Verdreht

Wenn mich ja was nervt, dann sind das politische Beiträge, die ganz bewußt thematisch unpassende Sachverhalte ausklammern und mit zugespitzten Statements die Claqueure zur Raserei bringen. So jetzt wieder Renate Künast von den GRÜNEN, die es gestern in der Bundestagsdebatte über die Frauenquote wieder einmal wunderschön vorexerziert hat, wie sowas geht:

Warum stellen die Unternehmen in Führungspositionen immer noch überproportional Männer ein, wo doch die Frauen einen viel höheren Prozentsatz an Uniabschlüssen haben und dazu bessere Noten?

Ach so. Soll das heißen: Wenn 10 neue Vorstände von Maschinenbauunternehmen gebraucht werden, dann muss man die mit Frauen besetzen, weil die in Sozialwissenschaften, Jura und Englisch bessere Noten haben? Und wie erklärt sie dann, dass es immer noch die Männer sind, die die Ochsentour von unten nach oben auf sich nehmen und trotzdem nach 20, 30 Jahren in die Unternehmensspitze aufsteigen, während das gesamte Bildungssystem durchgängig von Klasse 1 bis 12 auf bessere Noten für Mädchen ausgerichtet worden ist?

Dann holzt sie weiter:

Die Zukunft heißt: Nach Qualifikation einstellen, und nicht einfach immer nur Männer finden.

So so. Im Gegensatz zur beifallkonformen Weltsicht von Frau Künast könnte es sein, dass die Industrie eben genau das macht: nach Qualifikation einstellen. Eine Frauenquote wird genau das ändern: dann wird eben nicht mehr nach Qualifikation eingestellt. Das will sie per Gesetz einführen, dass die Industrie nicht mehr nach Qualifikation einstellt, sondern nach dem Willen der Regierung.

Die Folgen sieht man jetzt schon im Schulsystem: da werden Frauen grob fahrlässig in Leitungsfunktionen gepusht. Man hat dann in gar nicht so wenigen Fällen eine unqualifizierte Fachleiterin / Direktorin vor der Nase sitzen, die 15 bis 20 Jahre lang den Betrieb behindert, weil sie’s nicht kann, nicht will und auch generell überfordert ist1). Das gibt es natürlich bei Männern auch, aber die Unfallquote ist geringer, weil sie wenigstens nicht per Gesetz auf die Stelle gehievt werden.

Einfach Klasse, wie Frau Künast Probleme löst. Sie sollte an Albert Einsteins Grab einen Dynamo installieren, so wie sie den zum Rotieren bringt …


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Fußnoten:
  1. Sie ist auf die Stelle gekommen, weil sie eine Frau ist, und sie kann bis zur Pension nicht wieder abgelöst werden, weil sie eine Frau ist. Nirgendwo taucht hier das Kriterium der Qualifikation auf. [ ]

1 Response to “Verdreht”


  1. 1tbo

    Ja, ganz so einfach geht das nicht, wie man das gerne postuliert: Gute Noten, ordentlicher Stallgeruch und fertig ist die Karriere. Wenn es so einfach wäre, bräuchte man keine Geschlechterdebatte, sondern nur eineen Einstellungs-NC.
    Vielleicht sollte man es lieber anders herum aufziehen: Unser Wirtschaftssystem (sprich: Industrialisierung) ist eine Erweiterung der Manufakturen, der Handwerksbetriebe. Da ist vor allem körperlicher Einsatz gefragt. Mit dem allmählichen Umstieg auf die Dienstleistungsgesellschaft aber schwinden die Anforderungen an das Handwerkliche und könnten einem geschlechtsneutralen Einstellungsprozess Platz machen. Könnten, denn es gibt da neben der bekannten biologischen Hürde (kinder kriegen tun nun mal nur die Weibchen) auch die “eingefahrenen Prozesse”, die sich im Arbeitsalltag bemerkbar machen. Da zählt eben knallhartes Durchsetzen und faktengestütztes Untermauern mehr als die Fähigkeit, Komproimisse zu schließen (was ja auch beispielsweise im Maschinenbau kaum Sinn macht: entweder die Schraube passt oder nicht, da gibt es keinen Kompromiss).
    Und es gibt noch die Frage, ob man eigentlich überhaupt eine Karriere in einem Vorstand als erstrebenswert sehen muss. Die Jungs stehen dauernd unter Strom, kennen ihre familie nur von Bildern, ruinieren ihre Gesundheit in permanenten Revierkämpfen — muss man das wollen als Frau? Ich will es ja auch nicht, und ich bin bloß ein Mann…

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