Archive for the 'Männer und Frauen' Category

Jungen-Brief

Die geschlechterpolitische Initiative manndat e.V. (siehe auch rechts unter “Freunde”) hat bereits im Mai einen offenen Brief an Ministerin Christina Schröder vom Klapperschlangen-Ministerium1) geschrieben, dessen Inhalt ich für lesens- und bedenkenswert halte.

Zu der Art und Weise, wie die katholische Kirche hier wegkommt, hätte ich noch so einige Anmerkungen: das kommt wahrscheinlich eher daher, weil die Autoren vielleicht mit der Kirche nicht viel am Hut haben und deswegen ihr Wissen nicht auf eigener Erfahrung beruht2).

Aber mit der Kirche ist es wie mit der ganzen Gesellschaft: auch sie hat sich in den letzten Jahrzehnten so gut wie ausschließlich um Frauen gekümmert. Dabei hat auch der Sprachcode (in dem gepredigt wird oder in dem schriftliche Texte verfaßt sind) eine Form der Männerablehnung angenommen, der Männer eher ausschließen als beteiligen kann: Männer haben mit gutem Grund eigentlich gar keine Lust mehr, in den Gemeinden mitzuarbeiten. Man sieht auch, dass es mittlerweile viel mehr Ministrantinnen als Ministranten gibt. Damit konzentriert sich auch die kirchliche Jugendarbeit zunehmend auf Frauen, mit dem Effekt, dass Jungen haareraufend wegrennen oder still verschwinden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: es ist schwer, dagegen anzukommen. Intern und unter sich reden Männer mittlerweile offen über Erfahrungen mit dieser Benachteiligung – und es erschreckt mich immer wieder, was die so erleben.

Nach außen schweigen sie.


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Fußnoten:
  1. Klapperschlangen-Ministerium nur und ausschließlich deswegen, weil der Name so lang ist wie eine Klapperschlange und ich nicht jedesmal nachschlagen möchte, wenn ich den Namen dieses Ministeriums irgendwo brauche. Ich weiß halt, dass Männer in diesem Ministerium nicht vorkommen, aber ich weiß nie, an welcher Stelle sie weggelassen sind. Weitere Assoziationen sind von mir nicht autorisiert. [ ]
  2. Oder diese Erfahrungen so negativ belastet sind, dass anderen Perspektiven kein Raum mehr gegeben werden kann. [ ]

Mann im Knast III

Seit gestern ist Jörg Kachelmann aus der Haft entlassen1). Er hat 4 Monate im Gefängnis sitzen müssen, weil eine Frau ihn – offensichtlich – falsch oder zumindest mit großen Abstrichen an den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage der Vergewaltigung beschuldigt hat. Dieser Frau wird nicht viel passieren: selbst wenn Jörg Kachelmann sie dereinst belangt, wird man ihr höchstens den Zeigefinger vorhalten, ein bißchen schimpfen und sie auffordern, dass sie das aber nie wieder machen darf. Vielleicht muß sie noch ein paar hundert Euro hinlegen. Aber ins Gefängnis wird sie nicht gehen: Kachelmanns 120 Tage Knast werden ungesühnt bleiben.

Was ist da eigentlich passiert? Die Sache wirft denn doch ein paar Fragen auf:

  • Wieso war Kachelmann 4 Monate im Gefängnis? Wenn er ein normaler Durchschnittsbürger gewesen wäre, dann kann das schon mal vorkommen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, und wenn sich niemand drum kümmert, dann erst recht. Bei Kachelmann lag der Fall aber anders: er steht im Rampenlicht der Medien.
  • Sein Anwalt hat seine Freilassung nicht durchgebracht. Das gehört jedoch zu den einfachsten Übungen: mit so dürftiger Beweiskraft, die zudem schon über Monate bekannt ist, kann man eigentlich niemanden 4 Monate im Knast verschimmeln lassen. Wieso hat der Anwalt das nicht fertig gebracht?
  • Wieso hat erst das Oberlandesgericht eine Freilassung verfügt? Sind da eventuell andere Überlegungen mit im Spiel als nur der Vorwurf der Vergewaltigung? Hat es was damit zu tun, dass Kachelmann Schweizer Staatsbürger ist und die Deutschen und die Schweizer im Moment nicht ganz so gut miteinander können2) als es normal wäre?
  • Kann es sein, dass hier ein frauenzentriertes Komplott vorliegt, ein Beispiel erwünschter Diskriminierung also, nach dem Motto: Einer Frau, die behauptet, vergewaltigt worden zu sein, ist unter allen Umständen zu glauben? Immerhin war das ja mal gelehrte und geübte Praxis auf den Polizeistationen – ist das heute immer noch so?

Eines macht der Fall ganz klar: auch heute noch kann eine Frau einen Mann einfach so – sei es aus Rache, Wut oder Langeweile – ins Gefängnis werfen lassen und die Existenz des Mannes vollkommen vernichten. Für sie besteht dabei keine Gefahr: der Mann wird einfach von einem willfährigen Staat einkassiert und kaltgestellt. Gefangenschaft ist das Schlimmste, was einem freien Bürger passieren kann: ihm werden die bürgelichen Ehrenrechte aberkannt, er darf seine Kinder nicht mehr sehen, er darf nicht mehr die Bücher lesen, die er gerne lesen möchte und er darf nicht mehr irgendwo einen Kaffee trinken gehen. Er hat auf Befehl das Licht auszumachen und auf Befehl wieder aufzustehen3). Er muß sich von anderen Menschen herumkommandieren lassen und mit Menschen seine Tage verbringen, die er sich nicht ausgesucht hat und denen er nicht entgehen kann. Dieses Rechtsmittel darf die Gesellschaft eigentllich nur bei allerschlimmsten Vergehen verhängen, und die müssen nachgewiesen sein – nicht einfach mal so auf eine Vermutung hin.

Ich bin erstaunt, in was für einem System wir hier leben.


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Fußnoten:
  1. Siehe Mann im Knast II und Mann im Knast [ ]
  2. Steuerhinterziehung, Bankengeheimnis etc.? [ ]
  3. Da wird man mir jetzt mit spitzfindgem Zeug kommen können, dass das in der Untersuchungshaft alles ein wenig anders sei als im Strafvollzug. Das ist mir aber egal. Wenn ich für irgend jemanden einen 50-Kilo-Rucksack tragen muss, dann hält sich mein Dank in Grenzen, wenn er vorher noch eine Haarbürste herausgenommen hat, damit es nicht so schwer wird. [ ]

Unfreiwillige Emanzipation

Johanna Kutsche beklagt in der >Zeit< , dass inzwischen 21 % aller Mehrpersonenhaushalte allein von Frauen finanziert würden (1991 noch 15%). So hätten sich die Frauen die Emanzipation aber nun auch wieder nicht vorgestellt; das gehe doch entschieden zu weit.

Haben wir Männer also wieder was falsch gemacht? Was wäre denn den Damen genehm? Hat eigentlich irgendjemand schon mal danach gefragt, wieviele Mehrpersonenhaushalte allein von Männern finanziert werden? Und ob denen das genehm ist?

So ein Blödsinn.

Multitasking

Die Tage mußte ich mir wieder von einer ziemlich hoch promovierten Frau erzählen lassen, dass Männer ja nun nicht multitaskingfähig seien1). Keine Ahnung, wie die darauf kam: die Situation gab’s nicht her. Und stimmen tut das auch nicht, aber Du hast keine Chance: über die entsprechenden Statistiken und Zahlen, die derlei Unsinn an Ort und Stelle in das Reich der Fabel schicken, verfügst Du nie – und wenn es wider Erwarten doch einmal so sein sollte, wird’s halt einfach nicht geglaubt.

Bestimmte Teile der weiblichen Bevölkerung mögen diese selbstverliebten Unwahrheiten einfach. Das gehört zu ihrer Identität offensichtlich wie stundenlanges Schminken, was ja auch mit der dadurch selbst erzeugten Realität ebensoviel zu tun hat wie ein Huhn mit Lohengrins Schwan2). Auch die Tatsache, dass Frauen weniger verdienen als Männer, ist ja statistisch längst widerlegt und wird dennoch hartnäckig immer wieder angeführt. Wahrscheinlich nur deswegen, damit der gemeinte Teil der weiblichen Bevölkerung besser fühlt als er ist.

Die ZEIT weist mit dem Artikel “Sind Frauen beim Multitasking besser als Männer?“ wieder einmal darauf hin, dass es keine geschlechtlich bedingten Unterschiede gibt. Es wird nichts nützen, aber trotzdem hier mal zu protokollarischen Zwecken.


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Fußnoten:
  1. Sie hielt sich dazu aber in hohem Maße für fähig, denn sie machte gerade Salat und redete nebenher mit mir. Dabei schaute sie mich an und ich auf das Messer, mit dem sie Kirschtomaten schnitt. Nein, sie hat sich nicht in den Finger geschnitten. [ ]
  2. Der Vergleich hinkt nicht, sondern er läuft so: Du kannst ein Huhn drei Tage lang schminken: es wird dadurch nicht so groß wie ein Schwan, sondern es bleibt so klein wie ein Huhn. Und man sieht das auch. [ ]

Ausgegrenzt

Wie war noch das Motto des Ökumenischen Kirchentags in München? “Damit ihr Hoffnung habt”. An wen richtet sich das? An die Menschen. An alle? Na, dann schaut mal auf das Plakatmotiv, liebe Freunde: Männer oder Jungen kommen da nicht vor – wieder nur Frauen und Mädchen.

An diesem Wochenende nahm ich in Kempten an einem Konfirmationsgottesdienst in St. Mang teil. Einzug der GladiatorenKonfirmanden: Mädchen (13) vorne, Jungen (9) hinterdrein. Beginn der Predigt (und aller weiterer Grußworte an die Konfirmanden): “Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden”. Weihehandlung: Erst alle 13 Mädchen, dann die Jungen1). Auszug: erst die Mädchen, dann die Jungen, klar.

Jungens kriegen es überdeutlich gedrückt: Ihr gehört nach hinten, Frauen gehören nach vorne2). Diese Kirche sollte sich nicht wundern, wenn Männer ihr den Rücken kehren. Eine Institution, bei der man so deutlich vor Augen geführt bekommt, dass man die zweite Geige zu spielen hat, praktiziert in meinen Augen offene Apartheid. Es gibt nämlich nicht mehr den geringsten Grund für diese dauernde Herabsetzung – vor allen jungen Menschen gegenüber nicht.


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Fußnoten:
  1. Wobei das auf den Liedzetteln ein wenig geschminkt ‘rüberkam: Weihe der Gruppen 1 – 3 (das waren die Mädchen), dann Musik, dann Gruppen 4-5 (das waren die Jungen). [ ]
  2. Das gilt nicht für die Front in Afghanistan oder brenzlige Rettungseinsätze mit der ehrenvollen Pflicht, im Ernst sein Leben für’s Vaterland zu geben. [ ]

Aus dem Frauenhaus

Das nachfolgende Interview kam heute über den Rundbrief des “männerrats”1) hereingeflattert. Ich kenne den Text: es ist dem zweiten Band zu “Die vaterlose Gesellschaft” von Matthias Matussek entnommen, in dessen ersten Band auch ein längerer Artikel von mir erschienen ist. Interessant ist das Interview vor allem deswegen, weil es den Blick öffnet für Situationen, in der eine kleine Gruppe von Menschen sich selbst für über dem Gesetz stehend erklärt und es schafft, völlig willkürliche “Notstandsgesetze” einer ganzen Gesellschaft als unumgänglich zu verkaufen.

Ich halte die geschilderten Umstände nicht für einen plakativen Einzelfall. Ich weiß von anderen – ehemaligen – Frauenhausmitarbeiterinnen, dass sich das auch im Umkreis von München so oder so ähnlich abgespielt hat. Da sich die Frauenhäuser aber konsequent jedweder Kontrolle entziehen2) dürfen, kann man das nicht nachprüfen: es bleibt immer ein Gerücht, das den Steuerzahler teuer zu stehen kommt.

Ehemalige Frauenhausmitarbeiterin berichtet

Wann haben Sie in welchem Frauenhaus gearbeitet? Im autonomen Frauenhaus in Kassel von 1984 bis 1987 und im Göttinger Frauenhaus von 1988 bis 1989.

Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe? Damals war ich eine Aussteigerin aus der High-Society. Ich wollte etwas Neues anfangen, anderen Menschen helfen. Vorher war ich schon sehr interessiert an den Dingen, die die Frauenbewegung so thematisiert hat.

Welche Aufgaben kamen auf Sie als Mitarbeiterin in einem Frauenhaus zu? Zunächst war das ehrenamtlich, nur der sogenannte Ämterscheiß: Schriftverkehr erledigen, die Leute zum Sozial- und Jugendamt begleiten. Nach drei Monaten wurde ich gefragt, ob ich nicht fest dort arbeiten wolle, und ich sagte ja. Ich stieg richtig in den Betrieb ein. Ich machte die Neuaufnahmen, führte Einzelgespräche mit den Frauen, machte Gruppenbetreuung, half beim Ausfüllen des Aufnahmebogens, also Name, Adresse, Schulbildung etc. Das ergab folgendes Bild: 80 % Hauptschule, 80 % ohne abgeschlossene Berufsausbildung, 70% Ausländerinnen (davon zu 90 % Türkinnen). Die Hälfte war dort bereits über ein Jahr, eine Frau war bereits dreieinhalb Jahre dort. Den Frauen wurden ja auch kaum Wohnungen angeboten … Welcher Vermieter gibt schon einer Frau eine Wohnung, die von der Sozi lebt und einen Haufen Kinder mitbringt? Die meisten von denen hatten bis zu fünf Kinder.

Was war der Grund für die Aufnahme im Frauenhaus? Ungefähr 90 % gaben an, geschlagen worden zu sein.

Bezog sich das auch auf die Kinder? Das wurde auch manchmal gesagt. Meist haben wir dann aber gesehen, daß gerade diese Frauen ihre Kinder selber geschlagen haben. Dagegen sind wir aber immer – in beiden Häusern – ganz schnell vorgegangen.

Was gab es sonst noch für angegebene Gründe? Von Relevanz nur noch, daß die Männer eine neue Partnerschaft hätten. Ansonsten bekamen wir in vielen Fällen in den Wochen nach der Aufnahme mit, daß die Familien hoffnungslos überschuldet waren.

—-» Aus dem Frauenhaus weiterlesen …


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Fußnoten:
  1. Bei Interesse: kurze eMail an info@maennerrat.de. Der Newsletter ist – bis auf die Beiträge der Heinrich-Böll-Stiftung – sehr empfehlenswert. [ ]
  2. Nicht einmal das Jugendamt hat Zutritt zum Frauenhaus. Man liest weiter unten, wie das begründet wird: die kommen damit durch. [ ]

Die ZEIT bemüht sich …

… irgendeinen Haken zu finden – in den Vorstellungen der Familienministerin, in Zukunft vielleicht doch etwas mehr in die Männerpolitik und Jungenförderung zu investieren. Dass das für einen ZEIT-Autor extragalaktisches Terrain ist, zeigt sich in den Fragen und Kommentaren, durch die sich Kristina Schröder aber nicht aus dem Konzept bringen läßt:

Jungen haben ein natürliches Bedürfnis, ihre körperlichen Kräfte zu messen, also zu toben und zu kämpfen. Nicht jede Rauferei muss man deshalb gleich mit einem Streitschlichter unterbinden.

Sagt sie einfach so: das scheint mir ja eine echte Männerversteherin zu sein. Oder zu werden. Das Interview läuft unter dem Titel “Ein Tag für Kerle” – freundlicher1) geht es wahrscheinlich noch lange nicht, die ZEIT muss sich an das Prinzip der Geschlechtergleichheit erst langsam herantasten, nach den langen Jahren erwünschter Diskriminierung.

Danke an meinen Freund Tobias von Upper Palatine, der sich beim Lesen des Artikels leider am Kaffee verschluckt hat: so unwahrscheinlich kommt ihm sowas in der ZEIT vor.


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Fußnoten:
  1. Das Gegenstück für “Kerl” beim Mann ist “Tusse” für Frau. Natürlich würde die ZEIT niemals in einer Überschrift “Tusse” verwenden. Mit Männern kann man das machen. [ ]

Gerechtigkeit von links

Einen etwas zusammengeschobenen1), aber dennoch guten Beitrag zum Thema “Gerechtigkeitsdebatte” schreibt Dr. Matthias Stiehler, Vorsitzender des Dresdner Institut für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft e.V. Vorstand Soziales und Politik der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. www.dieg.org. Er hat ihn für die TAZ geschrieben, die hat ihn aber nicht veröffentlicht. Denn die TAZ ist das Zentralorgan genau der Denk(verbots)richtung, die Matthias Stiehler hier beschreibt.

Die Linke und die Geschlechtergerechtigkeit

Bei einer Tagung zu Geschlecht und Gesundheit antwortete eine der Fachfrauen auf die Frage, warum sich die geschlechtsspezifische Gesundheitssituation so wenig entwickle, dass es sich hier um eine Machtfrage handelt. Und da in unserer Gesellschaft die Männer die Macht hätten, könne sich die Frauengesundheit nur mühsam entwickeln. Das Problematische an dieser Aussage war, dass ich kurz zuvor in einem Vortrag nachgewiesen hatte, dass es um die Männergesundheit mindestens ebenso schlecht bestellt ist, ja sich die wesentlichen Eckdaten bei Männern im Gesundheitsbereich deutlich schlechter darstellen und die Politik diese Fakten beharrlich ignoriert.

Bemerkenswert an dieser Episode ist zweierlei. —-» Gerechtigkeit von links weiterlesen …


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Fußnoten:
  1. Absätze sind von mir [ ]

Architektinnen

Heute morgen ereiferte sich wieder eine Dame im Radio:

Architektinnen verdienen bis zu 1400€ weniger als ihre männlichen Kollegen.

Mal abgesehen davon, dass das wieder einmal eine dieser maximal-provokativen Aussagen ist1), die wir ja schon à la “Deutschland für 29€” von der Bundesbahn kennen. Man kann nur wieder einmal darauf hinweisen:

Die Löhne von Architekten werden mit den Inhabern der Ingenieur- und Architekturbüros frei ausgehandelt. Wenn Architektinnen beim Verhandeln um ihren Arbeitslohn deutlich hinter den Architekten herhinken, dann ist das

  • kein Fehler des Arbeitgebers,
  • kein Fehler der männlichen Kollegen und
  • kein Fehler der Gesellschaft,
  • sondern einzig und allein ein Fehler der Architektin.

Es handelt sich also nicht um einen systembedingter Fehler, sondern um einen individuellen Fehler: wer falsch oder ungeschickt verhandelt, der kriegt halt weniger. Das gilt auch für Männer. Sich vorneweg nicht zu trauen zu sagen: ich brauche so und so viel – und hinterher so zu tun, als sei man betrogen worden: der muß sich höchst anrüchiges Verhalten vorwerfen2).

Gegenfrage meinerseits: wie soll denn der Zustand des Falsch-Verhandelt-habens geändert werden? Ich bitte um Vorschläge.


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Fußnoten:
  1. wahrscheinlich gibt es in Deutschland nur genau 1 Architektin, die tatsächlich 1400€ weniger verdient als ein gleichrangiger Kollege [ ]
  2. Statt dessen schaffen sie es immer wieder zur Hauptsendezeit in die Medien. Was stimmt da eigentlich nicht? [ ]

Weltfrauenintelligenz

Ich habe beim Kochen gerade im PodCast des Münchner Kirchenradios den Beitrag zum Weltfrauentag1) gehört. Erscheint mir mehr und mehr wie der Weltschminktag: mit Schminke macht man das weg, was die Welt nicht sehen soll.

1. Schwestern und Priester

Fängt schon gut an: “Fast doppelt soviele Ordensschwestern wie Priester gibt es in unserer katholischen Weltkirche”. Was ist das denn für ein Vergleich? So wie der “Fast doppelt so viele Fahrräder wie Meerschweinchen gibt es auf Deutschlands Straßen”? Der natürliche Gegensatz zu den Ordensschwestern wären die Mönche: und von denen sind die wenigsten Priester. Macht sich nicht gut für die Statistik – also werden kurzerhand zwei nicht vergleichbare Dinge miteinander verglichen, damit bessere Zahlen herauskommen.

2. Katholische Priester und evangelische Pfarrer

Dann spricht eine Professorin (Jüngste im Kollegium und einzige Frau: hach, was ist das für ein Leben!) mit einem audiotechnisch komplizierten Namen: Kleinschwärzer2). Sie stellt fest, dass die katholische Kirche nach wie vor ein Problem mit der Priesterweihe von Frauen hat, während die evangelische Kirche ständig bewiese, dass die Ordination von Frauen überhaupt kein Problem darstelle. Ich finde, als Professorin sollte sie den Unterschied zwischen Ordination und Weihe schon kennen: die Protestanten kennen gar keine Weihe, also haben sie das Problem auch gar nicht. Und – was sie ganz sicher weiß, aber hier unterschlägt: bis vor kurzem war Dr. Judith Müller in der (ziemlich großen) Pfarrei Olching auf katholischer Seite genau das, was die evangelischen Pfarrerinen auch sind: ordinierte Vorsteherin der Pfarrei. Sie war nicht Priesterin – diesen Dienst haben ihr unterstellte3) Männer in dieser Zeit versehen. Aber da zeigte sich deutlich, dass das Priesteramt und die Pfarreileitung durchaus (wenn auch selten) ganz verschiedene Dinge sind. Wie fühlt sich eine Professorin, wenn sie in der Öffentlichkeit die Dinge so verzerrt darstellt? Hat sie ihr eigenes “Kleines Handbuch der Ökumene” von 2002 nicht gelesen oder ist es ihr pünktlich zum Weltfrauentag entfallen?

3. Emotionale Intelligenz

Die katholische Ordinariatsrätin Anneliese Mayer4) konnte dann auch nicht an sich halten, mehrfach zu betonen, dass Frauen emotional weitaus intelligenter seien als Männer. Mit welcher Chuzpe muß man gesegnet sein, in aller Öffentlichkeit eine Gruppe von Menschen immer wieder abzuwerten – die eigene Gruppe aber immer wieder in den höchsten Tönen hervorzujubeln ? Das haben sie von Männern nicht gelernt: Männer verhalten sich Frauen gegenüber niemals so herablassend – vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Möglicherweise hatten wir hier gerade ein ganz praktisches Beispiel dieser herausragenden emotionalen Intelligenz, die nur Frauen besitzen. Ansonsten war die Ordinariatsrätin von ihren männlichen Kollegen jedoch sehr angetan: sie scheint sich in diesem höchsten Gremium der Erzdiözese (zusammen mit ihrer Kollegin) auf Händen getragen zu fühlen.

4. Teamarbeit

An zwei Stellen haben die beiden interviewten Damen dann noch einmal deutlich gemacht – ich glaube, es war mehr die Ordinariatsrätin -, dass die Frauen sich für die langweilige Arbeit auf dem Wege nach oben doch ein wenig zu schade sind. Erstens: Frauen sind nicht die Lückenbüßerinnen für freistehende Priester-Posten. Was soll das denn jetzt heißen? “Wir wollen Priesterin werden, aber nicht, wenn es zu wenig Männer gibt, die diesen Beruf ausüben”? Versteht das jemand? Zweitens: Theoretisch kann eine Frau Kardinalin werden, denn dazu muß man nicht zum Priester geweiht sein. Aber das riecht denn doch auch schwer nach Arbeit: deswegen stünde man als Frau zu Testzwecken in diesem Amt nicht zur Verfügung. Kann man darunter verstehen, dass eine Frau nur dann Kardinalin wird, wenn sie sich auf eigenen Wunsch hin in dieses Kollegium hineinsetzen wird? Ich weiß es nicht, wie Frau Dr. Mayer sich das vorstellt, wenn das Mikrofon ausgeschaltet ist.

Soweit meine diesjährigen Beobachtungen zum Weltfrauentag – und was zu diesem Anlaß da so am gesunden Menschenverstand vorbeigesendet werden kann. Ich denke: auch wenn Männer Frauen noch so sehr fördern wollen – an solchen krassen Fehlleistungen kommt man einfach nicht vorbei. Man muss vorbei, freilich, das geht aber nur mit purem Zwang. Gut für die Menschen sind diese geschminkten Tatsachen nicht.


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Fußnoten:
  1. Hier ist der Link zum Nachhören. [ ]
  2. Prof. Dr. Birgitta Kleinschwärzer-Meister, LMU München, Lehrstuhl für Dogmatik / Ökumene [ ]
  3. Dienstlich unterstellt, nicht seelsorgerisch. [ ]
  4. Der Ordinariatsrat ist das höchste Gremium in der Erzdiözese. Kardinal Friedrich Wetter hat schon vor 15 bzw. 10 Jahren 2 Frauen in diesen Rat berufen: seitdem sind sie dort ununterbrochen tätig. [ ]

Frau muss man sein!

Mein Freund Dieter macht auf einen Spiegel-Artikel zur Geschlechterforschung aufmerksam: der Beitrag kommt kritisch daher und tönt doch wieder nur ins selbe Horn.

Wir leben halt in einer durchfeminisierten Gesellschaft. Eine Folge davon ist, dass bei uns jedesmal das Potential einer neuen Idee nicht ausgenutzt, sondern vorher einer Versicherungsgesellschaft zur Begutachtung vorgelegt wird: “Was passiert, wenn’s nicht klappt?”. Frauen bestimmen1) heute durchgängig, was und wie Jungen zu lernen haben, dass Jungen nicht mehr im Wald spielen dürfen und auch nicht mehr von Männern betreut werden können:

  • Was passiert, wenn mein Junge vom Baum fällt? Normalerweise fällt kein Junge vom Baum, aber aus der Sicht der Mütter ist auch die winzigste Möglichkeit, dass es passiert, ein Grund dafür, alles von vornherein zu verbieten. Wenn vor Dir eine Mutter steht und sagt: “wenn mein Sohn vom Baum fällt, dann zahlst Du Dein Leben lang” – dann hat sie damit so unglaublich Recht, dass niemand mehr mit ihrem Jungen jemals noch etwas zu tun haben möchte – geschweige denn, ihm zu zeigen, wie man auf Bäume klettert oder ein Feuer macht. Und so lernt kein Junge heute mehr einen Wald von innen kennen, weil die Mütter glauben, da könne irgendwas passieren. Daran wird sich nie wieder irgendwas ändern, man kann gegen dieses primitive “Es ist schon mal einer vom Baum gefallen” nicht in einer Art diskutieren, die Mutti versteht.
  • Männer sind Sexualverbrecher. Das sind sie natürlich nur in den seltensten Fällen, aber das reicht aus, dass heute kein Mann mehr alleine mit Jungen – mit Mädchen erst recht nicht – irgend eine Gruppenstunde oder -fahrt machen kann, wo Frauen nicht die Aufsicht haben. Deswegen machen Männer heute überhaupt nichts mehr mit Jungen – viel zu gefährlich. Wir haben einen Justizapparat herangezüchtet, der nur noch mühsam und ganz an der Oberfläche von der Unschuldsvermutung ausgeht. In der Realität jedoch fühlt sich jeder Mann am Pranger und kann nicht laut und empört die Unschuldsvermutung für sich reklamieren. Jede Frau, die laut schreiend hinter einem Mann und einem Kind herläuft (ist mir ja alles schon passiert), kann sich darauf berufen, sie habe nur das Beste für das Kind gewollt, und besser einmal umsonst als einmal nicht. Und ein Mann darf ob dieser unverschämten Verunglimpfung nicht einmal mehr zornig werden.

Ich fürchte, es wird nicht mehr zu ändern sein. Männer können in diesem sozialen Umfeld nicht so leben, wie sie es möchten – und sie werden sich mehr und mehr aus der Erziehung der Jugendlichen zurückziehen: sie dürfen nicht, wie sie es für richtig halten, und sie sind alle Sex-Monster. Da werden Frauen noch viel lernen müssen – und was den Erfolg angeht, bin ich sehr skeptisch.


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Fußnoten:
  1. Sie machen das selbstverständlich nicht selber. Sie haben einfach einen Justizapparat hinter sich – seit Unzeiten hat es keinen Justizminister mehr gegeben – und eine öffentliche Meinung. Denn wer sitzt in den warmen Redaktionsstuben und schreibt, und wer verlegt die Schienen für den ICE und hat keine Zeit zum Schreiben? [ ]

Adler

Heute im Gottesdienst erzählte eine Frau – statt Predigt – etwas über die armen Leute im Senegal. Hintergrund war die Sternsingeraktion, deren gesammelte Gelder dieses Jahr schwerpunktmäßig der Unterstützung im Senegal zufließen werden – neben anderen Projekten, die über die ganze Welt verteilt sind. Immerhin hat die Pfarrei Oberasbach durch die Sternsinger, die in den ersten Januartagen singend von Haus zu Haus gezogen sind, dieses Jahr über 18.000 € gesammelt.

Die Dame erzählte eine afrikanische Geschichte, etwas folgenden Inhalts:

Ein Mann hatte einen jungen Adler gefangen, den er einfach zu den Hühnern in den Hühnerhof sperrte. Der Adler lernte also am Boden laufen, nach Würmern scharren und Körner picken – und das tat er auch so. Da kam ein anderer Mann und meinte, das sei doch ein Adler, der müsse doch fliegen. Er hob ihn also hoch, aber der Adler ließ sich wieder auf den Boden hinab und pickte mit den Hühnern die Körner auf. Erst, nachdem der andere Mann den Adler mit in die Berge genommen hatte, wo er den Wind, die Felsen und die Sonne sehen konnte, schwang sich der Vogel auf, flog hoch hinauf in die Luft und ward nie mehr gesehen.

Schöne Geschichte. Aber vorher erzählte sie noch von den armen Kindern im Senegal. Die Jungen müssen die Ziegen hüten. Die Mädchen müssen in der trockenen, staubigen Savanne Feuerholz sammeln, im dornigen Gestrüpp. “Dazu sind nämlich die Jungen zu dumm”, sprach die Dame ins Mikrofon, und erntete Gelächter bei der zuhörenden Gemeinde, in etwas höherer Tonlage. Dann ging es noch 5 Minuten weiter, welche Entbehrungen den Mädchen auferlegt werden, wie toll sie alles das meistern und so weiter und so fort: Die Jungen wurden nicht mehr erwähnt.

Wetten: Sie hat mit keinem einzigen Gedanken gemerkt, worauf die Geschichte mit dem Adler sie eigentlich hinweisen wollte. Denn Huhn bleibt Huhn, auch wenn es politisch korrekt ist.

Wer ist gleicher?

Man hat ja zwischen den Jahren sonst nichts zu tun. Also war ich heute mal beim Finanzamt, um die Freibeträge für’s neue Jahr eintragen zu lassen und – wie immer – ein bissschen zu plauschen. Und was erfahr ich da? Mit aller Selbstverständlichkeit erzählt mir der zuständige Beamte, dass bei Säumnissen von Ehepaaren standardmäßig nur die Ehemänner mit einem Zwangsgeld bedroht werden und – so auch dann nicht gefolgt wird – auch nur diese mit einer Zwangsinhaftierung rechnen müssen.

Ja, was heißt denn das? Sollte dies nicht nur in Limburg so üblich sein sondern bundesweit gelten, gibt es eine sehr einfache Weise, wie Ehefrauen ihre Ehemänner ins Gefängnis bringen können. Sie blockieren einfach hartnäckig die Abgabe der gemeinsamen Steuererklärung und ihr Mann landet zwangsweise irgendwann im Knast. Für mich war klar: erneut eines der vielen Beispiele für die (angebliche) strukturelle Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft.

Sonne und Sturm

Tatort “Sonne und Sturm”, Kommissarin Lindholm. Ein Mann wurde vergiftet.

Es stellt sich zunächst heraus, dass das Gift mit einer Spritze in einen Schokoriegel injeziert war. Der Partner des Getöteten hatte ein Stück von dem Riegel abgebissen, aber es schmeckte komisch. Da er den später Getöteten im Verdacht hatte, dass der ihm einen üblen Streich spielen wollte, hat er den Riegel fein verteilt und ihm dem Opfer ins Müsli gemischt. Er hatte keine Ahnung, dass das Zeug tödlich war. Der Mann war ziemlich unsympathisch dargestellt, der Film zeigte keinen Grund dafür auf. Is halt so.

Kommissarin Lindholm: “Sie krieg ich dran wegen Beihilfe zum Mord“. Knasttür fällt zu.

Später gesteht die Ehefrau des Partners, dass sie den Riegel vergiftet hat, und dass der Partner den Riegel eben nur versehentlich in den Bauch gekriegt hat. Die Ehefrau ist als leidende Gattin dargestellt – warum, ist ebenfalls nicht ersichtlich: die Story gibt keinen Grund dafür her. Am Anfang gibt es mal irgend eine Szene, aber der Film zeigt weder Hergang noch Grund dafür. Is halt so.

Kommissarin Lindholm: “Am Tod des Partners waren Sie nicht schuld. Das wollten Sie ja nicht“. Täterin wird in den Arm genommen1).

Liebe Leser: achtet mal da drauf. So gut wie in jedem Fernseh-Krimi2) ist das so: Männer werden hart angefaßt, auch der kleinste Verdacht rechtfertigt Inhaftierung, unverhältnismäßig harte Gewaltanwendung gegen die Person – pauschale Vorverurteilung3) sowieso. Und bei der Entlassung aus der U-Haft wegen Fehleinschätzung gibt es keine Entschuldigung: Männer haben das zu ertragen. Nicht schlimm für so’n Mann.

Sollte sich im weiteren Verlauf herausstellen, dass es sich um eine Täterin handelt, dann wird beleuchtet, warum sie das getan hat, dass sie gar nicht anders konnte, von ihren Gewissensqualen, bis sie sich endlich traut, das Schwein umzubringen, dass sie eigentlich gar nicht schuld ist, sondern vom Opfer oder irgend einem Mann zu solch einem Verbrechen gedrängt wurde – und folglich wiederum eigentlich ein Mann in den Knast müßte. Sie wird mit Samthandschuhen angefaßt, höflich gebeten, sich ins Polizeiauto zu setzen und der Empfang in der U-Haft ist eher herzlich und mitfühlend.

Ich fürchte, dieses Fernseh-Trommelfeuer hat eine enorme Kraft, die das Selbstverständnis der Gesellschaft mehr prägt, als gut für sie ist. Und ich frage mich: dürfen solche Filme eigentlich nicht gezeigt werden, wenn sich nicht herausstellt, dass Frauen letztendlich doch unschuldig sind – egal, was sie getan haben? Und dass Männer eigentlich schuldig sind, auch wenn sie einfach nichts getan haben?


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Fußnoten:
  1. Später stellt sich heraus, dass die Tochter die Schokoriegel mit Gift präpariert hatte, um ihren Vater umzubringen. Niemand weiß wieso – aber irgendwie wird es doch wieder so hingebogen, als könne man das arme Mädchen verstehen. [ ]
  2. Ich kenne einige wenige Ausnahmen. Die berechtigen nicht dazu, einfach so weiterzumachen. [ ]
  3. In dem o.g. Fall sind wir schon einen Schritt weiter: eine pauschale Vorverurteilung wird nicht einmal mehr geäußert, geschweige denn belegt. Das ist schon gar nicht mehr nötig: is halt so. [ ]

Heide-Wahn

Obwohl die Wahlen geheim waren und in Hessen sich ausdrücklich mehrere Frauen als Abweichlerinnen zu erkennen gegeben haben, kennt die sich selbst für intelligent haltende Frau aus dem Norden die alleinigen Täter: Es sind die missgünstigen, ja Frauen hassenden Männer (!), die es (fast) verhindert haben, dass sie selbst vor Jahren in Schleswig-Holstein, Frau Lieberknecht in Thüringen und Frau Ypsilanti in Hessen zu Ministerpräsidentinnen gewählt wurden. So einfach, verbogen und ideologisch kann Feminismus sein bzw. machen. Bei soviel Dummheit und Unverfrorenheit bleibt einem fast die Spucke weg.

Und: Was wäre in unserem Land eigentlich los, wenn man sich in ähnlich pauschaler Weise über Juden, Polen oder Türken äußerte?

Patriachalisch

Frauen - von der Titelseite verbanntHm, was soll man dazu sagen? Wenn ich mal genau nachzähle, sind da fünf männliche Idioten drauf zu sehen. Oben drüber steht “Mensch”. Und es steht da “wir”.

Also eine ganz plakative Demonstration männlicher Allmachtsphantasien: Menschen sind nur männlich, und wir bedeutet ausschließlich Männer! Frauenschicksale, -leiden und -interessen werden wieder einmal demonstrativ totgeschwiegen

Und das in einem Land, in dem endlich wirkliche Pressefreiheit herrscht! Ich bin empört über diese totalitäre Demonstration der Unterdrückung weiblicher Lebenswirklichkeiten. Ich verlange vom Spiegel, dass er das richtigstellt und in der nächsten Ausgabe die doppelte Anzahl weiblicher Fehlkonstruktionen auf die Titelseite bringt – und zwar genauso mit “Fehlkonstruktion” und “wir”.

An zehn fundierten und nachprüfbaren Beispielen wird es doch nicht mangeln? Das ich mal in der Hervorhebung von Titelseitenqualifikationen von Frauen mehr aufzählen könnte als der SPIEGEL, das hätte ich mir niemals träumen lassen.

Eine dieser Qualifikationen kam neulich im Radio, als ich eine Sendung über unvermittelbare, heiratswütige Erfolgsweibchen (Lebensmotto: “Ich und Daddy finden, ich bin zu toll für diese Welt”) aus der Londoner Finanz-City hörte: Manche Frauen beneiden ihren Mann von ganzem Herzen, was der für eine tolle Ehefrau hat. Wahrscheinlich haben die sich alle zusammengetan und genau einen einzigen Vorschlag für das SPIEGEL-Titelblatt 40/091) hervorgekreißt. Der mußte dann genommen werden.

Ach ja, verschämt weiter innen, auf Seite 9, kommt dann doch noch was über das wahre weibliche Sein, wie es sich der SPIEGEL wohl vorstellt: eine Rolex am Handgelenk eines aufgedonnerten Jungmodels, ein wenig müde blickend nach 5 Stunden Schminkarbeit. Die Rolex? Eine Fehlkonstruktion.


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Fußnoten:
  1. Ich habe den Artikel nicht gelesen. Ich habe den ganzen SPIEGEL nicht gelesen. Frauenzeitungen finde ich so spannend wie ein Anglermagazin oder das Zentralorgan des deutschen Schachverbands. [ ]

Frau prügelt Ehemann

Ein erhöhtes Aggressionspotential kann man dieser Dame wohl attestieren, die die Beamten mit Gewalt davon überzeugen mußten, dass sie ihren Ehemann nicht mehr verprügeln soll, wenigstens jetzt mal gerade nicht: in den “Fürther Nachrichten” vom 4.9.2009 heißt es dazu:

Da aber nach Meinung der Beamten wegen des Notrufs ein erhebliches Risiko für das Leben des Mannes bestand, traten die Polizisten die Wohnungstür ein. Die Frau, die bewusst den Weg verstellte, musste von den Beamten mit Zwang aus der Wohnung gezogen und festgehalten werden. Anschließend befreiten die Beamten den Mann aus seiner misslichen Lage [zum Artikel aus den "Fürther Nachrichten"].

Von dem Terminus “missliche Lage” habe ich im Zusammenhang von “Mann schlägt Frau” noch nie was gehört: in eine “missliche Lage” bringt man sich doch in der Regel durch eigenes Verschulden oder Unachtsamkeit1). Das kann nicht der Fall sein, wenn ein Mann eine Frau schlägt, anscheinend aber durchaus, wenn eine Frau einen Mann schlägt. Na ja, war ja besoffen, die Alte: er hätte wissen müssen, dass es dann schon mal einen Klaps setzen kann.

Folgerichtig hechelt der Polizeisprecher auch gleich genderkorrekt hinterher: “Fälle wie diese sind die Ausnahme”. Wer weiß, was genau er damit gemeint hat. In Bezug auf “Frau schlägt Mann” sprechen die Fakten eine andere Sprache, nur darf das in den Medien bislang nicht erwähnt werden.


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Fußnoten:
  1. Also wenn ein Rentner am Tegernsee einen Parkplatz findet, die Bremse nicht rechtzeitig findet und dann die Karre in den Teich setzt: dann befindet er sich in einer “misslichen Lage”. [ ]

Schwanz ab

[Artikel Strafen verschärfen!] In der “Mittelbayerischen Zeitung” regt Redakteurin Isolde Stöcker-Gietl an, zum Schutz von Kindern dahingehend auffällig gewordene Männer zu kastrieren. Sie denkt darüber zumindest so laut nach, wie es die Druckerschwärze zuläßt: sie ist jedenfalls dafür, denn bei ihr ist schließlich alles in Ordnung (“Es geht um unsere Kinder!”).

Erstens: Es nimmt sehr wunder, dass eine deutsche Zeitung so einen Schund abdruckt. Denen steht anscheinend das Wasser bis zum Hals, und sie erreichen nur noch das BILD-Zeitungsniveau der Käuferschicht. Eigentlich sollte eine Zeitung den Lesern die Welt erklären, anstatt “Schwanz-ab-dann-ist-Ruhe”-Tanten ein billiges Forum für populistisches Geschrei zu bieten. Oder sie wollen möglichst schnell Pleite machen, um Dummschwätzer mit Vollabsicherung loszuwerden und mit vernünftigen Redakteuren neu anfangen zu können.

Zweitens: Frau Isolde Stöcker-Gietl hat unser Rechtssystem nicht verstanden. Es geht hier nicht primär um Bestrafung, sondern – wie wir aus dem Umgang mit dem Recht im 3. Reich schmerzhaft lernen mußten – vor allem darum, dass sich Menschen und somit auch Gerichte irren können. Oder dass sie böswillig hinters Licht geführt werden, weil man einen unliebsamen Mitmenschen aus dem Verkehr ziehen will. Angenommen, Frau Isolde Stöcker-Gietl hätte einen Mann, der zufällig Lehrer ist und dem zufällig eine 16jährige Schülerin vorwirft, er habe mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt. Dann hat Isolde Stöcker-Gietls Mann ausgelehrt: er wandert in den Knast, und da bleibt er, bis der Pfeffer grüne Blüten trägt. Und es wird in Isolde Stöcker-Gietls Wohnort ein Kesseltreiben gegen sie und ihren Mann losgehen, dass ihr Hören und Sehen vergeht. Sie wird sich dann zwar ganz schnell scheiden lassen, aber es wird ihr vielleicht klar werden, warum das deutsche Recht keine Todesstrafen der sonstige endgültigen Körperstrafen zuläßt: es könnte den Falschen treffen.

Drittens: der Ruf nach “Höheren Strafen” ist schlichtweg dummes Zeug. Die Statistiken zeigen, dass Strafmaß und Tat nur dann einen gewissen Einfluß aufeinander haben, wenn die Täter einigermaßen normal sind und über eine gewisse soziale Intelligenz verfügen. Das ist bei Kinderschändern überhaupt nicht der Fall: die meinen ja, sie täten den Kindern letztendlich noch was Gutes. In der Durchführung und Vorbereitung einer solchen Tat spielt das Strafmaß überhaupt keine Rolle.

Das deutsche Recht schützt die Gesellschaft – und läßt dem Täter, gleich, was er angestellt hat, seine Würde, so weit es nur irgend geht. Das ist sehr schwer zu verstehen für Doppelnamen-Redakteurinnen mit Pensionsanspruch. Man sollte sie einfach nicht schreiben lassen.

Unglaubwürdig

genderama macht auf den Artikel “Unglaubwürdige Emanzipation” aufmerksam: die Kolumnistin Anni Mursula (SF) beobachtet darin, dass Frauen durchaus in der Lage sind, ein wenig zurückzutreten, wenn schwere oder “konfrontative Arbeit” angesagt ist. Dass sie es also quasi gerne haben, wenn die Männer die Umzugskisten vom vierten Stock runter in den LKW und dann vom LKW wieder hoch in den 3. Stock tragen. Oder dass sie mal ein deutliches Wort mit Rumpöblern reden, zu dem sie sich nicht in der Lage sehen.

Ist mir übrigens tatsächlich schon passiert. Ich war auf einem Abendspaziergang mit meinem Freund, als eine Frau, die ich als ausgesprochen “gleichberechtigt” kannte1), abends mit dem Auto nach Hause kam. Sie wollte in ihre Garage fahren, davor standen allerdings zwei besoffene junge Männer, die das Garagentor von oben bis unten genußvoll bepinkelten – vor allem den Griff. Die Frau nahm die Situation wohl war und machte Anstalten, am Straßenrand zu parken und das Mäuslein zu machen. Mein Freund und ich stellten die beiden Vollpfosten2) zur Rede und fragten sie, was das soll – und nach kurzer, ein wenig kompromißloser Diskussion unsererseits erklärten sie sich bereit, den Schaden wieder in Ordnung zu bringen. Die Frau ging ins Haus, holte zwei Eimer und Lappen, die Herren machten sich an die Arbeit und anschließend trollten sie sich – gar nicht mal in feindlicher Stimmung.

Ich hatte den Eindruck, dass die Dame anschließend nicht mehr ganz so weit den Mund aufriß, wenn es gegen die Männer ging. Jedenfalls habe ich nie wieder etwas dergleichen gehört. Mit Weglaufen erreicht man nicht viel, und man muß es – auch als Frau – zuweilen riskieren, eins auf’s Maul zu bekommen. Sonst behält der Pöbel recht. Und mit welchem Recht Männer es riskieren sollen, eins auf’s Maul zu bekommen, Frauen aber nicht: das erschließt sich mir nicht.


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Fußnoten:
  1. In einigen Diskussionen war sie mir schon dahingehend aufgefallen, dass sie von Männern nicht so viel hielt [ ]
  2. Die beiden sahen wesentlich stärker aus, als ich mich und meinen Freund einschätzte, und sie hatten ordentlich einen hinter die Binde gekippt. Ganz wohl war mir nicht dabei, und es war also keineswegs so, dass wir die Situation von oben herab beherrschten: man mußte es einfach drauf ankommen lassen [ ]

Aufgeschnapptes

Das Diesellog hat im Moment ein wenig Sendepause: der Urlaub & Umzug. Aber hier zwei interessante kleine Fundsachen:

Christine zitiert in ihrem Femokratie-Blog Michail Savvakis:

In der Zeit, in der Frauen, gefördert mit Quoten und Milliardensummen, ein paar Verwaltungsposten mehr erringen konnten, verwirklichten Männer aus eigener Kraft Menschheitsträume. So entwickelten sie etwa jenes Internet, mit dem auch einzelne Sand ins Getriebe der herrschenden Ideologie streuen können. (Ganzer Artikel)

Und Tobias zeigt sich bei upperpalatine.de entsetzt über die Reaktion von Feuerwehrleuten (Ersthelferschulung), die einen Mann mit gebrochener Nase vorfinden:

Schließlich stellt sich heraus, dass seine Frau ihn mit einer Bratpfanne ins Gesicht geschlagen hat. Die Reaktion der Sanitäter: Gelächter. Man überzeugt ihn doch, ins Krankenhaus mitzukommen. Die Reaktion des Pflegepersonals und der Ärzte dort: Gelächter. Die Reaktion der Schulungsteilnehmer, als sie die Geschichte hören: Gelächter. (Ganzer Artikel)

Ich denke, das geht in keinem Fall mit rechten Dingen zu.