Archive for November, 2011
Montag, 21.11.11 - by Thomas
Heute eine eMail an den Präsidenten des selbsternannten “Zentralkomitees der deutschen Katholiken”:
Sehr geehrter Herr Dr. Glück,
der webPage)
http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/ZdK-verabschiedet-Entschliessung-fuer-ein-partnerschaftliches-Zusammenwirken-von-Frauen-und-Maennern-in-der-Kirche-684Z/
entnehme ich, dass das Zentralkomitee der deutschen Katholiken eine Entschließung verabschiedet hat, in dessen vorletzem Absatz die Diakoninnenweihe für Frauen gefordert wird.
Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich damit NICHT einverstanden bin. Unter anderem, weil eine Gleichberechtigung von Mann und Frau nie Sinn und Zweck des katholischen Bekenntnisses gewesen ist, sondern die katholische Kirche immer mit besonderem Augenmerk darauf hingewiesen hat, dass Mann und Frau gleichwertig sind.
Nach meinem Selbstverständnis als katholischer Christ ist es wichtiger und zukunftsweisender, auf diese Gleichwertigkeit hinzuweisen, ohne die Verschiedenheit einzuebnen – auch wenn es sehr viel schwerer zu verstehen und zu vermitteln ist, was damit gemeint ist. Es tut mir aufrichtig leid, dass das Zentralkomitee der deutschen Katholiken aufgehört hat, an diesem Punkt und unter Ihrer Leitung weiter um die Klarheit der Verkündigung zu ringen und statt dessen einer etwas platten Gleichberechtigung das Feld überlassen hat, die sich politisch besser verkaufen läßt. Damit hat meiner Meinung nach das ZdK den Boden des über die Zeiten hinaus wirkenden Wesens der katholischen Kirche verlassen und sich statt dessen einem ängstlichen Tanz um das goldene Kalb des Zeitgeistes angeschlossen.
Ich persönlich fühle mich deswegen vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken in keiner Weise vertreten und erkläre hiermit, dass dieses Zentralkomitee nicht für mich spricht. Gleichzeitig beantrage ich eine Umbenennung des “Zentralkomitee der deutschen Katholiken” in “Zentralkomitee einiger deutscher Katholikinnen und Katholiken”, damit schon im Namen des Vereins die Partikularströmung deutlich und ehrlich herausgestellt wird.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Reuter
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Fußnoten:
Samstag, 19.11.11 - by Thomas
Am Mittwoch mußte ich um halb 6 in der Frühe aufstehen und nach München fahren – und für so was Unwichtiges wie Schuhe anziehen macht man nicht extra Licht.
Das Ergebnis war, dass ich dann in München aus dem Auto ausstieg und ungläubig auf meine Füße starrte: zwei verschiedene! Na ja, mal schnell nach Hause und den Fehler korrigieren konnte ich nicht: da mußte ich wohl durch, einen ganzen Arbeitstag lang.
Ich glaube sowieso, es hat keiner gemerkt. Und für alle Fälle hätte ich dann eine Entzündung am Fuß gehabt, klar.
Freitag, 18.11.11 - by Thomas
Die Tage hatte ich ein langes Telefonat mit meinem Vetter Johannes aus Berlin, Architekt seines Zeichens, hat gerade die katholische Pfarrkirche St. Jodokus in Bielefeld renoviert. Das Projekt kenne ich nur von den Bildern, die auf seiner webSite veröffentlicht sind: daher kann ich die Proportionen und genauen Tiefenwirkungen nur abschätzen – aber ich werde bei nächster Gelegenheit mal hinfahren und mir das ansehen.
Was ich besonders schön an der Realisierung finde: der Tabernakel mit dem Allerheiligsten findet nicht, wie es sonst aus von Vorsicht geleiteten Erwägungen heraus üblich ist, im umschlossenen Kirchenenraum Platz. Sondern er wurde bewußt aus der Kirche heraus in die Welt geschoben, indem man einen Durchbruch nach außen gemacht hat und eine von außen sehr deutlich wahrnehmbare “schützende Hülle” drum gebaut hat.
Für mich hat das eine geradezu befreiende Symbolik. Dazu fällt mir sofort die Bibelstelle aus 2 Moses 3,5 ein):
“Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.”
Das ist durchaus ein Grund, warum der Tabernakel eben nicht am Altar positioniert sein soll: da soll keiner – nichtmal die Priester in Ausübung ihres Amtes – acht- und gedankenlos dran vorbeilaufen und ihn einfach so für das Tagwerk vereinnahmen. Gott – und damit auch seine Repräsentation im Tabernakel – ist nicht von dieser Welt, und er braucht selbst in der Kirche, die von ihm erzählt und ihn verkündigt, einen besonderen Platz).
Überzeugend deutlich wird an der architektonischen Lösung auch die Tatsache, dass sich die Kirche – zumindest die katholische – nicht nur dem Hier und Jetzt verpflichtet sieht, sondern auch das “et in saecula saeculorum” in den Blick nimmt: aus dem alten, gotischen Kirchenraum wächst etwas Neues heraus, das das Heilige in sich trägt, aber ohne das Alte, Überlieferte sinnlos wäre. So stellt die Architektur hier eine Wahrheit der katholischen Lehre überzeugend dar: Christus wirkt durch die Zeit hindurch, und in jeder Zeit ist er lebendig und schafft Neues.
Jetzt scheint es da aber ein Problem zu geben: diese “Ausuferung” des Allerheiligsten nach außen in die Welt fordert die Bielefelder Sprayer-Szene zum Taggen auf. Der schützende Raum mit seiner ungeschützten Außenwand wird wohl häufig zum Ziel dessen, was man gemeinhin als “Schmiererei” bezeichnen würde.
Irgendwie finde ich das gar nicht so schlecht: Da steckt eine Menge Zeichenhaftes drin, das einen gestandenen Katholiken durchaus nachdenklich werden lassen kann.
Der Tabernakelraum schiebt sich ja tatsächlich wie etwas Unerhörtes aus dem geschützten Kirchenraum in eine Welt, die sich schon lange nicht mehr darin einig ist, dass das Christentum eine Leitkultur darstellt. Das hat schon etwas sehr Freches und Provokantes; zurückhaltende Vornehmheit vermisst der gutmenschelnde Kritiker hier sicherlich ebenso schmerzlich wie öffentlich. Da geht eine Kirchengemeinde hin und behält es einfach nicht für sich, dieses Allerheiligste, sondern sie lässt es wieder zu, dass es sich ein Loch in die Mauern sprengt und nach außen Bahn bricht! Und siehe da, die Sprayer von Bielefeld wissen ganz genau, wo sie ihre Tags anbringen müssen, damit es auch am meisten weh tut: ich habe mir sagen lassen, dass die ebenso einladenden Kirchenwände bei weitem nicht so begehrt sind wie diese neue Tabernakelwand. Sensibel sind sie schon, diese Schmierfinken!
Ein Allerheiligstes, das sich aus seinem Tempel begibt, um sich verunzieren zu lassen? Haben wir das nicht schon mal als “O Haupt voll Blut und Wunden”) in Bachs Matthäuspassion gehört? Ist nicht Christus obszön ans Kreuz genagelt worden, noch schnell vor Pessach, damit das schöne Fest nicht besudelt wird? Ist es nicht eine der drei Säulen der Kirche), genau dahin zu gehen, wo es eben gar nicht mehr so schön ist, wo gelitten und ganz unfein gestorben wird? Sich das anzutun und mit zu leiden?
Gut: man könnte Einiges tun, um der Verunreinigung des Allerheiligsten durch Leute, die es nicht besser wissen, Einhalt zu gebieten:
- Man könnte ein Gitter drum bauen. Damit keiner an meinen Gott rankommt. Machen wir mit unseren Geldschränken ja auch, und auch mit unseren Gefangenen.
- Man könnte ein paar Pflanzen setzen, die das Allerheiligste mit gnädiger Langsamkeit dem verstörten Blick der Öffentlichkeit wieder nehmen. Das wäre die vornehme Tour, und das Allerheiligste ist in ein paar Jahren wieder zugewuchert. Diese Lösung wird gerne genommen, und Efeu ist der größte Feind des Taggers.
- Ein Glashaus kann man auch aufbauen. Das Allerheiligste vor Wind und Wetter schützen – und vor allem vor denen, die provozieren wollen. Mir ist nur unklar, wie man allen Ernstes begründen will, dass Gott sich von irgendeiner Institution vor Provokation schützen lassen möchte: ich glaube, das hat er so nie gesagt.
- Man kann die Außenfront mit Lotosfarbe bepinseln: der nächste Regen wäscht dann alles ab. Ich erinnere mich allerdings nicht an eine einzige Bibelstelle, in der nachgewiesen ist, dass Jesus irgendwas in der Art gesagt hat: Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Wenn ich morgen aufstehe, bin ich wieder sauber, ihr aber seid immer noch dreckig wie die Ferkel. Im Gegenteil: nachdem ihm die Jünger ihm auf dem Berg Tabor eine klinisch reine Einraumwohnung bauen wollten, hat er gemeint: laßt das sein, Jungs, wir gehen wieder nach unten zu den Menschen. Und redet nicht so viel von dem, was ihr hier gesehen habt.
Ich weiß nicht, was die Pfarrei zu tun gedenkt. Aber dass diese Tabernakel das Potential hat, ein paar Grundgedanken christlicher Ethik sehr anstößig nach außen zu tragen, das scheint mir gewiß. Vielleicht könnte man eine Art Klagemauer draus machen? Oder selber fleißig was drauf sprayen, die Firmlinge zum Beispiel? Es als unpassend farbiges Zeugnis für Gottes unbequeme Gegenwart verstehen? Die Feinde dagegen toben lassen (Ps. 83, Apg. 4,25) und mit Gelassenheit abwarten, was passiert? Vielleicht kommt man mit dem einen oder anderen Feind sogar ins Gespräch – und siehe da, es ist gar keiner?
Wird spannend.
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Fußnoten:
Sonntag, 13.11.11 - by Thomas
Am Wochenende war Familienfest: wir haben eine tiefgefrorene Gans in eine andere Daseinsform überführt. Aber neue kommunikative Herausforderungen erfordern auch neue Sitten: damit die Arbeit bei Tisch nicht durch ständige Kommunikation mit Nicht-Anwesenden unterbrochen wurde, mußten alle mobilen Endgeräte (auch solche ohne Telefonfunktion) in einem Körbchen abgelegt werden. Im Mittelalter legte man seine Waffen ab – heute die Teleföner.
Das hat auch sehr gut geklappt und sah zudem noch witzig aus, dieser Haufen Elektronik, der nach Aufmerksamkeit gierte und dennoch mal einen Abend unter seinesgleichen ungewärmt verbringen mußte. Na ja, wir sind halt meistenteils eine Apple-Familie …
Man konnte, als sie da alle so schön beisammen lagen, auch ein schönes Wettspiel veranstalten. Erster Preis: eine Tafel Schokolade, zweiter Preis: eine DVD. Und das ging so:
Einer hatte eine SMS-Flatrate. Darüber hat er eine SMS an alle Telefone im Körbchen geschickt. Welches sich zuerst gemeldet hat, dessen Besitzer bekam die Schoki, der nächste durfte sich über die DVD freuen. Auf diese Weise konnte ich die von mir gesponserte Tafel Schokolade erfolgreich zurückerobern. Simyo sei Dank!
Samstag, 12.11.11 - by Thomas
Heute abend war Kirchenmusikerkonferenz hier am Ort, die mit folgenden Gedanken eingeleitet wurde:
Musik ist eine Himmelsgabe…
…weil sie etwas kann, was die Welt reich und die Seele weit macht: Musik kann berühren und aufrichten, klagen, lachen, weinen und loben. Für alle Höhen und Tiefen des Menschen gibt es einen Klang, eine Melodie aus dem universellen Reich der Musik.
So erfüllt die Musik wie kaum ein anderes Tun der Kirche den tröstenden Ruf an alle Mühseligen und Beladenen, denn sie kann Wunden heilen, Stricke des Herzens und Fesseln des Geistes lösen. Sie kann dies auch dort, wo die Sprache des Glaubens und das Wort vom Kreuz auf taube Ohren stoßen. Wie oft kommen Menschen nach Hektik und Alltag, Anstrengung und Angst in Kirchen, hören Klänge und Konzerte und spüren: Die Ohren zum Himmel sind offen und die religiöse Musikalität der Seele ist wieder befreit.
Die Kunst, die die Kirche hervorgebracht hat, ist neben den Heiligen, die in ihr gewachsen sind, die einzige wirkliche Verteidigung, die sie für ihre Geschichte vorzubringen hat.)
Die Herrlichkeit, die durch sie entstanden ist, verbürgt den Herrn, nicht all die gescheiten Ausflüchte, die die Theologie für das Schreckliche findet, an dem die Geschichte leider auch so reich ist. Wenn die Kirche die Welt verwandeln, verbessern soll, wie kann sie das tun, und dabei zugleich auf die Schönheit verzichten, die mit der Liebe eng zusammengehört und mit ihr die größtmögliche Annäherung an die Auferstehungswelt ist?
Die Kirche muss anspruchsvoll bleiben, sie muss eine Heimstatt des Schönen sein. Nur so bezeugt sie das Abgründige des österlichen Glaubens, dass die Dunkelheit des Todes die Rückseite von blendendem Licht ist.
Peter Hofer
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Fußnoten:
Mittwoch, 9.11.11 - by Thomas
Schau an, schau an.
Apple hat sich viel dafür schelten lassen müssen, dass es für iPod, iPhone und iPad kein Flash-PlugIn gibt: das ist eine Technik, mit der sich bewegte Bilder, Filme und Animationen anzeigen lassen. Das geht auf den Apple-Mobiles nicht. Diese PlugIns sind sehr rechenintensiv und belasten daher den Prozessor der Geräte überproportional stark, was in der Folge zu kürzenen Batterielaufzeiten führt.
Jetzt verkündet Adobe), der Hersteller von Flash, dass sie Flash für mobile Endgeräte nicht weiterentwickeln werden. Das ist um so erstaunlicher, als so gut wie alle anderen Hersteller von Smartphones Flash einsetzen: Adobe wird es sich mit denen also ziemlich verscherzen.
Da scheint Apple wieder einmal genau ins Schwarze getroffen zu haben – freilich, wie immer, um Jahre früher als der hinterherwankende Troß aller anderen.
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Fußnoten:
Montag, 7.11.11 - by Thomas
Die Tage war ich mit meinem Sohn in Nürnberg unterwegs. Als wir am Bahnhof in die U-Bahn einsteigen wollten, kamen uns 4 Polizisten in voller Kampfmontur entgegen. Wahrscheinlich auf dem Weg zu irgendeinem Einsatz, die armen Schweine.
Mein Sohn reagierte ungehalten: er kriege so’n Hals, wenn er die Polizei in diesen Rüstungen sähe.
Das kann ich verstehen: ich würde ähnlich empfinden, wenn ich nur diesen einen Blickwinkel hätte: wieso kommen am Samstag morgen voll aufgerüstete Polizisten aus der U-Bahn? Sind die nicht nur dazu da, alles noch viel schlimmer zu machen? Können die nicht unerkannt Demonstranten zusammenknüppeln, während friedliche Demo-Teilnehmer sich nicht vermummen dürfen?
Nun: das können die, sicherlich. Und vielleicht ist auch der ein- oder andere linke Hund darunter, dem das Schwingen des Schlagstocks mehr Freude als notwendig macht.
Aber diese Kampfausrüstung ist Teil der Fürsorge des Staates) für seine Beamten. Und da die Beamten nie vorher wissen können, ob auf einer “friedliche” Demonstration vielleicht von ganz unerwarteter Seite zur Bullenhatz geblasen wird, bleibt ihnen meiner Meinung nach gar nichts anderes übrig, als auch für kleine Einsätze immer in voller Montur zu erscheinen)
Wer das nicht glauben will, der sollte sich mal diesen 7-Minuten-Beitrag aus der ZDF-Mediathek anschauen und hinterher nochmal sagen, ober er seinen Bruder, seinen Vater, Tochter, Sohn oder was auch immer nochmal gerne ohne Vollausrüstung an die Demofront schicken will. Er kann mir dann gleich in seiner Antwort auch noch mitteilen, ob er ebenso ruhig und besonnen die Waffe nur als Drohung verwendet hätte. Ich wäre mir meiner nicht sicher angesichts solchen Hasses.
Ich glaube nämlich, wir sollen uns doch noch mal genauer fragen, was uns das Demonstrationsrecht wert ist. Und ob wir nicht auch im Falle einer etwas zu harten Polizei-Reaktion uns nicht doch erst mal lieber auf deren Seite stellen. Sonst geht bald gar nichts mehr.
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Fußnoten:
Samstag, 5.11.11 - by Thomas
Die Tage lag wieder nebenstehender Zettel im Briefkasten: scheinbar sammelt das rote Kreuz wieder Altkleider, um sie Bedürftigen zu überlassen. Erst wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es sich um eine Sammlung zu Gunsten des Roten Kreuzes handelt. Und was “zu Gunsten” genau heißt – speziell, wie hoch der Gunst-Anteil ist -, weiß man so genau dann auch nicht.
Wenn man diesem Artikel in der ZEIT Glauben schenken darf), dann sind diese Kleiderspenden von der “inneren Liste der caritativen Akte” zu streichen: sie helfen eher, das Problem zu verstärken, das Sie vorgeben zu bekämpfen. Die etwas besseren Klamotten gehen sowieso nach Osteuropa und werden dort gegen ansehnlichen Gewinn weiterverkauft, der brauchbare Rest geht nach Afrika und wird für Centbeträge unter’s Volk gebracht – bei dieser Masse ebenfalls sehr einträglich, und nur der nicht mehr verwertbare Kleidungsrest wird irgendwie recycelt.
Geld machen damit ausschließlich die Unternehmen, die die Kleidersammlungen betreiben, es handelt sich in gar keinem Falle um irgendwelche NGOs oder sonstige caritativen Unternehmen, die damit die Ärmsten der Armen unterstützen. Weit gefehlt: da diese Sammlung von weggeworfenen Altkleidern speziell in Afrika solche Kleiderberge erzeugt hat, macht sie die Textilindustrie in den dafür bestimmten Ländern völlig platt. Mit allen Konsequenzen: Altleider sind immer billiger als selbst gefertigte. -zigtausende von Arbeitern sind von den Pleite gegangenen Textilunternehmen entlassen worden: erneut hängen diese Schwellenländer am Tropf der reichen Länder, die ihnen Brosamen statt Hilfe zukommen lassen.
Und was hat das Rote Kreuz damit zu tun? Dafür, dass das rote Kreuz vom Roten Kreuz auf den Zettel gedruckt werden darf, kassieren die, und mit diesem Lizenz-Geld finanzieren sie ihre Arbeit. Das ist ja nun auch nicht erst mal schlecht – aber es ist bedenkenswert, ob sie damit eine Arbeit finanzieren, die ohne die Kleiderschwemme vielleicht gar nicht nötig wäre, weil sich die Leute dann besser selber helfen könnten?
Der Artikel der ZEIT empfiehlt, die rausgestellten Kleider so zu zerschneiden, dass sie nicht mehr getragen werden können. Dann werden sie recycelt – vielleicht die sinnvollste Alternative.
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Fußnoten:
Dienstag, 1.11.11 - by Thomas
Heute ist Allerheiligen: da darf der Moselschiffer auf die Heizung. Jetzt kommt ja eher das frostige Halbjahr, und ich will nicht, dass es deswegen zu große Sprünge macht. Im Übrigen haben ihm die Vögel dieses Jahr ganz schön auf dem Kopf rumgetanzt und auch einige Hinterlassenschaften unberechtigt abgelegt. Damit ist im Winterquartier hoffentlich nicht zu rechnen.
Allerheiligen hat immer so einen besonderen Reiz: es ist jetzt sehr handgreiflich merkbar, dass es stark auf den Winter zugeht. In manchen Jahren ist es bereits eiskalt, dieses Jahr dehnt sich der Herbst noch etwas aus, und es sind noch sehr viele Blätter auf den Bäumen. Zeit genug, mal wieder etwas längere Artikel zu lesen:
- “Mein armes Amerika” von Jana Simon, erschienen auf ZEIT online am 31.10.2011. Man braucht eine halbe Stunde, aber es lohnt sich, an der Entzauberung eines Mythos lesend teilzunehmen – und sich so seine eigenen Gedanken zu machen.
- “Die erste Beichte” – ein Interview bei kath.net mit der Journalistin Barbara Wenz, die vor einigen Jahren zum katholischen Glauben übergetreten ist und es jetzt genießt, mit ihrer gesamten Intelligenz nicht mehr ganz allein zu sein auf der Welt. Ihre Begründungen, warum ihre Suche nach Spiritualität trotz umfassender Kenntnis anderer Religionen nur im Christentum ein Ziel fand, sind bedenkenswert.