Archive for Februar, 2008
Freitag, 29.2.08 - by Thomas
Die Bahn will den Handy-Fahrschein einführen: wer mit dem Zug fahren möchte, hält einfach sein Handy an einen bestimmten Empfänger), und wenn man irgendwo wieder aus dem Zug aussteigt, ebenso. Das wird dann am Monatsende zusammengerechnet und abgebucht. Ganz einfach. Und Bahnscheff Mehdorn will dadurch erneut “Kunden dazugewinnen”, also wie immer.
Will er das?
Jedoch können die Nutzer nicht von Frühbucherrabatten profitieren, weil sie sich erst unmittelbar vor Fahrtantritt anmelden.
Dacht’ ich’s doch. Wieder nur komplizierte Spielerei – mit Vorteilen nur für die Bahn).
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Fußnoten:
Freitag, 29.2.08 - by Thomas
Ich habe seinerzeit in München im Ottilienkolleg gewohnt, das liegt ganz nah am englischen Garten, der wiederum eigentlich nirgendwo aufhört: er schiebt sich wie ein Keil mitten in die Münchner Innenstadt hinein. So konnte man tatsächlich mit dem Fahrrad vom Ottilienkolleg in 3 Minuten an der Isar sein, dann nach links abbiegen und die Isar lang fahren, ohne wieder bewohnte Gebiete zu streifen.
Haben wir auch oft gemacht, damals, mein Freund Herbert und ich. Eines Tages wollten wir wieder eine solche Tour in Angriff nehmen und hatten unseren Freund Engelbert dazu eingeladen. Als der zum vereinbarten Termin jedoch nicht auftauchte, sahen wir uns gezwungen, dort anzurufen, was denn los sei. “In Freising ist Nebel”, sagte er uns, “das hat keinen Sinn. Ich fahr nicht mit.” Das haben wir ihm nicht geglaubt, damals, weil es im englischen Garten richtig schönes Wetter war. Wir sind dann auch nicht nach Freising gefahren, sondern haben uns an den Eisbach gelegt, den Nackerten zugeschaut und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Dafür ist der Sonntag ja schließlich da.
Jahrelang war es für uns dann ein geflügeltes Wort: “Nä, ich fahr nich mit, in Freising ist Nebel”. Und das nur, weil wir unserem lieben Freund Engelbert keinen Glauben geschenkt und statt dessen geargwöhnt haben, dass er vielleicht irgend eine Perle auf’m Zimmer hatte und nicht so früh aus den Federn wollte.
Jedenfalls habe ich am kommenenden Wochenende eine Veranstaltung im Pallotti-Haus in Freising. Kein Problem – schaut man in Google Maps nach, wie man da hinkommt. Und was sieht man da, aus dem Weltenraum, fett mitten über Freising? Ich faß es nicht.
Jedenfalls: der Engelbert ist vollkommen rehabilitiert. Manchmal dauert sowas ein Vierteljahrhundert.
Donnerstag, 28.2.08 - by Thomas
Sie können es nicht: die Telekom muß 82% Gewinneinbruch einräumen).
Dabei haben sie das modernste, schickste und tollste Teil unter Exklusivvertrag, was in der mobilen Welt jeder haben will: Apples iPhone.
Wenn man sich die Tarife der Telekom anschaut, dann beschleicht einen dabei das Gefühl, einen Ertrinkenden aus dem Wasser holen zu wollen: der klammert sich aus lauter Panik so fest an seinen Retter, dass dieser mit untergehen muss, weil er sich nicht mehr bewegen kann.
Geld verdient man im Sektor Kommunikation mit dem Massenmarkt), nicht mit teuren Snob-Verträgen. Da haben wir zwei Fehleinschätzungen gleichzeitig ganz offen vor Augen:
- Die Telekom wird es nie lernen. Die sind ein Monopol-Anbieter, sie bleiben es in Ewigkeit und können nicht anderes: das Massengeschäft beherrschen sie nicht. Sie müßten das Teil raushauen wie warme Semmeln – tun sie nicht, weil sie geizig und gierig sind. Der Blick in die Zukunft wird versperrt durch kurzfristig denkende Ökonomisten in grauen Anzügen, die pünktlich Feierabend machen wollen und darin eine Art Lebensqualität sehen.
- Apple hat gedacht, sie könnten Geld durch Anteile an vertelefonierten Minuten machen. Das Konzept geht nicht auf: Apple kann Geld nur mit innovativer Hardware verdienen. Sobald Apple das iPhone freigibt, wird’s nur so rauschen: so viele können die gar nicht produzieren, wie sie verkaufen werden.
Wir werden sehen. Die Telekom wird auf jeden Fall auf der Strecke bleiben. Und Apples Strategie könnte sein, dass die Leute erst mal richtig heißgemacht werden mit diesem seltsamen, völlig untypischen Verkaufsgebaren.
Aber dann geht’s los: ich krieg ein’s, sobald es jede SIM-Karte akzeptiert – ohne Jailbreak und so’n Grauzonenkram. Und so wie ich könnten Millionen denken.
Aber sie müssen langsam in die Puschen kommen. Im Moment holt der iPod touch (das ist ein iphone ohne Telefonfunktion) gründlich auf – und wer so ein Ding für um die 300€ gekauft hat, der braucht ein bißchen, bis er wieder Geld für’s iPhone hat.
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Fußnoten:
Donnerstag, 28.2.08 - by Thomas
Im Cicero gibt es eine Rubrik “die letzten 24 Stunden”, in denen Leute, die für berühmt gehalten werden, beschreiben sollen, wie sie ihren letzten Tag gestalten würden, wenn sie dürften. Meistens sind das sehr nachdenkenswerte Beiträge).
So auch diesmal: man hat – wahrscheinlich irrtümlich – Mia Farrow befragt. Gleich zu Beginn ihres letzten Tages identifiziert sie sich erst einmal stark mit Albert Schweitzer und will dann Schokolade. Dann rettet sie die Welt auf einem par-force-Ritt durch die Krisenregionen: Afrika, Darfur, Khartoum, Sudan, China auch irgendwie. Dann macht sie deutlich, dass sie sich für Dantes Inferno oder die Romane von Thomas Mann interessiert (Intelligenzpunkte!), 14 Kinder aus allen Gegenden der Welt hat (davon 4 eigene und 10 adoptierte) und auch noch Großmutter ist. Und ungeduldig wird sie: wieviel Zeit habe ich noch? Schließlich ist sie Katholikin, trägt einen Davidsstern um den Hals und fühlt sich mit allen Weltreligionen verbunden.
Puh. An ihrem letzten Tag will sie dort aufwachen, wo sie am meisten gebraucht wird. Mein Vorschlag: es ist hier. Am Abend vorher Sieb neben das Bett legen: es gibt wirklich viel zu tun.
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Fußnoten:
Mittwoch, 27.2.08 - by Thomas
Man muss mangels Beweisen als Mann immer wieder zugeben, dass Gewalt immer nur von Männern ausgeht. Dass das nicht stimmt, weiß man wohl, aber den Tatsachen ins Gesicht zu sehen ist nicht schick. Auch unter Männern macht man sich schnell Feinde, wenn man nicht kritiklos Männergewalt als einzig vorstellbare, ubiquitäre Gewalt deklariert.
Aus diesem Grunde hier ein Stück aus den “news des Deutschen Männerrats”, die wiederum offenbar den Kölner “Express” zitiert haben:
Neue Studie: Auch Männer werden immer häufiger Opfer häuslicher Gewalt
Von JASPER JUCKEL
Es gibt Frauenhäuser, Frauenschutzprogramme, Kurse gegen Männerbrutalität. Häusliche Gewalt geht ausschließlich von Männern aus, so die allgemeine Meinung. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Wolfgang F. (51) aus Bottrop ist ein stämmiger Zechenarbeiter. Doch seine Ex-Frau Gabriele (47), Metzgerin, war stärker. Sie prügelte ihren Wolfgang regelmäßig windelweich. Bis er keine Zähne mehr hatte und auf beiden Augen fast blind war. Erst dann zeigte er Gabi an. Die wanderte für drei Jahre, 10
Monate hinter Gitter.
Karl-Hans Z. (70) aus Köln musste dafür büßen, dass seine Frau Irene (56) ihren Job verlor: Die Frau warf den alten Mann zu Boden, trampelte auf ihm herum, knallte ein Bügeleisen gegen seinen Arm. Sechs Rippen durch, Armbruch. Sein Hobby – Malen – musste der Rentner aufgeben.
Sogar erfahrene Kämpen scheinen nicht vor prügelnden Frauen sicher: Ex-Boxweltmeister Sven Ottke (40) klagte in der “Bild”-Zeitung: “Meine Frau Gaby hat mir nach einem Wortgefecht am Küchentisch voll eine geplättet.” Die Beschuldigte stellt die Sache allerdings andersherum dar.
Einzelfälle, die die Regel vom prügelnden Ehemann bestätigen? “Keinesfalls”, sagt Prof. Wolfgang Amendt. Der Wissenschaftler von der Uni Bremen befragte 3600 Scheidungsväter. Resultat: Bei 31,8 % der Paare in der Scheidungsphase fliegen regelmäßig die Fäuste. In 14,8 % der Fälle geht die Gewalt vom Mann aus. in 20,8 % prügeln beide los – und in 64,4 % (!) schlagen die Frauen auf ihren Partner ein.
—-» Frauen hauen weiterlesen …
Dienstag, 26.2.08 - by Thomas
Als ich heute nach Hause kam, fand ich in meinem Briefkasten die nebenstehende Werbung.
Was um alles in der Welt kann eine Firma veranlassen, in einem Wohngebiet eigene Schweißausrüstungen zu verticken? Wer kauft sich eine Schweißausrüstung für den Hobbykeller? Vielleicht für kleinere Schnellreparaturen an der Gasleitung, wozu man nicht immer extra die Stadtwerke bemühen möchte?
Ich habe in plötzlicher, anfallsartiger Panik jedenfalls sofort alle Zettelchen in den Nachbarbriefkästen sofort eingesammelt. Zwei waren schon rausgenommen worden, aber die haben eh eine Ölheizung.
Montag, 25.2.08 - by Thomas
Nachtrag vom Wochenende: Erste Schneeglöckchen im Garten gesehen. Sie waren bereits so weit offen, dass sie an den Tagen vorher auch schon dagewesen sein müssen – nur hab ich sie nicht gesehen. Wahrscheinlich wie mit den Winterlingen: kaum sieht man einen, schon sieht man tausend.
Voriges Jahr habe ich die ersten Schneeglöckchen am 21. Februar fotografiert. War ebenfalls nicht soviel Winter, letztes Jahr.
Donnerstag, 21.2.08 - by Thomas
Heute kam ein Schreiben einer ominösen Firma “DAD” mit der Bitte, irgendwelche Daten für ein ebenso ominöses “Deutsches Internet Register” zu korrigieren und zurückzuschicken.
Hat schon jemand mal was von einer web-Adresse des “Deutsches Internet Register” gehört? Ich nicht. Unterzeichnet war das Ding von einer “Inga Kruskop” – nomen es omen. Wenn man nach diesem Namen googelt, erfährt man Interessantes: viele unvergleichliche Lobeshymnen, und etwas weiter unten ein paar Details, deren Wahrheitsgehalt ich nicht verifizieren kann. Ein bißchen Rumklicken hilft vielleicht.
Interessanterweise verpflichtet man sich, wenn man den fehlerhaften Adresseintrag zurückschickt, automatisch zu einer Zahlung von 2 x 958,–€ + MwSt., danach stillschweigend jedes Jahr nochmal, falls man nicht 3 Monate vorher kündigt. Dafür erhält man eine Eintragung in einer web-Adresse, von der ich noch nie gehört habe.
Ich möchte nicht wissen, wieviele Sekretärinnen das amtlich aufgemachte Schreiben einfach verbessern, zurückschicken und damit ihren Firmen fette Kosten bescheren. Oder wieviele Leute, die nicht sofort das eklatant schlechte Preis/Leistungsverhältnis erkennen, verunsichert reagieren und dann ebenfalls mit der Unterschrift 2.000 Euro ärmer sind – für so gut wie keine Gegenleistung.
Sie versuchen es mit allen Mitteln!
Nachtrag: die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt.
Donnerstag, 21.2.08 - by Thomas
Meine alten Eßzimmerstühle, die ich zur Erstkommunion meiner Tochter Judith 1997 angeschafft hatte, ließen polstermäßig zu wünschen übrig: der Original-IKEA-Bezug war der Bestressung durch Jeans nicht mehr als 10 Jahre lang gewachsen. Wollen wir mal nicht meckern: die haben damals alle 6 zusammen 300 Mark gekostet, wenn ich mich recht erinnere. Das sind im Monat 42c pro Stuhl – geht schon. Leasen wäre teurer gewesen.
Jedenfalls habe ich mir Mitte Januar bei Radspieler schon einen neuen Stoff gekauft, der ja auch sehr schnell hier war – aber der Polsterer hatte noch keine Zeit. Gestern hatte er – und heute sind sie fertig. Auch sehr schnell, er hat sich extra ins Zeug gelegt, weil wir ja in der Zwischenzeit im Stehen essen mußten.
Aufwandsmäßig war das wie folgt: Der Stoff hat 150€ gekostet, der Polsterer wollte 142€. Also hat die ganze Aktion im Jahre 2008 doppelt soviel gekostet wie damals die Polster mit Stühlen. Die Differenz liegt wahrscheinlich in Liechtenstein auf nicht mehr ganz so geheimen Konten.
Und dass Ihr’s alle wißt): keine Schwarzarbeit, sondern schön mit Rechnung und allem. Irgendwer muß ja mal anfangen.
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Fußnoten:
Donnerstag, 21.2.08 - by Thomas
Zwei interessante Entwicklungen lassen sich in diesen Tagen verfolgen:
- Viele Banken, unter anderem auch staatliche Landesbanken haben sich im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise verspekuliert und Verluste in Milliardenhöhe gemacht. Es gehen Gerüchte, dass der Staat mit 10stelligen Beträgen die Verluste auffangen muss. Von den Verantwortlichen, die alle stattliche Gehälter für ihre Fehlleistungen kassieren und nicht zu knappe Teile davon offensichtlich zu günstigen Steuersätzen in Liechtenstein deponiert haben, hört man kaum, dass sie mit ihrem Vermögen für ihre Fehler haften. Verluste werden also sozialisiert, die vorher erzielten Gewinne bleiben den Akteuren.
- Vielen Millionären geht es an den Kragen – aufgrund einer einzigen CD, die der BND günstig für einen 7stelligen Betrag kaufen und an das Finanzamt weiterleiten konnte. Seltsamerweise erhebt sich sofort eine erstaunliche Diskussion, ob der Verfassungsschutz überhaupt eine solche CD kaufen durfte, ob ein 7stelliger Betrag nicht wirklich sehr übertrieben sei und ob es den Staat nicht wirklich günstiger kämer, einfach nichts zu tun und ein paar schwarze Lämmlein und ihre kümmerlichen Peanuts “für schlechte Zeiten” süß zu finden.
Ich finde das nicht süß. Ich will die Kohle sehen, die jahrelang hinterzogen wurde. Und ob der Staat Liechtenstein den Steuerbetrug als Verbrechen oder Ordnungswidrigkeit sieht – das ist mir egal. Ich könnte sogar mit einem Medienverbot für Sportler leben, die ihr hier verdientes Geld ins Ausland schaffen. Wahrscheinlich, weil ich ein eher unsportlicher Mensch bin.
Donnerstag, 21.2.08 - by Thomas
Ich bin angegangen worden, einer Atheistin mal was zum Thema “14 Nothelfer” zu erzählen. Nun, das kann ich doch gerne:
Ich nehme an, Du spielst auf die 14 Nothelfer an? Das ist eine Auswahl aus 14 Märtyrern und Heiligen der katholischen Kirche. Jeder bzw. jede hilft gegen irgendwas Unangenehmes, zum Beispiel gegen Todesangst (hl. Achatius) oder Geisteskrankheit (Hl. Vitus. Deswegen hieß Epilepsie früher auch “Veitstanz”). Einen, den man sich unbedingt merken sollte, ist der hl. Eustachius in seiner Eigenschaft als “Helfer bei schwierigen Lebenslagen”. Wird gerne bemüht und ist deswegen seltener anzutreffen. Auch den heiligen Blasius als Helfer bei Halsleiden kennt der Kathole, der um den Lichtmeßtag (2. Februar) in die Kirche geht: da gibt es einen speziellen Blasius-Segen über zwei gekreuzte Kerzen. Kompliziert, soll aber gut sein. Die Legende berichtet, dass der hl. Bischof Blasius durch intensives Bittgebet einmal einen Mann gerettet hat, der sich an einer Fischgräte verschluckt hatte und am Ersticken war. Seitdem laufen alle zu ihm hin, und er kommt zu nichts Vernünftigem mehr.
Da man die Zusammenhänge früher zwar genauer kannte als heute, aber nicht genau genug, hat man der Einfachheit halber in allen Lebenslagen, in denen Eile vonnöten war, alle gleichzeitig angerufen (“Heilige vierzehn Nothelfer, helft mir”) – und die konnten dann unter sich ausmachen, wer zuständig war bzw. gerade Zeit hatte.
Einem Betrunkenen aus meiner Heimatstadt Trier haben sie einmal übel mitgespielt, weil er in seinem Zustand nicht mehr auf’s Pferd kam. Den dritten Anlauf hat er dann unter Anrufen der 14 Nothelfer in Angriff genommen – wobei er stracks auf der anderen Seite des Pferdes landete. “Aber doch nicht alle auf einmal!” hat er noch in seinen Bart gebrummelt und ist dann lieber zu Fuß nach Hause gegangen.
Für die Computerbranche gibt es unter den 14 Nothelfern keinen geeigneten Kandidaten, wenn man mal vom hl. Vitus absieht. Aber man hat im Vatikan das Problem erkannt und den hl. Isidor von Sevilla zum Fürsprecher aller Bildschirmanbeter erkoren. Der war ein mittelalterlicher Gelehrter und Bibliothekar – und da Computer eigentlich nichts als große Datenbanken und damit Bibliotheken sind, haben sie dem armen Kerl jetzt eine neue Festplatte verpaßt. Arme Sau. Bitte probier ihn mal aus (“Heiliger Isidor von Sevilla, ich hab keinen Durchblick mehr, bitte hilf mir”) und sag mir Bescheid, ob’s klappt).
Also – so aus dem Hut schüttelt man das ja nicht als gestandener Katholik. Aber der hl. Isidor hat dazu die wikipedia eingerichtet.
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Fußnoten:
Mittwoch, 20.2.08 - by Thomas
AggroSpam von zweifuffzich tiefer. Gestern erreichte mich gleich zweimal die folgende eMail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf Ihrer Internetplattform veröffentlichen Sie unter folgender Adresse Links auf verschiedene Seiten rund ums Thema Bestattung).
Wir würden uns freuen wenn Sie Stelzer als wertvolle Ergänzung mit in diese Liste aufnehmen würden. Stelzer in Berlin ist Ihr freundlicher Ansprechpartner für Erd-, Feuer und Seebestattungen.
Gerne nehmen wir auch Ihre Webpräsenz in unser Bestatungsverzeichnis mit auf …
Dieses ist auf einer besucherstarken Domain publiziert und wird Ihnen viele interessierte Besucher bringen. Nutzen Sei einfach das Formular um Ihre Seite hinzuzufügen.
Wir würden uns über eine Zusammenarbeit mit Ihnen freuen.
Mit freundlichen Grüßen
F.Stelzer
Nein danke. Ich werde Sie nicht verlinken, weil ich keine Ahnung habe warum. Und ich werde auch keinen Bestatter aus Berlin anrufen, wenn hier mal der LastCase auftritt. Überhaupt nehme ich nie einen Bestatter, der Rechtschreibefehler macht und über “Webpräsenzen” blubbert.
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Fußnoten:
Dienstag, 19.2.08 - by Herbert
Soeben erhielt ich einen ungebetenen Werbe-Anruf eines Mitarbeiters der Deutschen Telekom – das allein ist ja wohl schon nicht erlaubt -, der mir ein neues Tarifangebot unterbreitete, mit dem eine schnellere DSL-Leitung (bis 16.000 kbit/min) zu nutzen sei.
Mein Hinweis darauf, dass just seine Firma mir seit Jahren erkläre, dass eine solch schnelle Leitung hier bei uns auf dem Telekom-verlassenen Dorf überhaupt nicht zu installieren sei – mehr als 1000 kbit/min seien hier im Westerwald einfach nicht möglich, sagt man mir seit Jahren bedauernd -, erstaunte diesen Werbe-Mitarbeiter sehr.
Er schaute dann in seinem System nach und siehe da: kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass sein Werbeanruf unsinnig gewesen ist. Auf so blödsinnige Weise stiehlt die Deutsche Telekom uns also die Zeit.
Montag, 18.2.08 - by Thomas
Mal was Akademisches. Kardinal Meisner sagte (sinngemäß) anläßlich der “pädagogischen Woche” 2006 des Erbistums Köln:
Immer, wenn wir uns versammeln, um den Tod Jesu zu verkünden und die Wiederkunft Christi zu preisen …
Das Wortfeld “verkündigen” stellt eine gewisse, wenn auch von Hoffnung durchdrungende Feststellung dar: das Faktum, das gemeint ist, ist bereits geschehen wird deswegen zu einer feststehenden Wahrheit. Jesus ist aber nicht nur gestorben – also vollkommen untergegangen -, sondern durch den Tod hindurchgegangen, weil er – zumindest für die Christen – nach drei Tagen wieder auferstanden ist und gezeigt hat, dass der irdische Tod nicht das Ende des Lebens ist. Die Begrifflichkeit von “den Tod verkündigen” bezieht sich zu sehr auf den Tod und beinhaltet zu wenig das Geschehen hinterher. Wir können seinen Tod an sich aber durchaus preisen, weil Christus sich nicht zu schade war, den Weg bis zur Hinrichtung für uns zu gehen.
Das “Preisen” bezieht sich mehr auf auf ein “Gutheißen”, das Gotteslob allgemein und die Anerkennung einer großen Tat für einen oder alle Menschen. Also kann man die Wiederkunft Christi noch gar nicht preisen: das wäre ein Vorgriff auf etwas, was wir noch nicht erlebt haben. Wir können sie aber sehr wohl schon mal mit der frohen Botschaft zusammen verkündigen in dem Wissen, dass sie uns versprochen ist.
Deswegen müßte der Satz des Erzbischofs nach meinem Empfinden andersrum lauten:
Immer, wenn wir uns versammeln, um den Tod Jesu zu preisen und die Wiederkunft Christi zu verkünden …
Das ist ein reines Gedankenspiel meinerseits und keinerlei Kritik am Kardinal, mit der mancher wohl ziemlich schnell bei der Hand ist. Denn der Erzbischof fährt nämlich fort:
Der Christ hat immer mehr Zukunft als Gegenwart und Vergangenheit zusammen, d.h. er hat viel mehr vor sich als bereits hinter sich. Und darum ist es ganz gleich, ob der Mensch 88, 58, 38 oder 18 Jahre alt ist. [...] Darum kann der Christ gut und gerne auf den albernen Jugendkult) verzichten.
Auf den Zusammenhang bin ich noch gar nicht gekommen: das ist mal eine klare Vorstellung.
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Fußnoten:
Montag, 11.2.08 - by Thomas
Mein Freund Tiki, den ich meistens im Handelshof beim Einkaufen treffe, hat beim Neujahrsempfang der Gröbenzeller CSU einen Vortrag gehalten über ein ihm sehr nahe liegendes Thema: Simplify your Life. Dabei meinte er, eine wesentliche Hilfe beim Einstieg in einen Tageslablauf, der nicht von vornherein durch fremdbestimmtes Chaos vorgegeben sei, bestehe schon darin, dass man seine eMails erstmal nicht abruft. Wenn man nämlich damit schon anfängt, dann kommt man ebenso wahrscheinlich wie eigentlich zu gar nichts mehr.
Da hat er Recht – wie in vielen anderen Punkten seines hervorragenden und kurzweiligen Vortrags ebenso.
Nun habe ich mir ja gerade eine schwarze Prinzessin gekauft). Das und weiteres Nachdenken über Gott, die Welt und Steve Jobs hat mich veranlaßt, meinem Freund Tiki die folgende eMail zu schicken:
Lieber Tiki,
ich hab ja jetzt auch so eine schwarze Prinzessin, also einen iPod touch, mit dem man in jedes beliebige offene WLAN und so seine ubiquitäre eMail-Infusion anlegen kann. Als ich das heute morgen tat, mußte ich an Dich und Deinen Neujahrsvortrag für die schwarze Prinzengarde in Gröbenzell denken: ich bin jetzt in der Lage, meine eMails morgens abzurufen, BEVOR ICH NOCH DEN RECHNER hochgefahren habe! Ist das nicht toll?
Damit bin ich – speziell in der Fastenzeit – in der Lage, mein Leben wesentlich weitgehender zu simplifizieren als die meisten anderen Menschen! Ich kann also auf etwas verzichten, auf das die meisten Menschen erst verzichten müssen, NACHDEM sie ihren Rechner hochgefahren haben. Wenn man das einmal zu Ende denkt! Der WAHNSINN!
Herzliche Grüße & schöne Woche!
Thomas Reuter
Ich wette, er liest die eMail noch vor dem Frühstück. Aber beantworten tut er sie – wenn überhaupt – bestimmt erst zu kommoder Zeit. Spione lauern überall.
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Fußnoten:
Sonntag, 10.2.08 - by Thomas
In der Nordsee ist eine Ölplattform geräumt worden, dabei waren 14 Hubschrauber etc. im Einsatz. Auf ZEIT online heißt es für den Grund des Einsatzes:
Der Alarm hängt mit einer Frau zusammen, die auf der Plattform im Einsatz ist.
Mehr nicht, außer vielleicht noch, dass es sich um einen ungewöhnlichen Vorfall handelt. Das scheint mir auch so, wenn ich ehrlich bin. Was da wohl dahintersteckt? Hat da jemand seinen Fön nicht ordentlich weggeräumt und dann die Armee um Hilfe gebeten?
Sonntag, 10.2.08 - by Thomas
Heute war “Chortag”: am 9. März führen wir das alpenländische Passionsspiel “Oana geht um im Land” von Wilhelm Keller auf. Die Partitur dazu hatte ich ja in den Sommerferien auf den Buckelwiesen vor Mittenwald abgeschrieben, weil es bislang nur handgeschriebene Noten gab …
Der Chor, mit dem wir das machen, ist der ehemalige “junge Chor” von St. Johann Baptist in Gröbenzell, der mangels “jung” immer älter wurde – was nicht seiner Qualität, wohl aber seinem Namen zuwider lief. Er wurde also kurzerhand umbenannte in “Singkreis InTakt”, was ich nicht für ganz gelungen halte, aber immer noch besser als “junger Chor”. Interessant ist, wie so ein Projekt dem Zweck Auftrieb gibt: aus allen Ecken und Löchern kriechen auf einmal Leute, die ebenfalls gerne singen – und plötzlich ist aus dem versprengten Häuflein ein stattlicher Klangapparat geworden. Da dümpelt sowas jahrzehntelang vor sich hin, und dann kriegt es aus einer völlig unvermuteten Ecke einen Kick – und auf einmal ist es was. Und wie das so ist, ergibt es sich, dass wir das eine Woche später, am Palmsonntag, gleich noch mal in Garmisch in St. Martin machen werden.
Schön war es, mit den Leuten gemeinsam zu singen, Pausen zu machen, zum Mittagessen hatte jeder was mitgebracht – und zwar in solchen Mengen, dass ordentlich was überblieb (Bilder gibt’s hier). Sonst sieht man sich ja nur Mittwochs abends, und das unregelmäßig, weil irgendwas ist ja immer. Unser Kirchenmusiker versteht es, bei den Leuten Begeisterung zu wecken, so dass wesentlich mehr rüberkommt als das Absingen von Noten: diese Passion in bayerischer Mundart (“Moant gar noch der, Kini waar er!” brüllt der Mob, und “nix war er, nix is er, nix werd aus eahm, jetz ko er nix anders ois sterbn”) hat es durchaus in sich. Die Komposition lebt vom Einsatz vielfachen Schlagwerks (3 Mann haben alle Hände voll zu tun), dagegen gibt es nur 1 Oboe, 1 Posaune und 1 Trompete. Und Saiteninstrumente wie Gitarre, Hackbrett, Harfe und Kontrabass. Das wird eine sehr eindringliche Mischung.
Ich freu mich drauf: das wird was. Um die blöde Klatscherei zu unterbinden, wird es nach dem letzten Ton des Schlußchorals eine Minute gar nichts geben – außer dem Klang der großen Kirchenglocke. Mal sehen, wie die Zuhörer damit umgehen.
Freitag, 8.2.08 - by Thomas
Die ZEIT, die vernünftigste Zeitung Deutschlands, wenn es um die Spieleecke geht, hat jetzt ihr Kreuzworträsel “Um die Ecke gedacht” online: man kann es seit einiger Zeit online spielen! Das halte ich für eine wesentliche Verbesserung der kulturpolitischen Landschaft.
Für das dieswöchige Rätsel hab ich knapp eine Stunde gebraucht.
Dienstag, 5.2.08 - by Thomas
Ich muss ja vom Mac aus ebenso zeit- wie zwangsweise mit Windows arbeiten. Dabei passieren einem Dinge, dass man sich die Haare raufen könnte.
Heute morgen zum Beispiel. Ich will einen ganzen Ordner woanders hinziehen, dabei landet er irrtümlich auf dem Desktop, weil ich das Mäuschen zu früh losgelassen habe. Macht ja nichts, ziehe ich ihn einfach an seine ursprüngliche Position zurück. Dann will ich ihn aufklappen: Fehlermeldung “Zugriff verweigert“.
WAAAS? Da stecken 400 Arbeitsstunden drin, unter anderem 7 seit gestern, und die letzte Datensicherung war gestern morgen! Bin ich bekloppt oder was? Also versuche ich, den Ordner schleunigst wieder auf den Desktop zurückzubringen: geht nicht, Zugriff verweigert. Ich kann machen, was ich will: ich komme nicht mehr dran. Nichtmals löschen geht: das Ding wird so in alle Ewigkeit als Zombie sein ungenehmigtes Dasein fristen und nerven, nerven, nerven.
Was macht der SWU) in so einem Fall? Flucht er auf diese verdammte Technik, rauft sich die Haare, holt sich Bodo Wartke bei YouTube auf den Bildschirm und versucht, sich eine Strategie zu überlegen, wie er seinem Auftraggeber erklären kann, dass Windows 400 Arbeitsstunden gefressen hat? Was wird der Auftraggeber dazu sagen?
Gottseidank läuft aber bei mir Windows über Parallels auf dem Mac. Mit dem Parallels Explorer konnte man den “Zugriff verweigert“-Ordner trotzdem in das Mac-Dateisystem rüberziehen, umbenennen und wieder zurückschieben. Jetzt geht er wieder.
Ich kann nur raten: wenn schon Windows, dann auf dem Mac. Für den Notfall. Windows ist ein Spielsystem.
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Fußnoten:
Freitag, 1.2.08 - by Thomas
Immer wieder bin ich erstaunt, wie einseitig in Deutschland der Gewaltbegriff in Beziehungen definiert ist. Gewalt wird hier immer in einer einzigen Richtung gesehen: vom Mann (Täter) in Richtung Frau (Opfer). Immer wieder, wenn ich mit betroffenen oder auch nicht-betroffenen Männern darüber spreche, wird Beziehungsgewalt so wahrgenommen und auch – meist sehr schuldbewußt – so eingestanden.
Sich überhaupt einer Schuld bewußt zu sein ist recht ehrenhaft: da haben die Männer in unserem Lande eindeutig die Nase vorn. Frauen sind sich ihrer Schuld in Beziehungen oft überhaupt nicht bewußt, zumindest nicht öffentlich.
In der “Münchner Kirchenzeitung” vom 3. Februar 2008, S. 17, wird von einer Freisinger Podiumsdiskussion zum Thema “Folter” berichtet. Dort sagte Anni Kammerlander, Therapeutin und Geschäftsführerin von Refugio:
Eine neue Tendenz ist, dass Folter auf der psychischen Seite angewandt wird. Diese hinterlässt keine Spuren und ist schwierig zu beweisen. Und ohne Beweise ist das Asylverfahren schnell wieder zu Ende.
Vollkommen klar, da hat sie Recht, die Frau Kammerlander – wenn es um den hehren Kampf gegen die amtlichen Folterknechte geht. Ein kleiner Schwenk sei mir dennoch gestattet:
Für viele Männer, die wegen tatsächlicher oder behaupteter physischer Gewalt gegenüber der Partnerin ihre Kinder und den Kontakt zu ihnen verloren haben, ist das überhaupt keine “neue Tendenz”. Gewalt wird von ihnen in der Regel nicht “einfach so” angewandt, sondern sie ist meistenteils der letzte Ausweg, eine Art Befreiungsversuch aus einer Kette von Diffamierungen, Herabsetzungen und Ehrverletzungen, die sich in der Beziehung über Jahre etabliert hat. Sie nachzuweisen ist schwierig – ein einziges blaues Auge sieht man auf den ersten Blick.