Montag, 19.6.06 - by Thomas
Ich habe mich böse vergriffen: in’s Kartoffelpüree statt Muskatnuss die gleiche Menge Zimts gestreut. Farblich ist ja auf die Schnelle kein Unterschied zu sehen, und gedanklich war ich gerade durch Johannes’ Schulheimkehr abgelenkt. Nun, das war’s wohl, dachte ich, neu kochen.
Weit gefehlt: Spinat drunter gemischt, Butter und etwas Milch – schmeckt ganz hervorragend, unterstreicht den Spinat-Geschmack sehr positiv. Könnte man Geld mit verdienen, wenn man einen Koch kennte.
Montag, 19.6.06 - by Thomas
In einem Artikel in der “Münchner Kirchenzeitung” schreibt Bettina Hermann auf der Familienseite über die “Medienkompetenz von Kindern”. Als beispielhaft bezeichnet sie die zehnjährige Laura, die mit den Medien ausufernd kompetent umgehen kann: beim Aufräumen lauscht sie dem MP3-Player, das Internet nutzt sie gelegentlich, um ein Spiel zu spielen, von Fernsehen bekommt sie Kopfweh außer bei KIKA, und beim Handy kommt sie mit 5€ im Monat aus.
Susanne Gaschke schreibt in dem weiter unten zitierten Artikel “Ihr Verlierer!“, wo sie sich über eklatante Mängel im Gesamterscheinungsbild von Männern aller Art – vom Baby bis zum Großvater – beklagt, dass Jungen irgendwie insgeamt dümmer, unerzogener, gewalttätiger und überhaupt integral irgendwie nicht frauenoptimiert seien. (Der ebensogute und nicht gar so fürchterlich mit Allgemeinplätzen gespickte Gegenartikel “Wir Gewinner” von Patrik Schwarz hat es leider nicht in die Charts geschafft: auf der Hauptseite der ZEIT ist nur der Verlierer-Artikel zu finden).
Und dann gibt es natürlich noch die Veranstalterinnen von Girl’s days aller Orten und Arten, die mir auf Anfrage mal mitteilten, sie fühlten sich ausschließlich dem Wohlergehen von Mädchen und Frauen verpflichtet, für Jungen seien sie nicht zuständig und wollten auch nicht darüber nachdenken, wer dann. Immerhin läßt sich zwischen den selbstgefälligen Weihrauschwaden mittlerweile auch ein Link auf die Seite www.neue-wege-fuer-jungs.de finden, auf der den guten Jungs “Konzepte von interessanten Projekten rund um Sozialkompetenz, Rollenbilder und Berufswahl für Jungen” vorgestellt werden. Kein Wunder, wenn man sich das Impressum ansieht: alles nur Frauen aus dem eigens für sie eingerichteten Bundesministerium, die angetreten sind, Schwerter zu Pflugscharen umschmieden zu wollen.
Mir scheinen Jungens, die später Männer werden, zunehmend öffentlich zu Igitt-Unpersonen zu werden, die zu fördern es sich nicht weiter lohnt. Auch die von Frauen als “bessere Exemplare” bewerteten männlichen Kinder taugen noch lange nicht zum Vorbild, weil Mädchen in toto einfach “lieber” sind. Jungens fallen also hier schon allein als Möglichkeit einfach heraus.
Was macht es mit den Jungen, wenn ihnen in der Medienlandschaft immer wieder Mädchen als die besseren, die kompetenteren, die fügsameren, die lernwilligeren, die anpassungsfähigeren vorgestellt werden? Sind das wirklich alles Eigenschaften, die unsere Gesellschaft braucht und will? Oder brauchen wir nicht gerade auch die Unbequemeren, die Fordernderen, die, denen einfache Antworten nicht genügen, die, die einfach nicht aufhören, obwohl wir es ihnen schon tausendmal gesagt haben? Sind Medienfrauen wirklich so blauäugig, dass bei ihnen der Strom einfach nur aus der Steckdose kommt, und dass man dafür wirklich überhaupt nichts tun muss als brav sein?
Ich möchte dafür plädieren, in Zukunft in den Medien wieder mehr Jungen als kompetente, innovationsfreudige und wertvolle Mitmenschen vorzustellen – allein, damit sie den Mut nicht verlieren und von einem “Wir sind ja doch nichts wert”-Gefühl getragen werden. Das würde den ach so beklagten männlichen Gewaltphantasien viel eleganter und kostengünstiger vorbeugen als nachgeschaltete Psychotherapien oder Aufenthalte in Jugendstrafanstalten.