Archive for the 'Rätselhafte Schilder' Category
Montag, 9.4.12 - by Thomas
Auch diese sinnreiche Beschilderung einer ansonsten unverdächtigen Tür möchte ich dem Publikum nicht vorenthalten: gefunden im ev. Pfarrheim von St. Johannis in Nürnberg. Es gab keinerlei weitere Hinweise darauf, um was für eine Art von Musik es sich handelt, die dort gemacht wird.
Die Kirchenmusik wird ja im Allgemeinen in der evangelischen Kirche höher gehalten als in der katholischen. Deswegen läßt diese Türverzierung keine Rückschlüsse zu. Ich jedenfalls nahm dort an einem Chor-Wochenende teil und kann deswegen die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie auch noch einen Pfarrsaal hatten, in dem man ebenfalls Musik machen konnte.
Dienstag, 3.4.12 - by Thomas
Es gibt ja immer noch Schilder aus grauer Vorzeit, wo Beamte – namentlich der Deutschen Reichs- im Übergang zur Bundesbahn – dafür bezahlt wurden, dass sie sich ausdrucksstarke Texte für Schilder ausdachten, die dem untertänigsten Bürger seinen Platz zuwiesen. Das ist vorbei, wenn auch die Bahn in dieser Hinsicht immer noch etwas nostalgisch daherkommt).
Hier ist ein schönes Beispiel vom Bahnhof in Ansbach. Ich hab erst mal gar nicht verstanden, um was für eine Art Welle es sich da handeln könnte.
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Fußnoten:
Dienstag, 6.12.11 - by Thomas
Ich konnte es wieder einmal nicht lassen:
Liebe Freunde von der Ich bin doch nicht blöd – Rotfront!

Ganz sicher nicht.
Eines ist ja mal ganz klar. Ich werde wegen dieser wieder einmal voll daneben liegenden media markt Werbung “Weihnachten wird unterm Baum entschieden” bis zum Weihnachtsfest keinen einzigen Saturn- oder media Markt betreten, dort keinen Cent ausgeben und auch möglichst viele Freunde und Bekannte davon abzuhalten versuchen. Auf meinem Wunschzettel stehen durchaus elektronische Teile, aber immer mit dem Zusatz: unter keinen Umständen von Saturn oder media Markt.
Ich bin doch nicht total vertrottelt.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Reuter
Disclaimer: Die eMail-Adresse des Absenders darf von media Markt und allen zugehörigen Unternehmungen nicht zu Werbe- oder Kommerzzwecken verwendet werden. Jeglicher Mißbrauch der eMail-Adresse des Absenders wird zur Anzeige gebracht.
Freitag, 2.12.11 - by Thomas
Heute, nachdem der Zahnarzt mich geschunden hat, besser gesagt, seine Assistentin), war ich aus gegebenem Anlass noch auf dem Nürnberger Johannis-Friedhof. Und siehe da: die nächste Stufe wird wohl eine Einladung zum Probeliegen sein. Wer also in Gesellschaft von Veit Stoß, Ludwig Feuerbach und Veit Hirsvogel auf die letzte (oder im Falle der Wartenden: erste) Posaune warten möchte, hat jetzt gute Gelegenheit, dies in ruhiger und distinguierter Nachbarschaft verrichten zu können. Zudem unterliegt man in dieser Zeit dem Städtischen Denkmalschutzamt, das ja bekanntlich für die Ewigkeit plant, sorgt und schützt.
Eine weitere bemerkenswerte Meldung – die ein kleines bißchen zum Thema passt, wie ich finde – hielten die Nachrichten auf der Heimfahrt für mich bereit:
Deutschland ist im zweiten Topf.
Kann ich nichts mit anfangen, aber das haben sie genau so gesagt. Dieser Wortwahl nach kann es sich nur um eine Nachricht aus den Ressorts Politik oder Sport handeln. Ist nicht immer dasselbe, aber auf jeden Fall gleich wichtig.
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Fußnoten:
Sonntag, 7.8.11 - by Thomas
Die nebenstehende Inschrift auf einem Zigarettenautomaten in Heilsbronn) erscheint in sofern ganz besonders rätselhaft, als da überhaupt keine Aufkleber waren. Bis auf die Gebrauchsanweisung.
BTW: das Wort Gebrauchsanweisung ist eines meiner Lieblingswörter der deutschen Sprache. Es lappt in seinen Ursprüngen wahrscheinlich weit in die Zeiten der preußischen Machtübernahme hinein: damals tat anscheinend niemand in unserem Lande irgendetwas, ohne dass er dazu Anweisung hatte. Heute benutzt man ja lieber die Begriffe “Gebrauchsanleitung”, “Handbuch” oder “Hinweise zum Gebrauch”, der Connaisseur verwendet auch gerne “Manual”, wobei man sich dann gleich auf die Orgelbank versetzt fühlt. “Gebrauchsanweisung” klingt nach Befehl und Gehorsam, bei Nichtbefolgung erfolgt Strafandrohung. Da jubelt das Herz des preußischen Beamten!
Aber das gibgt es heute immer noch, nur in freundlicheren Worten. Neulich mußte ich am Hotelempfang mein Geburtsdatum angeben. Wozu brauchen Sie das denn? “Dazu bin ich leider gesetzlich verpflichtet”, beschied mich die Leidertante am Empfang und ließ die Finger erwartungsvoll über der oberen Tastenreihe schweben. Das hat die aber gefreut, dass sie mir mit gesetzlicher Verpflichtung private Details entlocken durfte. Daneben stand ein Empfangschef, der die Augen nach oben verdrehte … die Leidertante schien ob ihrer Gesetzestreue schon bekannt zu sein.
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Fußnoten:
Dienstag, 31.5.11 - by Thomas
Nebenstehend ein Screenshot aus dem Film “Inglorious Basterds”. Offensichtlich sprechen sie in dieser Szene gerade französisch, so dass die Einblendung von Untertiteln geboten erscheint. Ansonsten ist die deutsche Synchronisation in diesem Film allerdings in Ordnung: da sagt niemand “Sturmbandführer”.
Es ging dieser Hierarchieebene nämlich nicht in gar keiner Weise um eine Art “grünes Band der Sympathie”, sondern eher um die mit dem Wortfeld “Bannen” verknüpften unangenehmen Assoziationen und Emotionen.
Mélanie Laurent (rechts) spielt übrigens sehr überzeugend in “Keine Sorge, mir geht’s gut”). Der hat mir besser gefallen.
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Fußnoten:
Donnerstag, 26.5.11 - by Thomas
Ich wohne ja erst seit knapp zwei Jahren in Franken, und ob die alle so direkt sind, habe ich noch nicht herausgefunden. Aber dass die Aufsteller von mobilen Kackschränken die Bevölkerung so freimütig über den Brotaufstrich ihrer Mitarbeiter aufklären, halte ich für unnötig.
Ich nehme an, der Unternehmer ist der Ansicht, man könne immer und zu jeder Zeit über alles reden. Und da kam ihm der Werbeslogan der Dorfbäckerei gerade recht: umgedreht und fertig ist die Laube. Gröhl!
Donnerstag, 10.3.11 - by Thomas
Ein Schild macht sich einer hin, der irgend eine Sache nicht zum Hundertsten Mal erklären will: der Leser soll es lesen und sich gefälligst seiner Anordnung fügen. Zivilcourage ist das Gegenteil: man äußert sich spontan zu einer Handlung, die einem nicht paßt und fordert den Handelnden auf, das bitte schön zu unterlassen.
Wenn einer also so ein Schild aufhängt, dann hat er eben keine Zivilcourage: er will möglichst keinen Ärger haben und bittet Rassisten, doch bitte draußen zu bleiben, damit es auch keinen gibt. Wäre mal ein interessanter Test, auszuprobieren, was passiert, wenn ein Rassist in einem solchen Laden einkaufen geht: ich wette, gar nichts. Er kriegt sein Zeug, schiebt die Kohle rüber – und gut ist. Vor allem, weil man einen Rassisten ja gar nicht so erkennt. Das ist dann doch sehr leicht, dagegen zu sein.
Und was auch noch erstaunlich war: es heißt, dass Regensburger Gastronomen Zivilcourage zeigen. Das Schild hing in einem Klamottenladen.
Montag, 7.3.11 - by Thomas
Ich habe unlängst einen Beweis dafür gefunden, dass bei Gott Vornamen die gleiche untergeordnete Rolle spielen wie in sonstigen Behörden. Er teilt offensichtlich unter Berücksichtigung des Nachnamens ein, “wem es aufgesetzet ist”). Offensichtlich mußte er lange, lange üben, bis er diese Dame bei ihrem Namen rufen konnte:

Eine Folge von 8 ungewöhnlichen Konsonanten ist eben sogar für Gott, der doch alle Sprachen spricht und kennt, eine Herausforderung. Im Walisischen gibt es noch kompliziertere Nachnamen, und ich argwöhne, dass auch dort die Leute steinalt werden, obwohl sie mit Vornamen einfach nur John oder Mary heißen.
Jetzt ist sie jedenfalls bei Gott und muß sich mit sowas nicht mehr rumschlagen. Vielleicht macht sie ja dort oben eine Karriere als 15. Nothelferin, bei deren Anrufung einem blitzartig wieder der Name der Person einfällt, die einem vor Jahren (oder gestern) vorgestellt wurde und die einen aus dem Aufzug hinterlistig anlächelt. Ich bitte die geneigten Leser, den Namen der oben abgekündigten sancta in spe zu üben, sie in einschlägigen Situationen anzurufen) und mir zu schreiben, wenn es geklappt hat. Man braucht drei solcher Wunder für eine Heiligsprechung), glaube ich – und ab dann ist das Problem eines vergessenen Nachnames einfach keins mehr. Die Welt kann so einfach sein.
Möge ihre Seele in Frieden ruhen.
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Fußnoten:
Montag, 21.2.11 - by Thomas
Es gibt Schilder aller Art – aber dass sie in ein Vorhängeschloss eingraviert sind, hat mit Sicherheit eine besondere Bewandtnis, wenn sie sich mir auch nicht so direkt erschließt. Überdies ist dieses Vorhängeschloss auch ziemlich sinnlos in einen Maschendrahtzaun eines Brückengeländers eingehängt). Vielleicht ein ewiger Liebesschwur (also bis zum Vollrost), angelehnt an Walther von der Vogelweide)?
Dû bist mîn, ich bin dîn:
Des solt dû gewis sîn.
Dû bist beslozzen in mînem herzen;
Verlorn ist daz slüzzelîn:
Dû muost immer drinne sîn
Also vor allem in dem Sinne, dass das Schlüsselchen unauffindbar ist? Wann wird das Schlößchen wieder aufgetan?
Ein paar Meter weiter findet sich ein passendes Herzchen mit den Initialen H+B auf den Beton einer anderen Brückenwand gemalt, ebenfalls mit der Datierung 2002. Möglicherweise ist die Sache also noch nicht ausgestanden, Horst und Brigitte waren mal verheiratet, sind es immer noch oder warten auf den 11.11.11 als nächstmöglichen Heiratstermin. Wird ja auch langsam Zeit, nach 9 Jahren.
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Fußnoten:
Dienstag, 15.2.11 - by Thomas
Ob dieses Schild hier rätselhaft ist, weiß ich nicht. Es hängt in einer Münchner Kneipe auf dem Männerklo über jedem (!) Urinal.
Es zeigt deutlich, dass Männer alkoholgefährdet sind und Frauen damit keine Probleme haben oder – notfalls – im letzten Moment die Kurve kriegen. Die Notaufnahme-Statistik der Krankenhäuser spricht zwar eine andere Sprache, aber Schild ist Schild.
Mich würde mal interessieren, ob in den Lokuskabinen für Frauen auch so Schilder hängen, wo zwei Männer mit ihrem Alkoholproblem ganz gut umgehen können, die zwei Frauen aber durch die Prüfung ras(s)eln oder gegen einen Brückenpfeiler. Nur bin ich nie auf dem Frauenklo.
Die angegebene webSite bleibt jedenfalls bei der Ansicht, dass junge Frauen mit Alkohol super umgehen können. Obwohl: nackt ins Internet gestellt zu werden, weil man sternhagelvoll war, ist natürlich nicht schön – und das Problem wird auch ganz superoffen angesprochen. Aber das sind sie nicht selber schuld, sondern der Ficken-Likör, der zwar keine Limo ist, aber woher sollen sie das denn wissen? Und wenn sie von der ganzen Party-Limo rotzbesoffen sind, dann sind sie wehrlos, und das nützen böse Männer schamlos aus.
Sonntag, 13.2.11 - by Thomas
Also, der Deutsche hat ja ein recht positives Verhältnis zum Schild: wenn es ihm zu blöd wird, hängt er ein Schild auf des Inhalts, dass alles, was ihm zu blöd ist, ab sofort verboten ist). Also so in der Art “Alles verboten. Der Besitzer.”. Das befreit ihn, den Besitzer, und läßt ihn mal kurz durchatmen) auf der langen Reise durch den eigenen Besitz.
Damit das Schild auch physikalisch an Gewicht gewinnt, liebt er es, mal alles ordentlich durch den Laminator zu orgeln, gibt’s ja alle Naslang bei ALDI. Wir hatten hier mal einen, der hatte sich extra zu diesem Zweck einen DIN-A-3 Laminator gekauft, und er hat alles laminiert, was sie nicht wehrte. Das Problem war, dass er auch Plakate durchlaminierte, und die wurden dann so schwer, dass sie nicht mehr aufgehängt werden konnten: das Tesafilm konnte die Bedeutungsschwere des Plakats nicht mehr halten, vor allem nicht bei Wind und Wetter.
In einer Filiale der Nürnberger Sparkasse entdeckte ich das ob stehende Bild. Ich stand eine Weile andächtig davor und fragte mich, was es mir sagen wollte. Und ob mir jemand einfiel, den der Inhalt vielleicht interessieren könnte. Und warum es in so einem wahrlich bedeutungsvollen Bilderrahmen mit einem 4-cm-Stahlstift in die Wand gehauen war. Und warum es in Sparkassen-Rot mit dem Logo der Sparkasse versehen war.
Die Antwort auf alle diese Fragen muß ich dem geneigten Leser schuldig bleiben – aber Eure Meinung würde mich interessieren. Es hing direkt neben den Geldautomaten. Da hat man Zeit, es gründlich zu lesen.
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Fußnoten: