Archive for Mai 4th, 2006

ALDI-Service

Ich hatte mir voriges Jahr ein paar Kochtöpfe beim ALDI gekauft, in denen ich sehr gerne koche, weil mir nichts drin anbrennt. Leider ist bei dem einen der Glasdeckel infolge unsachgemäßer Lagerung (also versuchte Luftlagerung mit anschließendem Aufprall) kaputt gegangen.

Jetzt gibt’s die gerade wieder, und weil gerade der Abteilungsleiter greifbar war, fragte ich ihn, ob man die irgendwo nachbekommen könne. Nein, das sei wohl nicht der Fall. Aber ich solle mir einfach einen Deckel mitnehmen, das sei schon in Ordnung.

Echt gut: das nenne ich Kundenservice.

Besser wegsehen

Der Fernsehsender 3Sat, der seine Internetseiten mit “anders fernsehen” überschreibt, scheint den Waldorfschulen den Vorwurf des Rassismus zu machen:

Die Waldorfschulen, an denen im Geiste ihres Begründers Rudolf Steiner (1861-1925) gelehrt wird, gelten als alternative Schulen, an denen die musischen, musikalischen und kreativen Begabungen der Kinder besonders gefördert werden. Nun mehren sich die Vorwürfe, dass sich Rassismus an den Steiner-Schulen nicht nur im Schulalltag zeigt, sondern auch in den Schriften des Gründers der anthroposophischen Lehre finden. So heißt es bei Steiner, die Menschen würden, wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben, immer dümmer werden. Schwarze beschreibt er als triebhaft und entartet, Weiße als kopfgesteuert und überlegene Rasse (Quelle, 19.4.2006).

Das ist Blödsinn. Meine älteste Tochter hat die Waldorfschule Gröbenzell von der ersten bis zur 13. Klasse durchlaufen: hier auch nur an einer einzigen Stelle von irgendwelchen rassistischen Bildungsinhalten oder deren Weitergabe zu sprechen ist vollkommen absurd. Diese Schule erzieht ihre Schüler zu sozial verantwortlichen, denkenden und handelnden Menschen – dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

Wer sich über die unsinnigen Vorwürfe, deren Hintergründe und einigen sachlichen Argumenten dagegen informieren will, dem seien diese 3 Seiten von Dr. Detlev Hadorp, dem bildungspolitischen Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg anempfohlen.

Man kann auch an kulturzeit@3sat.de eine Protest-eMail schreiben. Eine einzelne nützt nix, viele schon eher.

Üben

Bevor ich morgens mit der Arbeit anfange, tue ich mich immer noch ein bisschen am Cembalo um, denn es hat noch mehr Tasten als der Computer.

Heute habe ich mich darüber geärgert, dass ich viele Passagen in der Variation 1 der Goldberg-Variationen nie vernünftig hinkriege, weil die linke Hand immer macht, was sie will. [Niemand soll glaube, ich könne Goldberg-Variationen spielen. Aber sie sind so schön, und wenn keiner zuhört, kann man ja übern, was man will.] Also habe ich mir nur eine einzige Stelle vorgenommen: ein Takt, mehr nicht.

Die ersten 20 Mal hat’s einfach nicht hingehauen: die Finger landeten allzu ungefähr auf den vorgesehenen Tasten. Aber dann – ganz plötzlich, ohne dass ein langsamer Fortschritt zu bemerken war, klappte es auf einmal wie von selbst: die Hand hatte sich daran gewöhnt. Ich habe sie dann so lange gezwiebelt, bis der Muskel des vierten Fingers deutlicher zu spüren war als normal …
Nun: das nützt nicht viel, das wird alles wieder anders, sobald die rechte Hand hinzukommt. Aber was soll’s: das wird schon. Üben ist auch schön, wenn man sich nicht davon abschrecken läßt.