Archive for September, 2011

Millionen kennen mich nicht

Heute kam ein Newsletter aus MeckVopp an, der sich darüber beklagte, dass 1,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern mich nicht kennen würden und dass man das für mich ändern wolle. Für 117€ im Quartal, spottbillig abgezockt, sozusagen.

Ich will aber gar nicht für die Mecklenburg-Vorpommerschen Bürgerinnen und Bürger auffindbar sein. Dass die mich – bei 6% NPD-Wählern und 52% Wahlbeteiligung ist das nicht eben unwahrscheinlich – für einen Ausländer halten und durch die Straßen jagen wollen: das Risiko ist mir einfach zu hoch.

Heiminsassen

Öffentlichkeits-affine Stellen bemühen sich ja gemeinhin um euphemisierende Namensgebung: Kinder werden da schnell zu “Kids”, weil sich das zackiger anhört, alte Leute sind die “Senioren”, weil das so klingt, als hätten sie noch irgendwas zu sagen und Broiler in spe aus elender Hühner-KZ-Haltung heißen dann “Wiesenhof-Hähnchen”. In der Eifel fuhren wir an einem Altenheim vorbei, das sich auf einer Tafel als “Heim für dementiell veränderte Senioren” ausgab1).

Besonders sensibel für den Unterschied zwischen Blendwerk und Wirklichkeit zeigte sich dieser Tage eine hiesige Gruppierung, die für einen Vortrag wirbt. Nach außen sind es die Senioren. Aber wenn keiner mehr hinguckt, dann mutieren sie zu dem, was sie sind und bleiben sollen: Heiminsassen halt.


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Fußnoten:
  1. Das Team, das diese äußerst feinfühlige Bezeichnung erfunden hat, war wohl aus irgendeiner Jeckenanstalt entwichen. [ ]

Peinliches MeckVopp

Hörte heute morgen im Deutschlandfunk, dass ein Zeitungs-Autor1) geschrieben habe, es sei für die FDP peinlich, in Mecklenburg-Vorpommern nur auf 3% gekommen zu sein.

Was mir peinlich ist:

  • MeckVopp lebt von Transferleistungen anderer Bundesländer.
  • Nur die Hälfte der dortigen Transferleistungsempfänger hält es für nötig, den Arsch zur Wahlkabine zu bewegen.
  • Und macht es dadurch den Nazis leicht, mit 6% sogenannter “Wählerstimmen” in deren Parlament einzuziehen, so dass die Tagesschau solche Rattenfänger wie Herrn Pastörs (NPD) öffentlich schwadronieren lassen muss.

Das ist peinlich – und nicht die FDP. Aber das traut er sich nicht zu schreiben, der Herr Journalist: wer der Wahrheit zu nahe kommt, kriegt was auf die Mütze.


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Fußnoten:
  1. Das Schlimme am Radio ist, dass man hinterher nicht mehr weiß, von welcher Zeitung die Rede war. [ ]