Verzicht

touch-ipod.jpgMein Freund Tiki, den ich meistens im Handelshof beim Einkaufen treffe, hat beim Neujahrsempfang der Gröbenzeller CSU einen Vortrag gehalten über ein ihm sehr nahe liegendes Thema: Simplify your Life. Dabei meinte er, eine wesentliche Hilfe beim Einstieg in einen Tageslablauf, der nicht von vornherein durch fremdbestimmtes Chaos vorgegeben sei, bestehe schon darin, dass man seine eMails erstmal nicht abruft. Wenn man nämlich damit schon anfängt, dann kommt man ebenso wahrscheinlich wie eigentlich zu gar nichts mehr.

Da hat er Recht – wie in vielen anderen Punkten seines hervorragenden und kurzweiligen Vortrags ebenso.

Nun habe ich mir ja gerade eine schwarze Prinzessin gekauft1). Das und weiteres Nachdenken über Gott, die Welt und Steve Jobs hat mich veranlaßt, meinem Freund Tiki die folgende eMail zu schicken:

Lieber Tiki,

ich hab ja jetzt auch so eine schwarze Prinzessin, also einen iPod touch, mit dem man in jedes beliebige offene WLAN und so seine ubiquitäre eMail-Infusion anlegen kann. Als ich das heute morgen tat, mußte ich an Dich und Deinen Neujahrsvortrag für die schwarze Prinzengarde in Gröbenzell denken: ich bin jetzt in der Lage, meine eMails morgens abzurufen, BEVOR ICH NOCH DEN RECHNER hochgefahren habe! Ist das nicht toll?

Damit bin ich – speziell in der Fastenzeit – in der Lage, mein Leben wesentlich weitgehender zu simplifizieren als die meisten anderen Menschen! Ich kann also auf etwas verzichten, auf das die meisten Menschen erst verzichten müssen, NACHDEM sie ihren Rechner hochgefahren haben. Wenn man das einmal zu Ende denkt! Der WAHNSINN!

Herzliche Grüße & schöne Woche!
Thomas Reuter

Ich wette, er liest die eMail noch vor dem Frühstück. Aber beantworten tut er sie – wenn überhaupt – bestimmt erst zu kommoder Zeit. Spione lauern überall.


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Fußnoten:
  1. ich stehe auf der Kandidatenliste der CSU zur Gröbenzeller Gemeinderatswahl auf Platz 23 von 24, deswegen glaube ich, daß man mich durchaus auch ein bisschen als den “Schwarzen Prinzen von Gröbenzell” bezeichnen darf, wenn auch etwas alt geworden. Und ein schwarzer Prinz braucht dringend eine schwarze Prinzessin, das ist doch klar, Mensch! [ ]

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