Kirchenmusik

Heute abend war Kirchenmusikerkonferenz hier am Ort, die mit folgenden Gedanken eingeleitet wurde:

Musik ist eine Himmelsgabe…

…weil sie etwas kann, was die Welt reich und die Seele weit macht: Musik kann berühren und aufrichten, klagen, lachen, weinen und loben. Für alle Höhen und Tiefen des Menschen gibt es einen Klang, eine Melodie aus dem universellen Reich der Musik.

So erfüllt die Musik wie kaum ein anderes Tun der Kirche den tröstenden Ruf an alle Mühseligen und Beladenen, denn sie kann Wunden heilen, Stricke des Herzens und Fesseln des Geistes lösen. Sie kann dies auch dort, wo die Sprache des Glaubens und das Wort vom Kreuz auf taube Ohren stoßen. Wie oft kommen Menschen nach Hektik und Alltag, Anstrengung und Angst in Kirchen, hören Klänge und Konzerte und spüren: Die Ohren zum Himmel sind offen und die religiöse Musikalität der Seele ist wieder befreit.

Die Kunst, die die Kirche hervorgebracht hat, ist neben den Heiligen, die in ihr gewachsen sind, die einzige wirkliche Verteidigung, die sie für ihre Geschichte vorzubringen hat.1)

Die Herrlichkeit, die durch sie entstanden ist, verbürgt den Herrn, nicht all die gescheiten Ausflüchte, die die Theologie für das Schreckliche findet, an dem die Geschichte leider auch so reich ist. Wenn die Kirche die Welt verwandeln, verbessern soll, wie kann sie das tun, und dabei zugleich auf die Schönheit verzichten, die mit der Liebe eng zusammengehört und mit ihr die größtmögliche Annäherung an die Auferstehungswelt ist?

Die Kirche muss anspruchsvoll bleiben, sie muss eine Heimstatt des Schönen sein. Nur so bezeugt sie das Abgründige des österlichen Glaubens, dass die Dunkelheit des Todes die Rückseite von blendendem Licht ist.

Peter Hofer


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Fußnoten:
  1. Joseph Ratzinger, zur “Theologie der Kirchenmusik” [ ]

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