Verwegen

Da soll sie hin, die neue PropsteikircheIn Leipzig will die dortige katholische Propstei-Gemeinde St. Trinitatis mitten in der Stadt eine neue katholische Kirche bauen. Dafür ist am kommenden Sonntag eine landesweite Spendensammlung in allen katholischen Kirchen angesetzt.

Im Hinblick darauf, dass Deutschland zu den Missionsländern gezählt werden muß, habe ich denen mal ordentlich was überwiesen1). Es geht hier nicht um die Verbreitung des katholischen Glaubens, sondern überhaupt darum, dass ein Zeichen gesetzt wird: gemeinsam sind wir stark genug, Orientierung und Richtlinien zu setzen – ohne Anspruch auf Übernahme. Die Christen sind ganz normale Menschen, aber sie interessieren sich füreinander. Und darüber hinaus auch für alle anderen, deren religiöse und weltschauliche Ansichten zunächst einmal nichts über ihr Menschsein sagt.

Eigentlich macht es Spaß, ein solches Projekt gemeinsam mit -zigtausenden von Menschen aus ganz Deutschland auf die Beine zu stellen. Ich wünsche ihnen Glück zu dieser verwegenenen Idee und organisatorischen Meisterleistung, eine Spendensammlung für eine Kirche auf ganz Deutschland auszudehnen. Gottes Segen haben sie, und meinen jetzt auch.


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Fußnoten:
  1. Sie gehen mit der Zeit, die Sachsen: man kann das gleich online erledigen … [ ]

2 Responses to “Verwegen”


  1. 1Herbert

    Der bundesweite Spendenaufruf wird offenbar durchaus zwiespältig gesehen. Heute bekam ich eine Mail von jemandem aus dem Bistum Essen, in dem derzeit nahezu 100 Kirchen finanziell nicht mehr gestützt und deshalb umgewidmet oder abgerissen werden müssen. Dem Autor wäre es lieber, wenn zumindest die Kirchenmitglieder aus der Diözese Essen für ihre eigenen Kirchen spendeten als für ein “10-Mio-Prestige-Objekt” in Leipzig. – Na ja, ich kann’s nicht beurteilen. Wir im Westerwald haben unsere Kirchen noch.

  2. 2Thomas

    Ich habe auch nicht erwartet, dass Deutschland jubelt, weil einer auf eine gute Idee gekommen ist und sich für ein großes Projekt mit viel Elan engagiert.

    Das ist doch hier überall so: kaum macht einer was, schon hat er tausende von Besserwissern gegen sich: die tun zwar nichts reales, sondern denken sich aus, warum es vielleicht NICHT gehen könnte. Du kannst wirklich nichts mehr anfangen, ohne dass Du mit bösen und mißgünstigen Kommentaren von allen Seiten zugeschmissen wird. Auf diese Weise wird jegliche Initiative von vornherein im Keim erstickt.

    Schaut Euch um, wie’s läuft. Und ihr werdet genau das sehen. Ich habe beschlossen, da nicht mehr mitzumachen: dieser Neid und diese Mißgunst, die nur mit scheinbar rationalen Argumenten geführt wird, ist nicht Sache des heiligen Geistes.

    Da setze ich doch lieber ein dickes, millionenteures Prestigeobjekt – das aber von Begeisterung und Engagement getragen wird – mitten in die Diaspora, als diesen Krämerseelen auch nur einen einzigen Euro zu überlassen.

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