Product Placement

Der Komponist Johannes Kreidler hat die GEMA vorgeführt. Dazu komponierte er ein 33 Sekunden langes Musikstück, in dem er 70.200 andere Musikstücke zitiert. Zitate anderer Werke in eigenen Musikstücken muß man bei der GEMA anmelden: dort sitzen dann hunderte von Verwaltungsangestellten, die ein vielfaches dessen verdienen, was die Mehrheit der Komponisten1) zum Leben haben.

Kreidler hat also 70.200 Formulare zur Anmeldung von Musikzitaten bestellt – und per LKW geliefert bekommen. Die GEMA hat allerdings pauschal die Annahme verweigert: diese Zitate müßten nicht angemeldet werden, weil sie nicht erkennbar seien. Ansonsten ist die GEMA hier wesentlich strenger: sogar dann, wenn man eigene Werke im Internet veröffentlicht, muß man der GEMA dafür was berappen. Aber das hier artete wohl in Arbeit aus, deswegen hat man die Notbremse gezogen.

Johannes Kreidler hat meine volle Unterstützung: sein Beitrag ist Kunst. Das Wort “Kunst” kommt nämlich nicht – wie es landläufig immer wieder mißverstanden wird – von “können”, sondern von “künden”2). Johannes Kreidler kündet hier von einer gerechteren Vision des Urheberrechts, und das ist Kunst.

Die GEMA ist längst keine Behörde zum Schutz des geistigen Eigentums ernsthafter Musikschaffender mehr, sondern zu einer Gelddruckmaschine der Hitsender-Musikindustrie gemacht worden – mit viel, viel Geld von denen, bei denen sich die Schere zwischen Arm und Reich zur richtigen Seite hin öffnet3).

Hier ist der Film von Johannes Kreidler zur Aktion:


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Fußnoten:
  1. Ich meine damit die, die nicht im Auftrag von Hit-Sendern Kacke absondern [ ]
  2. Daß Kackmusik-Komponisten etwas können, das bestreitet niemand. Aber sie künden von nichts. Daher ist ihre Musik keine Kunst. [ ]
  3. Die “richtige Seite” ist die, die immer waagerecht bleibt [ ]

1 Response to “Product Placement”


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