Archive for the 'Männer und Frauen' Category

Frau muss man sein!

Mein Freund Dieter macht auf einen Spiegel-Artikel zur Geschlechterforschung aufmerksam: der Beitrag kommt kritisch daher und tönt doch wieder nur ins selbe Horn.

Wir leben halt in einer durchfeminisierten Gesellschaft. Eine Folge davon ist, dass bei uns jedesmal das Potential einer neuen Idee nicht ausgenutzt, sondern vorher einer Versicherungsgesellschaft zur Begutachtung vorgelegt wird: “Was passiert, wenn’s nicht klappt?”. Frauen bestimmen1) heute durchgängig, was und wie Jungen zu lernen haben, dass Jungen nicht mehr im Wald spielen dürfen und auch nicht mehr von Männern betreut werden können:

  • Was passiert, wenn mein Junge vom Baum fällt? Normalerweise fällt kein Junge vom Baum, aber aus der Sicht der Mütter ist auch die winzigste Möglichkeit, dass es passiert, ein Grund dafür, alles von vornherein zu verbieten. Wenn vor Dir eine Mutter steht und sagt: “wenn mein Sohn vom Baum fällt, dann zahlst Du Dein Leben lang” – dann hat sie damit so unglaublich Recht, dass niemand mehr mit ihrem Jungen jemals noch etwas zu tun haben möchte – geschweige denn, ihm zu zeigen, wie man auf Bäume klettert oder ein Feuer macht. Und so lernt kein Junge heute mehr einen Wald von innen kennen, weil die Mütter glauben, da könne irgendwas passieren. Daran wird sich nie wieder irgendwas ändern, man kann gegen dieses primitive “Es ist schon mal einer vom Baum gefallen” nicht in einer Art diskutieren, die Mutti versteht.
  • Männer sind Sexualverbrecher. Das sind sie natürlich nur in den seltensten Fällen, aber das reicht aus, dass heute kein Mann mehr alleine mit Jungen – mit Mädchen erst recht nicht – irgend eine Gruppenstunde oder -fahrt machen kann, wo Frauen nicht die Aufsicht haben. Deswegen machen Männer heute überhaupt nichts mehr mit Jungen – viel zu gefährlich. Wir haben einen Justizapparat herangezüchtet, der nur noch mühsam und ganz an der Oberfläche von der Unschuldsvermutung ausgeht. In der Realität jedoch fühlt sich jeder Mann am Pranger und kann nicht laut und empört die Unschuldsvermutung für sich reklamieren. Jede Frau, die laut schreiend hinter einem Mann und einem Kind herläuft (ist mir ja alles schon passiert), kann sich darauf berufen, sie habe nur das Beste für das Kind gewollt, und besser einmal umsonst als einmal nicht. Und ein Mann darf ob dieser unverschämten Verunglimpfung nicht einmal mehr zornig werden.

Ich fürchte, es wird nicht mehr zu ändern sein. Männer können in diesem sozialen Umfeld nicht so leben, wie sie es möchten – und sie werden sich mehr und mehr aus der Erziehung der Jugendlichen zurückziehen: sie dürfen nicht, wie sie es für richtig halten, und sie sind alle Sex-Monster. Da werden Frauen noch viel lernen müssen – und was den Erfolg angeht, bin ich sehr skeptisch.


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Fußnoten:
  1. Sie machen das selbstverständlich nicht selber. Sie haben einfach einen Justizapparat hinter sich – seit Unzeiten hat es keinen Justizminister mehr gegeben – und eine öffentliche Meinung. Denn wer sitzt in den warmen Redaktionsstuben und schreibt, und wer verlegt die Schienen für den ICE und hat keine Zeit zum Schreiben? [ ]

Adler

Heute im Gottesdienst erzählte eine Frau – statt Predigt – etwas über die armen Leute im Senegal. Hintergrund war die Sternsingeraktion, deren gesammelte Gelder dieses Jahr schwerpunktmäßig der Unterstützung im Senegal zufließen werden – neben anderen Projekten, die über die ganze Welt verteilt sind. Immerhin hat die Pfarrei Oberasbach durch die Sternsinger, die in den ersten Januartagen singend von Haus zu Haus gezogen sind, dieses Jahr über 18.000 € gesammelt.

Die Dame erzählte eine afrikanische Geschichte, etwas folgenden Inhalts:

Ein Mann hatte einen jungen Adler gefangen, den er einfach zu den Hühnern in den Hühnerhof sperrte. Der Adler lernte also am Boden laufen, nach Würmern scharren und Körner picken – und das tat er auch so. Da kam ein anderer Mann und meinte, das sei doch ein Adler, der müsse doch fliegen. Er hob ihn also hoch, aber der Adler ließ sich wieder auf den Boden hinab und pickte mit den Hühnern die Körner auf. Erst, nachdem der andere Mann den Adler mit in die Berge genommen hatte, wo er den Wind, die Felsen und die Sonne sehen konnte, schwang sich der Vogel auf, flog hoch hinauf in die Luft und ward nie mehr gesehen.

Schöne Geschichte. Aber vorher erzählte sie noch von den armen Kindern im Senegal. Die Jungen müssen die Ziegen hüten. Die Mädchen müssen in der trockenen, staubigen Savanne Feuerholz sammeln, im dornigen Gestrüpp. “Dazu sind nämlich die Jungen zu dumm”, sprach die Dame ins Mikrofon, und erntete Gelächter bei der zuhörenden Gemeinde, in etwas höherer Tonlage. Dann ging es noch 5 Minuten weiter, welche Entbehrungen den Mädchen auferlegt werden, wie toll sie alles das meistern und so weiter und so fort: Die Jungen wurden nicht mehr erwähnt.

Wetten: Sie hat mit keinem einzigen Gedanken gemerkt, worauf die Geschichte mit dem Adler sie eigentlich hinweisen wollte. Denn Huhn bleibt Huhn, auch wenn es politisch korrekt ist.

Wer ist gleicher?

Man hat ja zwischen den Jahren sonst nichts zu tun. Also war ich heute mal beim Finanzamt, um die Freibeträge für’s neue Jahr eintragen zu lassen und – wie immer – ein bissschen zu plauschen. Und was erfahr ich da? Mit aller Selbstverständlichkeit erzählt mir der zuständige Beamte, dass bei Säumnissen von Ehepaaren standardmäßig nur die Ehemänner mit einem Zwangsgeld bedroht werden und – so auch dann nicht gefolgt wird – auch nur diese mit einer Zwangsinhaftierung rechnen müssen.

Ja, was heißt denn das? Sollte dies nicht nur in Limburg so üblich sein sondern bundesweit gelten, gibt es eine sehr einfache Weise, wie Ehefrauen ihre Ehemänner ins Gefängnis bringen können. Sie blockieren einfach hartnäckig die Abgabe der gemeinsamen Steuererklärung und ihr Mann landet zwangsweise irgendwann im Knast. Für mich war klar: erneut eines der vielen Beispiele für die (angebliche) strukturelle Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft.

Sonne und Sturm

Tatort “Sonne und Sturm”, Kommissarin Lindholm. Ein Mann wurde vergiftet.

Es stellt sich zunächst heraus, dass das Gift mit einer Spritze in einen Schokoriegel injeziert war. Der Partner des Getöteten hatte ein Stück von dem Riegel abgebissen, aber es schmeckte komisch. Da er den später Getöteten im Verdacht hatte, dass der ihm einen üblen Streich spielen wollte, hat er den Riegel fein verteilt und ihm dem Opfer ins Müsli gemischt. Er hatte keine Ahnung, dass das Zeug tödlich war. Der Mann war ziemlich unsympathisch dargestellt, der Film zeigte keinen Grund dafür auf. Is halt so.

Kommissarin Lindholm: “Sie krieg ich dran wegen Beihilfe zum Mord“. Knasttür fällt zu.

Später gesteht die Ehefrau des Partners, dass sie den Riegel vergiftet hat, und dass der Partner den Riegel eben nur versehentlich in den Bauch gekriegt hat. Die Ehefrau ist als leidende Gattin dargestellt – warum, ist ebenfalls nicht ersichtlich: die Story gibt keinen Grund dafür her. Am Anfang gibt es mal irgend eine Szene, aber der Film zeigt weder Hergang noch Grund dafür. Is halt so.

Kommissarin Lindholm: “Am Tod des Partners waren Sie nicht schuld. Das wollten Sie ja nicht“. Täterin wird in den Arm genommen1).

Liebe Leser: achtet mal da drauf. So gut wie in jedem Fernseh-Krimi2) ist das so: Männer werden hart angefaßt, auch der kleinste Verdacht rechtfertigt Inhaftierung, unverhältnismäßig harte Gewaltanwendung gegen die Person – pauschale Vorverurteilung3) sowieso. Und bei der Entlassung aus der U-Haft wegen Fehleinschätzung gibt es keine Entschuldigung: Männer haben das zu ertragen. Nicht schlimm für so’n Mann.

Sollte sich im weiteren Verlauf herausstellen, dass es sich um eine Täterin handelt, dann wird beleuchtet, warum sie das getan hat, dass sie gar nicht anders konnte, von ihren Gewissensqualen, bis sie sich endlich traut, das Schwein umzubringen, dass sie eigentlich gar nicht schuld ist, sondern vom Opfer oder irgend einem Mann zu solch einem Verbrechen gedrängt wurde – und folglich wiederum eigentlich ein Mann in den Knast müßte. Sie wird mit Samthandschuhen angefaßt, höflich gebeten, sich ins Polizeiauto zu setzen und der Empfang in der U-Haft ist eher herzlich und mitfühlend.

Ich fürchte, dieses Fernseh-Trommelfeuer hat eine enorme Kraft, die das Selbstverständnis der Gesellschaft mehr prägt, als gut für sie ist. Und ich frage mich: dürfen solche Filme eigentlich nicht gezeigt werden, wenn sich nicht herausstellt, dass Frauen letztendlich doch unschuldig sind – egal, was sie getan haben? Und dass Männer eigentlich schuldig sind, auch wenn sie einfach nichts getan haben?


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Fußnoten:
  1. Später stellt sich heraus, dass die Tochter die Schokoriegel mit Gift präpariert hatte, um ihren Vater umzubringen. Niemand weiß wieso – aber irgendwie wird es doch wieder so hingebogen, als könne man das arme Mädchen verstehen. [ ]
  2. Ich kenne einige wenige Ausnahmen. Die berechtigen nicht dazu, einfach so weiterzumachen. [ ]
  3. In dem o.g. Fall sind wir schon einen Schritt weiter: eine pauschale Vorverurteilung wird nicht einmal mehr geäußert, geschweige denn belegt. Das ist schon gar nicht mehr nötig: is halt so. [ ]

Heide-Wahn

Obwohl die Wahlen geheim waren und in Hessen sich ausdrücklich mehrere Frauen als Abweichlerinnen zu erkennen gegeben haben, kennt die sich selbst für intelligent haltende Frau aus dem Norden die alleinigen Täter: Es sind die missgünstigen, ja Frauen hassenden Männer (!), die es (fast) verhindert haben, dass sie selbst vor Jahren in Schleswig-Holstein, Frau Lieberknecht in Thüringen und Frau Ypsilanti in Hessen zu Ministerpräsidentinnen gewählt wurden. So einfach, verbogen und ideologisch kann Feminismus sein bzw. machen. Bei soviel Dummheit und Unverfrorenheit bleibt einem fast die Spucke weg.

Und: Was wäre in unserem Land eigentlich los, wenn man sich in ähnlich pauschaler Weise über Juden, Polen oder Türken äußerte?

Patriachalisch

Frauen - von der Titelseite verbanntHm, was soll man dazu sagen? Wenn ich mal genau nachzähle, sind da fünf männliche Idioten drauf zu sehen. Oben drüber steht “Mensch”. Und es steht da “wir”.

Also eine ganz plakative Demonstration männlicher Allmachtsphantasien: Menschen sind nur männlich, und wir bedeutet ausschließlich Männer! Frauenschicksale, -leiden und -interessen werden wieder einmal demonstrativ totgeschwiegen

Und das in einem Land, in dem endlich wirkliche Pressefreiheit herrscht! Ich bin empört über diese totalitäre Demonstration der Unterdrückung weiblicher Lebenswirklichkeiten. Ich verlange vom Spiegel, dass er das richtigstellt und in der nächsten Ausgabe die doppelte Anzahl weiblicher Fehlkonstruktionen auf die Titelseite bringt – und zwar genauso mit “Fehlkonstruktion” und “wir”.

An zehn fundierten und nachprüfbaren Beispielen wird es doch nicht mangeln? Das ich mal in der Hervorhebung von Titelseitenqualifikationen von Frauen mehr aufzählen könnte als der SPIEGEL, das hätte ich mir niemals träumen lassen.

Eine dieser Qualifikationen kam neulich im Radio, als ich eine Sendung über unvermittelbare, heiratswütige Erfolgsweibchen (Lebensmotto: “Ich und Daddy finden, ich bin zu toll für diese Welt”) aus der Londoner Finanz-City hörte: Manche Frauen beneiden ihren Mann von ganzem Herzen, was der für eine tolle Ehefrau hat. Wahrscheinlich haben die sich alle zusammengetan und genau einen einzigen Vorschlag für das SPIEGEL-Titelblatt 40/091) hervorgekreißt. Der mußte dann genommen werden.

Ach ja, verschämt weiter innen, auf Seite 9, kommt dann doch noch was über das wahre weibliche Sein, wie es sich der SPIEGEL wohl vorstellt: eine Rolex am Handgelenk eines aufgedonnerten Jungmodels, ein wenig müde blickend nach 5 Stunden Schminkarbeit. Die Rolex? Eine Fehlkonstruktion.


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Fußnoten:
  1. Ich habe den Artikel nicht gelesen. Ich habe den ganzen SPIEGEL nicht gelesen. Frauenzeitungen finde ich so spannend wie ein Anglermagazin oder das Zentralorgan des deutschen Schachverbands. [ ]

Frau prügelt Ehemann

Ein erhöhtes Aggressionspotential kann man dieser Dame wohl attestieren, die die Beamten mit Gewalt davon überzeugen mußten, dass sie ihren Ehemann nicht mehr verprügeln soll, wenigstens jetzt mal gerade nicht: in den “Fürther Nachrichten” vom 4.9.2009 heißt es dazu:

Da aber nach Meinung der Beamten wegen des Notrufs ein erhebliches Risiko für das Leben des Mannes bestand, traten die Polizisten die Wohnungstür ein. Die Frau, die bewusst den Weg verstellte, musste von den Beamten mit Zwang aus der Wohnung gezogen und festgehalten werden. Anschließend befreiten die Beamten den Mann aus seiner misslichen Lage [zum Artikel aus den "Fürther Nachrichten"].

Von dem Terminus “missliche Lage” habe ich im Zusammenhang von “Mann schlägt Frau” noch nie was gehört: in eine “missliche Lage” bringt man sich doch in der Regel durch eigenes Verschulden oder Unachtsamkeit1). Das kann nicht der Fall sein, wenn ein Mann eine Frau schlägt, anscheinend aber durchaus, wenn eine Frau einen Mann schlägt. Na ja, war ja besoffen, die Alte: er hätte wissen müssen, dass es dann schon mal einen Klaps setzen kann.

Folgerichtig hechelt der Polizeisprecher auch gleich genderkorrekt hinterher: “Fälle wie diese sind die Ausnahme”. Wer weiß, was genau er damit gemeint hat. In Bezug auf “Frau schlägt Mann” sprechen die Fakten eine andere Sprache, nur darf das in den Medien bislang nicht erwähnt werden.


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Fußnoten:
  1. Also wenn ein Rentner am Tegernsee einen Parkplatz findet, die Bremse nicht rechtzeitig findet und dann die Karre in den Teich setzt: dann befindet er sich in einer “misslichen Lage”. [ ]

Schwanz ab

[Artikel Strafen verschärfen!] In der “Mittelbayerischen Zeitung” regt Redakteurin Isolde Stöcker-Gietl an, zum Schutz von Kindern dahingehend auffällig gewordene Männer zu kastrieren. Sie denkt darüber zumindest so laut nach, wie es die Druckerschwärze zuläßt: sie ist jedenfalls dafür, denn bei ihr ist schließlich alles in Ordnung (“Es geht um unsere Kinder!”).

Erstens: Es nimmt sehr wunder, dass eine deutsche Zeitung so einen Schund abdruckt. Denen steht anscheinend das Wasser bis zum Hals, und sie erreichen nur noch das BILD-Zeitungsniveau der Käuferschicht. Eigentlich sollte eine Zeitung den Lesern die Welt erklären, anstatt “Schwanz-ab-dann-ist-Ruhe”-Tanten ein billiges Forum für populistisches Geschrei zu bieten. Oder sie wollen möglichst schnell Pleite machen, um Dummschwätzer mit Vollabsicherung loszuwerden und mit vernünftigen Redakteuren neu anfangen zu können.

Zweitens: Frau Isolde Stöcker-Gietl hat unser Rechtssystem nicht verstanden. Es geht hier nicht primär um Bestrafung, sondern – wie wir aus dem Umgang mit dem Recht im 3. Reich schmerzhaft lernen mußten – vor allem darum, dass sich Menschen und somit auch Gerichte irren können. Oder dass sie böswillig hinters Licht geführt werden, weil man einen unliebsamen Mitmenschen aus dem Verkehr ziehen will. Angenommen, Frau Isolde Stöcker-Gietl hätte einen Mann, der zufällig Lehrer ist und dem zufällig eine 16jährige Schülerin vorwirft, er habe mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt. Dann hat Isolde Stöcker-Gietls Mann ausgelehrt: er wandert in den Knast, und da bleibt er, bis der Pfeffer grüne Blüten trägt. Und es wird in Isolde Stöcker-Gietls Wohnort ein Kesseltreiben gegen sie und ihren Mann losgehen, dass ihr Hören und Sehen vergeht. Sie wird sich dann zwar ganz schnell scheiden lassen, aber es wird ihr vielleicht klar werden, warum das deutsche Recht keine Todesstrafen der sonstige endgültigen Körperstrafen zuläßt: es könnte den Falschen treffen.

Drittens: der Ruf nach “Höheren Strafen” ist schlichtweg dummes Zeug. Die Statistiken zeigen, dass Strafmaß und Tat nur dann einen gewissen Einfluß aufeinander haben, wenn die Täter einigermaßen normal sind und über eine gewisse soziale Intelligenz verfügen. Das ist bei Kinderschändern überhaupt nicht der Fall: die meinen ja, sie täten den Kindern letztendlich noch was Gutes. In der Durchführung und Vorbereitung einer solchen Tat spielt das Strafmaß überhaupt keine Rolle.

Das deutsche Recht schützt die Gesellschaft – und läßt dem Täter, gleich, was er angestellt hat, seine Würde, so weit es nur irgend geht. Das ist sehr schwer zu verstehen für Doppelnamen-Redakteurinnen mit Pensionsanspruch. Man sollte sie einfach nicht schreiben lassen.

Unglaubwürdig

genderama macht auf den Artikel “Unglaubwürdige Emanzipation” aufmerksam: die Kolumnistin Anni Mursula (SF) beobachtet darin, dass Frauen durchaus in der Lage sind, ein wenig zurückzutreten, wenn schwere oder “konfrontative Arbeit” angesagt ist. Dass sie es also quasi gerne haben, wenn die Männer die Umzugskisten vom vierten Stock runter in den LKW und dann vom LKW wieder hoch in den 3. Stock tragen. Oder dass sie mal ein deutliches Wort mit Rumpöblern reden, zu dem sie sich nicht in der Lage sehen.

Ist mir übrigens tatsächlich schon passiert. Ich war auf einem Abendspaziergang mit meinem Freund, als eine Frau, die ich als ausgesprochen “gleichberechtigt” kannte1), abends mit dem Auto nach Hause kam. Sie wollte in ihre Garage fahren, davor standen allerdings zwei besoffene junge Männer, die das Garagentor von oben bis unten genußvoll bepinkelten – vor allem den Griff. Die Frau nahm die Situation wohl war und machte Anstalten, am Straßenrand zu parken und das Mäuslein zu machen. Mein Freund und ich stellten die beiden Vollpfosten2) zur Rede und fragten sie, was das soll – und nach kurzer, ein wenig kompromißloser Diskussion unsererseits erklärten sie sich bereit, den Schaden wieder in Ordnung zu bringen. Die Frau ging ins Haus, holte zwei Eimer und Lappen, die Herren machten sich an die Arbeit und anschließend trollten sie sich – gar nicht mal in feindlicher Stimmung.

Ich hatte den Eindruck, dass die Dame anschließend nicht mehr ganz so weit den Mund aufriß, wenn es gegen die Männer ging. Jedenfalls habe ich nie wieder etwas dergleichen gehört. Mit Weglaufen erreicht man nicht viel, und man muß es – auch als Frau – zuweilen riskieren, eins auf’s Maul zu bekommen. Sonst behält der Pöbel recht. Und mit welchem Recht Männer es riskieren sollen, eins auf’s Maul zu bekommen, Frauen aber nicht: das erschließt sich mir nicht.


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Fußnoten:
  1. In einigen Diskussionen war sie mir schon dahingehend aufgefallen, dass sie von Männern nicht so viel hielt [ ]
  2. Die beiden sahen wesentlich stärker aus, als ich mich und meinen Freund einschätzte, und sie hatten ordentlich einen hinter die Binde gekippt. Ganz wohl war mir nicht dabei, und es war also keineswegs so, dass wir die Situation von oben herab beherrschten: man mußte es einfach drauf ankommen lassen [ ]

Aufgeschnapptes

Das Diesellog hat im Moment ein wenig Sendepause: der Urlaub & Umzug. Aber hier zwei interessante kleine Fundsachen:

Christine zitiert in ihrem Femokratie-Blog Michail Savvakis:

In der Zeit, in der Frauen, gefördert mit Quoten und Milliardensummen, ein paar Verwaltungsposten mehr erringen konnten, verwirklichten Männer aus eigener Kraft Menschheitsträume. So entwickelten sie etwa jenes Internet, mit dem auch einzelne Sand ins Getriebe der herrschenden Ideologie streuen können. (Ganzer Artikel)

Und Tobias zeigt sich bei upperpalatine.de entsetzt über die Reaktion von Feuerwehrleuten (Ersthelferschulung), die einen Mann mit gebrochener Nase vorfinden:

Schließlich stellt sich heraus, dass seine Frau ihn mit einer Bratpfanne ins Gesicht geschlagen hat. Die Reaktion der Sanitäter: Gelächter. Man überzeugt ihn doch, ins Krankenhaus mitzukommen. Die Reaktion des Pflegepersonals und der Ärzte dort: Gelächter. Die Reaktion der Schulungsteilnehmer, als sie die Geschichte hören: Gelächter. (Ganzer Artikel)

Ich denke, das geht in keinem Fall mit rechten Dingen zu.

Überbewertet

melissa

Die “Süddeutsche Zeitung” macht’s vor: es gibt eine Bilderstrecke zum Thema “Neureich”. Darin stellt sie junge Unternehmer vor, die in irgendeiner Weise über das Medium Internet ziemlich schnell reich geworden sind. Und zwar richtig reich.

Der Aufmacher in der rechten Leiste zeigt – eine Frau. Ist klar: wenn von Leistung die Rede ist, dann muß das immer in Zusammenhang mit Frauen propagiert werden, auch wenn die Leistung … nun, sagen wir mal, noch ausbaufähig wäre. Alle anderen 9 Leistungsträger, die die Süddeutsche vorstellt, sind Männer. Also ein Verhältnis von 10:1 zugunsten der Männer, und propagiert wird natürlich eine Frau.

Wenn man sich das dann mal genauer ansieht, dann ist die Dame die einzige unter den 10 Vorgestellten, die ihr Emporkommen keiner eigenen, innovativen Idee verdankt: sie hat nur einen lukrativen Vertrag bei Google unterschrieben1) und damit dann schwer Kohle gemacht. Die 9 Männer verdanken ihren Reichtum eigener Initiative, kreativen Ideen und einem männlich-gesunden Risikobewußtsein.

Ich will hier nicht die Leistung der vorgestellten Dame schmälern, sondern die der Online-Redakteure der Süddeutschen Zeitung. Sie verzerren bewußt2) das Bild von Männern in der Öffentlichkeit, obwohl es nicht nötig wäre. Und es zeigt, dass es die gerne beschworene Benachteiligung von Frauen in der Öffentlichkeit beim besten Willen nicht gibt: sie werden sogar dann als einzige auf’s Tablett gehoben, wenn ihre Leistung weitaus geringer ausfällt als die der Männer, mit denen sie verglichen werden.


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Fußnoten:
  1. Larry Page, der geniale Google-Gründer, muß an dieser Stelle leider zugunsten seiner hochbezahlten Angestellten zurückstehen: “seine Idee überzeugte sie”. [ ]
  2. oder fühlen sich dazu gezwungen [ ]

-Innensicht

Von genderama kommt der Hinweis auf einen Artikel in der Ärzte-Zeitung: dort warnt der Kinderarzt Tilman Kaethner davor, dass Jungen häufig zu Unrecht therapiert werden, wenn sie sich nicht wie Mädchen verhalten.

Und wer entscheidet, was therapeutisch passend gemacht werden muß? Zitat aus dem kurzen Artikel:

So würden immer mehr Mütter auf Anraten der Erzieherinnen und Lehrerinnen mit ihrem Sohn zum Arzt geschickt, um dem Kind Ergotherapie verschreiben zu lassen.

Was Jungs heute zu leisten haben, ohne dass sie dabei die geringste Förderung erfahren, ist schon enorm:

  • Sie müssen sich – vollkommen alleingelassen – als kleine Buben durch eine Phalanx von Passendmacherinnen durchkämpfen: wer sich erwischen lässt, wird therapiert
  • müssen gegen die Ansicht, sie hätten nun mal leider das falsche Geschlecht, ein stabiles Ich entwickeln,
  • müssen ohne geschlechtsspezifische Förderung durch die Phase der Berufswahl hindurch und es wird ihnen vermittelt, dass typisch männliche Berufe wie Ingenieurswissenschaften irgendwie nicht so wertvoll seien
  • sich zudem immer wieder sagen lassen, dass erwachsene Männer als Vorbild nicht taugen,
  • im Fernsehn sehen sie täglich, wie weibliche Aggression und Gewalt gegenüber Männern als angemessen oder “ist nicht so schlimm” dargestellt wird. Ihnen hingegen wird vermittelt, sie seien potentielle Frauenschläger, obwohl es solche Szenen im Fernsehen so gut wie nie gibt.
  • Viele von ihnen erleben, wie im Scheidungsfall der Vater – also ihr Rollenvorbild – mit Hilfe staatlicher Gewalt aus ihren Lebens- und Beziehungszusammenhängen brutal ausgegrenzt wird und sie müssen es verkraften, dass Mutter kein gutes Haar mehr an ihm läßt. Auch hier lernen sie: Männer sind generell schlecht, und das, was Mutti hier mit Vati abzieht, ist ein Einzelfall.
  • Konform zu der eingehämmerten Lernerfahrung, dass Männer und Frauen zugunsten von Frauen gleich sind, müssen sie zur Bundeswehr oder zum Ersatzdienst, während ihre geförderten Mitschülerinnen keinerlei Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft aufgebrummt bekommen
  • Und sie bekommen noch das Rollenbild mit, dass Männer sowohl Haushalt als auch Beruf gleichzeitig zu erledigen haben, damit Frauen nicht so viel arbeiten müssen. Dass sie als Männer auch viel arbeiten, wird nie erwähnt: männliche Arbeit ist selbstverständlich und zählt nicht.

Da kommt noch was auf uns zu. Ich fürchte, dass das für die Frauen nachfolgender Generationen ziemlich schlecht ausgeht: das Pendel wird irgendwann böse zurückschlagen. Aber dann sind die, die uns den Blickwinkel so massiv verbogen haben, ja schon längst über die Wupper und müssen die Verantwortung für das, was sie angerichtet haben, nicht übernehmen.

Lohndiskriminierung?

Ex-Bundes-Familienministerin Renate Schmidt im Tagesschau-Chat am 3.6.20031)

„Alle Analysen, die ich kenne, stimmen darin überein, dass Männer mehr Zeit auf ihren Beruf verwenden. Das gilt gleichermaßen für die Wochenarbeits- und die Lebensarbeitszeit. Damit nicht genug: Je härter, schmutziger und gefährlicher ein Job ist, desto weniger Frauen werden ihn ergreifen. Diese Umstände und nicht etwa ‘Unterdrückung’ oder ‘Diskriminierung’ machen die Gehaltsunterschiede aus. Das wird auch durch die Tatsache belegt, dass Frauen und Männer ziemlich genau dasselbe verdienen, wenn sie ins Berufsleben eintreten.“

Wer ist jetzt eigentlich benachteiligt, wenn man dazu noch immer wieder feststellt, dass das Einkommen des Mannes landauf, landab zum Familieneinkommen gerechnet wird, das Einkommen der Frau aber sehr häufig “mein Geld” ist?

Außerdem redet “Zensursula” von der Leyen  jedes Jahr mit schöner Regelmäßigkeit an den vielen Frauengedenktagen von den sogenannten skandalösen Einkommensunterschieden zu Ungunsten der armen, armen Frauen. Das nimmt sie genauso regelmäßig immer dann zurück, wenn die Kameras wieder ausgeschaltet sind. Macht die einfach, weil sie weiß, dass das Dementi ja keiner mehr mitkriegt.


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Fußnoten:
  1. Quelle u.a.: wikimannia [ ]

Kinderbulimie

Boehringer Ingelheim bastelt an einem “Viagra für Frauen” herum. Der chemisch gepushte Leistungs-Orgasmus – diesmal für Frauen – soll dann ab 2010 denen, die es sich leisten können, 1 bis 2 Events mehr im Monat bringen, schreiben sie in der Zeit.

Der schönste Erguß des Artikels ist allerdings dieser Nonsens-Satz, den man ein bißchen weiter hinten findet – der aber in seiner Art in einem ZEIT-Artikel nie fehlen darf:

Pharmakritische Wissenschaftlerinnen wiederum machen darauf aufmerksam, dass Ganztagskindergärten dem Sexleben junger Mütter mehr helfen würden als alle Medikamentenforschung der Welt zusammengenommen.

Tja, was sollten sie auch sonst tun.

Aber ein guter Anfang wäre zum Beispiel die Idee, Väter in ihren Elternrechten gleichzustellen, damit die nach der Scheidung – die für die oben angedeuteten Fälle unausweichlich ist -, die Verantwortung für ihre Kinder auch wirklich übernehmen könnten. Dann hätten die “jungen Mütter” auch wieder mehr Zeit für’s Sexleben.

Freier Mitarbeiter

Anruf beim “Cicero“: ich will meine Zustelladresse ändern. Anscheinend wollen das heute morgen ganz viele gleichzeitig: ich lande in der Warteschleife, die zu mir wie folgt spricht:

Guten Tag, lieber Anrufer, bitte haben Sie etwas Geduld: der nächste freie Mitarbeiter ist für Sie reserviert.

Ui, denke ich. Die haben was kapiert. Die können Genus und Sexus unterscheiden und wissen, dass ein Mitarbeiter sowohl ein Mann als auch eine Frau sein kann und dass es deswegen genügt, hier den Oberbegriff zu nennen. Weil es für das, was der Anrufer will, nicht wichtig ist, ob er das mit einem Mann oder mit einer Frau regelt.

Cicero-Leserservice: Sie sprechen mit Frau Jahn. Was kann ich für Sie tun?

Siehste. Frau Jahn wirkt aufgeräumt, freundlich und kein bißchen unterdrückter als ein männlicher Kollege. Siehe auch Genderwelsch.

Genderwelsch

Heute mußte ich auf Geheiß eines Kunden den Begriff “Internist” durch “Internist/in” ersetzen.

Hier hat offensichtlich längst der Automatismus eingesetzt, der viele Deutsch mittlerweile dazu veranlasst, vor ein Plural-s einen Apostrophen zu setzen. Der Apostroph gehört also schon mit zum Erscheinungsbild eines “s” am Wortende. Ganz so ungewöhnlich ist das gar nicht: in der Sütterlin-Schrift gab es tatsächlich ein eigenes “s”, wenn dieses am Satzende auftrat1). In diesem Falle schlägt der Pawlowsche Reflex auch zu: eine Sachbearbeiterin hat einen männlichen Ausdruck gefunden und zack – der muß gegendert werden.

Mit dem Internist/in hat es nämlich folgende Bewandtnis: er steht in einer Auflistung verschiedener ärztlicher Fachrichtungen:

Fachrichtung:

  • Orthopädie
  • Allgemeinmedizin
  • Internist
  • Sonstige (So war’s bisher)

Was passiert? Das durchgegenderte Auge der Sachbearbeiterin fällt natürlich über das männliche “Internist” – und da setzt der Automat des vorauseilenden Gehorsams ein: SOFORT Internist/in drüberpinseln. Dass das Wort aus dieser Liste schon allein deswegen herausfällt, weil es einen Beruf bezeichnet und nicht etwa eine Fachrichtung – bis dahin kommt sie gar nicht, das Denken hat schon vorher ausgesetzt.

Seufz. Ich habe es schon längst aufgegeben, darauf hinzuweisen, dass allerhöchstens Personen ein Geschlecht haben können. Berufsbezeichnungen nicht, Amtsbezeichnungen auch nicht. Jetzt sind wir schon so weit, dass auch Fachrichtungen eine Verweiblichungsform benötigen. Es ist einfach hirnlos …


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Fußnoten:
  1. Siehe in dieser Tabelle, s-Zeile. [ ]

Denkmal setzen

“Das Ehrenmal ist Ausdruck einer Kultur der Würdigung unserer Soldatinnen und Soldaten1), die im Einsatz waren”.

Das sagt unser Verteidigungsminister über das neue Denkmal für Soldaten, das derzeit in Berlin im Bendlerblock2) gebaut wird.

Schön, dass auch hier die weiblichen Soldaten vor den männlichen stehen – wie immer. Den Frauen ist dieses Denkmal gesetzt für ihre aufopferungsvolle und tapfere Haltung im Bunker, hinter den Schreibtischen und überhaupt für die ganzen übermenschlichen Leistungen weit weg von den Gefahrenzonen: schließlich haben sie es sich nicht ausgesucht, dass sie das richtige Geschlecht zum Überleben mitbekommen haben. Auch diese strukturelle Ungerechtigkeit muß man erst einmal aushalten – und der Verteidigungsminister läßt ihnen deswegen galant den Vortritt. Klar – dieser Herr muss auch nicht an die Front und hat eine Frauenbeauftragte am Hals, die dafür sorgt, dass Fraueninteressen vor allem anderen kommen.

Die Soldaten? Zweitrangig. Sind gut für gefährliche Sachen und zum Sterben.

Und ich denke: Ekelhaft, dass sich da welche ein Denkmal setzen lassen, während ihre Kameraden kaputtgeschossen werden3). Wie halten die Soldatinnen so ein Denkmal aus? Warum sagt keine: das möchte ich nicht?


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Fußnoten:
  1. Das Bild ist nicht das Denkmal, um das es hier geht. Es steht aber auch im Bendlerblock und zeigt einen jungen Mann mit gefesselten Händen. Ein Bild aus alten Zeiten, sozusagen: heute wäre so eine Darstellung wohl nicht mehr möglich. Es würde von der Genderbeauftragen gekippt. [ ]
  2. Unter den Nazis war hier das Oberkommando über die Kriegsmarine untergebracht und die Spionageabteilung von Admiral Canaris. Heute 2. Dienstsitz des Verteidigungsministers [ ]
  3. 35:0 in Afghanistan bis heute, hauptsächlich Unteroffiziere [ ]

Apartheid

Gerade läuft in Bayern 2 “1:1 – der Talk” – heute mit Monika Hauser, Chefin von “medica mondiale e.V.”1), die weltweit vom Krieg traumatisierte Frauen unterstützen. Monika Hauser bezeichnete ihre Herangehensweise gerade unwidersprochen mit “dieser feministisch-medizinische Ärztinnenblick“. Sie war vor einigen Jahren in Bosnien und hat vergewaltigte Frauen unterstützt, selbstverständlich schätzt sie deren Anzahl “auf ein Vielfaches” der offiziellen Zahlen, die dem Haager Gerichtshof vorliegen. Mit Dunkelziffern läßt sich immer trefflich Kasse machen.

Kein Wort von den -zigtausend bestialisch geschlachteten jungen Männern, die zum Kriegsdienst gezwungen wurden, den Gefolterten, den Geflohenen, den Männern, die ihre Familien verloren haben. Muß ich eigentlich immer wieder erklären, dass nicht die Männer den Krieg machen oder anzetteln, sondern lediglich zwei oder drei? Und dass alle anderen Männer genauso darunter leiden wie die Frauen? Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen der Vergewaltigung einer Frau und dem Zwangsrekrutieren eines Mannes, der sein Leben oder Körperteile verliert, wenn er nicht tut, was ihm gesagt wird? Soll der heldenhaft sein Leben geben, sich ins Knie schießen lassen, sich einen Arm oder sein Geschlechtsteil abschneiden lassen? Mit welcher Begründung soll das bei Männern gehen – und bei Frauen auf keinen Fall? Mit welcher Begründung sind Frauen nach solchen Erlebnissen hilfsbedürftig, Männer aber nicht? Mit welcher Begründung darf eine Organisation wie medica mondiale gezielt Spendengelder einwerben und sich von Staat (e.V.-Status) und Medien unterstützen lassen – die Hilfsgüter ausschließlich  Frauen zu Gute kommen lassen? Mit welcher Begründung darf ein Hilfs-Projekt sagen: Männern helfen wir nicht, dafür fühlen wir uns nicht zuständig? Wes Geistes Kind muß man sein, um so einen Gedankengang zuzulassen?

Beim Anhören des Interviews kam mir die klammheimliche Vermutung, dass Monika Hauser zu den emotionalen Kriegsgewinnlern gehört: es geht ihr sehr gut jetzt. Nicht so gut ginge es ihr sicherlich, wenn sie dort geblieben wäre – um weiter zu helfen, so wie es die Mönchen und Nonnen machen: sie geben sich mit Haut und Haaren hinein, sie bleiben vor Ort und halten mit aus, was sie angerichtet haben.

Schlecht auch der Interviewer, der sich äußerst einfühlsam zeigte: Monika Hauser mußte diesen feministisch-medizinischen Ärztinnenblick gar nicht auspacken, der Interviewer tat das pflichtschuldigst für sie, weil er ihr als bewegter Mann um den Gender-Bart gehen wollte. Eine Frage nach den Männern ist ihm nicht eingefallen – nicht, während ich zugehört habe. Mir wurde übel, ich mußte ausmachen: ich kann das Salbadern weißer, rundumversicherter und wohlsituierter Betroffenheits-Feministinnen einfach nicht mehr aushalten. Es ist unehrlich – und am Schlimmsten ist, dass sie es selbst nicht merken, sondern dass sie sich auch noch für gerecht halten.

Da muß ein grundlegender, tiefer Hass und Neid gegenüber Männern vorliegen, wenn man so glasklar sagen kann: Euch helfe ich nicht, helft euch selbst. Dieser Hass entbehrt – zumindest in unserem Land – jedweder realen Grundlage und auch jeder eigenen Erfahrung: er ist einfach herbeigeredet und richtet fürchterliche Verwüstungen in der Gesellschaft an. Ich könnte das niemals. Ich wette, es würde ihnen genauso übel, wenn sie die einfache Menschlichkeit an sich heranließen.


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Fußnoten:
  1. Den Link erspar ich mir [ ]

Rettet unsere Söhne

tauchstationDiese überfällige, von berechtigtem Ärger strotzende Titelgeschichte des P.T. Magazin für Wirtschaft, Politik und Kultur möchte ich den Lesern des Diesellog nicht vorenthalten. Wenn ich sehe, wie viele Millionen an Steuergeldern an idiotische Frauenprojekte verschleudert werden – und die Jungen kriegen nichts, null, nada: dann schwillt mir der Kamm. Wir gehen einer Generation von SchöngeistInnen entgegen, die sich vorstellt, ihren eigenen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können, ohne dass noch jemand die Fähigkeit hat, Straßen zu bauen, Rechner zu programmieren oder Platinen zu löten. Wer nicht mehr telefonieren kann, der braucht auch keine Kulturjournalistinnen mehr.

Die Jungs in unserem Land – die, die durch ihre Ideen und ihre Unangepaßtheit unsere Zivilisation zu dem gemacht haben, was sie ist, sind auf Tauchstation geschickt worden. Sie kommen nicht mehr hoch, weil ihnen die ganz wesentliche Luft der sozialen Anerkennung rundweg von den xxxInnen in Politik, Hochschule und Medien abgeschnitten wird – aus niederen Motiven der schlichten Habgier und der besitzstandswahrung. Die halbe Besatzung des Familienministeriums brauchen wir nicht: das sind Frauen, die an der falschen Stelle auf Staatskosten durchgefüttert werden und nichts, aber auch gar nichts Produktives für ihren Lebensunterhalt tun. Und in den Redaktionsräumen der ZEIT sieht das kein bißchen besser aus, nur dass sie da nicht ganz auf Staatskosten alimentiert werden: den Rest legt das Unternehmen drauf.

Ach, was rege ich mich auf. Das kann Ullrich Rothe vom P.T. Magazin mindestens genauso gut.

PiratInnenquote

In Deutschland gibt es eine neue Partei: die Piratenpartei. Hervorgegangen ist sie aus der Debatte um die elektronischen Stoppschilder vor Seiten mit Kinderpornografie, die Ursula von der Leyen stur durchgesetzt hat. Von der Leyen hat hier nicht mit Fachwissen und Intelligenz geglänzt, sondern mit soft skills wie Quengelei, “arme Kinder” und “böse Männer”. Den eigentlichen Grund für diese seltsamen Maßnahmen sehe ich nicht einmal in der Verhinderung oder Erschwerung von Kinderpornografie – das alles ist technisch leicht zu umgehen. In Wirklichkeit braucht die Bundesregierung ein kitzliges Thema, anhand dessen die Wirksamkeit von Verfahren zur Kontrolle des Internet überprüft werden kann. Bei deutschen BMW-X3-Muttis und Vatis mit Fahrradhelm setzt beim Schlachtruf “Kinderpornografie!” nämlich der Verstand zuverlässig aus1), statt dessen werden sie zum stammhirngesteuerten Lemming. In Wirklichkeit geht es aber darum, Erfahrungen mit Verfahren zur Bespitzelung ungeahnten Ausmaßes zu sammeln.

Einer, der die Auswirkung des Lemmingverhaltens am eigenen Leib spüren konnte, ist der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss, der einmal wissen wollte, wie die Durchsetzung des Internet mit Kinderpornografie denn nun wirklich ist2). Dazu ist es eben notwendig, tatsächlich mal auf die Suche danach zu gehen – und schon schnappte die Falle zu: Jörg Tauss wurde von Sauberfrauen und -männern sofort und ohne Nachdenken und Nachfragen zum Kinderschänder gestempelt, es folgte die Arie mit Polizei und Staatsanwaltschaft, Rechnerbeschlagnahmung, Medienrummel. Tauss ist aus der ganzen Affäre unbelastet hervorgekommen – aber nicht unbehelligt. Seiner staatstragenden Partei, der SPD, hat er deswegen mangels notwendiger Minimal-Solidarität den Rücken gekehrt und ist bei Piratenpartei eingestiegen. Dass das nach diesen Erfahrungen für mich ein ernstzunehmender und nachvollziehbarer Schritt ist, sei nur am Rande erwähnt.

Die Piratenpartei wiederum fängt an, politisch zu werden: Grundsatzprogramm, Finanzkram, Debatten – dieser ganze langweilige Kram, der zähes Debattieren, Auseinandersetzung und Verhandeln verlangt. Insgesamt wenig Ruhm für viel Mühe, würde ich sagen,und die Gefahr, dass man dabei rausfliegt, ist sehr groß. Mittlerweile ist sie allerdings eine Partei, die bei der nächsten Bundestagswahl gewählt werden kann. Wenn alle, die die von der Bundesregierung mit Mißachtung gestraften Internet-Petitionen gegen die Zensur von Porno-Seiten und sogenannten Killerspielen gezeichnet haben, hier ihre Kreuzchen machen, dann wird es gehörig rumpeln.

Und eine ganz wichtige Frage stellen bewegte Männer gleich zu Anfang: was is mit die Frauen? Frauen beteiligen sich nicht an den schwierigen Aufbauarbeiten: es gibt so gut wie keine Frauen, die da jetzt schon mitmachen3). Warum nicht, ist nicht so wichtig – sie tun es eben einfach nicht. Vielleicht, weil ihnen keiner gesagt hat, dass sie es tun sollen. Oder ihnen niemand eine Aufgabe zuweist. Und überhaupt: dürfen sie das denn?

Wir wissen jetzt schon, was das bedeutet: sobald die Kärrner-Arbeit getan ist und die Piratenpartei eine ernstzunehmende Kraft wird, werden auch Spitzenpositionen im Licht der Öffentlichkeit zu vergeben sein. Dann wird wieder einmal “aus politischen Gründen” eine Frauenquote geschaffen, so dass Frauen, die bei der Arbeit nicht mitgemacht haben, trotzdem die Früchte ernten können.

Das ist aus meiner Sicht das Einzige, was in der Piratenpartei vollkommen sicher ist, alles andere kann sich noch ein paarmal ändern.


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Fußnoten:
  1. generiert einen kollektiven Out-of-memory Error, der zum sofortigen Reset des Großhirns führt. Diese Zeit nutzt Frau von der Leyen, um im Kabinett Theater zu spielen [ ]
  2. Total durchseucht ist die Meinung der Familienministerin. Ich habe noch nichts gemerkt, und ich bin viel drin. Aber wer will, der findet schon – ob mit oder ohne vdL-Stoppschild [ ]
  3. Das behauptet sogar die ZEIT. Da hat eine Redakteurin was durch die Zensur gelassen … [ ]