Archive for the 'Männer und Frauen' Category

Vertrocknet

Arne Hoffmann, einer meiner Lieblingsautoren in Sachen Geschlechtergerechtigkeit, schreibt mit an einem neuen Blog: Cuncti. Es zeichnet sich vor allem aus durch Fakten, gute Formulierungen und keinerlei Aggression. Das Motto ist völlig zeitgemäß: Qualifikation statt Quote.

Es ist offensichtlich geworden, dass diejenigen Frauen, denen man ein Maximum an Privilegien zugestanden hatte, der Gesellschaft nichts zurückgeben und dass sie auch zu ihrem Fortbestand nichts beitragen. In absehbarer Zeit sollte jeder einsehen, dass von den Feministen weder Nachwuchs noch Wertschöpfung oder bedeutende Innovationen zu erwarten sind. Stattdessen sollte man sich fragen, wie eine überalterte Gesellschaft mit einem immer größer werden Anteil von Frauen, die sich auf das Entgegennehmen von Leistungen spezialisiert haben, weiterhin bei Laune gehalten werden soll.

meint ebendort Bernhard Lassahn in “Die Blase wird platzen” und weiß das auch zu begründen. Mir fiel das ein, als ich dieser Tage an einer blühenden Kirschenplantage vorbeikam: sie hatten da auch ein Bäumchen für die oben beschriebene Personengruppe. Das im Vordergrund.

20 Leseminuten, die sich lohnen: es gibt auch noch andere sehr gute Zusammenhänge, die dort beleuchtet werden.

Verdreht

Wenn mich ja was nervt, dann sind das politische Beiträge, die ganz bewußt thematisch unpassende Sachverhalte ausklammern und mit zugespitzten Statements die Claqueure zur Raserei bringen. So jetzt wieder Renate Künast von den GRÜNEN, die es gestern in der Bundestagsdebatte über die Frauenquote wieder einmal wunderschön vorexerziert hat, wie sowas geht:

Warum stellen die Unternehmen in Führungspositionen immer noch überproportional Männer ein, wo doch die Frauen einen viel höheren Prozentsatz an Uniabschlüssen haben und dazu bessere Noten?

Ach so. Soll das heißen: Wenn 10 neue Vorstände von Maschinenbauunternehmen gebraucht werden, dann muss man die mit Frauen besetzen, weil die in Sozialwissenschaften, Jura und Englisch bessere Noten haben? Und wie erklärt sie dann, dass es immer noch die Männer sind, die die Ochsentour von unten nach oben auf sich nehmen und trotzdem nach 20, 30 Jahren in die Unternehmensspitze aufsteigen, während das gesamte Bildungssystem durchgängig von Klasse 1 bis 12 auf bessere Noten für Mädchen ausgerichtet worden ist?

Dann holzt sie weiter:

Die Zukunft heißt: Nach Qualifikation einstellen, und nicht einfach immer nur Männer finden.

So so. Im Gegensatz zur beifallkonformen Weltsicht von Frau Künast könnte es sein, dass die Industrie eben genau das macht: nach Qualifikation einstellen. Eine Frauenquote wird genau das ändern: dann wird eben nicht mehr nach Qualifikation eingestellt. Das will sie per Gesetz einführen, dass die Industrie nicht mehr nach Qualifikation einstellt, sondern nach dem Willen der Regierung.

Die Folgen sieht man jetzt schon im Schulsystem: da werden Frauen grob fahrlässig in Leitungsfunktionen gepusht. Man hat dann in gar nicht so wenigen Fällen eine unqualifizierte Fachleiterin / Direktorin vor der Nase sitzen, die 15 bis 20 Jahre lang den Betrieb behindert, weil sie’s nicht kann, nicht will und auch generell überfordert ist1). Das gibt es natürlich bei Männern auch, aber die Unfallquote ist geringer, weil sie wenigstens nicht per Gesetz auf die Stelle gehievt werden.

Einfach Klasse, wie Frau Künast Probleme löst. Sie sollte an Albert Einsteins Grab einen Dynamo installieren, so wie sie den zum Rotieren bringt …


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Fußnoten:
  1. Sie ist auf die Stelle gekommen, weil sie eine Frau ist, und sie kann bis zur Pension nicht wieder abgelöst werden, weil sie eine Frau ist. Nirgendwo taucht hier das Kriterium der Qualifikation auf. [ ]

Trittplatz

Die nebenstehende, bei BILD als “witzig”1) bezeichnete und in der ganzen Republik verklebte Werbung ist ja wohl nach hinten losgegangen: die Überfrauen haben sich tatsächlich dem Wettbewerb stellen müssen und einen auf den nicht vorhandenen Sack gekriegt.

Es mag sein, dass manchen diese Plakate als witzig vorkommt. Aber es ist ein schlechter Witz: sie ist nicht neutral, weil sie umgekehrt nicht wirkt. Man dürfte also niemals schreiben: “3. Plätze sind was für Frauen” und das in der ganzen Republik aufhängen: das finden die vom Staat alimentierten Frauenbeauftragten gar nicht witzig. Frauen dürfen hier nicht Objekt eines Witzes sein – und damit bekommt auch die Umkehrung einen schalen Geschmack.

Besser länger nachdenken, als den Mund auf Kosten anderer, die sich nicht wehren dürfen, allezu voll zu nehmen.


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Fußnoten:
  1. Oder auch als “frech” – einen Link setze ich nicht. “Frech” ist in diesem Zusammenhang ein noch interessanterer Ausdruck: Frechheit bezeichnet ein unbotmäßiges Verhalten, und da steckt schon was vom “Dienstboten” drin. Frech ist, wer einen Standesunterschied empfindet oder als gegeben hinnimmt und sich trotzdem dagegen auflehnt. Das ist ein ganz wesentliches Element des Vulgär-Feminismus’: ohne die Empfindung eines Standesunterschieds funktioniert er nicht. [ ]

Kokowäh oder: Homme flambé

Ich war am vergangenen Samstag mit Freunden in “Kokowäh”, dem neuen Film von Til Schweiger. War keine verschwendete Zeit, und man kann mal wieder unbeschwert einen ablachen. Til Schweiger hat seine Rolle gefunden, ändert nicht viel dran, und wenn er nicht vor der Zeit von der Bühne abtritt, macht er das noch 30 Jahre, kauft sich einen weißen Schal und hängt noch 20 dran.

Manchmal bleibt einem aber doch das Lachen ein wenig im Halse stecken. Zunächst ist es in diesem Film wieder einmal so, dass Frauen einen Mann bedenkenlos und jederzeit hart ins Gesicht oder sonst wohin schlagen dürfen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen werden zu können1). Sie schaffen sich die Berechtigung dazu einfach selbst und können dann einfach nicht anders.

Der zweite erstaunliche Punkt, der in unserer Gesellschaft aber nie gesehen wird, ist der: Männer haben immer die volle Verantwortung für ihr Tun und Handeln zu übernehmen – auch nach Jahren noch, Frauen sind davon freigestellt. Der Film lebt davon, dass der Protagonist vor 9 Jahren mit einer sich bereits in einer anderen Partnerschaft befindlichen Dame ein Kind gezeugt und nun Knall auf Fall die volle Verantwortung für ein Kind zu übernehmen hat2). Diese Verantwortung war von der Mutter bisher einem anderen Mann zugeteilt worden, der nicht der Vater des Kindes war, aber in diesem Glauben gelassen wurde, und der jetzt ebenso Knall auf Fall “wegen Beziehungsstress” entsorgt wird3).

Immer entscheidet die Mutter allein und autokratisch, wer am Unterhalt für ihr Kind maßgeblich, aber ohne Rechte beteiligt wird. Wem das Kind von Moment zu Moment “gehört”, wird dabei nach Lage der Dinge entschieden: Wann ein Vater gebraucht wird und welcher denn, entscheidet die Mutter genau so, wie sie es im Moment braucht. Zumindest könnte man ja mal das Kind fragen – aber auch das kommt natürlich überhaupt nicht in die Tüte. Das Kind ist nur eine Sache, die hin und hergeschoben wird – es sei denn, diese merkwürdige Hin- und Herschieberei läßt sich einem Mann als Versäumnis anrechnen. Dann wird sofort klar, dass das so eigentlich nicht geht.

Erstaunlich war das schon: die Moralpredigten4) – ein paar Stück an der Zahl – hatte sich ausschließlich der Protagonist reinzuknirschen: “Du hast schließlich mit meiner Frau geschlafen und wusstest ganz genau, dass wir heiraten wollten5)”. Die Mutter hingegen hatte beim Zeugungsakt offensichtlich die Handlungs- und Willensfreiheit einer Gummipuppe: die war – auch ohne dass auch nur ein leisester Vergewaltigungsvorwurf geäußert wurde – völlig aus dem Schneider, sie hatte sich das Kind einfach “machen” lassen und konnte da irgendwie gar nichts für. Nie käme jemand auf die Idee zu sagen: “Moment, die war doch auch in einer Partnerschaft? Hatte sie das denn vergessen? Wollte die nicht genauso Sex mit dem Protagonisten? Und was hat denn eigentlich sie mit dem Thema Verhütung zu schaffen”?6)

Nichts gegen den Film, der ist schon in Ordnung, den kann man lassen. Wenn mir aber jetzt einer kommt und erzählt, dass sei doch um der Comedy willen alles ein wenig überhöht, dann muß ich ihm entgegenhalten: da habe ich völlig andere Erfahrungen. Männer erleben das, was man gerne in solchen Filmen zum Wochenendspaß anschaut, durchaus ganz realistisch7). Und damit sie nicht wach werden in ihrem Dornröschenschläfchen, gibt es diese putzigen Filme, die das System als völlig normal ausschauen lassen.

Hoffentlich ändert sich das noch …


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Fußnoten:
  1. Durch die ständige Wiederholung solcher Szenen in Film & Fernsehen geraten erwachsene Frauen insgesamt in den Rechtszustand von Jugendlichen, die aufgrund ihrer mangelnden Selbstverantwortlichkeit noch nach Sonderrecht abzuurteilen sind. Das stimmt meiner Ansicht nach mit der tatsächlichen Behandlung von Frauen vor Gericht überein. [ ]
  2. “Es” wird ihm einfach vor die Tür gestellt. Ein Recht oder die Möglichkeit, sich darauf einzustellen, gibt es für den Protagonisten nicht. Im Gegenteil: der Film funktioniert deshalb so gut, weil diese Einstellungsphase gleich “on the job” mit der Kamera begleitet wird und der Protagonist sich dabei natürlich unheimlich blöd anstellt. [ ]
  3. Am Schluß ist es natürlich dann noch besser: Frau versöhnt sich wieder und hat dann sogar zwei Väter, die sich um das Kind herzzerreißend kümmern. [ ]
  4. Von Mutter und Ersatzvater [ ]
  5. Woher er das wissen sollte, wird nicht weiter thematisiert – es kling nur einmal an, dass er vorher mit der Dame ein paar Jahre zusammengewesen ist, sie sich dann aber für einen anderen entschieden hatte. Was für den Kinobesucher hier obskur bleibt, spricht Bände für’s real life … [ ]
  6. Der gewissenlose Erzeuger hatte nämlich damals keine Kondome dabei, das wurde recht auffällig thematisiert. [ ]
  7. Geschlagen werden, Kinder weg, Frau weg, Unterhalt zahlen, Kind wieder da … – gerad’ wie’s paßt [ ]

Unwohlsein

Auf FAZ.net findet sich ein Artikel, der die Vorgänge um Julian Assanges Verhaftung wegen sexuellen Mißbrauchs in ein bekanntes Licht rückt. Richtig ins Rollen gebracht zu haben scheint das eine radikale, schwedische Staatsanwältin – es wird sich wohl später noch herausstellen, ob sie von interessierter Seite geschmiert worden ist. Sie hat gegen Assange folgenden, im schwedischen Strafgesetz verankerten Paragraphen angewandt:

Sie [die Staatsanwältin] hob hervor, dass nach schwedischem Recht Nötigung oder Vergewaltigung in einem minder schweren Fall vorliegen kann, wenn sich eine Frau nach dem Sex unwohl fühlt oder sich ausgenutzt vorkommt.

Also Vorsicht, Männer: Unwohlsein bei Frauen kann zu Knast für den letzten (evtl. auch vorletzten, wer weiß das schon …) Geschlechtspartner führen. Nur weil frau gerade Bock drauf hat – oder der männliche Geschlechtspartner einfach wegen sonst überhaupt nichts einzusperren ist.

Mal ein wenig extrapoliert: auf diese Weise kriegt man für schlappe 1.000€ jeden mißliebigen männlichen Konkurrenten aus dem Weg. Etwas Organisation tut not, hier ist die Liste:

  • Man läßt ihn eine Reise nach Schweden gewinnen, schickes Hotel1), sagen wir, dass dafür die ersten 500€ draufgehen. Aber hier gibt es noch Einsparpotential.
  • Man engagiert für 500€ eine Blondine2) vom Escort-Service und die heuchelt Interesse, macht ihn besoffen und sich dann richtig ran – das ist ja alles unbeweisbar und vor allem nicht gerichtsrelevant.
  • Anschließend fühlt sie sich unwohl und/oder (gegen Bonus) ausgenutzt, verschweigt aber vorsichtshalber den Escort-Service.
  • Ciao bambino: U-Haft, Job weg, Geld weg, Frau weg, Familie weg, Leben weg, alles weg. War das so schwer?

Ah, so geht das nicht, weil Frauen so etwas niemals ausnützen würden? Da bleibt den Männern nichts, als sich darauf zu verlassen: das Recht gibt es in diesem Falle leider nicht. Bei Kachelmann und Assange und vielen tausend anderen ist es blöderweise schief gegangen, aber prinzipiell würde eine Frau sowas niemals, niemals tun, das stimmt natürlich.

Irgendwie wird’s in jeder Hinsicht immer billiger.


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Fußnoten:
  1. Man muß ja nur eine Nacht buchen, denn die nächste Nacht übernimmt ja erst mal der schwedische Staat hinter gleichlautenden Gardinen und zum Schluss der zum Vergewaltiger und Triebtäter mutierte Preisausschreibengewinner, wenn er wieder bei Sinnen ist [ ]
  2. Anm.: wenig Einsparpotential. [ ]

Keine Ochsentour

Im Cicero 12/2010 ist eine Hymne1) an die nordrheinwestfälische Ministerin Hannelore Kraft von Renate Faerber-Husemann abgedruckt. Dort heißt es ganz ungeniert:

Die Politik kam relativ spät in ihr Leben. Studium und Nebenjobs, der Sport, die Familie mit kleinem Kind und der berufliche Aufstieg ließen keine Zeit für eine Juso-Karriere oder die übliche Ochsentour mit Hinterzimmerkungeleien. In die SPD trat sie erst 1994 ein. Aber dann ging es Schlag auf Schlag: 2000 wurde sie in den Landtag gewählt. Ein Jahr später – der Ministerpräsident hieß Wolfgang Clement – war sie schon Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Ende 2002 Ministerin für Wissenschaft und Forschung im Kabinett von Peer Steinbrück.

Wow! Was für ein Rundumschlag an Rechtfertigung für zu wenig Einsatz, Liebedienerei und Unterstellung!

Gehen wir es mal einzeln durch:

  • Die Politik kam relativ spät in ihr Leben - Rechtfertigung für zu wenig Einsatz, ein wenig kokett, wie ich finde. Politiker sind verantwortlich für die Leute, von denen sie gewählt sind. Und auch Verantwortung muss man lernen. Frauen nicht?
  • Studium und Nebenjobs, der Sport – ah ja, hervorragende Voraussetzung für das höchste Landesamt
  • die Familie mit kleinem Kind – wie lange war das denn klein? 15 Jahre lang, weswegen sie die ganze Zeit nicht aus dem Hause konnte? Ich hatte nicht nur eins, sondern gleich drei – kann ich jetzt auch Ministerpräsident werden?
  • und der berufliche Aufstieg ließen keine Zeit für eine Juso-Karriere – aha, also kleines Kind gilt nur als Entschuldigung, keine Politik gemacht zu haben. Eine andersartige Karriere ging dann schon.
  • die übliche Ochsentour – das empfinde ich als einen hämischen Seitenhieb auf männliche Politiker, die sich ihre Sache nicht ganz so leicht machen wie das Modell, das die Autorin hier vorstellt.
  • mit Hinterzimmerkungeleien – Unterstellung, dass Politik in Hinterzimmern auf unrechtmäßige Weise gemacht wird.
  • In die SPD trat sie erst 1994 ein – na, die Ochsenkungler werden sich aber sehr gefreut haben, dass sie die ganze Zeit die Arbeit machen durften und dann die von ganz oben Protegierte an ihnen vorbeizog.
  • Aber dann ging es Schlag auf Schlag: 2000 wurde sie in den Landtag gewählt – na, das ist nicht ganz unnormal. Das könnte sogar ein Mann schaffen, nach 6 Jahren. Wahrscheinlicher ist aber eine enorme Quotenrakete als Treibsatz.
  • Ein Jahr später … war sie schon Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten – da hat der Treibsatz dann voll gezündet. Männer müssen für ein Ministeramt wesentlich mehr arbeiten und ungleich mehr stichhaltige Beweise für ihre Qualifikation vorlegen.

Schön, jetzt werden viele danken, ich hätte was gegen Frau Kraft und hielte sie für fehl am Platz. Nein, das tue ich nicht – es schadet nicht, wenn ein Seiteneinsteiger in die Politik geht. Sie wird Gelegenheit haben, zu beweisen, ob ihre Qualifikation ausreichend ist.

Aber mich stört der Stil von JornalistInnen, der eine offensichtliche Ansammlung von Nicht-Qualifikation als Leistung hinstellt und eine wichtige, fundamentale Qualifikation zur Erreichung des höchsten Landesamts nicht einmal erwähnt: die Frauenquote.


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Fußnoten:
  1. Hier findet man die Weihrauchattacke [ ]

Problemabnehmer

In diesem Interview gibt eine Referentin für Geschlechterfragen klar und deutlich Auskunft darüber, warum es so schwierig wird, wenn Männer in Kindergärten und Kindertagesstätten als Mitarbeiter eingestellt werden wollen. Beispielsweise:

Sondern sie [die Kindergärnerinnen] wollen ihre Arbeit erleichtert bekommen, indem ihnen ein Mann die problematischen Jungs abnimmt.

Aber es gibt noch weitere “gute” Argumente, die Frau Melitta Walter dort bringt: lohnt sich zu lesen.

Mir selbst fallen noch zwei ganz wichtige Gründe ein:

  • Von dem Geld, das ein Erzieher in einer solchen Einrichtung verdient, kann eine Familie nicht leben: die Stellen sind mit dem Blick auf “Nebenerwerb” finanziell ausgestattet. Die Hauptlast der Unterhaltssicherung für eine Familie liegt jedoch nach wie vor bei Männern.
  • Der Generalverdacht, dass alle Männer sexuelle Interessen an Kindern haben, bleibt zwar indifferent – er ist aber da. Kein Mann wird, auch wenn er sich für diesen Beruf hervorragend eignen würde, mit diesem Generalverdacht im Nacken an so einer Position arbeiten wollen: sobald er einer Frau mißliebig wird, fehlt nur ein ganz kleiner Hinweis, und er ist draußen. Oder drinnen, je nachdem, wie man den Knast sieht. Das geht ganz schnell.

Männerfilm

Dieser Tage ist mir die Fernsehreportage “Wann ist der Mann ein Mann – das starke Geschlecht in der Krise” untergekommen.

Seltsam, aus welchem Blickwinkel da irgend etwas über Männer gesagt werden soll. Da sitzen ein paar Pseudo-indianer in der Eifel rum und probieren, wie es ist, wenn man sich gemeinsam männlich fühlt. Man sitzt im Zelt, gibt “Kraftstäbe” weiter und sagt nach jedem Beitrag “Hugh”. Man schmeißt sich mit dem Gesicht nach unten ins Gras und spürt der Verbundenheit mit Mutter Erde nach. Oder man zündet Mittwochs abends im eigenen Garten auf einer Schale (wahrscheinlich, damit nichts kaputt geht) ein Mini-Lagerfeuer an und fühlt sich mit seinen Brüdern verbunden.

Irgendwie stimmt da was nicht: sowas tun Männer eigentlich nicht, es sei denn, es ergibt sich von selbst und spontan. Im Film kommen diese Männer allesamt so daher, als sei ihnen das, was sie da vor der Kamera vorführen, erst mal von ihren Frauen erlaubt worden – und die vor allem fänden das gut, was ihr Partner da macht: dann sind sie aufgeräumt und nerven nicht zu Hause rum mit ihren unverständlichen Bedürfnissen. Diese Männer haben sozusagen einen unsichtbaren Käfig um sich rum, innerhalb dessen sie von ihren Frauen die Erlaubnis haben, laut rumzubrüllen, die Augen zu rollen und wild rumzuspringen. Und wenn sie durch diese unsichtbare Wand wieder in die Frauenwelt eintreten, sind sie wieder so, wie Mutti das haben will. Vor allem der einsame Krieger in seinem Garten mit dem Lagerfeuer im Gartengrill: der kommt ein wenig verloren ‘rüber.

Dem gesamten Film liegt so eine gewisse Lächerlichkeit unter: so wie sich Mütter auf dem Spielplatz über ihre Fünfjährigen unterhalten: “Meiner schließt jetzt schon selbständig Sozialkontakte, geht in Englisch für Vorschulkinder und kann schon lesen”, so erzählt dieser Film eine Story von “Meiner darf am Wochenende schon allein in die Eifel zum Indianerspielen und trägt selbständig den Müll runter”. Mir kommen diese Erlaubnis-Indianer so vor wie der Herr mit der Gießkanne auf dem Bild oben …

Übrigens: vor Wochen gab es einen Film über Herrn K.: “Der Kachelmann-Komplex“. Ich mußte zweimal ansetzen, um ihn bis zum Schluß auszuhalten. Man muss sich das vorstellen: der Mann saß wegen des Verdachts der Vergewaltigung – obwohl sich die Zeugin der Anklage wiederholt in Widersprüche verstrickte – ein Vierteljahr im Knast. Trotzdem ging es in dem ganzen Film nie um dieses Leiden des Ein- und Ausgesperrtseins: es ging ausschließlich um die Unbequemlichkeit der sich weiterhin in Freiheit befindlichen Dame, die Kachelmann angezeigt hatte. Den ganzen Film lang. Verstehe ich nicht, wie man so einseitig blind sein kann.

Ach ja. 2011 ist wieder ein Jahr der Frau. Seit das zur Dauerveranstaltung geworden ist, fällt es nur nicht mehr so auf.

Innen mit Herz

Bastian Sick hat linguistische Kastrationsängste – ich allerdings auch, wenn ich mir seinen Artikel auf SPIEGEL ONLINE zu Gemüte führe. Da hat eine Berner Sprachkorrigierende aber völlig ins Ofenrohr geschaut1). Ich glaube nur, dass Vernunft hier nicht weiter hilft: solche Frauen muss die Gesellschaft überleben, was anderes geht nicht.

Hier ist der Artikel. Danke an Rudolf für den Tipp.


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Fußnoten:
  1. Wahrscheinlich ist sie mit ihren Sprachverbesserungsforderungen monatelang nachts schwanger gegangen, in Ermangelung … [ ]

Jungen-Brief

Die geschlechterpolitische Initiative manndat e.V. (siehe auch rechts unter “Freunde”) hat bereits im Mai einen offenen Brief an Ministerin Christina Schröder vom Klapperschlangen-Ministerium1) geschrieben, dessen Inhalt ich für lesens- und bedenkenswert halte.

Zu der Art und Weise, wie die katholische Kirche hier wegkommt, hätte ich noch so einige Anmerkungen: das kommt wahrscheinlich eher daher, weil die Autoren vielleicht mit der Kirche nicht viel am Hut haben und deswegen ihr Wissen nicht auf eigener Erfahrung beruht2).

Aber mit der Kirche ist es wie mit der ganzen Gesellschaft: auch sie hat sich in den letzten Jahrzehnten so gut wie ausschließlich um Frauen gekümmert. Dabei hat auch der Sprachcode (in dem gepredigt wird oder in dem schriftliche Texte verfaßt sind) eine Form der Männerablehnung angenommen, der Männer eher ausschließen als beteiligen kann: Männer haben mit gutem Grund eigentlich gar keine Lust mehr, in den Gemeinden mitzuarbeiten. Man sieht auch, dass es mittlerweile viel mehr Ministrantinnen als Ministranten gibt. Damit konzentriert sich auch die kirchliche Jugendarbeit zunehmend auf Frauen, mit dem Effekt, dass Jungen haareraufend wegrennen oder still verschwinden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: es ist schwer, dagegen anzukommen. Intern und unter sich reden Männer mittlerweile offen über Erfahrungen mit dieser Benachteiligung – und es erschreckt mich immer wieder, was die so erleben.

Nach außen schweigen sie.


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Fußnoten:
  1. Klapperschlangen-Ministerium nur und ausschließlich deswegen, weil der Name so lang ist wie eine Klapperschlange und ich nicht jedesmal nachschlagen möchte, wenn ich den Namen dieses Ministeriums irgendwo brauche. Ich weiß halt, dass Männer in diesem Ministerium nicht vorkommen, aber ich weiß nie, an welcher Stelle sie weggelassen sind. Weitere Assoziationen sind von mir nicht autorisiert. [ ]
  2. Oder diese Erfahrungen so negativ belastet sind, dass anderen Perspektiven kein Raum mehr gegeben werden kann. [ ]

Mann im Knast III

Seit gestern ist Jörg Kachelmann aus der Haft entlassen1). Er hat 4 Monate im Gefängnis sitzen müssen, weil eine Frau ihn – offensichtlich – falsch oder zumindest mit großen Abstrichen an den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage der Vergewaltigung beschuldigt hat. Dieser Frau wird nicht viel passieren: selbst wenn Jörg Kachelmann sie dereinst belangt, wird man ihr höchstens den Zeigefinger vorhalten, ein bißchen schimpfen und sie auffordern, dass sie das aber nie wieder machen darf. Vielleicht muß sie noch ein paar hundert Euro hinlegen. Aber ins Gefängnis wird sie nicht gehen: Kachelmanns 120 Tage Knast werden ungesühnt bleiben.

Was ist da eigentlich passiert? Die Sache wirft denn doch ein paar Fragen auf:

  • Wieso war Kachelmann 4 Monate im Gefängnis? Wenn er ein normaler Durchschnittsbürger gewesen wäre, dann kann das schon mal vorkommen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, und wenn sich niemand drum kümmert, dann erst recht. Bei Kachelmann lag der Fall aber anders: er steht im Rampenlicht der Medien.
  • Sein Anwalt hat seine Freilassung nicht durchgebracht. Das gehört jedoch zu den einfachsten Übungen: mit so dürftiger Beweiskraft, die zudem schon über Monate bekannt ist, kann man eigentlich niemanden 4 Monate im Knast verschimmeln lassen. Wieso hat der Anwalt das nicht fertig gebracht?
  • Wieso hat erst das Oberlandesgericht eine Freilassung verfügt? Sind da eventuell andere Überlegungen mit im Spiel als nur der Vorwurf der Vergewaltigung? Hat es was damit zu tun, dass Kachelmann Schweizer Staatsbürger ist und die Deutschen und die Schweizer im Moment nicht ganz so gut miteinander können2) als es normal wäre?
  • Kann es sein, dass hier ein frauenzentriertes Komplott vorliegt, ein Beispiel erwünschter Diskriminierung also, nach dem Motto: Einer Frau, die behauptet, vergewaltigt worden zu sein, ist unter allen Umständen zu glauben? Immerhin war das ja mal gelehrte und geübte Praxis auf den Polizeistationen – ist das heute immer noch so?

Eines macht der Fall ganz klar: auch heute noch kann eine Frau einen Mann einfach so – sei es aus Rache, Wut oder Langeweile – ins Gefängnis werfen lassen und die Existenz des Mannes vollkommen vernichten. Für sie besteht dabei keine Gefahr: der Mann wird einfach von einem willfährigen Staat einkassiert und kaltgestellt. Gefangenschaft ist das Schlimmste, was einem freien Bürger passieren kann: ihm werden die bürgelichen Ehrenrechte aberkannt, er darf seine Kinder nicht mehr sehen, er darf nicht mehr die Bücher lesen, die er gerne lesen möchte und er darf nicht mehr irgendwo einen Kaffee trinken gehen. Er hat auf Befehl das Licht auszumachen und auf Befehl wieder aufzustehen3). Er muß sich von anderen Menschen herumkommandieren lassen und mit Menschen seine Tage verbringen, die er sich nicht ausgesucht hat und denen er nicht entgehen kann. Dieses Rechtsmittel darf die Gesellschaft eigentllich nur bei allerschlimmsten Vergehen verhängen, und die müssen nachgewiesen sein – nicht einfach mal so auf eine Vermutung hin.

Ich bin erstaunt, in was für einem System wir hier leben.


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Fußnoten:
  1. Siehe Mann im Knast II und Mann im Knast [ ]
  2. Steuerhinterziehung, Bankengeheimnis etc.? [ ]
  3. Da wird man mir jetzt mit spitzfindgem Zeug kommen können, dass das in der Untersuchungshaft alles ein wenig anders sei als im Strafvollzug. Das ist mir aber egal. Wenn ich für irgend jemanden einen 50-Kilo-Rucksack tragen muss, dann hält sich mein Dank in Grenzen, wenn er vorher noch eine Haarbürste herausgenommen hat, damit es nicht so schwer wird. [ ]

Unfreiwillige Emanzipation

Johanna Kutsche beklagt in der >Zeit< , dass inzwischen 21 % aller Mehrpersonenhaushalte allein von Frauen finanziert würden (1991 noch 15%). So hätten sich die Frauen die Emanzipation aber nun auch wieder nicht vorgestellt; das gehe doch entschieden zu weit.

Haben wir Männer also wieder was falsch gemacht? Was wäre denn den Damen genehm? Hat eigentlich irgendjemand schon mal danach gefragt, wieviele Mehrpersonenhaushalte allein von Männern finanziert werden? Und ob denen das genehm ist?

So ein Blödsinn.

Multitasking

Die Tage mußte ich mir wieder von einer ziemlich hoch promovierten Frau erzählen lassen, dass Männer ja nun nicht multitaskingfähig seien1). Keine Ahnung, wie die darauf kam: die Situation gab’s nicht her. Und stimmen tut das auch nicht, aber Du hast keine Chance: über die entsprechenden Statistiken und Zahlen, die derlei Unsinn an Ort und Stelle in das Reich der Fabel schicken, verfügst Du nie – und wenn es wider Erwarten doch einmal so sein sollte, wird’s halt einfach nicht geglaubt.

Bestimmte Teile der weiblichen Bevölkerung mögen diese selbstverliebten Unwahrheiten einfach. Das gehört zu ihrer Identität offensichtlich wie stundenlanges Schminken, was ja auch mit der dadurch selbst erzeugten Realität ebensoviel zu tun hat wie ein Huhn mit Lohengrins Schwan2). Auch die Tatsache, dass Frauen weniger verdienen als Männer, ist ja statistisch längst widerlegt und wird dennoch hartnäckig immer wieder angeführt. Wahrscheinlich nur deswegen, damit der gemeinte Teil der weiblichen Bevölkerung besser fühlt als er ist.

Die ZEIT weist mit dem Artikel “Sind Frauen beim Multitasking besser als Männer?“ wieder einmal darauf hin, dass es keine geschlechtlich bedingten Unterschiede gibt. Es wird nichts nützen, aber trotzdem hier mal zu protokollarischen Zwecken.


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Fußnoten:
  1. Sie hielt sich dazu aber in hohem Maße für fähig, denn sie machte gerade Salat und redete nebenher mit mir. Dabei schaute sie mich an und ich auf das Messer, mit dem sie Kirschtomaten schnitt. Nein, sie hat sich nicht in den Finger geschnitten. [ ]
  2. Der Vergleich hinkt nicht, sondern er läuft so: Du kannst ein Huhn drei Tage lang schminken: es wird dadurch nicht so groß wie ein Schwan, sondern es bleibt so klein wie ein Huhn. Und man sieht das auch. [ ]

Ausgegrenzt

Wie war noch das Motto des Ökumenischen Kirchentags in München? “Damit ihr Hoffnung habt”. An wen richtet sich das? An die Menschen. An alle? Na, dann schaut mal auf das Plakatmotiv, liebe Freunde: Männer oder Jungen kommen da nicht vor – wieder nur Frauen und Mädchen.

An diesem Wochenende nahm ich in Kempten an einem Konfirmationsgottesdienst in St. Mang teil. Einzug der GladiatorenKonfirmanden: Mädchen (13) vorne, Jungen (9) hinterdrein. Beginn der Predigt (und aller weiterer Grußworte an die Konfirmanden): “Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden”. Weihehandlung: Erst alle 13 Mädchen, dann die Jungen1). Auszug: erst die Mädchen, dann die Jungen, klar.

Jungens kriegen es überdeutlich gedrückt: Ihr gehört nach hinten, Frauen gehören nach vorne2). Diese Kirche sollte sich nicht wundern, wenn Männer ihr den Rücken kehren. Eine Institution, bei der man so deutlich vor Augen geführt bekommt, dass man die zweite Geige zu spielen hat, praktiziert in meinen Augen offene Apartheid. Es gibt nämlich nicht mehr den geringsten Grund für diese dauernde Herabsetzung – vor allen jungen Menschen gegenüber nicht.


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Fußnoten:
  1. Wobei das auf den Liedzetteln ein wenig geschminkt ‘rüberkam: Weihe der Gruppen 1 – 3 (das waren die Mädchen), dann Musik, dann Gruppen 4-5 (das waren die Jungen). [ ]
  2. Das gilt nicht für die Front in Afghanistan oder brenzlige Rettungseinsätze mit der ehrenvollen Pflicht, im Ernst sein Leben für’s Vaterland zu geben. [ ]

Aus dem Frauenhaus

Das nachfolgende Interview kam heute über den Rundbrief des “männerrats”1) hereingeflattert. Ich kenne den Text: es ist dem zweiten Band zu “Die vaterlose Gesellschaft” von Matthias Matussek entnommen, in dessen ersten Band auch ein längerer Artikel von mir erschienen ist. Interessant ist das Interview vor allem deswegen, weil es den Blick öffnet für Situationen, in der eine kleine Gruppe von Menschen sich selbst für über dem Gesetz stehend erklärt und es schafft, völlig willkürliche “Notstandsgesetze” einer ganzen Gesellschaft als unumgänglich zu verkaufen.

Ich halte die geschilderten Umstände nicht für einen plakativen Einzelfall. Ich weiß von anderen – ehemaligen – Frauenhausmitarbeiterinnen, dass sich das auch im Umkreis von München so oder so ähnlich abgespielt hat. Da sich die Frauenhäuser aber konsequent jedweder Kontrolle entziehen2) dürfen, kann man das nicht nachprüfen: es bleibt immer ein Gerücht, das den Steuerzahler teuer zu stehen kommt.

Ehemalige Frauenhausmitarbeiterin berichtet

Wann haben Sie in welchem Frauenhaus gearbeitet? Im autonomen Frauenhaus in Kassel von 1984 bis 1987 und im Göttinger Frauenhaus von 1988 bis 1989.

Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe? Damals war ich eine Aussteigerin aus der High-Society. Ich wollte etwas Neues anfangen, anderen Menschen helfen. Vorher war ich schon sehr interessiert an den Dingen, die die Frauenbewegung so thematisiert hat.

Welche Aufgaben kamen auf Sie als Mitarbeiterin in einem Frauenhaus zu? Zunächst war das ehrenamtlich, nur der sogenannte Ämterscheiß: Schriftverkehr erledigen, die Leute zum Sozial- und Jugendamt begleiten. Nach drei Monaten wurde ich gefragt, ob ich nicht fest dort arbeiten wolle, und ich sagte ja. Ich stieg richtig in den Betrieb ein. Ich machte die Neuaufnahmen, führte Einzelgespräche mit den Frauen, machte Gruppenbetreuung, half beim Ausfüllen des Aufnahmebogens, also Name, Adresse, Schulbildung etc. Das ergab folgendes Bild: 80 % Hauptschule, 80 % ohne abgeschlossene Berufsausbildung, 70% Ausländerinnen (davon zu 90 % Türkinnen). Die Hälfte war dort bereits über ein Jahr, eine Frau war bereits dreieinhalb Jahre dort. Den Frauen wurden ja auch kaum Wohnungen angeboten … Welcher Vermieter gibt schon einer Frau eine Wohnung, die von der Sozi lebt und einen Haufen Kinder mitbringt? Die meisten von denen hatten bis zu fünf Kinder.

Was war der Grund für die Aufnahme im Frauenhaus? Ungefähr 90 % gaben an, geschlagen worden zu sein.

Bezog sich das auch auf die Kinder? Das wurde auch manchmal gesagt. Meist haben wir dann aber gesehen, daß gerade diese Frauen ihre Kinder selber geschlagen haben. Dagegen sind wir aber immer – in beiden Häusern – ganz schnell vorgegangen.

Was gab es sonst noch für angegebene Gründe? Von Relevanz nur noch, daß die Männer eine neue Partnerschaft hätten. Ansonsten bekamen wir in vielen Fällen in den Wochen nach der Aufnahme mit, daß die Familien hoffnungslos überschuldet waren.

—-» Aus dem Frauenhaus weiterlesen …


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Fußnoten:
  1. Bei Interesse: kurze eMail an info@maennerrat.de. Der Newsletter ist – bis auf die Beiträge der Heinrich-Böll-Stiftung – sehr empfehlenswert. [ ]
  2. Nicht einmal das Jugendamt hat Zutritt zum Frauenhaus. Man liest weiter unten, wie das begründet wird: die kommen damit durch. [ ]

Die ZEIT bemüht sich …

… irgendeinen Haken zu finden – in den Vorstellungen der Familienministerin, in Zukunft vielleicht doch etwas mehr in die Männerpolitik und Jungenförderung zu investieren. Dass das für einen ZEIT-Autor extragalaktisches Terrain ist, zeigt sich in den Fragen und Kommentaren, durch die sich Kristina Schröder aber nicht aus dem Konzept bringen läßt:

Jungen haben ein natürliches Bedürfnis, ihre körperlichen Kräfte zu messen, also zu toben und zu kämpfen. Nicht jede Rauferei muss man deshalb gleich mit einem Streitschlichter unterbinden.

Sagt sie einfach so: das scheint mir ja eine echte Männerversteherin zu sein. Oder zu werden. Das Interview läuft unter dem Titel “Ein Tag für Kerle” – freundlicher1) geht es wahrscheinlich noch lange nicht, die ZEIT muss sich an das Prinzip der Geschlechtergleichheit erst langsam herantasten, nach den langen Jahren erwünschter Diskriminierung.

Danke an meinen Freund Tobias von Upper Palatine, der sich beim Lesen des Artikels leider am Kaffee verschluckt hat: so unwahrscheinlich kommt ihm sowas in der ZEIT vor.


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Fußnoten:
  1. Das Gegenstück für “Kerl” beim Mann ist “Tusse” für Frau. Natürlich würde die ZEIT niemals in einer Überschrift “Tusse” verwenden. Mit Männern kann man das machen. [ ]

Gerechtigkeit von links

Einen etwas zusammengeschobenen1), aber dennoch guten Beitrag zum Thema “Gerechtigkeitsdebatte” schreibt Dr. Matthias Stiehler, Vorsitzender des Dresdner Institut für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft e.V. Vorstand Soziales und Politik der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. www.dieg.org. Er hat ihn für die TAZ geschrieben, die hat ihn aber nicht veröffentlicht. Denn die TAZ ist das Zentralorgan genau der Denk(verbots)richtung, die Matthias Stiehler hier beschreibt.

Die Linke und die Geschlechtergerechtigkeit

Bei einer Tagung zu Geschlecht und Gesundheit antwortete eine der Fachfrauen auf die Frage, warum sich die geschlechtsspezifische Gesundheitssituation so wenig entwickle, dass es sich hier um eine Machtfrage handelt. Und da in unserer Gesellschaft die Männer die Macht hätten, könne sich die Frauengesundheit nur mühsam entwickeln. Das Problematische an dieser Aussage war, dass ich kurz zuvor in einem Vortrag nachgewiesen hatte, dass es um die Männergesundheit mindestens ebenso schlecht bestellt ist, ja sich die wesentlichen Eckdaten bei Männern im Gesundheitsbereich deutlich schlechter darstellen und die Politik diese Fakten beharrlich ignoriert.

Bemerkenswert an dieser Episode ist zweierlei. —-» Gerechtigkeit von links weiterlesen …


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Fußnoten:
  1. Absätze sind von mir [ ]

Architektinnen

Heute morgen ereiferte sich wieder eine Dame im Radio:

Architektinnen verdienen bis zu 1400€ weniger als ihre männlichen Kollegen.

Mal abgesehen davon, dass das wieder einmal eine dieser maximal-provokativen Aussagen ist1), die wir ja schon à la “Deutschland für 29€” von der Bundesbahn kennen. Man kann nur wieder einmal darauf hinweisen:

Die Löhne von Architekten werden mit den Inhabern der Ingenieur- und Architekturbüros frei ausgehandelt. Wenn Architektinnen beim Verhandeln um ihren Arbeitslohn deutlich hinter den Architekten herhinken, dann ist das

  • kein Fehler des Arbeitgebers,
  • kein Fehler der männlichen Kollegen und
  • kein Fehler der Gesellschaft,
  • sondern einzig und allein ein Fehler der Architektin.

Es handelt sich also nicht um einen systembedingter Fehler, sondern um einen individuellen Fehler: wer falsch oder ungeschickt verhandelt, der kriegt halt weniger. Das gilt auch für Männer. Sich vorneweg nicht zu trauen zu sagen: ich brauche so und so viel – und hinterher so zu tun, als sei man betrogen worden: der muß sich höchst anrüchiges Verhalten vorwerfen2).

Gegenfrage meinerseits: wie soll denn der Zustand des Falsch-Verhandelt-habens geändert werden? Ich bitte um Vorschläge.


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Fußnoten:
  1. wahrscheinlich gibt es in Deutschland nur genau 1 Architektin, die tatsächlich 1400€ weniger verdient als ein gleichrangiger Kollege [ ]
  2. Statt dessen schaffen sie es immer wieder zur Hauptsendezeit in die Medien. Was stimmt da eigentlich nicht? [ ]

Weltfrauenintelligenz

Ich habe beim Kochen gerade im PodCast des Münchner Kirchenradios den Beitrag zum Weltfrauentag1) gehört. Erscheint mir mehr und mehr wie der Weltschminktag: mit Schminke macht man das weg, was die Welt nicht sehen soll.

1. Schwestern und Priester

Fängt schon gut an: “Fast doppelt soviele Ordensschwestern wie Priester gibt es in unserer katholischen Weltkirche”. Was ist das denn für ein Vergleich? So wie der “Fast doppelt so viele Fahrräder wie Meerschweinchen gibt es auf Deutschlands Straßen”? Der natürliche Gegensatz zu den Ordensschwestern wären die Mönche: und von denen sind die wenigsten Priester. Macht sich nicht gut für die Statistik – also werden kurzerhand zwei nicht vergleichbare Dinge miteinander verglichen, damit bessere Zahlen herauskommen.

2. Katholische Priester und evangelische Pfarrer

Dann spricht eine Professorin (Jüngste im Kollegium und einzige Frau: hach, was ist das für ein Leben!) mit einem audiotechnisch komplizierten Namen: Kleinschwärzer2). Sie stellt fest, dass die katholische Kirche nach wie vor ein Problem mit der Priesterweihe von Frauen hat, während die evangelische Kirche ständig bewiese, dass die Ordination von Frauen überhaupt kein Problem darstelle. Ich finde, als Professorin sollte sie den Unterschied zwischen Ordination und Weihe schon kennen: die Protestanten kennen gar keine Weihe, also haben sie das Problem auch gar nicht. Und – was sie ganz sicher weiß, aber hier unterschlägt: bis vor kurzem war Dr. Judith Müller in der (ziemlich großen) Pfarrei Olching auf katholischer Seite genau das, was die evangelischen Pfarrerinen auch sind: ordinierte Vorsteherin der Pfarrei. Sie war nicht Priesterin – diesen Dienst haben ihr unterstellte3) Männer in dieser Zeit versehen. Aber da zeigte sich deutlich, dass das Priesteramt und die Pfarreileitung durchaus (wenn auch selten) ganz verschiedene Dinge sind. Wie fühlt sich eine Professorin, wenn sie in der Öffentlichkeit die Dinge so verzerrt darstellt? Hat sie ihr eigenes “Kleines Handbuch der Ökumene” von 2002 nicht gelesen oder ist es ihr pünktlich zum Weltfrauentag entfallen?

3. Emotionale Intelligenz

Die katholische Ordinariatsrätin Anneliese Mayer4) konnte dann auch nicht an sich halten, mehrfach zu betonen, dass Frauen emotional weitaus intelligenter seien als Männer. Mit welcher Chuzpe muß man gesegnet sein, in aller Öffentlichkeit eine Gruppe von Menschen immer wieder abzuwerten – die eigene Gruppe aber immer wieder in den höchsten Tönen hervorzujubeln ? Das haben sie von Männern nicht gelernt: Männer verhalten sich Frauen gegenüber niemals so herablassend – vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Möglicherweise hatten wir hier gerade ein ganz praktisches Beispiel dieser herausragenden emotionalen Intelligenz, die nur Frauen besitzen. Ansonsten war die Ordinariatsrätin von ihren männlichen Kollegen jedoch sehr angetan: sie scheint sich in diesem höchsten Gremium der Erzdiözese (zusammen mit ihrer Kollegin) auf Händen getragen zu fühlen.

4. Teamarbeit

An zwei Stellen haben die beiden interviewten Damen dann noch einmal deutlich gemacht – ich glaube, es war mehr die Ordinariatsrätin -, dass die Frauen sich für die langweilige Arbeit auf dem Wege nach oben doch ein wenig zu schade sind. Erstens: Frauen sind nicht die Lückenbüßerinnen für freistehende Priester-Posten. Was soll das denn jetzt heißen? “Wir wollen Priesterin werden, aber nicht, wenn es zu wenig Männer gibt, die diesen Beruf ausüben”? Versteht das jemand? Zweitens: Theoretisch kann eine Frau Kardinalin werden, denn dazu muß man nicht zum Priester geweiht sein. Aber das riecht denn doch auch schwer nach Arbeit: deswegen stünde man als Frau zu Testzwecken in diesem Amt nicht zur Verfügung. Kann man darunter verstehen, dass eine Frau nur dann Kardinalin wird, wenn sie sich auf eigenen Wunsch hin in dieses Kollegium hineinsetzen wird? Ich weiß es nicht, wie Frau Dr. Mayer sich das vorstellt, wenn das Mikrofon ausgeschaltet ist.

Soweit meine diesjährigen Beobachtungen zum Weltfrauentag – und was zu diesem Anlaß da so am gesunden Menschenverstand vorbeigesendet werden kann. Ich denke: auch wenn Männer Frauen noch so sehr fördern wollen – an solchen krassen Fehlleistungen kommt man einfach nicht vorbei. Man muss vorbei, freilich, das geht aber nur mit purem Zwang. Gut für die Menschen sind diese geschminkten Tatsachen nicht.


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Fußnoten:
  1. Hier ist der Link zum Nachhören. [ ]
  2. Prof. Dr. Birgitta Kleinschwärzer-Meister, LMU München, Lehrstuhl für Dogmatik / Ökumene [ ]
  3. Dienstlich unterstellt, nicht seelsorgerisch. [ ]
  4. Der Ordinariatsrat ist das höchste Gremium in der Erzdiözese. Kardinal Friedrich Wetter hat schon vor 15 bzw. 10 Jahren 2 Frauen in diesen Rat berufen: seitdem sind sie dort ununterbrochen tätig. [ ]

Frau muss man sein!

Mein Freund Dieter macht auf einen Spiegel-Artikel zur Geschlechterforschung aufmerksam: der Beitrag kommt kritisch daher und tönt doch wieder nur ins selbe Horn.

Wir leben halt in einer durchfeminisierten Gesellschaft. Eine Folge davon ist, dass bei uns jedesmal das Potential einer neuen Idee nicht ausgenutzt, sondern vorher einer Versicherungsgesellschaft zur Begutachtung vorgelegt wird: “Was passiert, wenn’s nicht klappt?”. Frauen bestimmen1) heute durchgängig, was und wie Jungen zu lernen haben, dass Jungen nicht mehr im Wald spielen dürfen und auch nicht mehr von Männern betreut werden können:

  • Was passiert, wenn mein Junge vom Baum fällt? Normalerweise fällt kein Junge vom Baum, aber aus der Sicht der Mütter ist auch die winzigste Möglichkeit, dass es passiert, ein Grund dafür, alles von vornherein zu verbieten. Wenn vor Dir eine Mutter steht und sagt: “wenn mein Sohn vom Baum fällt, dann zahlst Du Dein Leben lang” – dann hat sie damit so unglaublich Recht, dass niemand mehr mit ihrem Jungen jemals noch etwas zu tun haben möchte – geschweige denn, ihm zu zeigen, wie man auf Bäume klettert oder ein Feuer macht. Und so lernt kein Junge heute mehr einen Wald von innen kennen, weil die Mütter glauben, da könne irgendwas passieren. Daran wird sich nie wieder irgendwas ändern, man kann gegen dieses primitive “Es ist schon mal einer vom Baum gefallen” nicht in einer Art diskutieren, die Mutti versteht.
  • Männer sind Sexualverbrecher. Das sind sie natürlich nur in den seltensten Fällen, aber das reicht aus, dass heute kein Mann mehr alleine mit Jungen – mit Mädchen erst recht nicht – irgend eine Gruppenstunde oder -fahrt machen kann, wo Frauen nicht die Aufsicht haben. Deswegen machen Männer heute überhaupt nichts mehr mit Jungen – viel zu gefährlich. Wir haben einen Justizapparat herangezüchtet, der nur noch mühsam und ganz an der Oberfläche von der Unschuldsvermutung ausgeht. In der Realität jedoch fühlt sich jeder Mann am Pranger und kann nicht laut und empört die Unschuldsvermutung für sich reklamieren. Jede Frau, die laut schreiend hinter einem Mann und einem Kind herläuft (ist mir ja alles schon passiert), kann sich darauf berufen, sie habe nur das Beste für das Kind gewollt, und besser einmal umsonst als einmal nicht. Und ein Mann darf ob dieser unverschämten Verunglimpfung nicht einmal mehr zornig werden.

Ich fürchte, es wird nicht mehr zu ändern sein. Männer können in diesem sozialen Umfeld nicht so leben, wie sie es möchten – und sie werden sich mehr und mehr aus der Erziehung der Jugendlichen zurückziehen: sie dürfen nicht, wie sie es für richtig halten, und sie sind alle Sex-Monster. Da werden Frauen noch viel lernen müssen – und was den Erfolg angeht, bin ich sehr skeptisch.


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Fußnoten:
  1. Sie machen das selbstverständlich nicht selber. Sie haben einfach einen Justizapparat hinter sich – seit Unzeiten hat es keinen Justizminister mehr gegeben – und eine öffentliche Meinung. Denn wer sitzt in den warmen Redaktionsstuben und schreibt, und wer verlegt die Schienen für den ICE und hat keine Zeit zum Schreiben? [ ]