Archive for September, 2007
Samstag, 29.9.07 - by Thomas
Ich hab mir das Update auf FrameMaker 8 bestellt – diese Software zur technischen Dokumentation, die Adobe für den Apple nicht mehr weiter entwickelt, “weil sie ja auf Windows läuft”). Immerhin eine Investition ins Blaue über ca. 400€, weil ich nicht weiß, ob Adobe mir glaubt, dass ich tatsächlich seit Version 3 ewiger Kunde von FrameMaker bin. Von einigen Anwendern wurde verlangt, dass sie 15 Jahre alte Rechnungen vorlegten. Wer bewahrt so ein Zeug 15 Jahre auf?
Hier ist ein weiteres Indiz darauf, wie lange ich schon legaler Framemaker-Anwender bin. Das Photo ist aus einem kleinen Büchlein, in dem mein Urgroßvater seine Zeit als Hilfsschullehrer von Masthorn in der Eifel beschreibt. Die Schrift beginnt mit den Worten “Es war im Spätsommer 1872.”
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Fußnoten:
Samstag, 29.9.07 - by Thomas

Freitag abend, 21.9.2007, 19:30, Neumarkt/Oberpfalz, Reitstadel, Sonderkonzert der Neumarkter Konzertfreunde:) Andrasz Schiff) spielt die 6 Partiten für Klavier BWV 825-830 von Johann Sebastian Bach.
Leider sind wir im Verkehrsstau steckengeblieben und kommen erst um 19:35 in der Tiefgarage an: während des ersten Stücks können wir nicht in den Konzertsaal. Aber die G-Dur Partita (829) klingt auch durch die geschlossene Tür noch erstaunlich klar. Merkwürdig, dass man sogar ante portas jeden Ton hört – aber dafür nicht die Nebengeräusche der Zuschauer.
Nach der ersten Partita können wir rein: wir haben Stehplätze für 10€ oben auf der Empore. Andrasz Schiff läßt sich nicht lange beklatschen, setzt sich, konzertiert sich kurz und beginnt mit der zweiten Partita in a-moll (827). Der hat ja gar keine Noten auf dem Flügel! Der spielt das alles komplett auswendig! Und das in unglaublicher Ruhe, die Hände gleiten über die Tasten, als würden sie ein Hemd bügeln, kein Geflatter und Herumhantieren – und glasklare Interpretation. Er arbeitet alle musikalischen Linien, die ständig von den Bässen in die Höhen und zurück mäandern, klar heraus – es ist überhaupt kein Problem, beim Zuhören die Konzentration zu bewahren.
Ich bin überhaupt erstaunt über diesen Mann: der sitzt da auf der großen Bühne ganz allein vor einem schwarzen Steinway-Flügel, der Hocker etwas tiefer gestellt als ich es mir einstellen würde, sein Körper bewegt sich kaum, nur ganz selten geht der rechte Fuß mal zum Pedal rüber, ansonsten stehen die Füße glatt auf dem Boden. Nur die Arme und Hände bewegen sich – aber wenig, nie hektisch, immer in großer Ruhe, als flösse die Musik einfach aus den Fingerspitzen über die Tasten in das Instrument hinein und dann aus letzterem heraus ins Publikum.
Er spielt und spielt, einen Satz nach dem anderen, jeden mit dem ihm eigenen Charakter: Bachs Musik perlt ohne jede Anstrengung hervor, wird an keiner Stelle zäh oder langweilig, immer fällt ihm wieder was Neues ein, wo man denkt: stimmt, so könnte man es auch machen. Ich denke mir oft, dass der alte princeps musici jetzt oben im Himmel irgendwo sitzt, mit den Augen zwinkert und brummt: Hast du etwa gedacht, mir fiele nichts mehr ein? Stell dir ruhig vor, ich säße da, könnte es einfach laufenlassen und müßte nicht diese blöden Noten schreiben …
Nach vier Partiten – die ich ohne Weiteres und ohne Ermüdungserscheinungen stehend freihändig angehört habe – gibt es eine halbe Stunde Pause. Ist schon erstaunlich: ich bin immerhin um 15:40 von Gröbenzell mit dem Zug losgefahren, danach mit Gundel zu Freunden, dort zu Abend gegessen, dann durch den Stau von Nürnberg nach Neumarkt – das ist eigentlich ein Tagesprogramm, nach dem man sich gegen 20:00 etwas mehr dem entspannteren Teil zuwenden möchte. Nichts da: diese Musik und ihe Interpretation ist so interessant, dass man davon nicht müde wird. Nach der Pause haben wir dann tatsächlich Sitzplätze: zwei Zuhörer sind anderer Meinung wie ich jetzt hier beispielsweise und haben sich verdrückt. Auch gut.
Schiff betritt die Bühne, muß sich kurz zwangsbeklatschen lassen und beginnt die fette Ouvertüre der D-Dur-Partita (828), wiederum wunderbar leicht und vollkommen ohne Effekthascherei gespielt – man könnte auch anders, weiß ich, aber Bachs Musik braucht das gar nicht. Die d-moll-Toccata für Orgel wird ja auch manchmal dermaßen aufgebauscht, als würde Lautstärke irgendwas ausmachen: braucht’s nicht.
Wunderbar dann die letzte e-moll Partita (830) – ebenso perfekt, perlend und flüssig gespielt wie die anderen. Wie ein Mensch sich ein 2stündiges Konzertprogramm Note für Note merken kann, kann ich nicht nachvollziehen: es war keine einzige Unsicherheit, kein Fehler, nichts Störendes zu hören. Der konnte das einfach, nebenbei hat der bayerische Rundfunk das aufgenommen für eine Live-CD-Einspielung. Es gibt Leute, die können 2 Stunden fehlerlos rezitieren, das muss man einfach mal als Tatsache so stehen lassen.
Nach dem letzten Akkord steht Andrasz Schiff auf und verneigt sich – in den Flügel hinein. Dann geht er um ihn herum an die andere Seite, hält sich mit der Hand am Instrument fest und verneigt sich ins Publikum. Solche Gesten sind einfach schön.
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Fußnoten:
Freitag, 28.9.07 - by Thomas
Zur Platzierung auf den vordersten Listenplätzen bei der kommenden Kommunalwahl (Gemeinderat) führte eine Bewerberin in ihrer Bewerbungsrede Folgendes auf:
X, in Puchheim aufgewachsen, seit fünf Jahren bei den Jungsozialisten in der SPD und erst vor drei Monaten nach Gröbenzell gezogen, brachte es in ihrer Bewerbungsrede auf den Punkt: “Ich bin jung und weiblich und das fehlt im Gemeinderat.”)
Das reichte den Genossen an geballter politischer Kompetenz, sie auf einen Listenplatz ganz nach vorne hinter den Bürgermeisterkandidaten zu setzen – damit ist sie faktisch im neuen Gemeinderat, selbst wenn die Hälfte der bisherigen SPD-Wähler sich mit Grausen abwendet. Dafür mußte eine kompetente, 53jährige gestandene Frau mit politischer Erfahrung auf Platz 24, eine andere, seit Jahren im Gemeinderat für Soziales engagierte Frau tritt lieber gar nicht mehr an.
Was außer mir alle nur heimlich denken: Meine Dame, das reicht nicht. Weiblich ist keine politische Qualifikation.
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Fußnoten:
Dienstag, 25.9.07 - by Thomas
Der Papst sagte in seiner Predigt in Mariazell am 8. September):
In der Tat setzt sich unser Glaube entschieden der Resignation entgegen, die den Menschen als der Wahrheit unfähig ansieht – sie sei zu groß für ihn. Diese Resignation der Wahrheit gegenüber ist meiner Überzeugung nach der Kern der Krise des Westens, Europas. Wenn es Wahrheit für den Menschen nicht gibt, dann kann er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden. Und dann werden die großen und großartigen Erkenntnisse der Wissenschaft zweischneidig: Sie können bedeutende Möglichkeiten zum Guten, zum Heil des Menschen sein, aber auch – und wir sehen es – zu furchtbaren Bedrohungen, zur Zerstörung des Menschen und der Welt werden. Wir brauchen Wahrheit. Aber freilich, aufgrund unserer Geschichte haben wir Angst davor, daß der Glaube an die Wahrheit Intoleranz mit sich bringe. Wenn uns diese Furcht überfällt, die ihre guten geschichtlichen Gründe hat, dann wird es Zeit, auf Jesus hinzuschauen, wie wir ihn hier im Heiligtum zu Mariazell sehen. Wir sehen ihn da in zwei Bildern: als Kind auf dem Arm der Mutter und über dem Hochaltar der Basilika als Gekreuzigten. Diese beiden Bilder der Basilika sagen uns: Wahrheit setzt sich nicht mit äußerer Macht durch, sondern sie ist demütig und gibt sich dem Menschen allein durch die innere Macht ihres Wahrseins. Wahrheit weist sich aus in der Liebe. Sie ist nie unser Eigentum, nie unser Produkt, sowie man auch die Liebe nicht machen, sondern nur empfangen und weiterschenken kann. Diese innere Macht der Wahrheit brauchen wir. Dieser Macht der Wahrheit trauen wir als Christen. Für sie sind wir Zeugen.
Diesen Konflikt dahingehend, was Wahrheit eigentlich sei, spüre ich selbst oft im Gespräch mit anderen Menschen: woher willst Du denn wissen, was Wahrheit ist? Es kann doch jeder glauben, was er will, was schert mich das?
Da gibt der Papst in seiner klaren Sprache hier eine erfrischend eindeutige Antwort: Wer nicht sein Leben lang nach der Wahrheit sucht, der muß resignieren. Das ist aber nicht Ziel des Menschseins.
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Fußnoten:
Freitag, 21.9.07 - by Thomas
Wie vielleicht schon jemand bemerkt hat: das Diesellog zeigt rechts oben ein “Eselsohr” mit dem Konterfei von Innenminister Wolfgang Schäuble.
Diese Darstellung zeigt nicht die Physiognomie von Herrn Schäuble persönlich, sie ist auch nicht – wie ein Fahndungsfoto zum Beispiel – eine persönliche Anprangerung von Wolfgang Schäuble. Der Mann hat viel für die Bundesrepublik getan, und dieser Verdienst wird durch dieses Konterfei nicht geschmälert. Das Icon versinnbildlicht lediglich “den Innenminister der Bundesrepublik Deutschland” – und der trägt im Moment eben Wolfgang Schäubles Züge. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass das Icon in dem Moment sinnlos wird, in dem Wolfgang Schäuble nicht mehr Innenminister sein wird: es ist also von der realen Person “Wolfgang Schäuble” vollkommen getrennt und nur über das Amt mit ihm verknüpft.
Es geht nicht darum zu sagen: Wolfgang Schäuble ist ein schlechter Mensch oder sowas. Es geht mir darum zu sagen: das Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland und seine Vertreter sind hier auf einem völlig falschen Weg, wenn sie sich Mittel und Wege beschaffen, jeden Bürger der Republik ohne dessen Wissen zu belauschen. Das läßt sich auch nicht mit immer größerer Furcht vor terroristischer Bedrohung begründen.
Das ist meine persönliche Meinung, und deswegen hängt rechts oben ein Eselsohr mit dem Bild des derzeitigen Innenministers. Das heißt nicht, dass ich Wolfgang Schäuble damit persönlich beleidigen möchte. Wolfgang Schäuble ist Politiker, und er leiht dem Amt sein Gesicht. Dafür schulden wir ihm zwar Dank, aber solche Aktionen muß er aushalten können.
Donnerstag, 20.9.07 - by Thomas
Apple Mail hält diese eMail für unerwünschte Werbung. Wenn die wüßten, wie lange ich da drauf gewartet habe! Wenn ich nicht mal zufällig in den Spams herumgeschnüffelt hätte, die ja außer Anwaltsbriefen, Aufforderungen zur Eingabe von PINs und TANs und der segensreichen Möglichkeit der Penisverlängerung nichts zu bieten haben, hätte ich das wieder nicht mitgekriegt.
Dabei kommt diese Mail von Apple selbst und bestätigt, dass die endlich in der Lage waren, den bestellten iMac zu schicken. Und den Airport Express und eine von diesen saugeilen neuen Tastaturen.
Donnerstag, 20.9.07 - by Thomas
Es gibt in Deutschland einen Verein “Lautsprecher aus” (mit einer kakooptischen) webSite, die das, was sie akustisch fordert, gleich optisch wieder zunichte macht). Aber der Zweck ist ein guter, deswegen will ich mal nicht so sein.
Gestern in der S-Bahn war ich und hat’s mich mal wieder so genervt, dass ich die Dame gegenüber gebeten habe, ihre Musikkanone ganz gehörig runterzudrehen. Hören Sie’s noch? fragte sie mich nach dem ersten Versuch. Natürlich hörte ich’s noch. Die Dame stand ja kurz vorher noch in Stahlgewittern und hörte nach dem Herunterdrehen tatsächlich weniger als ich. Aber sie war friedlich, weil ich anscheinend doch einen sehr entschiedenen Eindruck machte.
Auf der Wanderung im August wurde wir auch grundsätzlich morgens bei den Renn-Frühstücken mit Antenne Bayern zugesülzt. Ich habe nicht jeden Morgen den Nerv gehabt, um Abschalten zu bitten: man fängt sich oft dumme Antworten ein. Es ist halt eine Ermessensfrage: “wie lange kann ich Dummschall aushalten” gegen “wie viel innere Entschiedenheit bin ich bereit im Moment aufzubringen”.
Um nochmal auf die Dame in der S-Bahn zurückzukommen: die fing dann an, überlaut mit ihrer Mutter zu telefonieren. Weil sie keine Lust hatte, vom Bahnhof bis nach Hause zu laufen. Das Wetter war gut.
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Fußnoten:
Freitag, 14.9.07 - by Thomas
Ich hatte ja vorgestern geschrieben, dass ich Wolfgang Bosbachs Vorstoß nicht verstehe, dass Islam-Konvertiten registriert werden müßten. Jetzt wird’s interessant: die Antwort ist leider genau so, wie ich sie erwartet hatte. Einige Anmerkungen meinerseits dazu.
Das, was Herr Bosbach in der Antwort als “Nachrichtenente” bezeichnet, habe ich so von ihm im Originalton im Radio gehört. Der Beitrag lief morgens gegen 7:30h auf Bayern II, also nicht auf einem Hiphop-Sender, der vor allem die aktuellsten Blitzer verrät. Der Bayerische Rundfunk ist mir eher für weitergehende Recherche bekannt.
Ich konzediere unzweifelhaft, dass ich in der Materie bei weitem nicht so drinstecke wie Wolfgang Bosbach. Ich habe einen anderen Blickwinkel: ich sehe mich aus allen Richtungen staatlicherseits zunehmend eingekeilt durch immer enger werdende Verbote, immer genauere Überwachungsmöglichkeiten, die auch immer fordernder in die politische Diskussion eingebracht werden. Wolfgang Bosbachs Vorstoß kann ich hier nicht isoliert sehen, sondern er reiht sich für mich in diesen allgemeinen staatlichen Überwachungszwang ein.
Politiker geben in der Öffentlichkeit gerne das Bild ab, stets sehr das Gespräch mit dem Bürger zu suchen und jederzeit offen für Fragen und Anregungen zu sein. Der Brief von Wolfgang Bosbach spricht aber m.E. genau die Sprache, die sich die Bürger instinktiv im Austausch mit führenden Politikern vorstellen: ein wenig hochfahrend, abwimmelnd und in gar keinem Fall darum bemüht, seinen Standpunkt verständlich zu machen. Bosbach hat bestimmt irgendwo was Schriftliches zu dem Thema – das hätte man mitschicken können mit der freundlichen Aufforderung, das nochmal nachzulesen. Das hätte er zum Beispiel der Dame sagen können, die in seinem Auftrag die eMail an mich geschickt hat.
Mein Ton in dem Beitrag – besonders im letzten Absatz – war nicht nett: da hätte man was von weglassen können, und dafür entschuldige ich mich. Ich als Bürger habe allerdings das Problem, dass mir von Politikern wie den Herren Bosbach und Schäuble ganz massiv in mein Lebensumfeld eingegriffen wird: das erzeugt bei mir durchaus das Gefühl von zunehmender Beobachtung und Verdächtigung. Konkret habe ich auf jeden Fall zunehmend mehr Angst vor den Möglichkeiten des Staates, mich ernsthaft an Gut und Freiheit zu beschädigen als vor irgendwelchen Terroristen oder sonstigen Verbrechern. Ich weiß: wer einmal unverschuldet in die Mühlen dieser staatlichen Überwachung gerät), der kommt da nur mit schweren Blessuren wieder raus. Ich will so einen Staat nicht, und ich sehe es als meine Pflicht an, hier auf meine Meinung aufmerksam zu machen.
Und daher habe ich die Forderung an Herrn Bosbach: er soll mir erklären, warum es sinnvoll sein sollte, Islam-Konvertierer zu melden. Er kann nicht irgendwas fordern und dann von den Bürgern verlangen, sie sollten selber sehen, wie sie damit klarkommen. Er ist gewählter Volksvertreter, dafür wird ihm seine Arbeitszeit bezahlt – meine wird dafür nicht bezahlt.
Beißende Ironie kann er sich für seinesgleichen aufheben, den Bürgern gegenüber ist sie unangebracht. Umgekehrt gilt das nicht: er hat die Presse, um seine Meinung zu transportieren – unsereins hat sie nicht.
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Fußnoten:
Donnerstag, 13.9.07 - by Thomas
Die Fa. Medion hat vergangene Woche über ALDI einen Notebook unter’s Volk gebracht. Ich hatte durchaus vor dem Kauf gewarnt: Windows ist ein sehr virenanfälliges Betriebssystem.
Aber es war gar nicht nötig, seinen neuen medion-Laptop ans Netz zu hängen: ein Virus war sogar auf den fabrikneuen Maschinen schon drauf. Selbstverständlich, wie medion mitteilte, war er nicht gefährlich, klar: sonst hätte man ihn ja wahrscheinlich nicht mit ausgeliefert.
Natürlich muss man dauernd seine Virensoftware auf dem neuesten Stand halten. Und dafür bezahlen, versteht sich. Wie gut solche Anti-Viren-Software ihr Geschäft versteht, zeigt der nebenstehende Screenshot: “aber Sie erhalten am wenigsten angesteckt, wenn sie oben von diesem körperlichen Antrieb aufladen.”
Windows ist einfach das bessere Betriebssystem: Billig, selbsterklärend, klar strukturiert. Niemand kann etwas dafür.
Mittwoch, 12.9.07 - by Thomas
Wolfgang Bosbach) meint, man müsse jetzt Islam-Konvertiten registrieren, obwohl “nicht die Mehrheit” (wie er sich im Bayerischen Rundfunk heute morgen ausdrückte) den radikalen islamistischen Bewegungen zuzurechnen sind.
Da stellt sich mir verwaltungstechnischen Dümmling die Frage: hä?
Erstens: Religion ist Sache eines jeden einzelnen Menschen, nicht des Staates. Und wenn einige Idioten ihre Religion als Aufforderung zur Tötung oder Diskriminierung anderer auffassen, dann sind das in erster Linie fehlgeleitete Dummköpfe und nicht in erster Linie Mitglieder einer Religionsgemeinschaft.
Zweitens: Wenn einer ernsthaft zu einer anderen Religionsgemeinschaft konvertiert, dann wird das unter “Religionszugehöriigkeit” beim Einwohnermeldeamt vermerkt. Auf dieses Melderegister hat die Polizei m.E. Zugriff: zumindest wissen die ziemlich viel aus diesem Register, nehme ich doch mal an.
Drittens: wenn einer aus unsauberen Gründen) zum Islam konvertiert, dann wird er das wohl eher nicht beim Einwohnermeldeamt registrieren lassen. Natürlich wird er aus Steuerspargründen ggf. “katholisch” oder “evangelisch” streichen lassen, ohne ersatzweise was anderes einzutragen. Wie will man dann herausfinden, dass da jetzt “muslimisch” stehen müßte?
Manchmal genügt einfaches Nachdenken, um so ein Zeug nicht abzusondern, denke ich. Oder werden Politiker einfach zuviel gefragt? Oder wäre es einfacher, prinzipiell alle Bundesbürger mit allem zu registrieren, außer denen, die keine Gefährder sind (also ohne Frauen, Mädchen und die Herren Schäuble und Bosbach)? Oder haben wir das nicht schon längst?
Ach, was weiß ich schon.
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Fußnoten:
Mittwoch, 12.9.07 - by Thomas
In diesem Hotel hatten mein Freund Herbert und ich uns 2006 schon mal zufällig eingemietet: “Hotel Fernblick” hörte sich im Internet gut an.
Fazit):
- Wir hatten ein Zimmer zur Bergseite mit ausladendem Ausblick auf eine ca. 5m entfernte Betonwand.
- Die Bettwäsche war ziemlich abgenutzt und an einigen Stellen zerrissen
- Die Toilette im Bad war so wackelig, dass mit Draufsitzen schon mal gar nichts war.
- Im Bad hielt der Schimmelpilz gerade Oktoberfest ab
- Von St. Andrä ist das ziemlich weit entfernt
- Das “Paradies für den Gaumen” mit “Süditiroler Spezialitäten” gab es nicht. Am ersten (und letzten) Abend, als wir da waren, gab’s Bratwurst mit Kartoffelbreipampe und Fertig-Salate vom Buffet. Aber manchmal möchte man sowieso abnehmen.
- Das große Bild mit den fröhlichen Zechern kann meiner Ansicht nach nicht in diesem Hotel gemacht sein: so “urig” ist da nichts. Einfachste Einrichtung mit Kühlregal im Gastzimmer für die vielen Büffet-Mahlzeiten.
- Die Hauptklientel bestand aus Motorradfahrern, von denen man annimmt, dass sie es gerne handfest haben.
Die Anzeige hier arbeitet nicht mit den realen Gegebenheiten, sondern mit dem, was dem Leser angesichts des Wortfelds “Südtirol” so alles einfällt. Sonnige Lage, gute Küche, Bergwiesen, urige Inneneinrichtung, guter Wein, Gemütlichkeit, Ausspannen, Fernblick – alles das wird in den Begleitbildern angesprochen. Wer das aber für 99 bis 179€ bucht, der bekommt auch genau das, was man zu diesem Preis buchen kann: Wanne-Eickel/Stadtpark.
Für Herbert und mich war die Sache schnell klar: am ersten Abend haben wir uns schon was anderes gesucht und haben die Stätte am nächsten Morgen verlassen. Das war kein Problem: das Personal war sehr freundlich.
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Fußnoten:
Montag, 10.9.07 - by Thomas
Da hat sich die Hassfigur des deutschen “Treffen-wir-uns-doch-einfach-auf-der-Mitte”-Establishments selbst in’s Aus katapultiert: Eva Hermann hat öffentlich geäußert, an den Nazis sei was Gutes gewesen. Damit ist sie jetzt voll gegen zwei eherne Pfeiler der deutschen political correctness gerannt:
- Erstens: Frauen sind wie Männer. Wer was anderes meint ist draußen. Gleichzeitig sind Frauen aber nicht wie Männer, und wer was anderes meint, ist draußen. Man sagt also besser nie was zum Thema Frauen, Haushalt und Kinderkriegen, außer dass Frauen das alles wunderbar hinkriegen und noch mehr unterstützt werden müssen.
- Zweitens: Die Jahre zwischen 1933 und 1945 gibt es in der deutschen Geschichte nicht. Sie sind nicht zitationsfähig. Sie sind wie eine Vergewaltigung innerhalb der Verwandschaft: totschweigen, nie mehr daran erinnern. Es gibt sie nicht, denn sie erzeugen schreckliche Angst.
Es wird sehr viel ausgeblendet in Deutschland, finde ich. Wie man am Beispiel von Eva Hermann sieht: natürlich war “die Wertschätzung der Mutter” im dritten Reich vordergründig besser, und das mit nachvollziehbarem Grund. Die Nazis wollten zwei Dinge: einerseits Millionen Männer für die Front. Andererseits wollten sie auf keinen Fall, dass ihnen einer in ihr menschenverachtendes System reinredet: und wer hätte ihnen eher reinreden können als Frauen und Mütter, denen sie die Männer und Kinder zu aktiven und passiven Tötungszwecken wegnahmen? Da blieb für Frauen nicht viel Platz außer dem Postament. Hat man das in der DDR mit den Jugendlichen denn anders gemacht? Maul halten und Jugendweihe – so gehen diktatorische Systeme eben mit solchen Dingen um.
Wäre es nicht wirklich besser, solche Dinge zu diskutieren, als sie politisch-korrekt einfach abzuschalten? Wer schaltet denn da eigentlich ab?
Samstag, 8.9.07 - by Thomas
Also sowas! Die Firma ALDI vekauft jetzt vordergründig Eierkocher, aber in Wirklichkeit handelt es sich um Ausrüstungsgegenstände, mit denen Exhibitionisten fröhliche Urständ(er) feiern können! Denn wenn man die nebenstehende Anzeige mit einem Sonderangebot ab dem 10. September 2007 genauer betrachtet (siehe meine entrüsteten Unterlegungen in einer öffentlich ausgelegten Drucksache, die auch in die Händ von Minderjährigen fallen kann!), dann kann man auf gar keinen anderen Gedanken kommen!
Nicht wahr, Herr Schäuble? Schließlich gilt es doch jetzt, sämtlichen Exhibi-, zioni- und Terroristen (sogenannte Terrorcamper) das Zelten zu verleiden! Oder wie kann man diese Überschrift in der NET-Zeitung anders deuten)?
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Fußnoten:
Donnerstag, 6.9.07 - by Thomas
Die Amerikaner hatten früher mal einen sehr guten Ansatz für ihren neuen Staat, der sich aus wesentlich mehr Lebensfreude speiste als es heute manchmal den Anschein hat. Aber leider gibt es dort auch immer wieder Strömungen, die jeden positiven Ansatz gleich als Wink der Hölle verstehen und sich dann Prohibitionen aller Art einfallen lassen.
Jedenfalls hat mein Freund Herbert mir gleich heute morgen mit der nebenstehenden Meldung den Einstieg in den Tag leichter gemacht. Und der Franklin, das war schon ein Hund. Wahrscheinlich ist er auf die Idee mit dem Blitzableiter nur deswegen gekommen, weil die Unwetter ihn beim Biertrinken gestört haben. Jetzt reicht’s aber, wird er sich gedacht haben.
Mittwoch, 5.9.07 - by Thomas
Ich habe gestern den Film “Babel”) angeschaut (Zusammenfassung auf Wikipedia). Ich würde sagen: sehr sehenswert.
Die in diesem Film vorgestellten Volksgruppen werden in vier Klassen aufgeteilt:
- Marokkaner
Die kann man beliebig abschießen und prügeln, wenn man von ihnen was wissen will. Es gibt ja genug davon, und außerdem sind sie nicht schön angezogen, runzelig, nicht andauernd frisch geduscht und können kein Englisch.
- Mexikaner
Schon besser, aber auch noch bähbäh. Sie werden staatlicherseits nicht mit körperlicher Gewalt zur Räson gebracht, aber man legt die Gesetze entsprechend eng aus. Außerdem sprechen sie nicht genug englisch, um die Feinheiten zu verstehen. Daher kann man ihnen leicht Angst machen und sie ein bißchen kujonieren, bevor man sie ausweist.
- Japaner
Der Japaner gilt als zivilisiert, arbeitet weder mit körperlicher noch mit emotionaler Gewalt, ist aber seiner Jugend gegenüber autoritär eingestellt. Er wuselt halt überall herum und kann sehr schöne Hochhäuser bauen.
- Amerikaner
Der Amerikaner fährt fried- und komfortliebend durch die Welt, in diesem Fall durch Marokko, und in dieser Zeit ist der marokkanische Staat verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dem Amerikaner nichts passiert und er weder Hunger, Durst noch sonstwas leiden muss, Klimaanlage ist auch wichtig. Wenn der Marokkaner – in diesem Falle ein paar Polizisten, die eben noch einen Landsmann verprügelt haben – dem durchreisenden Amerikaner nicht sofort willfährig ist, dann muss ihm durch Schreien und Brüllen die amerikanische Weltordnung nahegebracht werden, bis ein Hubschrauber kommt und den Amerikaner an erquicklichere Orte bringt.
Der Film ist von einem Mexikaner. Und ich frage mich, warum die Amerikaner nach Marokko zum Sightseeing fahren müssen: die haben doch bestimmt in ihrem eigenen Land noch nicht alles gesehen. Und wenn ein Amerikaner einen amerikanischen Cop zur Sau macht, dann weiß letzterer, was er sich erlauben darf – im Gegensatz zu einem marokkanischen Polizisten.
Sehenswert.
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Fußnoten:
Mittwoch, 5.9.07 - by Thomas
Falls es nicht aufgefallen ist: Leser Hanfeld hat in einem Kommentar auf folgenden Link aufmerksam gemacht:
http://www.campact.de/bahn/opoly/start
Wer verspielt das von den Bürgern investierte Bahnkapital schneller als Hartmut Mehdorn? Probiert es aus. Und geht besser zu Hause auf’s Klo: in der demnächst privatisierten Bahn könnte das Privat-Pinkeln bald Extra-Geld kosten.
Mittwoch, 5.9.07 - by Thomas
Die revolutionäre chinesische Wir-sind-das-Volks-Partei hat bekanntlich soviel Angst vor den eigenen Bürgern, dass deren Internet-Konsum scharf kontrolliert werden muss: kleine Online-Polizisten laufen den Leuten über die Bildschirme mit dem Hinweis, dass sie überwacht werden – und überwacht werden sie kräftig.
Elektronische Überwachung bedeutet immer, dass maschinell mitgelesen wird, was der Benutzer sich anschaut – und welche Adressen er ansurft. Auf den websites auftauchende Schlüsselwörter laufen dabei durch staatliche “Stichwortdatenbanken”: bei einer entsprechenden Codewort-Ansammlung geht bei der Poizei ein rotes Lämpchen mit Adresse an, und man fährt mal schnell rüber, greift sich den Delinquenten und steckt ihn in ein Loch ohne DSL.
Was aber bislang maschinell noch nicht zufriedenstellend gelöst ist, ist die Analyse von Bildern: kein Automat kann bislang (schnell genug) entscheiden, ob ein dargestellter Bildinhalt pornographische Elemente, technische Zeichnungen, Landschaftsaufnahmen oder abphotografierte Texte enthält. Notfalls verzerrt man das Ganze ein wenig: für das menschliche Gehirn unschön, aber leicht zu erkennen – für eine Maschine nur noch undurchdringliches Gestrüpp.
Jetzt können auch Volksrepublikaner etwas gefahrloser im Netz rumsurfen: die webSite http://www.picidae.net/ wandelt flugs die Inhalte eingebener Adressen in Bilder um und schickt den Inhalt als Pixelwurst an den Aufrufer. Der (und zwischengeschaltete Mitgucker) sehen dann keine Wörter mehr, sondern Bilder. Auch die Adressen selbst werden gleich mitverschlüsselt (denn die müssen immer noch als Wörter übertragen werden): aus “www.diesellog.de” wird dann zum Beispiel “http://pici.picidae.net/browse.php?f=74f21528d6c4c5e…” – da soll mal einer dahinterkommen.
Na, da sehe ich noch ganz andere Möglichkeiten: Plagiate aus dem Internet per Copy/Paste könnte man auf diese Weise auch ganz einfach verhindern. Wer nicht will, dass seine Sachen kopiert werden, der stellt sie einfach als Bild ins Netz. Zumindest die Arbeit des Abschreibens müßte sich der Plagiator dann doch noch machen.
Und so weiter.
Quelle: heise Online
Montag, 3.9.07 - by Thomas
Der Vorname macht’s)
»Nomen est Omen«, grinste man sich jahrelang ins Fäustchen, wenn der Metzger Herr Fleischer, der Bäcker Herr Semmelmeier oder der Bankier Herr Taler hieß. Doch neueste Studien, unter anderem der TU Chemnitz, meinen zu erkennen: Nicht der Nachname macht’s, sondern der Vorname. Demnach kommen Menschen im Leben weiter, die mit Klassikern wie Anna, Maria, Maximilian oder Benedikt gerufen werden. Zukünftige Chefs verbinden mit diesen Namen offenbar Positives wie Verlässlichkeit und Seriosität. Nun ist zwar nicht ausgeschlossen, dass es auch Désirée oder Elvis Batzengruber zu etwas bringen können. Aber deutsche Personalchefs scheinen nicht recht daran zu glauben.
Unser Pfarrer hier erzählt mit Augenaufschlag, wie er einmal eine Janine Remmbremmerdinger getauft hat. Ob sich solche Eltern darüber im Klaren sind, dass der Vorname – auch wenn er gerade todschick ist – ihr Kind durch das ganze Leben begleitet?
Oh ja – Elvis ist ein ganz normaler Vorname, ohne Frage. Aber sucht man sich einen Personalchef aus, oder sucht der Personalchef sich einen Mitarbeiter aus?
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Fußnoten: