ZdKInnen

Heute eine eMail an den Präsidenten des selbsternannten “Zentralkomitees der deutschen Katholiken”:

Sehr geehrter Herr Dr. Glück,

der webPage1)

http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/ZdK-verabschiedet-Entschliessung-fuer-ein-partnerschaftliches-Zusammenwirken-von-Frauen-und-Maennern-in-der-Kirche-684Z/

entnehme ich, dass das Zentralkomitee der deutschen Katholiken eine Entschließung verabschiedet hat, in dessen vorletzem Absatz die Diakoninnenweihe für Frauen gefordert wird.
Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich damit NICHT einverstanden bin. Unter anderem, weil eine Gleichberechtigung von Mann und Frau nie Sinn und Zweck des katholischen Bekenntnisses gewesen ist, sondern die katholische Kirche immer mit besonderem Augenmerk darauf hingewiesen hat, dass Mann und Frau gleichwertig sind.

Nach meinem Selbstverständnis als katholischer Christ ist es wichtiger und zukunftsweisender, auf diese Gleichwertigkeit hinzuweisen, ohne die Verschiedenheit einzuebnen – auch wenn es sehr viel schwerer zu verstehen und zu vermitteln ist, was damit gemeint ist. Es tut mir aufrichtig leid, dass das Zentralkomitee der deutschen Katholiken aufgehört hat, an diesem Punkt und unter Ihrer Leitung weiter um die Klarheit der Verkündigung zu ringen und statt dessen einer etwas platten Gleichberechtigung das Feld überlassen hat, die sich politisch besser verkaufen läßt. Damit hat meiner Meinung nach das ZdK den Boden des über die Zeiten hinaus wirkenden Wesens der katholischen Kirche verlassen und sich statt dessen einem ängstlichen Tanz um das goldene Kalb des Zeitgeistes angeschlossen.

Ich persönlich fühle mich deswegen vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken in keiner Weise vertreten und erkläre hiermit, dass dieses Zentralkomitee nicht für mich spricht. Gleichzeitig beantrage ich eine Umbenennung des “Zentralkomitee der deutschen Katholiken” in “Zentralkomitee einiger deutscher Katholikinnen und Katholiken”, damit schon im Namen des Vereins die Partikularströmung deutlich und ehrlich herausgestellt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Reuter


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Fußnoten:
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2 Responses to “ZdKInnen”


  1. 1Bernhard

    Hallo Thomas,
    was mich eigentlich nochmehr ärgert in dem Artikel ist die Unterscheidung zwischen Christ und Christin. Christ ist doch eine geschlechtsunspezifische Religionszugehörigkeit! So werden für die Zukunft aus einer Religion zwei Religionen gemacht. Eine für Christen, eine für Christinnen. Bekämpfen dürfen die sich natürlich auch.
    Jetzt müssen noch die christlichen Kinder der Fairnes halber mit Christkinder und Christkindinnen angesprochen werden dann hat man die irdische Viereinigkeit der christkatholischen Dummheit zusammen.
    Es fragt sich also ganz einfach:
    Mensch- und Menschinnen in den Deutschkatholischen Organisationen: Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?

  2. 2Thomas

    Ja, das sind m.E. die Auswüchse dieser Gleichberchtigterei: es wird immer komplizierter und detailversessener statt umfassender und lebbarer: Letzteres ist ja eigentlich der Grund des Christentums.

    Es gibt ein – eigentlich sehr schönes – “Neues geistliches Lied”, das vom Wasser in der Wüste und dem Leben dadurch erzählt. Dort heißt es irgendwo: “Toter, Tote steh auf!”. Mittlerweile sind wir also allen Ernstes schon in der postmortalen politischen Korrektheit angekommen.

    Ich fürchte nur, solange Politiker nach Rücktritt vom Amt in katholischen Gremien arbeiten, wird es noch viel schlimmer werden. In dem o.g. Lied ist zum Beispiel die Reihenfolge falsch, weil es sich an der Liedmelodie orientiert: es muß politisch korrekt – wie es das ZdK vorschreibt – natürlich “Tote, Toter steh auf!” heißen, denn Frauen sind zuerst zu nennen.

    Ich denke, da wird umkomponiert werden müssen – und das wird so kommen: In einigen Gemeinden sind in den Gesangbüchern bereits die Stellen, wo von “Brüdern” die Rede ist, überklebt mit einem nichtssagenden, aber politisch korrekten Text.

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