Kompetenz

Zur Platzierung auf den vordersten Listenplätzen bei der kommenden Kommunalwahl (Gemeinderat) führte eine Bewerberin in ihrer Bewerbungsrede Folgendes auf:

X, in Puchheim aufgewachsen, seit fünf Jahren bei den Jungsozialisten in der SPD und erst vor drei Monaten nach Gröbenzell gezogen, brachte es in ihrer Bewerbungsrede auf den Punkt: “Ich bin jung und weiblich und das fehlt im Gemeinderat.”1)

Das reichte den Genossen an geballter politischer Kompetenz, sie auf einen Listenplatz ganz nach vorne hinter den Bürgermeisterkandidaten zu setzen – damit ist sie faktisch im neuen Gemeinderat, selbst wenn die Hälfte der bisherigen SPD-Wähler sich mit Grausen abwendet. Dafür mußte eine kompetente, 53jährige gestandene Frau mit politischer Erfahrung auf Platz 24, eine andere, seit Jahren im Gemeinderat für Soziales engagierte Frau tritt lieber gar nicht mehr an.

Was außer mir alle nur heimlich denken: Meine Dame, das reicht nicht. Weiblich ist keine politische Qualifikation.


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Fußnoten:
  1. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 28.9.2007, Ausgabe Fürstenfeldbruck, Seite R4 [ ]

2 Responses to “Kompetenz”


  1. 1tbo

    NIcht??? Also wenn ich mir die Plakate anschaue bei Wahlen, dann ist mir was knackiges Weibliches doch allemal lieber als ein rundlicher Mittfünfziger, der die Abende am Stammtisch verbracht zu haben scheint.
    ;-)
    Scherz beiseite: Politik ist nicht mehr, das zu tun, was getan werden muss, sondern eine Spielwiese für Möchtegern-Marketing-Profis. Mit anderen Worten: Sex sells. (Und das ist durchaus mehrdeutig gemeint).

  1. [...] des Zitats sinngemäß. [ ↩ ]Jetzt sage keiner, das käme nicht öfter vor. Hier hatte ich sowas im Jahr 2007 im Diesellog schon mal kommentiert [ ↩ [...]

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