Jetzt gibt es eigentlich wirklich keinen Grund mehr, keinen Apple zu kaufen: auch das leidige kalte-Füße-Problem bei Frauen gehört endgültig der Vergangenheit an. Das Video1) beweist es:
________ Fußnoten:
gefunden bei Macnews.de, letztendlich bei YouTube [ ↩ ]
Die ZEIT-online beschäftigt sich im Zusammenhang mit den sich stetig nach oben schiebenden Mißbrauchs-Fallzahlen am Canisius-Kolleg in Berlin mit der damit einhergehenden Hysterie: die Sexualneurosen innerhalb der katholischen Kirche seien extrem hoch und – durch den Zölibat – hausgemacht. Der ZEIT-Artikel1) rechnet nach:
Der Berliner Psychiater Kröber kann in den Zeitungen seiner Stadt jetzt täglich seitenweise lesen, was zwei oder drei Jesuiten vor 30 Jahren im Canisius-Kolleg angerichtet haben – aber kaum einen Artikel darüber, dass es seither offenbar keine Übergriffe mehr gab. Das hält er für Heuchelei: »Jeder weiß, dass sexuelle Belästigung von Kindern an allen Schulen der Republik vorkommt.« Knapp 100 Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen Deutschlands seit 1995 hat der Spiegel zusammengezählt. Der Anteil katholischer Priester und Mitarbeiter (600.000) an der männlichen deutschen Bevölkerung über 21 Jahre (33 Millionen) beträgt knapp zwei Prozent. Verrechnet man die ihnen angelasteten Fälle von Kindesmissbrauch (100) mit den 210.000 deutschlandweit polizeilich gemeldeten Übergriffen seit 1995, beträgt der Anteil der katholischen Täter ganze 0,05 Prozent. Kröbers Schlussfolgerung: »Der durchschnittliche deutsche Mann wird mit 36-mal größerer Wahrscheinlichkeit übergriffig als der katholische Priester.«
So schlimm, wie in der Öffentlichkeit behauptet, scheint es mit den Priestern also noch lange nicht zu sein.
Heute morgen, auf der Fahrt zur Arbeit, hörte ich in Deutschland Radio Kultur1) ein Interview2) über die Sicherheit an deutschen Flughäfen – am Beispiel der Münchner Franz-Josef-Base, die gesperrt worden war, weil ein Geschäftsmann nicht selbständig mitgedacht hatte und sich durch Unkenntnis der Vorschriften einfach vom Ort der hochnotpeinlichen Befragung und sicherheitstechnisch bedingten Erniedrigung entfernt hatte.
Der Interviewpartner erzählte also so rum, was man alles so machen müsse, und vor allem sei der Mensch Mittelpunkt des gesamten Sicherheitskonzepts, nicht die Maschinen. Auch für die Bahn sieht er große Probleme auf uns zukommen, denn das ganze Personal, das der Behörde zur Verfügung steht, beansprucht die Bahn zur Fahndung nach und Feststellung von “Beförderungserschleichern”3).
Inwiefern der Mensch denn die Maschinen ersetzen könne, fragte der Reporter. Nun, erstens könne der Diensthund wesentlich mehr und genauere Ergebnisse liefern als Maschinen wie Scanner und Piepser. Zweitens könne der sogenannte Profiler mit sehr hoher Trefferquote schneller Verdächtige aussortieren als Maschinen: letztere müssen nämlich immer mit der Brute-Force-Methode vorgehen, während der Profiler aus Erfahrung und Menschenkenntnis handeln würde und tatsächlich nicht jeden untersuchen müsse.
Wie der Profiler das denn mache? Nun ja, er schaue halt auf die Augenbewegungen, die Körperhaltung, die Hand- und Armbewegungen und ob zum Beispiel Schweiß auf den Perlen steht.
Hat er so gesagt. Jetzt wird nie wieder ein Terrorist mit Freundin anreisen.
________ Fußnoten:
Bayern 2 – Welt am Morgen – kann man nicht mehr hören. Die Musikbeiträge werden immer doofer und länger, die Wortbeiträge immer kostensparender [ ↩ ]
Mit Rüdiger Reedwisch, dem Vorsitzenden der Bundespolizeigewerkschaft. Link zum Beitrag. [ ↩ ]
Ehrlich gesagt: das ist zwar kleinlicher Bahn-Scheiß, aber es ist mir immer noch lieber, als wenn die deutsche Homeland-Security jetzt auf die Bahnfahrer losgelassen wird. Dann rührt sich überhaupt nichts mehr. [ ↩ ]
Eben hörte ich, dass Siemens im Werk Neustadt/Saale demnächst 800 Arbeitsplätze abbaut: die werden nach Tschechien verlagert. Ein höher gelagerter Siemensch verkündigte dann, wenn ich das mit halbem Ohr richtig verstanden habe, dass auf betriebsbedingte Kündigungen weitgehend verzichtet werden soll.
Wie jetzt. 800 Arbeitsplätze von 2000 werden abgebaut, das sind 40%. Die sollen nicht gekündigt werden? Gehen die von selber? Oder werden freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt? Wie werden 800 Stellen von selber frei? Verstehe ich nicht.
Vielleicht geht es so. Die Bundesregierung plant ja andere Beschäftigungsmodelle für die Taliban, damit es in Afghanistan etwas freundlicher zugeht. Möglicherweise hilft Siemens hier aus & weiter und beschäftigt ein paar Taliban mit der kurzfristigen Freimachung von Stellen im Bereich Antriebstechnik in Neustadt an der Saale. Anders kann ich mir nicht vorstellen, wie man in so kurzer Zeit durch “natürliche Fluktuation” 800 Stellen frei kriegt.
Die Tage hörte ich, dass in der Münchner U-Bahn wieder ein Satz besoffener Jugendliche einen (ebenfalls alkoholisierten) Mann angegriffen und verpügelt haben. Die Reaktionen waren wie immer: Jetzt aber mal dringend schärfere Strafen!
Diese Jugendliche haben ihre Strafe wahrscheinlich schon gehabt, würde ich mal sagen. Nach denen hat wohl 17, 18 Jahre niemand geschaut. Vielleicht ging die Mutter arbeiten, der Vater war entweder entsorgt oder hatte anderes zu tun – das kommt nicht nur in Unterschicht-Familien vor. Vielleicht mußten sie auch vormittags in der Schule immer schön stillsitzen, und die Lehrerinnen hielten ihnen vor, dass die Mädchen viel braver waren. Vielleicht bekamen sie auch für die gleiche Leistung, die ein Mädchen erbrachte, eine Note schlechter: so beschreiben es uns neuere Untersuchungen.
Vor der Schule war sicherlich einer dieser segensreichen Krippenplätze angesagt: von den Eltern kann man schließlich nicht verlangen, dass sie sich verantwortlich und rund um die Uhr um ihre Kinder kümmern. Der Staat hat vor allem den Interessen der Erwachsenen zu dienen: die schreien laut nach mehr Freiheit. Kinder würden nach mehr Eltern schreien, aber sie wissen es gar nicht, dass ihnen genau das abgeht: sie erleben es ja nicht. Sie kennen das Gefühl nicht, wie gut es tut, dass man nach der Schule nach Hause geht und etwas Gekochtes auf dem Küchentisch steht. Sie kennen Pommes und Kartoffelchips aus der Tüte. Es hat ihnen keiner gesagt und vorgelebt, dass man sich im Kaufhaus nicht einfach nimmt, was man will. Niemand hat ihnen vorgelebt, dass man durchaus auch mit weniger Geld ein glücklicher Mensch sein kann: es waren ja immer nur Erzieherinnen und Lehrerinnen da, zu denen man den Kontakt quasi aufgezwungen bekam – ob es einem paßte oder nicht. Eigentlich wollten diese Kinder den Kontakt zu ihren Eltern – aber die hatten ein garantiertes Recht auf einen Krippen-, Kindergarten- und Hortplatz und haben es durchgesetzt. Oder die Kinder liefen gleich unbeaufsichtigt auf der Straße rum.
Ich glaube: das mit der Rumprügelei wird noch zunehmen – und keine Strafe für die Delinquenten wird daran je irgendwas ändern. Dass man das Prügeln nicht braucht, lernt man von den Eltern – und nur in ganz seltenen Fällen von jemand anderem – zu einer Zeit, die 10-15 Jahre vorbei ist, wenn das Bedürfnis nach Keilerei sich elementar Bahn bricht.
Irgendwie ist das Bewußtsein dafür verloren gegangen, dass Kinder nicht etwa ein Armutsrisiko sind – sondern eine individuelle Verpflichtung der Eltern. Der Staat muß es ermöglichen, dass Kinder von den eigenen Eltern erzogen werden: in Freiheit. Jetzt darf hier jeder mal raten, was unser Staat uns statt dessen ermöglicht.
Ich tippe darauf, dass es der Staat ermöglicht, dass die Eltern ihre eigenen Kinder nicht zu erziehen brauchen. Vielleicht sieht man das schon daran, dass das Familienministerium nur von Frauen geleitet werden kann. Und neuerdings von solchen, die keine Kinder haben. Die wird schon wissen, wovon sie spricht?
Ein Gefängnisaufenthalt kann der späteren Lebensgestaltung durchaus förderlich sein. Immerhin halfen die dort erworbenen guten Kontakte helfen einem später weiter – wie die nebenstehende Nachricht aus der Süddeutschen Zeitung klar vor Augen führt.
Der Mann, um den es geht, hatte Krach mit der Familie und wollte die daraus für ihn entstehenden Konflikte einer finalen Lösung zuführen. Es hat aber – trotz der im Vorleben aufgebauten guten Kontakte – nicht geklappt.
Es gibt halt immer wieder Leute, die auf völlig abseitige Ideen kommen – und wenn man sich damit befaßt hat, dann denkt man: da hätte ich auch drauf kommen können. Aber man ist eben nicht drauf gekommen.
Der Kanadier Vincent Lo (von Beruf Grafik-Designer und Hobby-Komponist) hat sich wahrscheinlich über den beschissenen Nokia-Klingelton genauso aufgeregt wie ich – besonders wenn er von Bauarbeitern eingestellt ist und die das Handy auf Stentor-Lautstärke gedreht haben, kannst Du alles Weitere vergessen. Jedenfalls hat sich Vincent Lo mit Fugentechnik beschäftigt und den Nokia-Klingelton als Basis für eine Klavierfuge im Stil von Johann Sebastian Bach hergenommen – mit erstaunlichem Ergebnis.
Man kann das bei YouTube nachhören und -schauen. Oder gleich hier.
Folgende Frage mußte ich jetzt mal dringendan Bastian Sick loswerden, ich kann sonst nicht mehr schlafen:
Lieber Herr Sick,
ich hab da mal ‘ne Frage.
Neulich sah ich eine ausgedruckte eMail mit dem Betreff “Singfähige Personen” herumflacken.
Ich wußte natürlich, was gemeint war: jemand hatte eine Liste mit Namen Leuten verschickt, von denen er glaubte, dass sie einem Chor eine gute Stütze sein könnten.
Aber vor allem stutzte zunächst ich: “singfähige Personen” halte ich streng genommen für Leute, die man singen kann. Genauso wie eine spielfähige Orgel ein Instrument ist, auf dem man spielen kann – aber die Orgel selber spielt nicht, denn sie tut nur, was ihr angetastet wird. Natürlich kann man Leute nicht singen, deswegen kann es die Bezeichnung “singfähige Personen” eben auch nicht geben: es muß meinem Sprachgefühl nach “sangesfähige Personen” heißen.
Stimmt das, ist mein Sprachgefühl da richtig? Und wenn ja oder nein: warum ist das so?
Herzliche Grüße aus Nürnberg,
Thomas Reuter
Mal sehen, ob er antwortet. Vielleicht versinkt der ja auch unter einem Berg solcher Anfragen.
Die Presse entdeckt langsam, dass Kunden durchaus bereit sind, geringe Beträge für Online-Content bereit sind. Die BLÖD-Zeitung verlangt im Moment noch 79c im Monat, was etwa 5€ zuviel ist, aber sie werden es demnächst auf 1,59€ im Monat erhöhen. Sie sind überrascht (und alle anderen beschämt), wie viele Leute sich das Abo gekauft haben. Einen Nachteil hat das BLÖD-Online-Abo aber: Bisher konnte man sich mit der BLÖD-Zeitung gleichzeitig den Hintern abwischen und telefonieren.
Aber die Süddeutsche hat’s auch gemerkt: da kostet die App 1,59€ im Monat. Das ist aus Kundensicht ein guter Preis für die Berichterstattung – und aus Verlagssicht kommt so ganz nett und unvermutet noch was rein, denn der Print-Markt darbt ganz eindeutig. Was mich allerdings ein wenig beunruhigt hat, war dieser Herr, der nach ein wenig rumzappen durch mein iPhone an mir vorbeischaute (iPhone-ScreenShot).
Ich weiß jetzt nicht: sieht der auch was, oder muß ich meinen Finger auf die Kamera halten?
Der ehemalige Pfarrer von Gröbenzell, Wolfgang Bischof1), ist von Papst Benedikt XVI.2) zum Weihbischof für die Region Süd der Erzdiözese München und Freising ernannt worden3).
Ich habe über zehn Jahre im Pfarrgemeinderat von St. Johann Baptist, Gröbenzell, mit ihm zusammengearbeitet. Unter seiner Ägide hat sich St. Johann Baptist zu einer aufgeschlossenen, lebendigen und offenen Gemeinde entwickelt, in der die Laien sehr viele Möglichkeiten der Mitwirkung hatten – wenn sie sie denn nutzen wollten. Ihm lag sehr viel an einer ausgefeilten Liturgie und einer schönen Kirchenmusik: da konnten Kirchenmusiker Michael Kohmünch und ich eine Menge Dinge lancieren, die in anderen Pfarreien wohl im zähflüssigen Sirup des Gewohnten kleben geblieben wären.
Seit ca. zwei Jahren ist er Regionalpfarrer der Region Nord und folgt jetzt Weihbischof Franz Dietl nach, der mit 75 Jahren in den Ruhestand tritt.
Leider sind wir in seinem letzten halben Jahr in Gröbenzell nicht mehr gut miteinander ausgekommen: vielleicht hatten wir uns so sehr aneinander gewöhnt, dass wir immer schon von vornherein zu wissen glaubten, wie der andere denkt. Das ist egal: ich bin vor allem sehr dankbar für die langjährige, so gut wie ungetrübte und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihm. Er kann einem das Gefühl vermitteln, dass man in Gottes Weinberg gebraucht wird und genau die Talente hat, auf die es ankommt. In meine erste Pfarrgemeinderatsperiode bin ich nicht gewählt worden, sondern er kam einige Wochen nach der Wahl auf mich zu und sagte: Ich will Sie im Pfarrgemeinderat haben. Ich glaube, diese Fähigkeit zur persönlichen Ansprache und Motivation ist ein fundamental guter Ansatz für einen Bischof.
Mit seinem Namen hat er oft und gern herumgespielt: sein Namenspatron ist der hl. Bischof Wolfgang von Regensburg (924-974). Er meldete sich gerne mit “Bischof Wolfgang” am Telefon und grinste sich dann eins, wenn die Leute ein wenig verdattert waren. Jetzt kann er das mit Fug und Recht tun – und sich sogar mit “Bischof Wolfgang Bischof” melden. Damit hat er seinem Namenspatron schon Eines voraus – für den Rest kann er ja noch sorgen.
Ich wünsche Dir in Deinem neuen Amt alles Gute, lieber Wolfgang – und Gottes Kraft und Segen.
________ Fußnoten:
Das Bild entstand anläßlich des 10jährigen Jubiläums als Pfarrer von Gröbenzell [ ↩ ]
Der Papst hat ihn seinerzeit auch zum Priester geweiht. Damals hieß der Papst noch Kardinal Ratzinger und war Erzbischof von München und Freising [ ↩ ]
Ich mache ja gerne ab und zu mal diese “Wissenstests” der ZEIT, kann man sich durchklickern und mal schauen, ob man noch einigermaßen rege am Alltagsgeschehen teilnehmen kann. Ich dachte bisher auch immer, die würden die richtigen Antworten recherchieren oder sonstwie mit Sachkenntnis unterfüttern. Da muß man aber vorsichtig sein, wie sich heute herausstellte:
Die von der ZEIT1) vorgegebenen Optionen waren Fronleichnam, Valentinstag und Siebenschläfer. Man MUSS etwas ankreuzen, sonst kann man nicht weitermachen; ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich hier den Siebenschläfer angekreuzt habe. Ich wußte halt nicht, wann Siebenschläfer ist – dass es zufällig auf den Sonntag nach Pfingsten hätte fallen können, wäre ja theoretisch möglich. Die anderen beiden hingegen waren mit Sicherheit falsch.
Also, liebe Zeit: Am 1. Sonntag nach Pfingsten ist der Dreifaltigkeitssonntag, lateinisch Trinitatis. Von da bis Advent kommt die lange Sommerzeit, in der viel gearbeitet werden mußte – deswegen konnte man sich kaum so kirchliche Riesenfeste leisten, die bis zu 3 Tage Dauerfeiern vonnöten machte. Daher sind diese Sonntage bei den Protestanten einfach durchgezählt und reichen vom 1. Sonntag nach Trinitatis bis zum 24.-27. S. n. Tr. – je nachdem, ob Ostern früh oder spät im Jahr lag.
Fronleichnam hingegen liegt 10 Tage nach Pfingsten, also immer an einem Donnerstag. Ähnlich wie Himmelfahrt: auch 10 Tage nach Ostern, also auch immer an einem Donnerstag.
________ Fußnoten:
Hier ist der Test – mein sonstiges Ergebnis war grottenschlecht, nur die Kohl-Frage wußte ich, weil ich damals in Rheinland-Pfalz zur Schule ging und mir das dann ausrechnen konnte. Aber trotzdem geraten, nicht gewußt. [ ↩ ]
Da haben es die Israelis aber mal ganz genau genommen: das MacBook einer Amerikanerin war mit einer arabischen Schriftzeichen verziert und auf der mitgeführten Digitalkamera fanden sie noch ein Bild eines mit dem Wort “Fuck” verzierten Davidsterns. Da lag die Vermutung nahe, dass das Macbook voller Plastiksprengstoff gepackt war, weswegen sie eine Fernzündung auslösen wollten1). Es war nicht voller Sprengstoff. Deswegen kann man jetzt die zusätzlichen Bohrlöcher im Internet anschauen, sonst wäre nichts mehr davon übrig geblieben. Daten haben sie übrigens nicht vernichtet: die Festplatte blieb unversehrt.
Echt jetzt. Wer nach Israel fährt, der kann nicht erwarten, dass sie an der Grenze lachen, wenn man Davidsterne mit “Fuck” ablichtet: da muß man schon sehr, sehr schnell ein paar verdammt gute Argumente parat haben. Die sind halt nervös bei sowas.
Tatort “Sonne und Sturm”, Kommissarin Lindholm. Ein Mann wurde vergiftet.
Es stellt sich zunächst heraus, dass das Gift mit einer Spritze in einen Schokoriegel injeziert war. Der Partner des Getöteten hatte ein Stück von dem Riegel abgebissen, aber es schmeckte komisch. Da er den später Getöteten im Verdacht hatte, dass der ihm einen üblen Streich spielen wollte, hat er den Riegel fein verteilt und ihm dem Opfer ins Müsli gemischt. Er hatte keine Ahnung, dass das Zeug tödlich war. Der Mann war ziemlich unsympathisch dargestellt, der Film zeigte keinen Grund dafür auf. Is halt so.
Kommissarin Lindholm: “Sie krieg ich dran wegen Beihilfe zum Mord“. Knasttür fällt zu.
Später gesteht die Ehefrau des Partners, dass sie den Riegel vergiftet hat, und dass der Partner den Riegel eben nur versehentlich in den Bauch gekriegt hat. Die Ehefrau ist als leidende Gattin dargestellt – warum, ist ebenfalls nicht ersichtlich: die Story gibt keinen Grund dafür her. Am Anfang gibt es mal irgend eine Szene, aber der Film zeigt weder Hergang noch Grund dafür. Is halt so.
Kommissarin Lindholm: “Am Tod des Partners waren Sie nicht schuld. Das wollten Sie ja nicht“. Täterin wird in den Arm genommen1).
Liebe Leser: achtet mal da drauf. So gut wie in jedem Fernseh-Krimi2) ist das so: Männer werden hart angefaßt, auch der kleinste Verdacht rechtfertigt Inhaftierung, unverhältnismäßig harte Gewaltanwendung gegen die Person – pauschale Vorverurteilung3) sowieso. Und bei der Entlassung aus der U-Haft wegen Fehleinschätzung gibt es keine Entschuldigung: Männer haben das zu ertragen. Nicht schlimm für so’n Mann.
Sollte sich im weiteren Verlauf herausstellen, dass es sich um eine Täterin handelt, dann wird beleuchtet, warum sie das getan hat, dass sie gar nicht anders konnte, von ihren Gewissensqualen, bis sie sich endlich traut, das Schwein umzubringen, dass sie eigentlich gar nicht schuld ist, sondern vom Opfer oder irgend einem Mann zu solch einem Verbrechen gedrängt wurde – und folglich wiederum eigentlich ein Mann in den Knast müßte. Sie wird mit Samthandschuhen angefaßt, höflich gebeten, sich ins Polizeiauto zu setzen und der Empfang in der U-Haft ist eher herzlich und mitfühlend.
Ich fürchte, dieses Fernseh-Trommelfeuer hat eine enorme Kraft, die das Selbstverständnis der Gesellschaft mehr prägt, als gut für sie ist. Und ich frage mich: dürfen solche Filme eigentlich nicht gezeigt werden, wenn sich nicht herausstellt, dass Frauen letztendlich doch unschuldig sind – egal, was sie getan haben? Und dass Männer eigentlich schuldig sind, auch wenn sie einfach nichts getan haben?
________ Fußnoten:
Später stellt sich heraus, dass die Tochter die Schokoriegel mit Gift präpariert hatte, um ihren Vater umzubringen. Niemand weiß wieso – aber irgendwie wird es doch wieder so hingebogen, als könne man das arme Mädchen verstehen. [ ↩ ]
Ich kenne einige wenige Ausnahmen. Die berechtigen nicht dazu, einfach so weiterzumachen. [ ↩ ]
In dem o.g. Fall sind wir schon einen Schritt weiter: eine pauschale Vorverurteilung wird nicht einmal mehr geäußert, geschweige denn belegt. Das ist schon gar nicht mehr nötig: is halt so. [ ↩ ]
Hier ist eine schöne Zusammenfassung auf Youtube, wie man im Internet Geld machen kann: es reicht, wenn 10% drauf reinfallen.
Für alle, die mal im Internet auf ein vermeintlich “kostenloses” Angebot reingefallen sind und jetzt mit “allerletzten Mahnungen” bombardiert werden. Nur keine Panik aufkommen lassen!
Heute hat der Fußballer Robert Enke den Freitod gewählt. Er wird heute nicht der Einzige sein, aber sicher der Prominenteste, und meine Gedanken sind auch bei den anderen, die keinen Ausweg mehr gewußt haben. Ich, der Fußball-Banause, habe nie von Robert Enke gehört, aber er war wohl sehr bekannt.
Gerade spricht Landesbischöfin Käßmann in der Hannoverschen Marktkirche – unter den vollen Scheinwerfer und Kameras der ARD1). Da sind nicht nur ein paar Hanseln – die Kirche ist rappelvoll. Leute in dunkler Kleidung, aber viele – auch junge Leute – mit Fußballschals.
Was machen die da? Wo sind die Sonntags? Was für ein Schock treibt sie in die Kirche? Warum treibt er sie nicht in die Stadien, wo sie die Nähe Robert Enkes doch viel eher vermuten dürften? Wieso singen gestandene Fußballfans jetzt uralte, wunderschöne Lieder – und zwar leise und gesammelt, ohne Gebrüll? Wieso hören sie ruhig einer Bischöfin zu, die versucht, ihnen Trost zuzusprechen? Wer gibt der Landesbischöfin die Macht, ihnen Trost zusprechen zu können?
Ich muß mir ja von Zeit zu Zeit immer wieder anhören, die Kirche unterdrücke die Menschen, sie sei autokratisch, mit Christentum habe sie überhaupt nichts zu tun, der Glaube an Gott wäre ein Luxus von Leuten, die kein Hirn im Kopf haben, Religion sei sowieso nur Opium für das Volk und mit seinem Gott könne man auch im Wald reden. Aber wenn das alles stimmt: wieso ist dann die Hauptkirche von Hannover bis auf den letzten Platz besetzt, weil sich ein Fußballer das Leben genommen hat?
________ Fußnoten:
In dieser Kirche habe ich vor 2 Jahren eine wunderbare Aufführung von Monteverdis Marienvesper von 1610 gehört. [ ↩ ]
Ich weiß auch nicht – meinten die Pfefferbaiser? Kann ich mir jetzt gar nicht vorstellen. Aber die Anzahl der Buchstaben insgesamt hat gestimmt. Man muß ja auch das Gute sehen.
Übrigens: Google findet heute 2.730 Einträge für Pfefferbeiser. Aber sie können es selbst kaum glauben. Und auch nicht, dass es 16.800 Einträge für “Greiffen sie zu” gibt.
Hm, was soll man dazu sagen? Wenn ich mal genau nachzähle, sind da fünf männliche Idioten drauf zu sehen. Oben drüber steht “Mensch”. Und es steht da “wir”.
Also eine ganz plakative Demonstration männlicher Allmachtsphantasien: Menschen sind nur männlich, und wir bedeutet ausschließlich Männer! Frauenschicksale, -leiden und -interessen werden wieder einmal demonstrativ totgeschwiegen
Und das in einem Land, in dem endlich wirkliche Pressefreiheit herrscht! Ich bin empört über diese totalitäre Demonstration der Unterdrückung weiblicher Lebenswirklichkeiten. Ich verlange vom Spiegel, dass er das richtigstellt und in der nächsten Ausgabe die doppelte Anzahl weiblicher Fehlkonstruktionen auf die Titelseite bringt – und zwar genauso mit “Fehlkonstruktion” und “wir”.
An zehn fundierten und nachprüfbaren Beispielen wird es doch nicht mangeln? Das ich mal in der Hervorhebung von Titelseitenqualifikationen von Frauen mehr aufzählen könnte als der SPIEGEL, das hätte ich mir niemals träumen lassen.
Eine dieser Qualifikationen kam neulich im Radio, als ich eine Sendung über unvermittelbare, heiratswütige Erfolgsweibchen (Lebensmotto: “Ich und Daddy finden, ich bin zu toll für diese Welt”) aus der Londoner Finanz-City hörte: Manche Frauen beneiden ihren Mann von ganzem Herzen, was der für eine tolle Ehefrau hat. Wahrscheinlich haben die sich alle zusammengetan und genau einen einzigen Vorschlag für das SPIEGEL-Titelblatt 40/091) hervorgekreißt. Der mußte dann genommen werden.
Ach ja, verschämt weiter innen, auf Seite 9, kommt dann doch noch was über das wahre weibliche Sein, wie es sich der SPIEGEL wohl vorstellt: eine Rolex am Handgelenk eines aufgedonnerten Jungmodels, ein wenig müde blickend nach 5 Stunden Schminkarbeit. Die Rolex? Eine Fehlkonstruktion.
________ Fußnoten:
Ich habe den Artikel nicht gelesen. Ich habe den ganzen SPIEGEL nicht gelesen. Frauenzeitungen finde ich so spannend wie ein Anglermagazin oder das Zentralorgan des deutschen Schachverbands. [ ↩ ]
Von der Firma Du Pont flatterte mir heute eine eMail auf den Schreibtisch: wir sollen unseren gesamten Warenbestand im webShop nach dem Wort “Teflon” durchsuchen und es überall löschen. Man darf nämlich nicht mehr Teflon sagen, weil das Wort der Firma Du Pont gehört.
So ein Blödsinn. Es kommt in unserem Sortiment zweimal vor: bei einem Temperatursensor, der eine teflonbeschichtete Sonde hat. Aber weil Du Pont das will, dann ersetzen wir das eben durch “hitzebeständig” oder “beschichtet” – dann weiß auch jeder, was gemeint ist.
Da haben wieder Juristen die Oberaufsicht über Ingenieure übernommen. Das ist mir bei Siemens damals so oft passiert, dass ich dort nach drei Jahren gekündigt habe. Mich mit technisch total desinteressierten Leuten rumzuschlagen, die doppelt soviel Geld aus der Arbeit von Ingenieuren herauspressen, wie der Ingenieur verdient: da wollte ich nicht mitmachen.
Aus der “Ranzenpost”, der Schulzeitung der Gröbenzeller Waldorfschule:
Wundervoll! Ich sehe vor meinem geistigen Auge eine in zartrosa-mit-Schleier gekleidete Dame fortgeschrittenen Alters auf der Naturholzbühne sitzen, hingebungsvoll der Leihaltleier vollkommen unerwartete Vierteltöne entlockend! Einfach wundervoll.
Johannes: Naja, aber der Dell-Föhn sieht schon reichlich hässlich aus. Wenn schon, dann den alten G4 Mac mit den... tbo: Ehrlich würde ich mir da lieber einen Dell kaufen, deren Notebooks haben auch noch einen Fön dabei…
Thomas: Lieber Herr Beier, wie wär’s hiermit: http://tinyurl.com/yggnbo8 Mehr weiß ich auch nicht … Heinz Beier: ich habe Ihre Geschichte hier gefunden und bin sehr berührt. Wir haben das Zeitenrad als Graphik von...
Johannes: “Warum, was sollte ich da? Ich hatte Kinder, das war interessant genug.” Und dann auch noch so... Herbert: Danke Thomas, für den Hinweis auf dieses sehr interessante Interview. Auch mein wichtigster Lerninhalt der...
Johannes: Mach Dir keine Sorgen, in Bayern kann man auch mit 2 Mass intus noch Auto fahren! Danke, Horst! Herbert: Mit einem Bier schaffst Du das nicht, lieber Thomas, da muss schon mehr kommen.
tbo: Hach ja, SpOn-Redakteur müsste man sein, dann könnte man noch mit seinem pubertären frühzeitigen Erguss in der... Herbert: Der Spiegel-Artikel bringt meines Erachtens überhaupt nichts. Flach und nichtssagend – spiegeltypisch...
Herbert: Na ja, hoffentlich auch in Hessen!!! M.Sauerbrei: Guten Abend (Az. 551 F 5932/09)” Gilt das Urteil nur für München,/ Bayern oder ist das auch übertragbar...