ein wenig ermüdend. Highlights waren sicherlich die Vertonungen italienischer Madrigale durch den amerikanischen Komponisten1) Morten Lauridsen (*1943): der beherrscht sein Métier und weiß, wie man Chorklang zur Geltung bringt.

Trotz WM-Fußballspiel hatten sich eine Menge Zuschauer im Schloß eingefunden. Konzerte dieser Art haben zunehmend gegen die übermächtige Konkurrenz des Fernsehns zu kämpfen: die Leute sind anscheinend übersättigt von “Leichter Kost” – was Vernünftiges geht nicht mehr rein2). Eine bestimmte Schicht erreicht man sowieso nicht, aber auch das bis dato kulturbeflissenenere Bildungsbürgertum schwächelt langsam. Auf der diesjährigen Konzertreise nach Durham/England zeigte sich ebenfalls kein anderer Trend: Publikum und Chor hielten sich zahlenmäßig die Waage.

Nur bei den groß aufgemachten Orchesterkonzerten gelingt es noch, die Säle einigermaßen zu füllen: ein fetter Messias zieht halt noch. Solche Konzerte sind für den veranstaltenden Chor jedoch immer Verlustgeschäfte: die Kosten für’s Orchester und die Solisten holt man mit den Eintrittsgeldern nie herein. Deswegen sind solche a capella-Konzerte für die Chöre wichtig: sie bringen das Geld für die großen Publikumsmagnete. Leider engt sich auch hier das Spektrum Jahr für Jahr ein: Weihnachtsoratorium, h-Moll-Messe, Messias kriegt man voll. Alles andere wird mehr und mehr zur Zitterpartie, ob denn auch genug Leute kommen.

Es geht sowieso nur, weil die Chormitglieder kein Geld bekommen. Es gibt mal einen Reisekostenzuschuß, aber Noten etc. werden in der Regel selber bezahlt. Egal – macht Spaß.


________
Fußnoten:
  1. Die sind gut, die Amerikaner. John Withacre zum Beispiel ist ein genialer Chor-Komponist. [ ]
  2. Das Fernsehen liefert eine Art Babybrei, wozu man keine intellektuellen Zähne mehr braucht. [ ]

Mann im Knast II

Die Sache mit Jörg Kachelmann, der offensichtlich auf Grund falscher Anschuldigungen einer Frau wegen Vergewaltigung in Untersuchungshaft sitzt, läßt mir keine Ruhe: das ist strukturelles Unrecht, das nur Männern widerfahren kann.1) Und zwar aus niederen Beweggründen. Die Strafe, die eine Frau für eine Falschaussage und vielleicht übler Nachrede zu erwarten hat, ist dagegen lächerlich: ganz bestimmt muß sie deswegen nicht ins Gefängnis, nicht einmal einen Tag lang.

U-Haft ist furchtbar: man verliert seine Freiheit. Man sitzt auf seiner Zelle neben der Kloschüssel. Man hat keinen Computer mehr, keine Bücher, kann nicht Klavier spielen, seine Familie und seine Kinder sieht man nicht mehr. Statt dessen hat man zu gehorchen – und wartet, wartet, wartet: Stunde um Stunde, Tag um Tag, Woche um Woche – bis der Untersuchungsrichter einen wieder laufen läßt. Das kann plötzlich sein, das kann ewig dauern: ganz, wie eine vollkommen undurchschaubare Administration gerade Lust hat. Man hat zwar Rechte, aber das braucht alles Zeit, Zeit, Zeit, die durchzusetzen.

Ich weiß gar nicht, wieso ein Mensch, der einen anderen mit diesen Folgen zu Unrecht verklagt, selber noch frei rumlaufen darf.

Jedenfalls habe ich mal ans Justizministerium geschrieben, sie sollten Kachelmann mal sofort laufen lassen: was müssen die Schweizer eigentlich von unserem Rechtssystem halten, wenn wir einen ihrer Bürger nur aufgrund fragwürdiger Anschuldigungen so lange hinter Schloss und Riegel setzen? Aber wegen ein paar Millionen an veruntreuten Steuergeldern verlangen wir, dass die ihre Steuergesetze ändern, was? Das muss doch für die ein Widerspruch ohne Gleichen sein.

Und die Damen vom Justizministerium sollten mir mal erklären, was ich eigentlich machen kann, wenn irgend eine Frau mich einfach aus Jux der Vergewaltigung anklagt. Das kommt häufiger vor, als man denkt.VIEL häufiger.


________
Fußnoten:
  1. In diesem Fall ist es leider noch ein wenig schlimmer: Kachelmann ist Schweizer, deswegen vermutet die Staatsanwaltschaft Fluchtgefahr. Ein Deutscher, bei dem keine Fluchtgefahr bestünde, würde wohl nicht so lange in U-Haft einsitzen. [ ]