BWV 137

Ich komme gerade aus dem evangelischen Gottesdienst, wo wir die Kantate 137 “Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren” von Johann Sebastian Bach aufgeführt haben. Es war eine beeindruckende Veranstaltung: der Gottesdienst rankte sich um die 5 Strophen des Liedes von Joachim Neander, die dann in der Form von Bachs Musik mit Pauken und Trompeten erklang.

Darunter darf man sich nun keine Aufführungen in CD-Qualität vorstellen – denn darum geht es nicht. Es geht darum, dass die Gemeinde sich selbst und Gott in ihrer Mitte feiert. Dadurch, dass sie ein solches Projekt mit Instrumentalisten, Chor und Gottesdienst auf die Beine stellt, zeigt sie, dass sie im Inneren zusammengehört und über den entsprechenden Zusammenhalt verfügt: ohne das ist sowas nicht zu machen.

Natürlich kann man eine Kantate auch “chemisch rein” im Münchener Herkulessaal oder im Gasteig aufführen: dann geht es allein um die Musik und Bachs musikalische Formensprache. Das ist aber am Sinn dieser Musik vorbei gedacht: sie soll das “Ich bin bei Euch” in den Mittelpunkt der feiernden Gemeinde stellen. Sie soll nicht den Meister loben, sie soll nicht den Dirigenten hervorheben, sie soll nicht Solisten präsentieren.

Nichts desto trotz ist es eine gewaltige Leistung für eine kleine Gemeinde, die ganze Geschichte so zu programmieren, dass im Mittelpunkt des Gottesdiensts so etwas erklingen kann: die Gröbenzeller Zachäus-Gemeinde kann sehr stolz darauf sein, dass sie Leute hat, die das organisieren können. Und die Sänger, Solisten und Instrumentalisten können stolz darauf sein, dass ihre Gemeinde ihnen das ermöglicht.

Es war toll.

1 Response to “BWV 137”


  1. [...] und spielten bei den Protestanten mit und umgekehrt. Ich wollte auch gerne hin und wieder mal eine Bach-Kantate hören bzw. aufführen, und das ging am besten da, wo sie hingehört: nach der Predigt eines evangelischen Pastors in eine [...]

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