Kein Geld

© ZEIT online, Tagesspiegel | 17.02.2007 9:31

Unfall: Zug fährt auf umgekippten Baum

Ein Zug mit rund 50 Fahrgästen ist in der Nacht zum Samstag auf der Strecke Solingen-Remscheid gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Wie die Polizei mitteilte, wurde niemand verletzt.

Remscheid – Der Zug schleifte den Baum mit, blieb aber auf den Gleisen. Die Strecke war nach rund eineinhalb Stunden geräumt. Erst am Dienstag war auf derselben Strecke ein Zug aus den Schienen gesprungen, als er gegen einen umgestürzten Baum prallte. Drei Bahnmitarbeiter wurden bei dem Unfall teilweise schwer verletzt.

Wenn ich das nicht so deute wie Herr Mehdorn, dann würde ich sagen: an den Jahresringen des umgestürzten Bauems kann man ablesen, wie lange die Bahn die notwendigen Bahnböschungs-Schutzmaßnahmen am Bahndamm schon nicht mehr durchführt, um Geld zu sparen. Es ist einfach erstaunlich, wie viele Bäume in letzter Zeit auf die Bahngleise fallen: Bäume, die dort in der Nähe eigentlich gar nicht stehen sollten.

Die Rechnung der Bahn ist einfach: Wenn die Bahn das selber macht, dann muss sie Gärtner entlang den Strecken bezahlen, die die Böschungen sauber halten. Wenn nicht, dann passiert ab und zu ein Unfall, der von irgendwelchen Versicherungen gedeckt wird. Oder bei Brandschäden – sehr häufig im Sommer, weil sich das nicht gemähte trockene Gras durch Funkenflug aus blockierenden Bremsen entzündet – zahlt das die Allgemeinheit.

Daß durch diese Praxis ab und zu Menschen zu Schaden kommen, ist ein notwendiges Übel, das nimmt die Chefetage der Bahn ganz gelassen. Denn die Bahn muss unbedingt den Hamburger Hafen kaufen oder den Stuttgarter Hauptbahnhof in den Keller legen. Sowas kostet Geld, und die Sparmaßnahmen dafür auch immer wieder Menschenleben und Schwerverletzte. Denen und uns wird aber gesagt, damit hätte das alles überhaupt nichts zu tun, und sie sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern.

Wann haut denen endlich mal einer auf die Finger?

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