Probentag
Heute war “Chortag”: am 9. März führen wir das alpenländische Passionsspiel “Oana geht um im Land” von Wilhelm Keller auf. Die Partitur dazu hatte ich ja in den Sommerferien auf den Buckelwiesen vor Mittenwald abgeschrieben, weil es bislang nur handgeschriebene Noten gab …
Der Chor, mit dem wir das machen, ist der ehemalige “junge Chor” von St. Johann Baptist in Gröbenzell, der mangels “jung” immer älter wurde – was nicht seiner Qualität, wohl aber seinem Namen zuwider lief. Er wurde also kurzerhand umbenannte in “Singkreis InTakt”, was ich nicht für ganz gelungen halte, aber immer noch besser als “junger Chor”. Interessant ist, wie so ein Projekt dem Zweck Auftrieb gibt: aus allen Ecken und Löchern kriechen auf einmal Leute, die ebenfalls gerne singen – und plötzlich ist aus dem versprengten Häuflein ein stattlicher Klangapparat geworden. Da dümpelt sowas jahrzehntelang vor sich hin, und dann kriegt es aus einer völlig unvermuteten Ecke einen Kick – und auf einmal ist es was. Und wie das so ist, ergibt es sich, dass wir das eine Woche später, am Palmsonntag, gleich noch mal in Garmisch in St. Martin machen werden.
Schön war es, mit den Leuten gemeinsam zu singen, Pausen zu machen, zum Mittagessen hatte jeder was mitgebracht – und zwar in solchen Mengen, dass ordentlich was überblieb (Bilder gibt’s hier). Sonst sieht man sich ja nur Mittwochs abends, und das unregelmäßig, weil irgendwas ist ja immer. Unser Kirchenmusiker versteht es, bei den Leuten Begeisterung zu wecken, so dass wesentlich mehr rüberkommt als das Absingen von Noten: diese Passion in bayerischer Mundart (“Moant gar noch der, Kini waar er!” brüllt der Mob, und “nix war er, nix is er, nix werd aus eahm, jetz ko er nix anders ois sterbn”) hat es durchaus in sich. Die Komposition lebt vom Einsatz vielfachen Schlagwerks (3 Mann haben alle Hände voll zu tun), dagegen gibt es nur 1 Oboe, 1 Posaune und 1 Trompete. Und Saiteninstrumente wie Gitarre, Hackbrett, Harfe und Kontrabass. Das wird eine sehr eindringliche Mischung.
Ich freu mich drauf: das wird was. Um die blöde Klatscherei zu unterbinden, wird es nach dem letzten Ton des Schlußchorals eine Minute gar nichts geben – außer dem Klang der großen Kirchenglocke. Mal sehen, wie die Zuhörer damit umgehen.



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