Ich habe während der Urlaubswoche meine eMails etc. regelmäßig über das iPhone via GPRS abgerufen, ab und zu auch mal Positionsabfragen via GoogleMaps und Fahrpläne bei der Bahn. Oder auch mal ein paar längere Artikel von zeit.de gelesen.
An Kosten für den Datenverkehr sind in dieser Woche insgesamt 6,15€ angefallen, was ich für ein sehr vernünftiges Preis/Leistungsverhältnis halte: ich denke, das wird auf die Dauer noch billiger werden. Praktisch finde ich, dass man nur die übertragenen Daten bezahlt (Volumentarif), nicht – wie beim Telefonieren – die Verbindungsdauer (Zeittarif). Simyo berechnet für das Megabyte Daten 0,24€.
In diesem Zusammenhang weise ich noch auf die Seite m.zdf.de hin, die anläßlich der IFA in Berlin freigeschaltet wurde. Hinter dieser Adresse verbirgt sich die ZDF-Mediathek für Mobiltelefone: sehr schnell, wenig Datenvolumen und recht informativ, wie ich meine. Leider kann das iPhone keine 3GP-Filme abspielen – aber das spart auch wiederum Zeit und Geld …
Das Diesellog macht Urlaub – ungefähr 14 Tage werden wir durch die schwäbische Alb wandern. Der Rucksack ist (fast) gepackt, die Wanderschuhe stehen bereit: es kann losgehen. Ich finde es höchst amüsant, von zu Hause aus gleich loszumarschieren: zum Bus, damit zur S-Bahn, dann zum Bahnhof, dann mal umsteigen, und am Schluß wieder in den Bus, bis wir am Ziel sind. Das sind drei Stunden entspannte Anreise.
Wenn ich an meine Kindheit denke: das gab es früher nicht. Tagelang wurde das Auto gepackt, dann mit Eltern und Kindern vollgestopft, dann begann eine achtstündige Quälerei in sengender Hitze auf der Autobahn: ich habe es nicht in guter Erinnerung.
Heute mache ich das nicht mehr. Der letzte Urlaub, den ich mit dem Auto angetreten habe, ist ein paar Jahre her. Ich glaube, auf kurz oder lang wird das sowieso nicht mehr möglich sein, dass jeder hier tonnenweise Sprit verkokst. Kann man sich auch gleich dran gewöhnen.
Wieso eigentlich? Der neue Bischof unserer Diözese, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst besucht derzeit die Bezirke seiner Diözese und kam gestern auf den Herzenberg in Hadamar. In einer bewegenden Eucharistiefeier (ich war freilich schon wieder per Unglück in den Chor geraten, wurde aber eilends dort fortgeschickt) erläuterte der Bischof sehr einfühlsam die Bedeutung und Funktion von Kerzen in den Wallfahrtskirchen. Sie stehen für das Licht Christi und die “Lunte des Lebens, die von Ostern ausgeht”; sie machen auch deutlich, “wie sehr der Glaube hier zum Anfassen ist”: “Der Blick in die Flamme wird zur Brücke auf Gott und die Menschen hin, für die wir eine Kerze opfern.”
Warum eigentlich nicht wieder häufiger die Wallfahrtsorte aufsuchen? Sie sind – wie Klöster – Energiezentren des Glaubens und lassen die Seele aufleben. Wenn dann am Abend erneut die geistig etwas weniger Bemittelten aus Anlass einer “Kirmes” ihre Musikanlagen so weit aufdrehen, dass weder das Baby noch man selbst zum Schlafe findet, hat man etwas mehr Geduld mit diesen einfältigen und rücksichtslosen Zeitgenossen.
… als das Fahrwerk seines Sportflugzeugs die Überlandleitung berührte. Dabei verfing sich das rechte Rad und brachte das Sportflugzeug zum Kippen. Das Flugzeug pendelte hin und her, der psychische Zustand der beiden Insassen, die mit der Polizei in Funkkontakt standen, verschlechterte sich.
Wenn der Redakteur das nicht endlich mal hingeschrieben hätte, wäre auf sowas wirklich kein Mensch gekommen.
Gestern bekam ich von meiner Tochter ein tolles Geburtstagsgeschenk: sie hatte eine Wanderung durch die Almbachtalklamm nach Berchtesgaden organisiert und mich dazu eingeladen.
Das ging um 7 Uhr am S-Bahnhof Gröbenzell los: mit der S-Bahn zum Münchner Ostbahnhof, dann in den Bummelzug (die Bahn nennt das “Regionalexpress“)1) nach Salzburg, dort mit dem Bus zur Almbachtalklamm (das ist wieder in Deutschland).
Mittlerweile hatte Regen eingesetzt, was im Sommer aber absolut kein Thema ist: da läuft’s sich gleich besser. Die Almbachtalklamm ist eine wildromantische Schlucht, die ein Pionierbataillon 1897 angelegt hat: der Weg am (bei Regen reißenden) Almbach entlang hangelt sich langsam über Stege, Brücken Treppen und Tunnel hinauf an die obere Staumauer des Almbachs. Von dort kann man dann in 20 Minuten zum Wirtshaus Dürrlehen gelangen – ein guter Tipp zum Rasten.
Nachdem wir eine Dreiviertelstunde lang auf die Sonne gewartet hatten (die sich dann auch wirklich zur vollsten Zufriedenheit zeigte), knapp 2 Stunden bis Berchtesgaden. Dort nahmen wir einen Kaffee und den Zug zurück nach Gröbenzell.
Insgesamt über 7 Stunden Zug- und Busfahrt – aber es lohnt sich wirklich. Herzlichen Dank, liebe Judith: das war ein wunderschöner Tag! Es gibt ein paar Bilder: der Ausflug lohnt sich auch mit Kindern. Es geht ordentlich auf- und abwärts, ist aber bei einer Gehzeit von insgesamt knappen vier Stunden gut zu schaffen.
Hier noch ein kleiner Film vom Sulzachwasserfall, im oberen Teil der Schlucht. Das, was sich anhört wie eine Bildstörung: das war dann schon eher ein gewaltiges Rauschen.
________ Fußnoten:
Einen ICE-Achsbruch nennen sie wahrscheinlich Event-gesteuerter Erlebnishalt mit der Möglichkeit zum langfristigen kostenlosen Verweilen im Abteil: die Bahn schenkt Ihnen ihre schönsten Stunden! [ ↩ ]
Das diesellog hat zwei Autoren, nämlich Herbert Frohnhofen und mich. Deswegen konnte man bislang – zumindest unter den alten Layouts – immer im Artikel sehen, von wem er geschrieben wurde.
Vor kurzer Zeit habe ich das Layout des diesellog umgestellt: dabei ist die Kennzeichnung des Autors unter den Tisch gefallen. Als gestern Herbert einen Nachruf auf seine Mutter einstellte, konnte man nur mit Insiderwissen feststellen, dass nicht meine Mutter gestorben war, sondern seine.
Ab jetzt sieht man den Autor wieder in der Titelzeile.
Ich hörte gerade in Bayern 2 einen Bericht über Konya, der Stadt der tanzenden Derwische (Türkei).
Dort gibt es eine katholische Kirche, in der zwei italienische Nonnen mit den ankommenden Pilgern aus aller Welt beten: der Apostel Paulus ist einst in Konja gewesen, und ihm zu Ehren ist die Kirche auf den hl. Paulus geweiht.
Als die Kirche vor ungefähr 200 Jahren von den Franzosen gebaut wurde, gab es in Konya etwa 2000 Christen, heute sind es nur noch ein paar wenige. Weil die Türkei in die EU will, macht der Staat mittlerweile den Christen wieder einige Zugeständnisse. Man merkt die Absicht, allein es fehlt die Einsicht.
Im 13. Jahrhundert, als der Sufi Rumi in Konya den Orden der Derwische gründete, war Konya eine blühende Stadt, in der viele Religionen nebeneinander existieren konnten. Heute kann davon keine Rede mehr sein. Die Tradition des “Leben und Leben lassens” ist wohl in den Norden abgewandert: während die Muslime in Europa mittlerweile ihrer Religion völlig unbehelligt nachgehen können, ist das für Christen – je weiter man in den Maghreb vorstößt – nicht mehr möglich.
Vor ein paar hundert Jahren war das noch anders: da waren es die Christen, die andere nicht leben ließen. So ändert sich die Welt.
Friedlich und bestens versorgt ist unsere Mutter am Dienstag, den 12. August verstorben. 1925 war sie am Niederrhein geboren worden und in ihrem geliebten Emmerich aufgewachsen. Ihre Jugend hat sie weitgehend an das Nazi-Regime verloren, Reichsarbeitsdienst und Funkeraufgaben standen im Mittelpunkt. Nach dem Krieg ein kurzes Studium an der PH in Aachen (vier Semester und noch mit viel Nazi-Pädagogik durchsetzt), Volks-, später Grundschullehrerin in Katzem, dann Lövenich bei Erkelenz. Verheiratet seit 1952, fünf Kinder, trotzdem weiter berufstätig, stets kulturell, philosophisch und literarisch sehr interessiert und wach bis ins hohe Alter.
Nach dem Tod ihres ältesten Sohnes Karl im Jahr 1999 wurde sie von Brustkrebs befallen, Anfang des laufenden Jahres ergaben sich zahlreiche Knochenmetastasen und der körperliche Abbau schritt dann trotz aller medizinischer Hilfen schnell voran. Der größte Segen für sie waren in den letzten Monaten das Morphium, aber auch die Aufnahme, zusammen mit ihrem Ehemann, in das Alten- und Pflegeheim der Johanniter in Erkelenz. Was immer Negatives über solche Heime heute erzählt und geschrieben wird; für die Johanniter in Erkelenz gilt es jedenfalls nicht. Unsere Eltern wurden dort in solch vorbildlicher Weise physisch, psychisch und geistig aufgenommen und betreut, dass es besser kaum vorstellbar ist – und privat schon gar nicht zu leisten wäre.
Geistig war unsere Mutter bis zum Schluss nahezu topfit. Noch am Sonntag diskutierte und verfasste sie über Stunden hinweg – offenbar mit letzter Kraft – ihr Testament, am Montag besuchte sie den Einschulungsgottesdienst ihres Enkels Marius; danach fiel sie in ein Halbkoma und starb einen Tag später. Auch im Krankenhaus in Erkelenz kümmerte man sich in den letzten Stunden ihres Lebens in jeder Hinsicht rührend um sie; von ihrer großen Familie war immer jemand zugegen und sie schlief friedlich ein.
Was bleibt als Erinnerung an sie? Unendlich vieles natürlich. Besonders aber: Sie war eine sehr fleißige, gläubige und intellektuell sehr rege Frau. Für feministisches Gejammer hätte sie weder Zeit und Lust noch Verständnis gehabt; stattdessen hat sie eifrig ihre Aufgaben in Beruf und Familie wahrgenommen. Wenn sie überhaupt darüber geklagt hat, dass ihr im Leben Chancen genommen wurden, dann lastete sie das nicht – wie es heute recht verbreitet ist – pauschal den Männern an, sondern sehr direkt den Nazis. Und dass dieses Regime wahrlich nicht nur durch Männer getragen wurde, war ihr sehr wohl klar.
Völlig gegen alle Tendenzen der heutigen Zeit war ihr Selbstverständnis als Pädagogin ausgerichtet. Absolut unverständlich wäre es für sie gewesen, eines ihrer Kinder in einen Beruf oder zu sonstigem zu drängen, nur weil dies aus irgendeinem Grunde gesellschaftlich lukrativ erschiene. Stattdessen war ihr – sicher sehr christlich geprägtes – pädagogisches Credo, dass jedes Kind, jeder Mensch jene Talente entfalten solle, die ihm ganz persönlich gegeben sind. Ob dieses Kind dann letztlich Schreinermeister, Arzt oder gar Politiker würde, war ihr wurscht. Wichtig war ausschließlich, ob dies dem Kind gemäß sei, so dass es selbst damit zufrieden werden könne. Vor diesem Hintergrund wäre es ihr völlig abstrus vorgekommen, ihre Kinder mit Nachhilfestunden oder ähnlichem zu etwas zu drängen; vor diesem Hintergrund war es ihr auch unerklärlich, dass man in der Gesellschaft seit den Siebzigern zunehmend nur solche Menschen noch als Menschen anerkannte, die mehr als die Volks- bzw. Hauptschule besucht hatten.
Mir selbst kam es völlig entgegen, dass sie sich – zusammen mit ihrem Mann – um meine schulische Entwicklung, einschließlich der Hausaufgaben nur insoweit kümmerte, als sie ab und an mal nachfragte, ob so weit alles okay sei. Da ich das in der Regel bejahte, interessierten andere Dinge. Diese lange Leine in schulischen Dingen würde ich vielen Kindern heute wünschen. Mir jedenfalls ermöglichte dies, dass mir der Spaß am Lernen erhalten blieb, dass ich mir jenes heraussuchen konnte, was mich wirklich zu lernen interessierte (und dies war in der Schule nur ein kleiner Teil) und anderes ungestraft beiseite legen konnte. Dies war aus meiner heutigen Sicht die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ich später 12 Jahre lang mit riesigem Interesse studierte und auch heute gerne wissenschaftlich tätig bin. Hätte man mich irgendwann zum Lernen angehalten und gezwungen, so hätte ich dies wahrscheinlich ebenso gründlich zurückgewiesen wie das Ansinnen meines bekloppten Musik-Lehrers, ich müsse unbedingt Geige spielen. Vielleicht wäre das auch mal ein Hinweis für heutige Pädagogik: Einfach die Kinder mal in Ruhe das lernen lassen, was sie wirklich wollen und sie mit dem anderen möglichst verschonen. Für mich war dies eines der großen Geschenke unserer Mutter – und natürlich unseres Vaters, der dies auf seine Weise unterstützte.
Wenn unsere Mutter nun am kommenden Montag zu Grabe getragen wird, kann ich nicht wirklich traurig sein. Eher überwiegen die Gefühle der Dankbarkeit und auch der Erleichterung darüber, dass die schwere letzte Phase ihres Lebens überstanden ist. Ihr Sterben und ihr Tod sind für mich eine wichtige Erfahrung dessen, dass solches nicht im physischen und psychischen Desaster enden muss; vielmehr erfahre ich sie aufgehoben, erlöst und aufgenommen in jenes unendliche Geheimnis, das die Menschen sich in ihrer unendlichen Hilflosigkeit “Gott” zu nennen angewöhnt haben.
Zwei Absätze aus dem Cicero-Artikel1) “Das Baby-Wunder” halte ich für erwähnens-, den Rest für lesenswert:
So schreibt Christine Eichel über junge Frauen:
Nicht die Männer seien ihre Feinde, behaupten sie, sondern die gesellschaftlichen Strukturen. Der „Feminismus 2.0“ beendet den Geschlechterkampf, nun soll Seite an Seite mit den Männern endlich etwas gegen sexistische Ungerechtigkeiten unternommen werden.
Wer sich also am Tage der Aufnahme Mariens in den Himmel (15.8.2008) morgens gegen 9 Uhr hier in der Gegend befunden hat, wird aus meinem Hause ein lautes Aufatmen gehört haben: die Zeit, in der die Dummheit waltete, scheint dem Ende entgegen zu gehen.
Einen üblen Ausfluß dieser Dummheit finden wir – versteckt – am Schluß des Artikels:
Es gibt 1,8 Millionen Kinder unter fünfzehn Jahren, die in „Bedarfsgemeinschaften“ leben, besonders die Kinder alleinerziehender Mütter unterliegen einem hohen Armutsrisiko.
Dass Kinder wenig Chancen hatten, eine etwas weniger armutsvolle Kindheit bei ihrem Vater zu verbringen, wird immer wieder gerne verschwiegen: es war ein gesamtgesellschaftliches Credo, dass allein die Mütter ihre Kinder erziehen können. Als Vater mußte man – und das wahrscheinlich heute noch so – einen absolut unzumutbaren Hürdenlauf durch Ämter und Institutionen hinlegen, um alleinerziehend werden zu können. Dazu (und nicht, wie es uns immer eingeredet wurde: zum Erziehen von Kindern) hatten viele Männer nach dem Scheidungskrieg keine Lust, weil Frauen hier auf eine Phalanx einer gut organisierten Helferschaft zurückgreifen konnten. Männer standen diesem Heer vollkommen allein gegenüber2)
Meine Meinung zu dem Thema ist ziemlich klar: im Durchschnitt leben Kinder, die vom Vater allein erzogen werden, signifikant seltener in Armut als die, die von Müttern allein erzogen werden3). Das allein erscheint mir Grund genug, den Vätern im Faller der Scheidung doch noch mal besonderes Augenmerk zu widmen. Natürlich können sie das Alleinerziehen meistens nicht von einem Tag auf den anderen – aber sie sind sehr lernfähig.
________ Fußnoten:
Ausgabe August 2008, Christine Eichel, Das Baby-Wunder, S. 80ff [ ↩ ]
Ich weiß es, ich hab’s durchgezogen. Und wäre die Mutter auch nur bei einem der notwendigen Prozesse anwesend gewesen, hätte ich keine Chance gehabt. Das habe ich von der Richterin schriftlich. [ ↩ ]
Ich nehme an, es liegt daran, dass Männer es einfach von Natur aus gewöhnt sind, sich den eigenen Lebensunterhalt zu beschaffen. Diese Gewohnheit legen sie im Falle der Alleinverantwortlichkeit für ihre Kinder nicht ab. [ ↩ ]
In der “Münchner Kirchenzeitung” ist diese Woche ein Hinweis auf den Prälatengarten in Schäftlarn zu finden: die Ehefrau des Gärtners hat dessen Entstehung in einem Buch beschrieben.
Wir kamen letztes Jahr auf unserer “Karwendelwanderung” von München nach Seefeld/Tirol durch Schäftlarn1). Den Garten als “Edelstein” zu bezeichnen ist keine werbewirksame Übertreibung: er ist es wirklich. Das Kloster in seiner damaligen Verfassung (dieses Jahr war ich noch nicht dort) machte einen etwas heruntergekommenen Eindruck, in der Abteikirche rieselte der Putz von Decke und Wänden und sie war renovierungshalber eingerüstet. Die Klostergaststätte ist mit anderen, ähnlichen Etablissements leider nicht mehr vergleichbar gewesen. Um so schöner dieses fertige Kleinod mitten im Wiederaufbau: das lohnt sich.
Sebastian aus Siegen1) denkt so, wie es die Wirtschaft gerne sieht: ökonomisch, kalkulierend und den Blick auf’s Ziel gerichtet.
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Da stimmt es doch frohgemut, dass er mit Augenmaß auf sein Taschengeld achtet und sich lieber mit einer Flasche Schnaps die Kante gibt als mit einer Kiste Bier: weil die ist teurer. Er sagt das auch frank und frei in’s Mikro, so als würde er über den Ankauf von Kinderkleidung oder Fahrrädern nachsinnen.
Tut er aber nicht: er ist Komasäufer. Dass sein Taschengeld – und das gesamte Geld seiner Eltern ebenso – nicht reichen wird, die Kosten für die Nachsorge zu bestreiten, ist ihm nicht so klar. Das sagt ja auch keiner, denn Komasaufen ist was für Schlagzeilen, nicht für Vernunft.
Oberlinger spielt sehr virtuos, pointiert und rhythmisch präzise, man sieht ihr die Freude am gekonnten Handwerk an. Aber vor laute Emphase bläst sie manche Töne zu forsch an, so dass sie nicht richtig ansprechen können. Auch ist das Begleitorchester zu laut, alle Flöten unterhalb der Sopranino gehen leider im Steicherklang mehr oder weniger unter. So nimmt man die wunderschönen Altflöten-Arpeggien in Vivaldis “tempesta di mare” leider nicht mehr wahr, sondern sie versaufen in den Streicherwogen, denn die tieferen Töne brauchen mehr Zeit zum Anschwingen. Aber das macht andererseits auch den Reiz des Live-Konzerts aus: für eine Tonkonserve wäre eine Aufnahme dieses Konzerts nicht zu brauchen. Hier jedoch sieht man, wie die Musiker das machen: da nimmt man ihrer Begeisterung geschuldete kleine Ungenauigkeiten gerne in Kauf.
Die Tempi waren insgesamt weniger auf den Klang als auf virtuose Akrobatik getrimmt: das hat man heute so. Vielleicht wird man da irgendwann wieder behutsamer.
Die “Sonatori de la gioiosa marca” glänzten zwischendurch mit einer Bearbeitung des die Jahrhunderte durchziehenden “La folia”-Themas1), diesmal von Antonio Vivaldi. Hier konnte der Cellist bravourös zeigen, was er kann: das konnte sich sehen lassen!
Ich war am Wochenende auf einer Hochzeit: gute Freunde, wunderschöner Gottesdienst, tolle Musik, schönes Fest. Und warum das alles? Weil zwei sich versprochen haben, dass sie zusammen bleiben werden – und weil sie wußten, dass das nicht ganz so einfach ist und vor allem nicht ausschließlich von ihrem guten Willen abhängt. Manchmal kommt man eben trotz bester Vorsätze keinen Schritt weiter: das ist eine Lebenserfahrung, die sich der Logik nicht erschließt.
Jetzt höre ich von einem anderen Freund, dass er am kommenden Samstag zur Hochzeit seiner Tochter fährt. Nä, Pfarrer und Kirche, das wollen wir nicht, das können wir selber, das ist doch alles Brimborium. Aber sie feiern doch in einem Kirchenraum, das muß dann schon sein.
Seltsame Vorstellung, finde ich – und allein der Logik und kurzfristigem Machbarkeitsdenken unterworfen. Da denken sich wohl zwei, sie hätten es selbst in der Hand, und sie selbst könnten Ab- und Verlauf ihres Lebens bestimmen, so wie man ein Fest plant oder eine Reise. Sie nehmen sich als Menschen aus dem Verständnis der Geschöpflichkeit heraus und werden so selber zu Schöpfern ihres eigenen Lebens.
Das heißt aber auch, dass außerhalb ihres Tellerrands nichts irgendeine Bedeutung haben kann – denn das, was der Schöpfer nicht sieht, das gibt es für ihn nicht. Oder besser gesagt: das gibt es schon, aber er ist niemals darauf vorbereitet, und es erwischt ihn dann verdammt kalt.
Deswegen ist es wohl besser, sich durch die Anwesenheit eines Priesters, der bei der Trauzeremonie assistiert, an seine eigene Geschöpflichkeit erinnern zu lassen: wir machen unser Leben nicht selbst, und wir haben es auch meistenteils nicht in der Hand. Der Priester schafft hier die Verbindung zum Schöpfer, er erinnert daran, dass nicht wir es sind, die uns am Leben halten.
Ich wüßte nicht, was ich auf so einer Trauung verloren hätte: da wäre ich nur Statist für einen zwanghaft nachgemalten Ritus, der ohne Gottesbezug keinen Sinn macht. Bei der Feier meiner Freunde am Wochenende war ich mitten drin.
Diesen Artikel aus der FAZ, auf den mich mein Freund Herbert aufmerksam machte, werde ich in Zukunft allen zu lesen empfehlen, die sich einen neuen Computer kaufen wollen. Es geht darum, warum es eigentlich unnötig ist,daß man seine Hardware Stück für Stück selber zusammenbauen muß, nur damit man mit seinem Computer arbeiten kann.
Ein interessantes webLog, das ich in letzter Zeit öfter gelesen habe, ist “USA erklärt”. Der Autor ist Amerikaner, lebt in Berlin und schreibt von Zeit zu Zeit Beiträge über Amerika und die Amerikaner. Im Moment zum Beispiel eine Artikelserie über die Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki. Immer wieder lesenswert: wir Europäer haben da manchmal eine andere Sicht der Dinge. Da hab ich schon Manches aus einem anderen Blickwinkel verstehen gelernt.
Ich hab’s mal rechts in meine Blogroll mit aufgenommen.
Gestern fragte mich jemand, was eigentlich Wi-Fi bedeutet. Dasselbe wie WLAN, dachte ich wohl, aber da fiel mir ein, dass ich es nicht wußte.
Nachgeschaut in der Wikipedia: WiFi ist eine Normierung zur drahtlosen Übertragung von Daten. Dazu braucht man ein WLAN, aber das WLAN braucht nicht unbedingt WiFi. Nur: heute arbeiten fast alle Geräte, die drahtlos Daten übertragen, unter der WiFi-Norm. Also ein WLAN, das nicht unter WiFi läuft, nützt einem wahrscheinlich nicht viel1).
________ Fußnoten:
Also ähnlich wie in England: da gibt’s auch Straßen, nur fahren alle links. Wer da also nach der deutschen Rechtsfahr-Norm fahren will, dem nützt das so gut wie gar nichts, es sei denn, er fährt nur auf seinem eigenen Grundstück [ ↩ ]
Hinter unserem Haus wird ein neues Haus gebaut. Innerhalb von 2 Tagen hatten die den kompletten Dachstuhl drauf: vorgefertigt in der Zimmerei, am Montag draufgesetzt, paßt. Heute sind sie den ganzen Tag drauf rumgeklettert und haben die Bretter draufgenagelt: da sitzt jeder Schlag, und schwindelfrei müssen sie auch sein.
Die Zimmerer sind ein anderer Menschenschlag als die Maurer. Bei den Zimmerleuten sitzt jeder Schlag, und man hat beim Zuschauen das Gefühl, die arbeiten genau, konzentriert und präzise. Da läuft kein Radio nebenher: man hört nur die Hammerschläge, den Kran und die Kreissäge. Das stört überhaupt nicht.
Ganz anders die Maurer: die schreien manchmal rum, haben den ganzen Tag das Radio auf voller Lautstärke dröhnen und lassen sich mit diesem unendlich geistlosen Gequassel von Antenne Bayern, Charivari (oder wie diese Kotzmeiersender) alle heißen zudröhnen. Es kommt auch vor, dass das Radio mal eine Viertelstunde lang einfach vor sich hin rauscht: dann hat’s den Sender verloren. Irgendwann geht dann einer hin und stellt einen anderen Kotzmeiersender ein – zuhören tut da sowieso keiner. Gestern bin ich während der Mittagspause der Maurer einfach auf’s Gerüst geklettert und hab das Ding ausgeschaltet (von Hand. Nicht mit einem Wackerstein, einem Gewehr oder dem Seitenschneider). Danach bin ich zum Polier hin und hab gefragt, ob sie das Ding nicht auslassen könnten.
Wieso, das läuft doch gar nicht!
Ja klar, ich hab’s gerade ausgestellt.
Ok, dann lassen wir’s eben aus.
Danke!
Na ja, dann hatte ich wenigstens zwei Stunden Ruhe, danach konnte einer ohne das blöde Gequassel nicht mehr weiterarbeiten und hat sich wieder die Dröhnung gegeben. Bis zum Abend.
Am Montag abend haben wir noch einen kleinen Spaziergang in der Landschaft zwischen Bergkirchen und Oberbachern herum gemacht. Das Wetter konnte sich im Gegensatz zu uns nicht recht entscheiden, ich habe deswegen die Kamera einfach mal von Zeit zu Zeit in den Himmel gehalten.
Markus Hörbrand: Lieber Tom, ich bin auf Deiner Linie, daß aus wenigen Steinen ein neues solides Fundament entstehen... Thomas: Ich glaube, da liegt ein Denkfehler vor. Es kommt nicht darauf an, dass die Leute sich ihre Kirche so... Markus: Lieber Tom, dann schaue ich auch mal in die Zukunft und sehe, daß der Bischof im Jahre 2025 ziemlich einsam...
Thomas: Von Leuten mit einer eMail-Adresse à la “defend@gmx.ch” will ich keinerlei Belehrungen... Dani: Das ist gar keine “PumpGun”!!! Das ist ein Kleinkalibriges Standardgewehr, was Sportschützen...
Thomas: Ja, das sind m.E. die Auswüchse dieser Gleichberchtigterei: es wird immer komplizierter und... Bernhard: Hallo Thomas, was mich eigentlich nochmehr ärgert in dem Artikel ist die Unterscheidung zwischen Christ...